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Puerto Cabello - Venezuela
von Tina Sommer, Katamaran "Heldenberg"
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Katamaran Heldenberg in Puerto Cabello - Venezuela, April 2006
Der Marina Puerto Cabello Manager Carlos Alvarez (Telefonnr. Mobil vor Ort: 0414 34 32 545 - Telcel), ist ein sehr toleranter Comodore, der perfekt versteht, was in so einem Seglerherzen vorgeht. Er spricht englisch, hat ein großes Herz fuer Kinder, seine Tochter ist stattliche 13.
Er sieht aus wie ein Mann aus dem Quellekatalog und seine Frau Marisa ist auch eine ganz Liebe. Die beiden haben uns die Isla Larga (wo wir auch safe vor Anker die Klarierungsprozedur hätten abwarten können) von der Küstenansicht gezeigt und nach einem gemeinsamen Mittagessen in einem sehr guten Lokal, auch noch ein bisschen die Umgebung von Puerto Cabello. Bezüglich Geld wechseln, Diesel, Superbenzin, Ersatzteile oder gute Restaurants, Waschsalon, Internet, etc... gibt er gerne und freundlich Auskunft, auch wenn man vor Anker gehen möchte (Isla Larga, etwas tiefer Ankerplatz und am Weekend voll frequentiert von einheimischen Motoryachten, sowie Fischerbooten zu Wassertaxis umfunktioniert und campierenden Wochenendtouristen).
Im Übrigen sind wir von Bonaire kommend nicht verpflichtet gewesen, diesen Papierkrieg zu machen. Laut Sr. Carlos hätten wir, wenn wir nicht länger als 72 Stunden geblieben wären, nur einen Ein und Ausreisestempel in den Pass bekommen und die Sache wäre geritzt gewesen. Allerdings keine Zarpe (Cruisingpermit). Wir hätten ebenfalls innerhalb dieser 72 Stunden ohne Ausreisestempel und ohne Zarpe weiter nach Margarita segeln können um dort das Schiffpapier und teuere Zarpe zu machen. Wir hatten ein Visum von Bonaire aus und hätten damit kein Problem gehabt. Nur wir wollten nach Chichivirichi. Also soweit zur Einklarierung, wir haben sie halt gleich hier über uns ergehen lassen.Ausserdem gilt ebenfalls Tucacas, Bundesdistrict Falcon, als Port of Entrie für Venezuela. Nur aus Gewohnheit gehen die meisten Segler von den ABC Inseln nach Puerto Cabello, wo wir es gar nicht sooo gefährlich empfunden haben, wie uns zuvor immer erzählt wurde. Es gibt da auch noch eine billigere Lösung statt der Puerto Cabello Marina, die eigentlich ein privater Yachtclub ist, in der Navi Basis hinten in die Marina Naval zu gehen. Nachteil, man ist weit ab vom Schuss, Dingi kann man nur in der Puerto Carbello Marina lassen und das ist ein weiter Weg, man muss immer proper gekleidet sein und geht genauso mit 2 Leinen zum Land und vorne vor Anker, dafür ist die ständige Sicht auf die Kriegsschiffe auch nicht erbaulich. Aber wir haben die ganze Zeit in der Marina im Zentrum von Puerto Cabello wirklich genossen! Das Anlegemanöver in der Marina war zwar Chaos, da mir der Enterhaken, im falschen Moment wie immer, abbrach, verlief aber trotz all dem Stress friedlich. Nick sprang halt ins Wasser, um unsere Leinen per Knoten an der Boje festzumachen, das kann er gut, wenigstens mussten wir nicht vor Anker gehen, denn unsere Kette ist schon sehr strapaziert. Die Wachmänner der Marina, die unsere Achterleinen beim Anlegemanöver hinten übernehmen sollten, wussten vermutlich nur wie man eine Bierflasche hält, vom Knoten machen, hatten sie jedoch noch nichts gehört und beim Leinen werfen, wichen sie aus, anstatt sie zu fangen. Dazu muss ich sagen, dass beide das nachher angebotene Dosenbier ablehnten und lieber ein paar Dosen Fruchtsaft tranken! Alle Leute hier waren sehr freundlich und gute Spanischkenntnisse vereinfachen vieles. Am meisten bringt's, wenn man von vorn herein einmal lächelt, dann kommt immer ein Lächeln retour...
Die Marina bestand aus einer Mole mit einem umgefallenen Leuchtturm, der wohl einem Nordwestschwell zum Opfer gefallen war und drei Schwimmstegen, an denen die verschiedensten Motorjachten festgemacht waren.Es war Sonntag und am Strand, der uns ziemlich nah erschien, war lebhafter Betrieb, sicher fühlten wir uns anfangs nicht. Wir beschlossen ins Marina Restaurant essen zu gehen und haben es nicht bereut. Das Essen war eine Wucht, der Preis war auch ok, wir haben samt etlichen Bierchen und Fantas und allem drum herum 10,- USD bezahlt. Nach ein paar Tagen fühlten wir uns jedoch wirklich sicher hier und nachdem wir ja ordentliche Papiere haben wollten und gerade Ostern war, dauerte der Einklarierungsprozess geschlagene 2 Wochen, in denen wir aber eben auch die Marina Gebühren von 7,-USD (Katamarane zählen eben mehr) täglich zahlen mussten. Aber unter Aspekt der Sicherheit war es uns Seglern nicht empfohlen, sich in der unmittelbaren Umgebung vor Anker über Nacht irgendwo niederzulassen und ein erneutes Anlege Chaos Manöver wollten wir auch nicht wirklich riskieren und hier lagen wir gerade so gut, na ja. Währendessen konnten wir auch die Duschräume und Toiletten kennen lernen, die wirklich wie aus dem Ikea Katalog waren. Unter Tags hatten wir Wasser so viel wir wollten, wir konnten mit dem Schlauch im Netz vorne duschen, ich wusch alle Teppiche und auch sonst das ganze Schiff, sogar Sharky unterzogen wir einem Flohschutzshampoobad, was ihm gar nicht so gut gefallen hat. Wir hatten Strom und konnten die ganze Nacht fernsehen schauen, da wir sogar einen ausgezeichneten Empfang von 3 Sendern hatten. Der Steg war ein Schwimmsteg auf verrostenden Blechtonnen, vermutlich ehemalige Ölfässer und wir hatten das Glück, dass Backbord keiner mehr hinpasste. Immerhin gab es Wasser und Stromanschlüsse, und bewaffnete, wie mir Nick erzählte Wachmänner, denn der Strand war in erschwimmbarer Nähe. Wir hatten Supermärkte und Taxis, ja sogar das Internet war hier halbwegs schnell. Somit blieben wir, bei der Gelegenheit ließen wir uns oben im Cockpit ein Alugestänge schweißen und haben da jetzt ein echt luxuriöses permanent überdachtes Sonnenbimini, vom dem ich schon seit Jahren geträumt habe! Du durftest nur nicht zu Fuß aus der Marina raus gehen und nach rechts am Strand, der uns anfangs schon etwas sehr nahe vorkam. Nach links war ok und auch sehr nett, denn da war so eine Strandpromenade und da wurde so ein richtiger Ostermarkt aufgebaut. Jeden Tag kamen ein paar Standerln dazu. Es war fast so wie am Kalvarienbergmarkt in Wien, zumindest hat es mich sehr daran erinnert. Außerdem ist Puerto Cabello der größte Naturhafen in ganz Venezuela und es gibt hier eine Marine Basis, eine Militär Basis und einen Container Handelshafen. Ja sogar ein U -Boot haben wir gesehen. Wir haben mit dem Dingi einen Ausflug in diese riesige Naturlagune gemacht und uns alles angeschaut. Die ganze Kriegsschiffsflotte von Venezuela, 22 Kriegsriesen lagen hier unter anderem, schräg Vis a Vis ein Schiffsfriedhof von Lotsenbooten, Fischerbooten, sogar der Rumpf von einem Katamaran rottete hier vor sich hin. Und wieder auf dessen anderer Seite der riesige Containerhafen.
Die Kulisse vom Festland war bergig und immer von dichten dunklen Nebelwolken verhangen. In der Stadt 32C im Schatten, viele chinesische Läden, viele Kukaratschas, viele Kioske, wie bei uns die Würstelbuden, die Straßen aber relativ sauber, die Menschen freundlich, man nimmt an wir sind Amerikaner und freut sich, dass wir keine sind.
Man befindet sich im politischen Krieg und man hat Präsident Bush den 100 jährigen Krieg angesagt. Hugo Chavez, Präsident von Venezuela, denkt nicht daran abzutreten und die Opposition hat keinen Kandidaten der den Job von Chavez machen möchte. Währendessen steuert Venezuela auf eine Diktatur zu, Reisepässe werden statt verlängert eingezogen, Kreditkarten ebenso. Ins Ausland reisen für Venezolaner, keine Chance. Das Volk kann keine Fremdwährung kaufen, der USD hat einen Schwarzmarktkurs 40 oder mehr % von seinem realen Wert. Und Chavez Amtszeit ist in 2 Jahren zu Ende und - er hat auch keinen, der dann seinen Job machen will. Wie auch immer, der einzelne Mensch hier ist Latino... man versteht zu leben, wie, wo und wann auch immer. Es gibt hier viele Arten seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Manche fahren mit dem Fahrrad, worauf sie ein paar Thermoskannen Kaffe balancieren und verkaufen den, in kleinen Plastikbechern auf der Straße, wieder andere haben einen kleinen fahrbaren Untersatz vor sich, indem sie Chicha - Tschitscha gesprochen, verkaufen. Das ist eisgekühlter Milchreis, nicht schlecht und kostet 500,- Bolivar wobei 3200,- Bolivar einem USD entsprechen. Ich versteh es auch nicht, die Leut' sind hier arm, aber wenn du sie angrinst, grinsen sie zurück und das ist schön. Wenn sie reich sind, haben sie keine Zeit zum Grinsen oder vielleicht seh ich das auch in einer eigenen Optik.
Junge Burschen tragen Sonnenbrillen spazieren, die auf eineinhalb Quadratmeter großen Pinwänden befestigt sind und 5000 bis 15000,- Bolivar (Bs) kosten, je nach gefälschter Marke: Gucci, Dior oder Rayban, Oakley ist heuer in. Sie tragen diese Sonnenbrillen Pinwände wie Ritter ihre Schutzschilder im Film. Gleichzeitig spenden sie auch Schatten. Das gleiche gibt es mit kopierten Original CDs, dazu gibt es noch ein Holzschämerle mit einem CD Player, auf dem man die gewählte CD anspielen kann, eine CD kostet ca. 2000,- Bs, das sind zum offiziellen Bankkurs hier 1,-USD! Der Hauptplatz einer jeden Stadt ist der Plaza Bolivar und dort steht eine Kirche auf einem Platz, meist mit Park und rund herum gibt es so kleine Geschäfte wie früher bei uns im Ersten in der Judengasse und davor eben so Marktstände mit Socken, Büstenhalter oder Schuhbänder. Auch sitzen junge Leute herum, mit verschiedenen Handys und verleihen sie für einen Anruf, denn zwischen den Anbietern zu telefonieren, ist hier auch nicht billig. Also wir z. B. haben Movilnet und wenn ich zu Telcel, einer anderen Vorwahl telefonieren möchte, zahle ich 2500,- Bs die Minute, nach USA kostet die Minute bei Movilnet 195,- Bs! Deshalb haben die Verleiher, zwar keine Lizenz für so was, aber immer von jeder Telefonlinie ein Handy parat und du kannst für 250,-Bolis die Minute von Movilnet zu Movilnet, oder eben von Telcel zu Telcel, telefonieren. Ich schreibe immer deshalb junge Leute, weil Venezuela zu 70% aus jungen Leuten besteht! Schuhputzer sind ganz normal, ebenso Bauern die eine riesige Scheibtruhe voller Marillen oder anderem Obst durch die Gegend führen und verkaufen oder junge Leute die Eis feilbieten, das nichts anderes ist, als gefärbtes Zuckerwasser gefroren und in kleine Plastiksackerlschläuche gefüllt ist, - keine Ahnung wie das heißt, ich glaube Pinguin oder so. Aber es gibt auch immer wieder verschiedene Kioske, vor denen man auf einem Bankerl Platz nehmen kann und dann wird einem vor seinen Augen das leckerste Hot Dog in der Weltgeschichte serviert, es ist sooo groß, dass man kaum davon abbeißen kann und eine Patzerei ist vorprogrammiert, sie geben so viele Soßen rein wie du willst und sogar zerbröselte Kartoffelchips, gehackte Gurkerln, Zwiebel, Parmesan und wer weiß noch was. Man kann sich auch soviel Soßen dazunehmen wie man will, man bekommt für 1800,- Bolis 3 von den Dingern, zumindest in Puerto Cabello am Ostermarkt, war das gang und gebe... Mit Hamburgerbuden haben wir auch Supererfahrungen gemacht, ein Hamburger 2500,- bis 5000,- Bs, konntest beim kleinen schon nicht den Mund weit genug aufmachen, beim großen war von Salat über Spiegelei und Kartoffelchips oder Minifritten, vom Käse ganz zu schweigen, wirklich alles drin, dazu noch die Pommes, also ohne Grund waren die Frauen hier nicht so dick, die wissen hier geradezu zu schlemmen. Ob gesund oder nicht, sei dahin gestellt in einem Land, wo der kg Rindslungenbraten 4,-€ kostet. Um 1,-€ kann man hier fast 100 Liter Diesel kaufen, Super bleifrei kosten 100 Liter knapp 2,-€. Jedoch ein Kilo Zwiebel kostet 2500,- Bolivar, obwohl national produziert und willst du dir gar einen PC kaufen, denn der wird, wie auch immer, importiert, nimmst du ihn dir besser aus Österreich mit. Denn auf diversen Importprodukten steht die Steuer hier auf zweimal 16%. Jedoch Bananen, der Kilo zu 630,- Bolivar, kann ich gar nicht umrechnen, auch Kaffee oder einheimischer Käse, ist vom Preis her Schlaraffenland. Allerdings, wenn man den offiziellen Bankkurs rechnen würde, wären die Preise im Verhältnis genau wie in Deutschland oder Österreich. Nur Benzin und Diesel sind auch dann noch immer lächerlich billig in Venezuela. Basic Lebensmittel und Essen gehen ist auch noch extrem preiswert, aber nichts, von den sonstigen Lebenserhaltungskosten dort, unterscheidet sich vom europäischen Standart! Ja diese Ostern in Puerto Cabello, werden wir auch niemals vergessen, die verbleibenden Eindrücke waren schon sehr positiv, 100% mehr positiv sogar, als wir erwartet hätten! Der Reiseführer von Doyle war ja schon sehr negativ eingestellt bei Puerto Cabello, der Landreiseführer auch, die Botschaft in Bonaire ebenfalls und wir gingen mit sehr gemischten Gefühlen dort hin. Wir haben es aber nicht bereut und sind sicher um einige tolle Erfahrungen reicher geworden. Abends gingen Mark und ich ein paar Mal auf der immer belebter werdenden Strandpromenade, auch Malekon genannt, spazieren. Der Gründonnerstag und der Karfreitag, waren hier Feiertage und am Freitag nahmen wir dann auch Nick mit auf den Spaziergang zur "Fiesta" am Malecon. Wirklich die ganzen Buden und Stände aus dem Stadtzentrum hatten sich abends hierher verlegt und es herrschte eine recht lebhafte Stimmung. Immer wieder hatte man Boxen aufgebaut und auch den ganzen Malekon entlang waren, wie auf Laternen, große Boxen befestigt, von wo man mit heißer Musik beschallt wurde. Man konnte auf dem Boden oder auf einfachen Tischen ausgestelltes verschiedenstes Kunsthandwerk erstehen oder auch nur eine Tüte Popcorn, das hier auf seltsamen Wägelchen, einer Telefonzelle ähnlich, der Oberteil aus Glas, hinten offen, frisch produziert wurde. Auch heiße Maiskolben und unwiderstehliche Tortenstände, die die puren Sünden anboten, gab es da! Und wie der Adam bei der Eva, konnten auch wir nicht wiederstehen und schlugen sich die Bäuche voll mit ungesunden, aber doch so herrlichem Zeugs. Sogar Zuckerwatte wurde verkauft. Einen Jongleur der mit Feuer spielte, haben wir gesehen, Dosen werfen und Glücksspiele mit Münzen, gut beleuchtet wurden feilgeboten. Aber auch ein grell beleuchtetes Zelt mit allen temporären Tatoos drauf, die du dir für 2500,- Bolis raufmachen lassen konntest, war vorhanden und gut besucht. Kleine Elektroautos, konnten von Kleinkindern um einen Springbrunnen gefahren werden und auch Luftballonverkäufer und eine Luftburg zum Springen waren vorhanden. Es wurden Spieße verkauft mit Fleisch oder Muscheln. Auch sonst alle möglichen Arten von Speisen und Getränke, wie Agua de Coco und frisch gepresster Zuckerrohrsaft. Eine beliebte Einkommensart hier ist auch, sich mit einer großen Kühlbox voll Eis und Getränken irgendwohin zu setzten und die Getränke dann einzeln zu verkaufen. Reich wird man vermutlich mit alldem nicht, aber die Leute haben Spaß und Kleinvieh macht ja auch Mist. Vielfach wurden auch Kreuze mit einem toten Jesus und einem lebendigen Jesus, je nach Wahl zum Verkauf gereicht, in allen Größen, ebenso wie Rosenkränze und Heiligenbilder, wie alle möglichen Marien und Hl. Statuen. Vereinzelt saßen junge Leute mit gebundenen Ährensträußlein herum, die für den Ostersonntag gedacht waren, wo ein jeder mit so einem Andenken dann bei der Ostemesse, die auf einer aus Schiffen aufgebauten Bühne, im Wasser abgehalten wurde, seinen Segen für das nächste Jahr erbat. Das nannte sich "Benediction de Mar" und begann um 6h morgens. Die Menschen waren die ganze Woche schon angereist und hatten größten Teils bereits am Samstag Abend einen Platz irgendwo auf dem Malecon ergriffen, wo sie auch gleich geschlafen haben, ähnlich wie am Flohmarkt am Samstag Früh. Man konnte es auch zuvor schon immer wieder im Fernsehen vom Vorjahr sehen, die Menschenmassen, die da angepilgert waren, beliefen sich in etwa auf 2 Millionen Menschen - unglaublich aber wahr! Wir waren Samstag abends noch einmal durchgegangen, als mit einem Schlag an die 50 Motorräder mit Uniformierten drauf, in Zweierreihen auftauchten, lauter weiße Mäuse! Wir dachten, was ist jetzt? Ein Anschlag oder was? Wir zwitscherten gerade ein Bierchen, es war noch nicht Sunset und ich fragte einen neben mir Stehenden was das wohl zu bedeuten habe, er meinte, das sei nur die Sicherheit für die kommende Nacht, denn der ganze Malecon wäre dann ein einziger Ameisenhaufen von ungefähr einem km Länge und die ganzen Standerln mussten in die Nebenfahrbahnen weichen. Morgen wäre der große Tag und zu Mittag ist dann alles vorbei. Wir beschlossen uns das natürlich anzusehen, brav kauften wir ein Kreuz und ein Ährenbüschel für den Segen und noch ein paar von den so köstlichen Törtchen für den Bauch. Ein riesiges Feuerwerk, unmittelbar neben der Marina abgehalten, weckte uns spektakulär um 5h früh! Wir näherten uns dem ganzen Zirkus durch den Marinazaun an.
Wenn wir auf die Mole kletterten, konnten wir die ganzen Schiffe sehen, die sich um die Wasserbühne gelegt hatten und mit Fahnen festlich geschmückt waren. Raus trauten wir uns Angesichts der Menschenmenge dort nicht!
Wir machten ein paar Fotos von der Weite, durch die riesigen Boxen überall, konnte man die Messe und den Chor überall hören und so zogen wir uns wieder nach Hause zurück. Um halb neun ging die Messe lautstark und nass zu Ende! Es wurde geschossen und geböllert. Riesige Wasserwerfer wurden von den Lotsenbooten eingeschaltet und die ganze Menge wurde getauft, gesegnet? Na ja was auch immer, das Theater war enorm, alle hielten ihre Ährensträußlein in die Höhe und ihr Kreuze. Das war es dann - Ostern einmal anders! Zu Mittag war alles weg und sogar sauber, der Strand ebenfalls so gut wie leer. Gestern, Karsamstag allerdings, platzte er neben uns beinahe, sogar im Wasser waren die Leute in 15er Reihen gestanden! Als wir Puerto Cabello verließen, freuten wir uns richtig, dass wir hier gewesen waren! |
