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Karte gross
Ostwärts entlang der Küste
Dominik. Republik

von Eva & Uwe Keil, „QUINUITUQ“
E-Mail: quinuituq@yahoo.de

Mayaguana, Bahamas, der östlichste Port of Entry.

Am 29.3. weht endlich mässiger NE-Wind und es soll auch so bleiben. Ein „weather window“ das am häufigsten gebrauchte Wort der amerikanischen Cruising Community. Kurs Luperon. Ein Zwischenstop nachmittags an der Westküste von Westcaicos. Entgegen der kursierenden Gerüchte sind die Mooringtonnen der Tauchboote noch da. Sie sind nur sehr schlecht zu finden, da nur ca. 5 Bootslängen vom felsigen Ufer weg und mit nur einer kleinen Wasserflasche markiert. Bis 30 to schwere Tauchboote hängen dran, zum Glück meist nur tagsüber.

Die genaue Position: 21°40,38`N , 72°28,14‘ W und eine zweite ca. eine Kabellänge nördlich. Am nächsten Tag erstmals dieses Jahr! Gennakerkurs, und das im flachen Wasser, von der Caicosbank vorm Atlanticschwell geschützt. Bruce van Sants Führer „The Gentlemans Guide to Passage south“ gibt die Ansteuerung Für Luperon genau. Wir finden, dieses Buch ist für die Passage USA ­ Ostkaribik unentbehrlich. Man sollte ihm folgen und auf keinen Fall nachts einlaufen, man fängt sich sicher eines der an der westlichen Einfahrtseite ausliegenden Fischernetze mit Propeller oder Ruder ein und das nur ein paar Meter neben den Riffen.

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Ankerplatz in Luperon
Einklarieren in der Dom.Rep. ist teurer geworden: 43 US $ fürs Boot und 10 US $ p.P. Wasser in allen Häfen und die Müllentsorgung ist damit bezahlt. Luperon’s Seglergemeinde ist amerikanisch organisiert. Ein „Cruiser net“ auf Ch 68 informiert 2x die Woche über Wetterfenster, Events und angebotenen Service. Diesel, Wasser, scheinbar auch Wasser im Diesel werden ans Boot gebracht, Gas- und Tauchflaschen gefüllt, Segel oder Elektronik repariert, Ausflüge organisiert und auf Boote oder Bordtiere aufgepasst. Manche bleiben hier für Monate oder Jahre hängen. Wer Proviant bunkern will, ausgehungert vom spärlichen Angebot der Bahamas oder den unbezahlbaren Preisen von Caicos, fährt besser nach Santiago.

Eines Nachts -natürlich nachts- fegt eine Gewitterböe (null bis 55 kn innerhalb 30 sek.) und etwa die Hälfte der ankernden Boote geht auf Drift. TO-Yacht Aeola und wir parken jeweils auf einer Sandbank und können rechts und links die Anderen vorbeitreiben sehen und das Chaos in Ruhe beobachten. Der Boden der Bucht ist weicher Schlamm, rundherum nur Mangroven. Am nächsten Morgen wird in der Marina ein „Lost and Found“ veranstaltet, wo man seine weggewehten Dinghis, Paddel, Aussenbordertanks und so weiter abholen kann.

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Wasserfälle von Samana
Nach 12 Tagen verlassen wir Luperon bei Morgendämmerung, um das „Nacht-Lee“ der Insel zu nützen, den nächtlichen Landwind, der den Passat aufhebt und seit Jahrhunderten genützt wird um nach Osten vorwärts zu kommen. Kein ideales Wetterfenster im amerikanischen Sinne, da uns noch 2-3m Schwell aus NE entgegenrollen. In Sosua, dem ersten möglichen Haltepunkt östlich, gibt es vor dem die Bucht schützenden Riff 3 Moorings, die tagsüber von Daycharter-Katamaranen benutzt werden. Auf Anfrage wurden wir herzlich eingeladen, uns an eine davon zu hängen. So ankerten wir provisorisch auf 15m und schlechtem Ankergrund und waren froh, an die Mooring zu dürfen und zusehen zu können, wie der Schwell über das Riff direkt vor uns donnert. Das in Luperon für Samana ausgestellte Despacho erlaubt keine Zwischenstops, man muss also dem an Bord kommenden Hafenkapitän eine Entschuldigung/Ausrede präsentieren. Die Geschichte von den Motorproblemen kann er vermutlich schon nicht mehr hören, doch schmilzt das Herz des galanten Macho bei Ausreden wie“ meine Frau ist seekrank und/oder schwanger“ oder vielleicht appelliert man an die Tierliebe: “unsere Katze ist über Bord gegangen.

Wir sind völlig erschöpft , haben die ganze Nacht gesucht und sie gefunden bzw. nicht gefunden(wer keine Bordkatze hat). Stop wegen techn. Defekts ist übrigens wahrscheinlich. Ein später mit der amerikanischen Cruiser-Armada gestarteter Engländer erzählte uns, dass 10 der 27 Boote wg. schlechten Diesels umgekehrt oder nach Luperon zurückgeschleppt wurden.

Der nächste Stop ostwärts ist Rio San Juan, bei NE-Schwell überhaupt nicht zu empfehlen. Die Riffdurchfahrt bei Dunkelheit ist auch mit GPS nicht möglich. Unser Anker, ein 20 kg FOB, lag unter einer Koralle verklemmt, kurzstag geholt brach er von der Gewalt des sich im Schwell hebenden Bootes einfach ab!!?

Stunden später, am Cabo Frances Viejo, blieb das Nachtlee aus. Die angesagten 15kn Wind von vorn waren 30 kn und bei Gegenstrom und Dünung bis 4m brauchten wir für die 8 sm ums Cap 5 Std! Den nächsten Ankerplatz „Escondido“ haben wir nur angesehen, bei dem in die Bucht hereinstehenden Schwells aber dankend abgelehnt. Vielleicht, wie Bruce van Sant vorschlägt, wartet man wirklich auf leichte SE-Winde. Aber wir ­ selbst schuld ­ haben uns unter Zeitdruck gesetzt. Wir sind mit unseren Freunden Florence und Klaus Kroemer (unserem früheren TO-Stuetzpunktleiter von Kourou/Franz.Guyana in Culebra verabredet und die beiden wollen Mitte Mai nach Norden zu den Bermudas und weiter.

Ab Cabo Samana geht’s mit dem Wind. Wir hatten schon vergessen, wie das ist, mit 10 kn statt mit 3 vorwärts zu kommen. Samana hat immer noch einen schlechten Ruf: dauernd würden Dinghis und Aussenborder geklaut. Deshalb wird es von den sonst überwiegend anzutreffenden US-Booten gemieden. 6 Boote aus 6 verschiedenen europ. Ländern liegen um Hafen. Die Umgebung scheint aber inzwischen mit Dinghis und Motoren versorgt zu sein, seit 2 Jahren soll es keine Diebstähle mehr geben. Wir fühlen uns sehr sicher. Es gibt ein Internetcafe und einen Markt, der einen nach Afrika versetzt. Probiert den Käse, irgendwas zwischen Gruyere und Mozarella, der von einer PickUp-Ladeflaeche verkauft wird. Er ist in schwarze, halbierte ¼ Gallonen-2Takt-Motoröl-Kanister abgefüllt! Köstlich! Er sollte dann aber in (Speise!)öl aufbewahrt werden, sonst hält er nicht lange.

Ein Ausflug mit dem Motoconcho zu den Cascades de Limon sollte man unbedingt machen. Die Motoconchos hier sind so eine Art Rikschas, ein 125 ccm Moped mit überdachtem Anhänger für 6 Personen. Unser Fahrer hatte ein Becherchen Wasser auf dem Lenker stehen, um die bei Bergabfahrt wegen Überhitzung Blockierenden Bremsen immer wieder mit einem Schlückchen kühlen zu können. Preis der Fahrt: 1. Angebot 400 Peso, letztes 100 pro Person. Und der Fuehrer fuer die Stunde Wanderung noch mal 100 Peso, er füttert einen aber unterwegs mit Kokosnüssen, Bananen, Mangos und Kakao.

Mangels Wetterfenster verlegen wir zum Nationalpark Los Haitises. Mit dem Dinghi kann man Flüsse hinauffahren, verschiedenen Höhlen mit alten (und neuen ) Malereien besichtigen und es gibt einen Wanderweg durch den Regenwald. Hier empfiehlt es sich allerdings, gelegentlich Markierungen anzubringen, um sich beim Rueckweg nicht zu verlaufen. Als wir zum Ausklarieren nach Samana zurückkommen, läuft die österreichische TO-Yacht „Jonathan“ mit Karl-Heinz und Norbert ein. Karl-Heinz hatten wir vor einem Jahr in CayoLargo/Cuba getroffen und damals war ein geplantes Kaiserschmarrn-Essen ausgefallen, da wir die weit draussen ankernde Jonathan nachts nicht gefunden hatten. Wegen frisch gefangener Dorade fiel der Kaiserschmarrn auch diesmal aus. Am naechsten Tag öffnet sich ein Wetterfenster (NE 10-15 kn) und abends gings los nach Mona Island. Um Mitternacht wurden wir durch ein Fischernetz im Propeller aufgehalten, das ewig dem Brotmesser nicht weichen wollte. Eine Stunde später fangen wir ein weiteres mit dem Ruder ein. Auch das schleppen wir ziemlich lange mit, bis wir das Ruder befreien koennen. Auch jenseits der 20m Linie ist man an den Kaps vor den Netzen nicht sicher.

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Ankerplatz Mona-Island
Mona Island, puertoricanischer Nationalpark, hat auf der Westseite einen kleinen , gut geschützten Ankerplatz hinterm Riff. Die 15 m breite Einfahrt ist mit zwei Richtbaken an Land markiert, einem Stopschild (unten) und ein Vorfahrtszeichen sind in Linie zu bringen. An beiden hängt eine Glühbirne, die nachts auch angeschaltet war. Die im Führer angegebenen Markierungen auf den Riffkanten gibt es nicht mehr. Hinterm Riff sind 5 Mooringtonnen über 2 m Wasser ausgelegt, auch die Riffdurchfahrt ist 2m tief, eine britische SuperMaramu holte sich eine Schramme und musste draussen im Schwell bleiben. Das Riff ist wenig geschädigt, überall schauen Langustenfuehler zwischen den Spalten vor, die Einfahrt wird von einem ,5m langen Riffhai bewacht.

Am Suedstrand der Insel haben wir 1m breite Spuren und Nester von Schildkröten gefunden und was überall in den Büschen raschelt, ist der Mona Iguana oder ein Wildschwein. Nach leider nur zwei Tagen geht’s am 30.4. weiter nach Puerto Rico, Florence und Klaus sind schon in St.Thomas und Jonathan muss am 5.5. in Venezuela sein.



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Letzte Änderung / Last change: Freitag, 09. Mai 2003