home.gif 65x17


Herman Melville, Moby-Dick

Zitate © Claassen Verlag
neuere Ausgaben: Hanser, Penguin, btb,


"Nennt mich meinethalben Ismael." So beginnt einer der ganz großen Romane der Weltliteratur: Herman Melvilles "Moby-Dick".

Erzählt wird aus der Sicht dieses jungen Mannes, der beschlossen hat, zur See zu fahren. Im Gasthaus "Zum Walfisch" will er übernachten, bekommt aber vom Wirt die Antwort, "das Haus sei voll besetzt. `Doch halt ... haben sie etwas dagegen bei einem Harpunier mit im Bett zu schlafen? Sie wollen doch auf den Walfang, nicht?" Der Harpunier entpuppt sich als ein tätowierter, riesiger, furchterregender "Wilder", ein "Kannibale", ein Polynesier. Quiqueg teilt sich mit dem fremden jungen Mann gutmütig die Bettdecke und nimmt sich Ismaels an. Sie werden Freunde, Blutsbrüder. Am Ende verdankt ihm Ismael das Leben.

Die beiden heuern auf der Pequod, einem Walfänger, an. Der Kapitän, Ahab, ist davon besessen, jenen einen Wal zu erlegen, der schuld ist, dass er selbst zum Krüppel geworden ist und ein Bein verloren hat: Moby-Dick.

... Und so könnte man weiter berichten. Sehr schnell fesselt die Erzählung den Leser. Am Schluss der große Show down wie im Western: Kapitän Ahab gegen Moby-Dick.

Herman Melville ist selbst auf verschiedenen Walfängern gefahren. "Moby-Dick" ist ein Buch über den Walfang des 19. Jahrhunderts, jede diesbezügliche Zeile atmet Wirklichkeit.

Die Geschichte vom weißen Wal und dem Untergang der Pequod beruht auf wirklichen Vorkommnissen, und zwar bis in Einzelheiten. (Bei Wikipedia lässt sich der reale Hintergrund nachlesen. Hervorragend recherchiert!) Auf seinem letzten Walfänger fuhr Melville als Steuermann eines Fangbootes. Vielleicht erklärt sich daraus, dass jene Szenen, in welchen man quasi mit im Boot sitzt und hinter dem harpunierten Wal herprescht, einem den Atem stocken lassen.

Das Buch ist vielschichtig angelegt. Da ist Ahab, jener besessene Charakter, der die Mannschaft zusammenzwingt und sie letztlich in den Untergang führt.

Da ist die Mannschaft der Pequod, aus allen Ländern der Welt zusammengewürfelt und aufeinander angewiesen. Fast mutet es uns an wie ein vorweggenommenes Bild unserer globalisierten Welt.

Und da ist Moby-Dick, in den Augen Ahabs das Böse schlechthin, " ... Inkarnation der Kreatur, jenseits menschlicher Maßstäbe und sittlicher Wertungen ... Abbild aller Naturgewalten." (Klappentext des Buches)

Ein großartiger Roman!
heimathafen.gif 63x81

bar-netdesign!.jpg 490x16

emailLetzte Änderung / Last change: Samstag, 02. Dezember 2006