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Keine Energieproblem mehr auf Yachten (3)

Artikel zur Optimierung der Stromversorgung

Von Lothar Jürgens, S.Y.Victoria

syvictoria@gmx.net

 

Ein Dämmerungsschalter als Adapter

Hier möchte ich einen Dämmerungsschalter für verschiedene Anwendungsfälle vorstellen. Als Adapter, in einen Stiftsockel gesteckt, kann das eingesetzte Leuchtmittel automatisch Ein- und Ausgeschaltet werden. Dies kann eine Ankerlaterne sein oder auch eine Innenbeleuchtung, wenn zum Beispiel die Yacht  für einen ausgedehnten Landgang verlassen wird, um hierbei eventuelle Einbrecher abzuschrecken.

 



Die Schaltung wurde von mir sehr einfach gehalten. Es ginge zwar auch mit nur einem Transistor, doch dabei kommen andere Nachteile zu Tage.

Sie besteht im wesentlichen aus einem Schmitt-Trigger T1 und T2. Dieser wird bei abnehmendem Lichteinfall durch den Fotowiderstand FR1 umgekippt. Der SMD-Mosfet-Transistor T3, ein N-Chanel-Transistor, arbeitet als Schaltverstärker.

 

Die obige Schaltung ist mit dem kleinen SMD-Transistor IRLML2502TR natürlich nur für kleine Verbraucher ausgelegt, wie zum Beispiel Leuchtdioden.

Falls größere Verbraucher, wie eine 10 Watt Halogen-Lampe geschaltet werden sollen, kann T3 gegen jeden N-Chanel-Transistor im TO-220 Gehäuse z.B. IRFZ48N getauscht werden. Bei diesem Transistoren muss aus Platzgründen das mittlere Bein, der Drainanschluss, abgeschnitten werden und zusätzlich der Gehäuseanschluss, der auch Drainanschluss ist, bis zum Aufnahmeloch gekürzt werden. So kann dieser Transistor direkt an der Schnittstelle angelötet werden. Gate- und Sourceanschluss werden gekürzt an den entsprechenden Punkten auf der Leiterplatte festgelötet.

Diese Schaltung kann, mit dem großen Transistor, für alle Gleichspannungen zwischen 12 und 24 Volt eingesetzt werden.

In den folgenden Abschnitten werde ich diese beiden Varianten für T3 auf Fotos zeigen.

Das Herstellen einer Leiterplatte auf einfache Weise

 

Das benötigte Werkzeug

Aus einer Kupferbeschichteten Epoxyd-Platte 1,5 mm dick wird ein rundes Stück mit 37,5 mm Durchmesser ausgeschnitten.

Diese Platte wird hinter dem Negativ mit Tesafilm fixiert. Jetzt können die zu bohrenden Löcher mit einer Ahle „angekörnt“ werden, ein leichter Druck mit der Hand genügt.


Anschließend werden die „angekörnten“ Löcher gebohrt. Der nächste Arbeitsgang ist, die Verbindungen (Leiterbahnen) zwischen den einzelnen Löchern mit einem weichen Bleistift anzeichnen.

Die Befestigungslöcher für den Halogensockel werden auf 2,4 mm aufgebohrt und anschließend mit einem M3 Gewinde versehen. Die M3 Schrauben sollten nicht aus der Unterseite der Leiterplatte herausragen. Bei der Montage den Halogensockel zusätzlich mit der Leiterplatte verkleben (zwei Komponenten Kleber einsetzen).

Mit einer kleinen 12 Volt Bohrmaschine und einem kleinen diamantierten Scheibenfräser, vom Dentisten, werden jetzt die Leiterbahnen voneinander getrennt. Hierbei nur die dünne Kupferauflage durchtrennen.

Die Leiterplatte wird mit feinem Sandpapier, Körnung >200, abgeschliffen und mit einer alten Zahnbürste gereinigt. Anschließend mit Lötlack dünn übersprüht. Nachdem der Lötlack getrocknet ist kann die Leiterplatte nach Bestückungsplan bestückt werden.

Eine auf diese Weise hergestellte Leiterplatte sieht zwar nicht so schön aus wie eine geätzte, doch sie hat ansonsten keinerlei Nachteile.

Alle Leiterplatten für meine neuen Entwicklungsmuster werden grundsätzlich erst auf diese Weise hergestellt und danach ausgiebig getestet. Erst danach wird die Schaltung veröffentlicht.

Die Bauteile D1, T3 und der Fotowiderstand FR1 werden auf der Rückseite angelötet.

Soll der kleine SMD-Transistor nicht eingesetzt werden kann hierfür ein präparierter Power-Mosfet-Transistor im TO-220 Gehäuse aufgelötet werden.

Wie auf dem obigen Foto zu sehen ist, wird das mittlere Beinchen, der Drainanschluss abgeschnitten und zusätzlich der Gehäuseanschluss, an dem ebenfalls der Drainanschluss liegt, gekürzt. Diesen Transistor ganz am Rand auflöten, damit der Dämmerungs-Adapter in den unteren Halogen-Sockel passt.

Die Rückansicht und die Seitenansicht des Dämmerungs-Adapters. In der Seitenansicht sind gut die Bauteile zu erkennen, die auf der Rückseite montiert werden. Ebenso die beiden Lötstifte die in den unteren Halogen-Sockel gesteckt werden.

Der so präparierte Dämmerungsschalter hat keine Nachteile, der Vorteil ist es können auch größere Verbraucher angeschlossen werden.

Der hier gezeigte Lampen-Sockel, wird wie unter 25__ Ankerlaternen beschrieben präpariert. So kann dieser Dämmerungsschalter-Adapter in jede Ankerlaterne eingesetzt werden und die LEDs sitzen in der richtigen Höhe.

 

 

 

 

Die fertige Lampe mit Dämmerungsschalter und aufgesetzter LED-Ankerlampe oder mit einer 10 Watt Halogen-Lampe.

Der Eigenverbrauch des Dämmerungs-Schalter liegt bei 0,0015 A oder 1,5 mA bei 12 Volt.

Der gemessene Stromverbrauch mit LED-Lampe beträgt 0,060 A, der gemessene Stromverbrauch mit einer Halogen-Lampe beträgt 0,842 A, bei fast gleicher Lichtausbeute. Hier ist sehr deutlich der Vorteil der LEDs zu erkennen, Stromersparnis gut Faktor 14, Lebenserwartung mehr als das 30 fache.

Wobei die Halogen-Lampe bei zunehmender Alterung, so wie alle Glühlampen, durch Metalldampfablagerungen am inneren Glaskolben, schwächer leuchten. Diese Alterserscheinungen treten bei LEDs nicht auf, es sei denn, sie werden mit zu hohem Strom betrieben.

Power LEDs wie vielfach eingesetzt erreichen die Lebenserwartung von >60.000 Stunden natürlich niemals, doch solchen Bauteile würdige ich keinen Blick.

Lothar Jürgens, Segelyacht "Victoria"  Tel.: +34 / 650 250 26,   syvictoria@gmx.net    www.led-victorialight.com