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Acht Wochen Cuba Paradies mit viel Licht und Schatten von Manfred und Marianne Jabbusch
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Um immer wiederkehrende Fragen vieler Seglerfreunde zu beantworten, haben wir gedacht, Euch interessiert unser Erfahrungsbericht von unserem "Ausflug" nach Cuba.
Anreise des Skippers Manfred: Manfred segelte von der Küste Venezuelas nonstop in knapp 5 Tagen nach Santiago de Cuba. Anreise der Crew Marianne: Marianne kam aus München über Frankfurt, Havanna und dann Santiago de Cuba angeflogen Visum: Manfred bekam sein erstes 30-Tage-Visum beim Einklarieren in der Marina Santiago de Cuba für 15 $. Marianne hatte es sich in München bei einem Reisebüro gekauft (25 Euro); das Visum wird einmal um weitere 30 Tage verlängert. Danach muss aus- und wieder eingereist werden. Immigration und Zoll am Flughafen: Da Marianne bei der Einreise am Flughafen kein Rückflugticket und keine Hotelbuchung hätte vorweisen können, wie es eigentlich vorgeschrieben ist, hatte sie sicherheitshalber eine Erklärung vom Skipper und Kopien seines Reisepasses sowie Schiffspapiere dabei, die aussagten, dass sie Crewmitglied ist. Wurde so auch von der Immigration am Flughafen, wenn auch erst nach Rücksprache mit einem anderen Beamten, akzeptiert.
Ich hatte mich 15 sm vor Santiago de Cuba über VHF 16 gemeldet, aber keine Antwort bekommen. Um 10.00 LT meldet sich die Guarda Frontera und weist mich ein, ich soll mich bei der Marina vor Anker legen, um 12.00 fällt der Anker. Am Eingang der großen tiefen Bucht oder Lagune, die man vom Meer aus gar nicht sieht, steht die alte Burganlage "El Morro". Die Q-Flagge ist gesetzt. Der Portofficer zeigt mir an, dass Zoll und Immigration nach ihrer Siesta an Bord kommen werden, vorher darf ich nicht an Land. Wir hörten schon oft von den langwierigen Einklarierungsprozeduren auf Cuba und nun war ich neugierig, was da auf mich zukommt. Es ging um 15.00 LT los und übertraf alle meine Erwartungen. Aber kurz der Reihenfolge nach:
Ich bringe ihn mit dem Dinghi an Land, fahre zurück und mache mir etwas zu essen. Es ist 18.10 LT. Fein, denke ich, das Thema ist ja nun erledigt. Aber da kommt das Zollboot noch einmal angefahren. Ach, die wollen sich bestimmt nur verabschieden?Aha, denke ich, aber warum fahren die so dicht an WW ran? Ich frage: "a bordo"?? - "Si, permesso". Vier - uniformierte Männer kommen mit einem Cocker- spaniel an Bord. Was ist denn nun, denke ich. Ahh, die wissen, dass ich aus Venezuela komme und vermuten Drogen an Bord. Der Hund schnüffelt überall herum. Ergebnis negativ. Toll, denke ich, dann ist ja endlich Schluß. Können wir uns im Schiff umsehen? Si,Si -- In den nächsten 2 Stunden haben sie alles, aber auch alles rausgekramt, umgedreht, ungläubig den vielen Alkohol und die Geschenke betrachtet. Dann die Golfschläger, was ist denn das? 4 schwitzende Leute, ein hechelnder Hund und ich an Bord; alles, aber wirklich alles wurde aus- und wieder eingeräumt, mein Gott, warum zum zweitenmal?? frage ich mehrfach. "No comprende, it's our job". Und bei dieser Prozedur flippen dann (verständlicherweise?) einige Skipper aus und wundern sich, wenn die Akrebie verstärkt wird!! Ich spendiere Coca Cola und Zigaretten, die bescheiden, freundlich und zurückhaltend angenommen werden. Draußen ist es schon lange dunkel. Meinen Sundowner habe ich verpasst. Endlich geben sie auf. In der Eignerkoje biete ich noch an, die Batterien zu untersuchen. Sie lehnen lächelnd ab. Alles o.k. Es wird noch ein Protokoll geschrieben, dann lade ich sie auf mein Dinghi, das Zollboot ist längst verschwunden, und bringe sie an Land. Sie verabschieden sich und sagen: Sorry, aber das ist nur beim ersten Anlanden in Cuba so. Ab jetzt verläuft die Klarierung ganz einfach. Ich winke und denke mir meinen Teil. Tatsächlich verläuft die Ein-/Ausklarierung in den nächsten Häfen bzw. Ankerliegeplätzen immer ganz schnell und relativ einfach. Gleich nach dem Ankerfall in den Buchten erscheint schon (meistens) ein Ruderboot mit 2 Polizisten. Es wird der Ankunfts-/Abfahrtstermin in das Despacho geschrieben und häufig ein Blick in das Schiff geworfen (sie haben wohl Angst, man befördere Kubaner außer Landes). Beim zweiten Einklarieren in Santiago, welches nach 60 Tagen in Cuba nötig wurde, verlief alles problemloser und ohne die lange Zolluntersuchung. Allerdings war ich etwas freigiebiger mit kleinen Geschenken und Getränken. Zu bemerken ist noch, dass das Aufnehmen und Verlassen von Gästen an/von Bord keine Probleme macht. Es mußte nur ordnungsgemäß im Protokoll eingetragen werden. Währung: Man zahlt grundsätzlich in Dollar, möglichst kleine Scheine mitbringen, oft kann nicht gewechselt werden. Man sollte aber auch vor Ort in den Wechselstuben etwas Geld in die kubanische Währung umtauschen, da man an den Straßenrändern/Wochenmärkten oder bei dem Verkauf von Erfrischungsgetränken/Pizzen u.ä. aus Wohnungen/Fenstern heraus sehr preiswert mit dieser Währung bezahlen kann. Versorgungsmöglichkeiten: Die Grundnahrungsmittel bekommt man fast überall, aber man sollte gut an Bord sortiert sein mit den sog. Luxusgütern (dazu zählen auch Rosinen, Müsli usw.) Wir sind in diesen acht Wochen oft genug auf der Suche nach Butter, Käse, Joghurt, aber auch nach Obst und Gemüse usw. durch verschiedene Geschäfte gelaufen, teilweise ohne Erfolg. Brot gab es überall, wenn auch manchmal nur mit langem Anstehen! Da wir in Santiago de Cuba kubanische Freunde gefunden hatten, waren uns Pietro und Rosa, die direkt (rechts) gegenüber dem Eingang zur Marina (einfach nach ihnen fragen) mit ihren drei Kindern in einem Bretterhäuschen wohnen, oft dabei behilflich. Rosa hat auch für einige Dollar unsere Wäsche gewaschen, für uns abends bei sich gekocht und ihr Mann half uns bei der Suche nach Lebensmitteln. Es lohnt sich, diese kleine Familie aufzusuchen, Grüße von uns zu bestellen und für einige Dollar, die sie dringend für ihren Lebensunterhalt brauchen, ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen! Marinas: Wir haben folgende Marinas auf unserem Weg an der Süd- und dann Westküste besucht: Santiago de Cuba: Port of Entry, liegt geschützt in einer großen Bucht, stark bewacht, Restaurant/Bar, ganz kleiner Laden für Getränke und Grundnahrungsmittel, Wasser/Diesel; Kosten pro Nacht vor Anker 10 $, am Steg 15 $ (immer für unsere Größe 35 Fuß) Entfernung nach Santiago: mit dem Bus (unregelmäßig) oder Taxi ca. 20 Minuten Marina Cayo Blanco vor der Stadt Casilda bzw. Trinidad: kein Port of Entry, aber im Ort Immigrationsbehörde für Visaverlängerungen, ganz kleine geschützte Bucht mit einer sehr flachen Einfahrt, man liegt an Moorings, denn die Marina hat nur einen Arbeitssteg für Wasser/Diesel, Kosten pro Nacht 10 $; wir haben bei unserem zweiten Besuch kostenlos außerhalb der Einfahrt in die Marina geankert und sind dann mit dem Dinghi in die Marina gefahren; dort für kubanische Verhältnisse gut sortierter Laden, frisches Brot müsste bestellt oder in der Stadt geholt werden. Die SunSail-Charterbasis hat hier ihren eigenen Steg, die Bar mit kleiner Speisekarte kann mitbenutzt werden! Entfernung zur Stadt Trinidad mit dem Taxi/Bus vom 4 Min. entfernten Hotel Ancon ca. 15 Minuten (beides 2 Dollar pro Person), schöner Hotelstrand, kann gegen (evtl.) Liege- stuhlgeb. mitbenützt werden. Hier auch Buchung von Ausflügen ins schöne Hinterland möglich! Marina Jagua in Cienfuegos: Port of Entry, Immigrationsbehörde für z.B. Visaverlängerungen (insgesamt darf nur einmal verlängert werden, also 2 x 30 Tage) im Ort, von der Einfahrt durch den schmalen Kanal in die Bahia de Cienfuegos bis zur Marina fährt man ca. 1 Std., es darf nirgends geankert werden - man muß in der einfachen Marina liegen, ca. 12-15 $ pro Nacht, Wasser/Diesel, ganz kleiner Laden ohne Frischware in der Marina, kleines Restaurant/Bar; von der Marina in die Stadt fährt man mit der preiswerten Pferdekutsche (1 $ p.P.) ca. 10-15 Minuten. Lebhafte Industriestadt mit Fußgängerzone und div. Geschäften, wunderschöner Hauptplatz (Parque Josè Marti) Marina Puertosol auf der Inselgruppe Cayo Largo Kleine Marina mit Tauchstation, Wasser/Diesel, Restaurant/Bar, Wäscherei, kleiner Laden, in dem man, soweit das wöchentliche Versorgungsschiff genügend angeliefert hat, auch Obst/Gemüse/Brot usw. für den nächsten Tag bestellen kann. Die Marina macht offensichtlich manchmal Probleme, wenn man im Umkreis ankert bzw. verlangt dann pro Nacht 15 $, liegt man am Steg, kostet es ca. 17 $ pro Nacht. Für Segelboote gibt es in diesem Gebiet durch die flachen und riffigen Stellen nur wenige Ankermöglichkeiten, es wird erst besser, wenn man weiter Generalrichtung Rosario bzw. Isla Juventud oder entgegengesetzt geht. Auf Cayo Largo gibt es nur div. All-inclusive-Hotels, kein Ortskern, Mopedverleih, schöne Strände. Resümèe: Cuba ist ein wunderschönes, abwechslungsreiches Land, was man auf div. Ausflügen, die auch in größeren Hotels oder in kleinen Reisebüros angeboten werden, herausfinden sollte! Wir haben bei unserem zweimaligen Besuch von Havanna privat in den sog. Casas Particulares gewohnt, eine tolle Chance, mit den liebenswerten Cubanern in Kontakt zu kommen, abgesehen davon, dass dies eine preiswerte Alternative zu Hotels ist. Pro Nacht haben wir im DZ immer 25 $ mit Frühstück gezahlt! Man bekommt diese Adressen ganz leicht über einen Reiseführer, das Internet oder einfach durch Fragen beim nächsten Taxifahrer. Manchmal zahlt man dann zwar eine Vermittlungsgebühr, aber diese ca. 5 $ sollten einem dieser direkte Kontakt zur Bevölkerung wert sein. Man kann auch einfach durch einen Ort spazieren und nach den blauen Dreiecken an den Wohnungstüren schauen, sich dann die Zimmer anschauen und entscheiden, ob ja oder nein. Die Cubaner sind mit das freundlichste Volk, das wir in den letzten 1 ¾ Jahren kennen gelernt haben. Es gibt zwar bestimmt auch Ausnahmen, aber wir sind begeistert von der Liebenswürdigkeit dieser Menschen! Man wird nur selten angebettelt; mit Seifen, Cremes, Bonbons, Kugelschreiber und T-Shirts kann man den Menschen dort eine große Freude machen. Cuba hat allerdings von der Seglerseite her nicht den karibischen Flair, den wir von anderen Inseln oft gewohnt waren. Bis auf die wenigen Ausnahmen der Touristenzentren mit ihren herrlichen weißen Stränden sahen wir vor allem bei den von uns besuchten, dem Festland vorgelagerten Inselgruppen, fast ausschließlich Mangrovenlandschaften und hatten dadurch auch kein blaues, sondern eben grünes Wasser. Wir verbrachten u.a. je ca. 2 Wochen in der ganz einsamen Inselgruppe Jardines de la Reina, die außer einigen Fischerstationen keine Einwohner oder bewohnte Inseln hat und in der Inselgruppe Cayo Largo und den benachbarten kleinen Inseln Richtung Westen; auch hier kaum bewohnte Inseln und daher auch keine Versorgungsmöglichkeiten, außer auf Cayo Largo und dann wieder Isla de la Juventud. Es musste manchmal stramm gesegelt werden, um abends einen Ankerplatz zu erreichen, der auch oft schwierig durch die flachen und mit Riffen gespickten Einfahrten zu erreichen war. Unsere elektronischen Karten haben uns dabei sehr geholfen! In diesen Inselgruppen haben wir auch jede Menge Fisch und Lobster von Fischern für wenige Dollar kaufen bzw. im Tausch gegen Bier, Rum, Tabletten, Labellostiften usw. erhalten. Wir möchten diese acht Wochen nicht missen und können nur jedem raten, sich einen eigenen Eindruck dieses schönen, armen Landes zu verschaffen, auch wenn die Bürokratie und die polizeiliche Allgegenwart manchmal nervt! Näheres ist auch in unserer Homepage www.white-witch.de nachzulesen. Fragen gerne an unsere E-Mail. |
