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Joseph Conrad, Herz der Finsternis Ausgaben: Reclam (daraus stammen die Zitate), Bibliothek Süddt. Zeitung, Brendow Joseph Conrad, einer der bedeutendsten Erzähler der englischen Sprache, ist selbst 18 Jahre zur See gefahren. Rund um den Globus, könnte man sagen. Er quittierte seinen Dienst 1894 als Kapitän zur See. Nahezu alle seine Romane handeln von der Seefahrt; alle sind lesenswert. Der beeindruckendste von allen aber ist "Herz der Finsternis". 1890 fährt Joseph Conrad den Kongo hinauf als Angestellter einer belgischen Handelsgesellschaft, die angeblich den Wilden die Zivilisation bringen will, in Wirklichkeit das Land aber aufs Schlimmste ausbeutet. Es wird eine alptraumhafte Reise. Conrad kommt gesundheitlich gezeichnet und psychisch traumatisiert zurück. Conrads Reise beginnt in Bordeaux, sie führt an die Kongomündung, über Land nach Leopoldville (der heutigen Hauptstadt Kinshasa) und von dort mit dem Dampfboot stromaufwärts nach Stanley Falls, dem Endpunkt der Reise, den er nach 1500 km Urwaldfahrt, vorbei an verwüsteten Eingeborenendörfern und unter mörderischen klimatischen Bedingungen, erreicht. Conrad soll im Urwald Holz für den Bau der Eisenbahnstation auswählen. Dabei wird er unmittelbarer Zeuge brutalster Sklavenhalter-Methoden. Conrad erkrankt. Dem Tode nahe erreicht er die Kongomündung. 1902 erscheint "Heart of Darkness" - "Herz der Finsternis". Unter dem Eindruck dieses Buches beginnt die Welt nachzufragen. Man erfährt von den Exzessen und Gräueln, die im Kongo stattfinden. Unter internationalem Druck muss 1908 Leopold II, der Belgische König, seinen "Privatbesitz" abgeben; das Land Belgien übernimmt den Kongo als Kolonie. "Herz der Finsternis" ist nicht nur die Schilderung jener abenteuerlichen, gefährlichen Flussfahrt und auch nicht nur ein bewegendes Buch gegen die Sklaverei. Es ist der Versuch, das Böse und seine Faszination zu beschreiben. Ein fröhlicher Roman ist "Herz der Finsternis" nicht. Aber er ist unvergesslich! |