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Zum Thema Mindelo, Cabo Verde

von Gina Kalla- Riabko. SY. Pedroma
E-Mail: piotrgina@yahoo.com

Hennes Kusters (www.trans-ocean.org/kapverden.htm) sicher wohlgemeinte Warnung vor Mindelo im Heft Oktober 2002 ist so angsterregend, dass man meint, man könne Mindelo gar nicht anlaufen.

Wir waren vom 17 bis 30 Oktober 2002 dort, etwa 15 bis 20 andere Boote lagen im Hafen, und keinem wurde was gestohlen, von Gewalttaten ganz zu schweigen. Die aufdringlichen ‚Boatboys' wurden wir los, sobald wir uns einen seriöser wirkenden Mann aus der Gruppe ausgesucht hatten und ihm jeden Tag ein paar hundert Escudos zahlten, fürs Aufpassen und Wasserholen. Mindelo ist der einzige Hafen der Kapverden mit einer richtigen Schiffswerft, wo auch grosse Reparaturen durchgeführt werden können. Ausserdem hat der sehr hilfreiche und technisch versierte Kai Brossmann sein Büro direkt hinter der Dingi-Anlegestelle. Innerhalb weniger Stunden reparierte er unseren Autopilot.

Die Menschen in Mindelo waren freundlich, so wie überall in Cabo Verde. Ein Schlüsselmacher schnitt uns z.B. einen neün Schlüssel und lehnte das Geld erstmal ab. "Probieren sie ihn erst.Wenn er passt, können sie mich später bezahlen." Es gibt grössere Läden, Cafes und einen Obst-und Gemüsemarkt, ein Postamt und Internet-Läden. All diese Dinge gibt es in Sao Nicolao nicht.

Dafür ist es dort sehr ländlich, wir haben einen sehr schönen Ausflug gemacht, arrangiert von Hennes Kusters, für 10 Euros pro Person in einem offenen Transportauto. Wir wanderten flussauf in ein abgelegenes Bergdorf, das wir allein nicht gefunden hätten.

Im Hafen zahlten für frischen Thunfisch ganze 0.25 Euro pro Kilo! Unser Dingi lag unbehelligt, auch ohne Aufpasser. Aber ein junger Freund von uns hatte Pech. Als er mit seinem Dingi ankam, riefen ihm ein paar Jungs zu, dass sie Geld wollten fürs Aufpassen. Er schrie zurück, dass er kein Geld habe, worauf sie anfingen, ihn mit Steinen zu bewerfen. Eine Gruppe Erwachsener rief die Jungs zur Ordnung. So unangenehm und aufregend der Vorfall für unseren Freund war, so ist er doch kein Grund, Sao Nicolao nun zu meiden.

In fünf Wochen auf sieben verschiedenen Inseln ist uns nichts Böses widerfahren. Freunden von uns wurde aber nachts in Praia der Aussenborder vom Heck des Bootes gestohlen; allerdings war er nicht abgeschlossen und niemand weiss, ob der Täter nicht vielleiht ein anderer Segler war!

Diese Dinge passieren, nicht nur auf Cabo Verde. Man sollte sich von ihnen nicht einschüchtern lassen. Also, bitte weiterhin Mindelo anlaufen! Und Sao Nicolao natürlich auch.



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Letzte Änderung / Last change: Dienstag, 25. Februar 2003