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TO-Heft 100 - Seite 26 - Bericht von Peter E. Müller
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Sehr geehrte Damen und Herren,
ohne unsere schöne Segelei mit zuviel Politik befrachten zu wollen, meine ich, dass Herrn Häusslers Bemerkungen ("Kuba ist für mich eines der letzten Paradiese. Natürlich hat der Sozialismus seine eigenen Merkmale. Fidel Castro, den sie hier trotz aller Entbehrungen lieben...") doch energischer Korrektur bedürfen, damit jeder Segler weiss, was die Palmenstrände und die herrliche Musik verdecken: Gefängnisse, in denen politische und Gewissens-Gefangene (die genaue Zahl kennt niemand) unter fürchterlichen Bedingungen jahrzehntelang, teilweise in Dunkel- und Einzelhaft, festgehalten, gefoltert werden. Auch Schwerkranke, sogar ein Blinder erfahren diese Behandlung. Hungerstreiks helfen nicht. Es gibt fast keine medizinische Betreuung. Medikamente von Verwandten oder Hilfsorganisationen werden den Gefangenen nicht zugestellt, schwangere Frauen in den Unterleib getreten, offene Tb nicht behandelt. Weitere Einzel- heiten möchte ich Ihnen ersparen. Es gibt keine Presse-, Meinungs-, Versammlungs-Freiheit. Keine freien Gewerkschaften. Die Geheimpolizei ist brutal; Richter, Staatsanwälte, Polizisten kennen kein Pardon. Die Denunziation ist allgegenwärtig Deshalb wird Castro nur von Mitläufern, Parteigängern, politisch Ahnungs- losen und 'vorsichtigen' Menschen 'geliebt'. Im Schatten der Irak- Geschehnisse hat Castro kürzlich 78 Bürgerrechtler verhaften lassen. Sie wurden binnen weniger Tage zu 1454 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Verteidiger kamen nicht zu Wort. Wer trotzdem nach Cuba segelt sollte wissen: Der Schein trügt. Peter Müller (direkt in Fax oder mail) |
