Mein selbst gebauter Generator. 5 PS Dieselmotor
von "SY. Out of Rosenheim",
Werner Haltmayer
|
![]() Ein immer währendes Thema auf Segelyachten ist der Strom. Egal wie viel man hat, es ist immer zu wenig und die „Herstellung“ kostet. Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Alternativen. Wie gesagt es sind Alternativen. Ob Windgenerator, Wellengenerator, Solarenergie, keine der vorgenannten Systeme ist immer in der Lage die Batterien voll zu laden. Wind, Fahrt durchs Wasser oder Sonne sind nicht immer gegeben aber trotzdem braucht man Strom. Bleibt also nur noch ein Generator. Beim Blick in den Katalog gibt mein Geldbeutel einen Schrei von sich. Außerdem sind es nur 220V Generatoren die mit Benzin betrieben werden. Beides kommt für mich nicht in Frage. Mit 220V kann ich keine Batterien laden, die 12V Anschlüsse, falls überhaupt vorhanden bringen nur wenige Ampere und sind zum Laden nur im Notfall zu gebrauchen. Dann der Benzinmotor. Der Generator soll im Motorraum untergebracht werden in dem sich auch die Elektrik befindet. Die Gefahr dass evtl. durch Funken ein Unglück passiert ist mir zu groß. Also bleibt nur noch die Möglichkeit selbst einen Generator zu bauen. Im Internet habe ich einen fünf PS Einzylinder Dieselmotor mit Elektrostarter für unter 400 EU ersteigert, ebenso eine 12V Lichtmaschine mit einer Leistung von 150 Ampere. Beides wurde auf eine Stahlplatte geschraubt welche wiederum durch Gummipuffer gedämpft auf eine weitere Platte montiert wurde. Das alles wurde dann im Motorraum verankert. Was jetzt noch fehlte war ein leistungsstarker Regler. Die in der Lichtmaschine eingebauten Standartregler sind dazu kaum geeignet. Ein Sterling Hochleistungsregler schien mir dafür das Beste. Dieser neu entwickelte Regler lädt die Batterien mit der schonenden vierstufigen IUoUo Kennlinie. Er ist Temperatur gesteuert und schaltet die Lichtmaschine bei erreichen einer Temperatur von 95°C ab, lässt sie im „Leerlauf“ weiter laufen und schaltet dann bei 65°C wieder ein. Der Regler lädt die Batterien mit der höchst zulässigen Spannung von 14,8V (offene Blei-Säure Batterien, alle anderen werden nur mit 14,4V geladen) und den höchstmöglichen Ampere (25% der Batteriekapazität) während der gesamten Ladezeit. Das belastet natürlich die Batterien. Offene Blei-Säure Batterien schaffen das am besten und haben noch dazu den Vorteil dass sie die billigsten sind. Man sollte allerdings alle vier Wochen den Wasserstand prüfen. Es können aber auch AGM oder Gel Batterien geladen werden, allerdings mit niedrigerer Leistung. Dies kann eingestellt werden (auch für 24V). Obwohl „Fachleute“ mir den Rat gaben dass das nie funktionieren würde läuft mein Generator jetzt bereits über 500 Stunden ohne ernsthafte Störung. Bis auf einmal als er durch meine Schuld voll mit Salzwasser gelaufen ist. Aber das packt wohl kein Motor. Die Lichtmaschine hat dieses Malheur klaglos überstanden. Ich lasse die Batteriebänke bis maximal 75% (12,48V) entladen bis ich sie wieder nachlade. Meine große Bank mit 340Ah braucht dann genau eine Stunde bis der Regler in die Erhaltungsladung (13,8V) schaltet und die Batterie wieder voll ist (12,85V). Eine Entladung nicht unter 75% (12,48V) und ein Impulser, verlängern die Lebensdauer einer Batterie um Jahre. Einen Nachteil des gesamten Systems will ich aber auch nicht verschweigen. Dieser Generator hat wirklich nichts mit den sogenannten „Flüstergeneratoren“ zu tun. Er ist ziemlich laut. Ein Diesel eben. Aber alle paar Tage für eine Stunde den Diesel „nageln“ zu hören ist meines Erachtens nach auszuhalten. Ein Wort noch zu den „Betriebskosten“ Ich lasse den Motor mit Halbgas laufen, dabei braucht er (gemessen über insgesamt 500std) 0,37l/h. Oder anders ausgedrückt, der 3Liter Tank reicht für knapp 9 Std. Ist allemal billiger als die große Maschine laufen zu lassen. |
