Meine glücklose Mitseglersuchevon Judith Batthyany
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Da ich mit meiner SY Argi alleine unterwegs bin, waere es von Zeit zu Zeit auch mal nett, jemanden zum Mitsegeln zu haben. Das kann doch nicht so schwer sein, habe ich mir gedacht. Also gab ich 2 Inserate in Yachtzeitschriften auf und siehe da, das Interesse war gross. Ich suchte Mitsegler, Mitseglerinnen und Paare und da ich keine Charteryacht bin, kostet das Mitsegeln auch nichts. Von den ca. 80 Zuschriften waren 30 % falsch verstanden worden, ich suchte Mitsegler und keine Partner, 30 % hatten einen genauen Terminplan, den ich sicher nicht einhalte, denn mein einziger Boss ist das Wetter und weitere 30 % gaben schon an der Art der Zuschrift zu erkennen, dass sie nicht eine Bohne Ahnung hatten. Daher blieben auch wenige Zuschriften zur Beantwortung uebrig. Mit diesen Zuschriften ging es dann ins Detail. Einer wollte mich von Japanisch bis Oesterreichisch bekochen, der Andere wollte nur die Bugkabine, denn die Heckkabine sei zu warm, der Naechste wollte natuerlich nur eine Kabine fuer sich alleine, ein 2. Mitsegler waere dann nicht in Frage gekommen. Kaum zu glauben, aber es blieben doch tatsaechlich noch Kandidaten uebrig, mit denen ein Probesegeln vereinbart wurde. Ahnungslos wie ich war, fand ich natuerlich nichts dabei, dass diese Leute alle Chartererfahrungen hatten oder sogar Charterskipper waren. Klang fuer mich nach Erfahrung. ( Atlantik aus der Karibik retour, Karibikerfahrung, usw.). Dann kam das Erwachen. Ehepaar mit Atlantik retour, Sturm, alles was man haben kann - die Wahrheit war, dass Sie nicht mal ein Steuer halten konnte, noch eine Nachtwache absolvieren, denn bei 6 Mann Besatzung war die gnaedige Frau am Herd beschaeftigt und die Maenner haben mehr schlecht als recht gesegelt. Dementsprechend liess er auch die Grosschot fahren, das Segel schlug wie wild und war arg beschaedigt. Die Toiletten wurden schlecht gespuelt, die Kabine sah aus wie nach einem Notfall und nach 2 Tagen habe ich die netten Leute an Land gesetzt. Dann kam ein Charterskipper, der es natuerlich NUR gewohnt war, anzusagen, selbst jedoch von wenig eine Ahnung hatte. Weder von Anlegemanoevern, noch von Leinenarbeit, aber Ansagen, das wollte er. Als ich Ihn beim Segel rausholen darauf aufmerksam machen musste, dass er an der falschen Leine zog, wurde ich dafuer noch angeschnauzt, dass er der Profi sei und nicht ich. Auch das endete schnell. Die Liste laesst sich in dieser Art fortsetzen. Das Ergebnis war - frech, dumm und schmutzig. Nachher wurde ich belehrt. Charterleute zahlen natuerlich teuer, haben 1 oder 2 Wochen Zeit und daher geben sie natuerlich weder zum Schiff, noch zum Material irgendeine Obacht. Nach der Rueckgabe des Schiffes kommt die " Reinmachefrau", Schaeden werden von der Kaution abgezogen und durch 6 geteilt halten sich die Kosten in Grenzen UND "es war wieder einmal fuer dieses Jahr ein toller Segelurlaub". Das wurde dann schon 20 Jahre so gemacht und ich bekomme dann allen Ernstes zu hoeren, dass da 20 jaehrige Erfahrung dahinter steckt. Ueber soviel Dummheit und Ueberheblichkeit kann ich nur den Kopf schuetteln. Meine einzigen 2 positiven Erfahrungen waren mit Frauen. Das war schoen, unkompliziert und es gab viel zu Lachen. Einfach gute Stimmung. Bei soviel Negativerfahrungen faengt man natuerlich an sich selbst zu zweifeln an. Nachher ist man immer klueger und in der Zwischenzeit weiss ich, dass es nicht nur mir so ergangen ist, sondern auch anderen Seglern, ob Maennern oder Paaren, die Meisten hatten dieselben schlechten Erfahrungen und noch Schlimmeres......also ist es doch besser, alleine zu segeln, als in schlechter Gesellschaft. |
