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Aktuelles vom "Big Apple" New York per Boot
Gabriele + Klaus SY AEOLA
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Die billigste Möglichkeit New York per Boot zu besuchen, ist immer noch die städtische Marina westlich der 79. Strasse am Hudson River mitten in Upper Manhattan gelegen. Sie hat allerdings etliche Haken: keinerlei sanitäre Einrichtungen, nur wenige Gastliegeplätze, dem Schwell voll ausgesetzt, für 2,50 $US pro Fuss und Nacht.
Die Moorings nördlich und südlich der Marina kosten pauschal 25 $US pro Nacht und 150 $US für die Woche. Da diese sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit erfreün, hat die Stadt ungefähr 50 zusätzlich ausgelegt, nach unserem Geschmack viel zu dicht beieinander. Im Hudson River herrschen zeitweise über 3 Knoten Tidenstrom und wenn dann der Wind dagegenbläst, könnt ihr euch das Chaos vorstellen. Wir haben mehrere Schiffe bei Kollisionen ernsthaft Schaden nehmen sehen. Bei der Auswahl der Mooring ist also Umsicht geboten und ab 25 Knoten Wind sollte immer jemand an Bord sein. Das Marinapersonal kümmert sich nur sehr widerstrebend um solche Probleme. Man wird seinen Müll los, aber sonst gibt es keinerlei Service, allerdings kann man sich seine Post oder Pakete dorthin schicken lassen, und das funktioniert ausnehmend gut. Es gibt einen Postraum mit Briefkästen für die "Liveaboards" wo auch die Post für die "Transients" ausgelegt wird. Schiffsausrüster "West Marine" an der 37. Strasse, teür. Reparaturbetriebe kann man im "Office" erfragen. Wie in amerikanischen Marinas üblich, gibt es 24 Std. Security, die Tür ist immer abgeschlossen und wird persönlich vom Diensthabenden geöffnet, das Dinghydock wird beobachtet. Im etwas weiteren Umkreis gibt es noch etliche andere Marinas, Preis meistens 4 $US pro Fuss und Nacht, für längeren Aufenthalt ist es oft möglich, einen Rabatt auszuhandeln. Ankern, wie in grossen kommerziellen Häfen häufig, wegen unreinen Untergrunds nur wenig empfehlenswert. Die Inseln im New Yorker Hafen bitte niemals mit dem Dinghy anlaufen, dafür landet man im Gefängnis!
Unser Budget hat die Mooring an der 79. Strasse empfohlen, und trotz der beschriebenen Nachteile haben wir uns eigentlich sehr wohl gefühlt. 5 Fussminuten zum Broadway und 10 zum Central Park, ideal. Von der Mooring blickt man auf den Riverside Park mit seiner endlosen Kolonne von Joggern, Radfahrern und Spaziergängern, die ihren Hund Gassi führen, die Produkte werden dann fein säuberlich in Plastiktüten eingesammelt und entsorgt. Überhaupt ist man hier in der Mitte von allem. Der öffentliche Nahverkehr (Busse, Metro) ist hoch entwickelt und, wenn man das System mal begriffen hat, kommt man zügig überall hin. Man kauft Magnetkarten in der Metro, die mit 10 oder 20 $US aufgeladen werden, die für 6 oder 12 Fahrten gut sind.
Es gibt auch Tages- oder Wochenkarten mit unbegrenzter Nutzung, aber da wir uns viel erlaufen haben, fanden wir die andere Variante günstiger. Busse in Manhattan fahren entweder von Nord nach Süd oder von Ost nach West, auf diese Weise kann man mit Umsteigen jeden Punkt erreichen und man erlebt Manhattan hautnah. Alle wesentlichen Sehenswürdigkeiten und Museen liegen hier (das MoMA ist zur Zeit in Qüens), imVisitor's Center am Times Square gibts eine gute Strassenkarte. Ansonsten dient es allerdings nur dem Verkauf von Karten für Broadway Shows. Der "City Pass", 6 Attraktionen für 45 $US, hat uns nicht so interessiert. Für uns war der Besuch bei den Vereinten Nationen ein besonderes Erlebnis, insbesondere auch deren eigenes Postamt und die Buchhandlung, in der man interessante politische Dokumente und Abhandlungen findet, die sonst nur in Spezialbibliotheken still verstauben. Von Kriminalität haben wir nichts gespürt, allerdings waren wir nach Einbruch der Dunkelheit immer an Bord. Natürlich gibt es Obdachlose und Bettler, aber nicht mehr als in Hamburg. Die Polizeipräsenz ist augenfällig und nach dem 11. September ist das Sicherheitsbedürfnis geradezu paranoid. Jedes von See kommende Schiff, das traf auch uns, wird von der Coast Guard aufgebracht, gründlich durchsucht, alle Papiere überprüft, sämtliche Sicherheitseinrichtungen abgefragt, der Fäkalientank besichtigt und auf dessen Benutzung eindringlich hingewiesen. So ganz nebenbei wird man auch noch gründlich ausgefragt, alles sehr freundlich, aber dass sie es ernst meinen, ist kaum zu übersehen. Zum Schluss bekommt man den sogenannten "goldenen Zettel", eine Durchschrift des Coast Guard Protokolls, der einen für ein halbes Jahr vor weiteren Heimsuchungen bewahrt. Keine Frage, New York ist teür. Tickets für Theater, Konzert oder Show nicht unter 65 $US, Museen um die 15 $US, Essen in einem Restaurant der mittleren Kategorie für 2 Personen an die 100 $US. Aber wenn man ein bisschen sucht, findet man nette kleine Läden, wo man gut und relativ billig die Küche der exotischsten Länder geniessen kann (z.B. entlang der Amsterdam Ave.). Enterprise, an der 83. Strasse zwischen Amsterdam und Columbus, vermietet preiswert zuverlässige Autos, sie bieten auch einen Pickupservice für ihre Kunden. Das Autofahren ist auch nicht schlimmer als in London, Düsseldorf oder München. Freier Internetzugang in der öffentlichen Bibliothek an der 42. Strasse, allein das Gebäude ist schon sehenswert. Ein kleinerer Ableger ist in der 82. Strasse. Die besten Informationen über das, was los ist, fanden wir im "New Yorker", die politischen und literarischen Artikel sind ebenfalls lesenswert und von hohem Niveau. Die angenehmste Überraschung für uns, die wir seit einem Jahr amerikanische Lebensmittel ertragen müssen, war "Fairway", ein basarähnlicher Supermarkt am Broadway zwischen 74. und 75. Strasse. Hier gibt es alles, was den europäischen Gaumen glücklich macht, sogar fränkisches Baürnbrot und Käse oder Wurst mit richtig viel Fett. Nicht ganz billig, aber sehr gut. Delikatessen gibts bei "Zabars" ein paar Blocks weiter. Alles in allem war die Woche im "Big Apple" für uns ein echter Höhepunkt auf unserer bisher zweijährigen Reise. Adresse: West 79th Street Boat Basin New York City NY 10024 Tel 1-212-496-2105 |
