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EMAILs von unterwegs /Erfahrungen in der Karibik

SY AMAZONE / Martin & Andy &Lara &Lisa Roesch

Kommunikation unterwegs kann auf verschiedene Arten erfolgen. Traditional gibt es den Postweg und mit der Möglichkeit die TO-Adressen postlagernd anzugeben, ist immerhin eine praktikable Form gegeben.

Von und nach Martinique z.B. funktioniert dies auch ganz gut, nach Venezuela bspw. muss man seit 2 Jahren mit ca. 6 Wochen kalkulieren (immer Annahme normale Post, DHL geht viel zuverlässiger und schneller, ist aber entsprechend teurer).

Eine naheliegende Alternative sind E-Mails. Diese sind zumindest aktuell. Wie geht dies wenn man mit dem Schiff unterwegs ist? Es lassen sich folgende drei Möglichkeiten unterscheiden:

A
Man hat ein Satelittentelefon an Bord und einen Vertrag mit einem Internet-Provider (z.B. Compuserve). Diese Variante funktioniert gut, man kann damit Mail senden und empfangen, die Privatheit der Mail ist im grossen Ganzen gewährt. Einziger, aber entscheidender Nachteil: es ist teuer. Derzeit kommt nur eine Inmarsat-Anlage in Frage (Iridium scheint out, ich kenne niemanden, der z.Z. damit arbeitet). Die Geschwindigkeit ist langsam (300 Baud) eine halbe Seite Mail (nur Text) braucht ca. 3 Minuten Telefonat. Eine Alternative ist ein lokales Handy, das dann aber auch nur im eingeschränkt lokalen Bereich funktioniert.

Ganz neu scheint sich ab 1. April 1999 in der Karibik eine neue Möglichkeit zu eröffnen. Caribic Cellular Telephone bietet ein neues digitales Handy dessen Netz sich ueber alle Inseln erstreckt. Dies gibt es dann auch auf Mietbasis. E-Mail so die ersten Meldungen soll damit auch möglich sein.

B
Wenn man ein SSB-Funkgerät hat, gibt es etablierte Möglichkeiten, E-Mails zu versenden (dafür ist es allerdings erforderlich Funkamateur zu sein) und es kommen gerade neue Möglichkeiten auf, dies auch auf Basis von Schiffsfrequenzen zu bewerkstelligen. Derzeit sind mir drei Formen bekannt und die SSCA (Seven Sea Cruising Association) in USA überlegt sich eine vierte Form aufzubauen (SSCA1@ibm.net). Diese Formen unterscheiden sich in regionaler Verfügbarkeit und Kosten, sind aber deutlich preiswerter als eine Inmarsat (Vor. wie gesagt SSB, einen Laptop und ein spezielles Modem, z.B. von Kantronics 300$ oder leistungsstark von der deutschen SCS ca. 900 $). Interessierte koennen unter folgenden Adressen mal kucken: www.sailmail.com oder www.globewireless.com oder globeemail.com.

C
Die einfachste Form ist es, sich einen E-Mail Account einzurichten und von jedem "Internet-Cafe" aus seine persoenliche Mail senden und empfangen zu koennen. Ein solcher E-Mail Account, der grundsätzlich unabhängig vom Provider ist und von überall aus aufgerufen werden kann kann man bspw. bei Hotmail einrichten (dies ist komplett kostenlos: Aufruf www.hotmail.com und dann den Buttom anklicken fuer NEW USER. Der Rest ist menugesteuert.

OK, der Nachteil dieser Variante ist, dass es nicht von Bord aus geht, aber ansonsten ist dies sehr pragmatisch, einfach und ohne Investitionen möglich.

Zur Variante C in der unteren Karibik

Wir waren überrascht, wie häufig, selbst auf den kleinen Inseln mit ein bisschen offenen Auges ein "Internet-Cafe" oder zumindest ein Laden zu finden ist, der die Benutzung eines Internet-Zuganges ermöglicht. Insofern ist nachfolgender Auszug bestimmt nur ein Teil des Angebotes (wie wir ihn eben jetzt im Frühjahr 1999 auf unserer Route gefunden haben).

Zu den Kosten: die meisten rechnen nach Minute ab, wenige, wie "The Mariners Office Ltd" in Trinidad nur halbestundenweise. Die Kosten bewegen sich zwischen 2 US$ und 10 US$ je halbe Stunde. Die Effizienz kann steigern wer einen PC an Bord hat und die Mails an Bord vorbereitet (bspw. in WORD, aber als sog. RTF-Format abpeichern wegen Kompatibilitaet der verschiedenen Word-Versionen). Mit Hin- und Her-kopieren hat das bei uns in allen u.g. Adressen funktioniert. Alle hatten bspw. auch eine Virenschutzsoftware aktiviert.

In St.Lucia: in Rodney Bay Marine (InnenLagoone, Bürogebäude im 2.Stock Tür neben Hafenmeister-Anmeldung)

In Castries (2.Paralellstrasse zur grossen Schiffsanlege, der IBM-Händler)

Bequia: ICON Computer: nächste Strasse nach Zoll auf Hauptstrasse (von Frangipani kommend) rechts hoch nach ca. 100 linkerhand . Nicht täuschen lassen auch wenn das eine Wellblechhütte ist und Hühner darunter rumlaufen. Dafür ist der Besitzer Godwin Gurley sehr kompetent auch was allg. Computerfragen und -reparaturen betrifft.

Union Island: Roseman Adams (Im hinteren Teil eines kleinen Supermarktes rechterhand auf der Hauptstraße ziemlich am Ende des Dorfes)

Tobago: Scarborough, bei Kentucky Fried Chicken rechts abbiegen, Computerschule ist oberhalb vom Schnellimbiss Royal Castle. Ebenfalls sehr kompetente Truppe dort.

Trinidad: Viele Möglichkeiten in Downtown Port-of-Spain. Am einfachsten für Yachties ist der Reception-Desk in Chaguaramas (The Mariners Office Ltd. in Crew´s Inn Marina; Gebäude gleich neben der Immigration und dem Zoll).

Isla Margerita (in Porlamar viele Möglichkeiten. Z.B. beim Einkaufen im Supermarkt-Komplex CENTRAL MADEIRENSE (CM), der dortige Computerladen.

Curacoa: in der Public Libary Downtown in Willemstaad (gegenüber Busbahnhof über kleinen Binnensee) oder im Einkaufszentrum dort gibt es einen Computerladen.

Wer eine spezifische Frage hat, kann dies sicherlich auch in der morgentlichen deutschsprachigen Runde 9.00 Uhr bis 9.45 Uhr (sog. Hugo-Netz auf 8140 Khz) fragen. Hier sind sehr viele deutschsprachige Yachten aus der ganzen Karibik kommunikativ vereint, wo man sicherlich gut eine spezielle und aktuelle Auskunft erhalten kann.

Wir sind für Fragen oder Kommentare erreichbar unter AMAZONE_de@hotmail.com. Vielleicht machen wir mal noch eine Ergänzung zu Variante C im Pazific.



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Letzte Änderung / Last change: Mittwoch, 02. Juli 2006