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Welcher Segler träumt nicht davon: Einmal den Bug nach Westen richten und dann immer geradeaus segeln, über den Atlantik in die Karibik und vielleicht sogar bis in die Südsee. Das muss kein Traum, wird aber immer auch ein Abenteuer bleiben, und auf das sollte man sich gut vorbereiten/ wenn man unterwegs nicht allzu viele unliebsame Überraschungen erleben will. Rüdiger Hirche und Gaby Kinsberger haben dieses Abenteuer bestanden. Sechs Jahre dauerte ihre Welt-umseglung, die sie ohne Havarien glücklich vollendeten. In diesem prachtvoll bebilderten Buch schildern sie ihre Erfahrungen, die guten und die schiechten, und erklären ausführlich, worauf man bei den Vorbereitungen achten sollte und worauf es auf dem großen Törn selbst ankommt. Dieses Buch hilft, Fehler zu vermeiden. Viele Fehler sind in ihren Auswirkungen vielleicht nur ärgerlich oder lästig, andere aber können dazu führen, dass man den Törn frühzeitig abbrechen muss, wieder andere schließlich bedeuten ernsthafte Gefahr für Leib und Leben. Und Möglichkeiten, Fehler zu machen, gibt es viele. |
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In all diesen und noch vielen anderen Fragen weiß das Autorenduo Rat. Es gibt Hilfestellung, ohne zu belehren, und es beschreibt die eigenen Erfahrungen, ohne die Vorteile anderer Möglichkeiten zu verschweigen. Damit ist dieses Buch schlichtweg unentbehrlich für jeden, der auf große Fahrt gehen will. Pietsch Verlag ISBN 3-613-50456-1 Preis 24,90 € |
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Blauwassersegeln heute
Sie verwirklichten sich einen Traum und segelten um die Welt. Möglichst viel Wissen hatten sie sich vorher angelesen. Aber ein wirklich kompetentes Buch, welches umfassend informierte, hatten sie nicht gefunden. "Die Seglerwelt ist nicht nur klein, sondern auch mitteilsam und hilfsbereit. ... Sobald man selbst ein Teil dieser Gemeinschaft ist, nimmt man Anteil an diesem riesigen Pool von guten und schlechten Erfahrungen. Leider etwas zu spät. Denn zu diesem Zeitpunkt sind die wichtigsten Entscheidungen bezüglich des eigenen Bootes und der Ausrüstung längst gefallen." Rüdiger Hirche und Gaby Kinsberger, die beiden Autoren, haben mit den Erfahrungen aus ihrer 6jährigen Weltreise auf der Barfußroute diese Lücke geschlossen. In drei Teilen "Planung und Vorbereitung", "Boot und Ausrüstung", "Leben an Bord" breiten sie ein derart umfangreiches Wissen aus, wie man es selten in einem Buch findet. Einige willkürlich herausgegriffene Themen:
Entscheidend sind natürlich nicht die Überschriften, sondern ob Wesentliches gesagt wird: "Auf den Backofen würden wir auf keinen Fall verzichten. Er ist ständig im Einsatz. Der Gasverbrauch hält sich in Grenzen: Obwohl während unserer Reise zweimal wöchentlich Brot gebacken wurde, ging uns mit zwei Drei-Kilo-Flaschen nie das Gas aus. Zwei volle Reserveflaschen lagerten fast unbenutzt in der Backskiste. ... Ein Backofenthermometer, z.B. im Hobbybedarf als FIMO-Thermometer erhältlich, leistet beim Backen gute Dienste." Ein anderes Beispiel: "Wenn sie ein Handbuch über tropische Krankheiten lesen, wollen Sie vielleicht gar nicht mehr losfahren. Aber viele Risiken, die dort beschrieben sind, bedrohen uns Segler gar nicht. ... Trotzdem gibt es in den Tropen eine Reihe von Krankheiten, die mit etwas Pech auch den Segler erwischen können. Die größten Bedrohungen sind Malaria und Ciguaterra. Die Malaria ist weiter verbreitet, als offiziell in den betroffenen Ländern zugegeben wird. Denn Krankheiten, die dem Tourismus schaden, werden gerne heruntergespielt. Oder wussten Sie, dass nicht nur in den Salomonen, sondern auch in Indonesien ein extremes Malaria-Risiko besteht?" Im Anschluss daran werden Ansteckungsbeispiele, mögliche Übertragungswege der Krankheit, Medikamente, Impfung und Prophylaxe an Bord aufgeführt. Sie sehen selbst, wie dicht die Informationen folgen, wie sachlich-kompetent das Wissen ausgebreitet wird, ohne erhobenen Zeigefinger, immer interessant und anschaulich. Dieses Buch fesselt den Leser. Man gerät - fast möchte man sagen - in seinen Sog. Das ist für ein Sachbuch höchst erstaunlich. Erreicht wird dies technisch durch eine Mixtur aus stets gefällig geschriebenem Sachtext und spannenden, in kursiver Schrift eingestreuten Erlebnissen, welche eine Brücke von der Theorie zur Wirklichkeit schlagen: "Bei der Montage eines Norseman-Terminals passiert es: Eine der gespreizten Kardeelen des Drahtes sticht in Rüdigers rechten Zeigefinger. Der kleine Blutstropfen ist kaum zu sehen. Am nächsten Tag ist der Finger schmerzhaft rot entzündet. Das wird schon abheilen, denken wir. Aber mit jedem Tag wird es schlimmer, die Eiterblase wird immer größer. ... Rüdiger nimmt die Sache selbst in die Hand. Die Eiterblase ... wird mit einer ausgeglühten Rasierklinge geöffnet. ... Nach sorgfältiger Säuberung und Desinfizierung wird die Wunde mit antibiotischer Salbe behandelt ... nach zwei Wochen sieht der Finger aus wie neu." Einen wichtigen Beitrag in diesem faszinierenden Mix steuern die vielen Fotos bei. Sie ergänzen einerseits den Text inhaltlich, andererseits erwecken sie beim Leser aber auch mit ihrem süßen Gift die Sehnsucht nach fernen Küsten. Wo endlich sind die Schwächen? Man muss sich in der Tat sehr anstrengen, um das berühmte Haar in der Suppe zu finden. An einer Stelle bin ich anderer Meinung als die Autoren. Sie favorisieren ausschließlich Automatik-Rettungswesten. Wir hatten uns mit Feststoff-Westen ausgerüstet. Allerdings war unser Schiff deutlich größer und hatte dadurch bessere Staumöglichkeiten. Unser Schiff hatte auch einen Kühlschrank, auf den die Verfasser mit einleuchtender Begründung verzichten. Nicht alles muss man also übernehmen. Auch nicht den Schiffstyp, mit dem die beiden Autoren die Welt umrundet haben. Gleichzeitig zwingt ein kleines Schiff zur Beschränkung auf das Wesentliche. Hiervon aber hat wiederum ihr Buch profitiert. Auf die Möglichkeiten der elektronischen Navigation wurde hingewiesen und vor ihren Schwächen gewarnt. Dennoch vermisst man eine genauere Auseinandersetzung mit der Materie: PC-Voraussetzungen, Programme, Firmen, Module, Preise? Gleichzeitig wird einem bewusst, wie rasant die Entwicklung gerade auf diesem Gebiet allein in den letzten drei Jahren verlaufen ist, sichtbar z. B. an den Pocket-GPS-Kartenplottern. Nicht alle Aspekte kann man in einem einzigen Buch, und wäre es zehnmal so dick, erschöpfend behandeln. Das versucht "Blauwassersegeln heute" auch nicht. Im Gegenteil, die Autoren verweisen im Anhang auf wichtige weiterführende Literatur und liefern vor allem viele, viele Internet-Adressen. Alleine zum Thema Wetter im Kasten "Wichtige Wetter-Links" sind es zehn Adressen. Die Autoren beziehen konsequent die modernen Möglichkeiten des Internets mit ein. Ich kenne keinen Skipper und keine Crew unterwegs, die auf diese Form der Informationsbeschaffung heute verzichtet. Meine Erfahrung deckt sich überdies mit jener der Autoren: "Auch auf den kleinsten Inseln findet man ein Internetcafé." Die angeführten Adressen sind hochkarätig, sei es nun die Webseite von Jimmy Cornell www.noonsite.com, der Seven Seas Cruising Association www.ssca.org, die Heimatadresse für die deutschen Segler auf großer Fahrt www.trans-ocean.org oder das Link zu den Blauwasser (Fahrten)- Seglern in aller Welt www.bluewater.de. Auch das Backen von wundervollem, frischem Sauerbrot fehlt nicht: www.brotbacken-online.de. Alles Adressen, die Einzelerfahrungen, Länderinformationen und weiterführende Links bereithalten. Ich kenne kein Buch, welches diesen Aspekt ähnlich konsequent verfolgt. Insgesamt also ein höchst informatives, faszinierendes Buch, welches nicht nur dem angehenden Weltumsegler oder dem normalen Fahrtensegler eine Fundgrube von Wissen öffnet sondern auch für den Charterer eine Fülle von Informationen bereithält und allen den Zugang zu den Informationsmöglichkeiten des Internets bahnt. Dieses Buch setzt einen neuen Standard. H. van Straelen © 2005 Dr. Hans Lampalzer E-Mail: hlampalzer@yahoo.de |