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Ein FRACHTER HÄTTE GEREICHT! oder NIE WIEDER! Mit Frachter und SY. im Huckepack auf Reisen von Inge + Jan Wittfoht , SY - Cinta / E-Mail: incinja@web.de |
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"SEVENSTAR arrangiert Ihren weltweiten Yachttransport auf einem von unseren 80 Frachtern" Teil des Original-Textes der Selbstdarstellung, in Form einer Werbebroschüre, der Firma SEVENSTAR YACHT TRANSPORT aus Lemmer in Holland. Meine Frau und ich waren uns schon während der Atlantiküberquerung mit unserem Stahlschiff "Roberts 28" von Teneriffa nach St. Lucia / West Indies einig, den späteren, für uns unvermeidlichen Rückweg, nicht auf eigenem Kiel über die Azoren zu segeln (wir erlebten einen 36 stündigen Sturm mit 10 Bft zwischen den Kanaren und den Kap Verden und 800 Seemeilen vor St. Lucia eine Kollision mit einem Container, der das Aluminiumgussteil oberhalb des Pendelruders der "Windpilot" - Selbststeueranlage durchtrennt hat ). So begannen wir nach unserer Ankunft in der Karibik über einen guten Freund in Lübeck Informationen über Yachttransporteure einzuholen, die unser Segelschiff per "Huckepack" auf einem Frachter nach Europa zurück transportieren sollten. Wir erhielten Preise und Routen von den Firmen DOCKWISE, EMS SHIPPING und SEVENSTAR. Am meisten sagte uns DOCKWISE zu, da man nicht per Kran verladen wird, sondern einfach von achtern in das geflutete Dockschiff fährt. Außerdem gibt es die Möglichkeit, eventuell an Bord deren Frachter mitzufahren, was auch unter Kostenaspekten nicht uninteressant ist, denn es fallen keine Flugkosten an. Nach einigen informativen e-mails im Januar, entschieden wir uns für die Firma SEVENSTAR, da sie zwar nicht preiswerter waren als die anderen, uns aber als Zielhafen Rotterdam, mit dem Vermerk "range in carriers option", anboten. Wir buchten am 11. März 2003 einen Platz für unsere "Cinta" mit dem Ladetermin 05.- 15. Mai 2003 auf Martinique. Bereits ein paar Tage später erfuhren wir, dass nicht Rotterdam angelaufen wird, sondern Southampton in England, da angeblich bis dato nicht genug Buchungen für Rotterdam vorlagen, aber was nicht war, konnte ja noch werden. Es wurde natürlich nicht, da in Rotterdam für den Frachter enorme Liegegebühren entstehen würden, wie uns SEVENSTAR viel später mitteilte. Den Transporteur konnten und wollten wir nicht mehr wechseln, da DOCKWISE clemens.van.de.werf@dockwise.com leider schon weg war und EMS SHIPPING info@emsship.de nicht Martinique anlief. Also blieben wir bei SEVENSTAR info@sevenstar.nl . Nun dauerte es noch etliche Tage, bis wir den Vertrag zugefaxt bekamen, erhielten ihn nach diversen e-mails unsererseits dann endlich und faxten ihn am 03. April umgehend ausgefüllt und unterzeichnet an SEVENSTAR zurück und überwiesen die vereinbarten 25% Anzahlung. Die restlichen 75% bezahlten wir am 24. April, da dieses laut Vertrag zwei Wochen vor Schiffsverladung zu erfolgen hat. Wir waren mittlerweile nach Martinique gesegelt, lagen abwechselnd in Le Marin und St. Anne vor Anker und genossen unsere Zeit in der Karibik. Inzwischen hatten wir Kontakt zu einem Agenten der Fa. Sevenstar auf Martinique aufgenommen, der die Verladeprozedur vor Ort koordinieren und die Ausklarierung vornehmen sollte, denn unsere "Cinta" war bald ein Frachtgut. Am 24. April übergaben wir ihm hierfür die benötigten Unterlagen und konnten nicht mehr tun, als abzuwarten, dass der Frachter termin- und vertragsgemäß zwischen dem 05. und 15. Mai 2003 in Le Marin auf Martinique einläuft und unser Schiff verlädt. Jedoch "verladen", wie man so schön sagt, wurden lediglich wir, nicht unser Schiff. Am 08. Mai ( drei Tage nach Beginn der zugesagten Verladezeitspanne ), erhielten wir einen Anruf von dem Agenten und eine e-mail von SEVENSTAR. Aufgrund des Irak Krieges seien viele Frachter von der US Army gechartert worden und somit wäre ein Engpass auf dem Frachtermarkt entstanden. Man hätte aber eventuell trotzdem einen Frachter, der aber sein Kommen noch bestätigen müsste. Dieser würde dann zwischen dem 14. und 16. Mai in Martinique einlaufen - er kam übrigens nicht. Am 15. Mai 03 erhielten wir von SEVENSTAR eine weitere e-mail, dass sie immer noch kein Schiff gefunden hätten. Am 23. Mai schrieb uns SEVENSTAR, dass sie nun einen Frachter hätten und dieser am 29. Mai auf Martinique einlaufen soll, wenn das Wetter o.k. wäre. Auch ER kam nicht, sondern stattdessen eine e-mail, dass die späteste ETA nun der 31. Mai wäre. Auch am 31. kam nichts, das größer als 60 Fuß war, geschweige nach einem Frachter aussah. Erst jetzt realisierten wir, dass die Firma SEVENSTAR keine Reederei, wie DOCKWISE mit eigenen Schiffen ist, sondern lediglich eine Transportagentur, die je nach Auftragseingang erst einen Frachter irgendwo chartern muss. Diese Tatsache versetzte uns einen Schock, da der gesamten Betrag ( 7450.- US Dollar ) vertragsgemäß von uns bezahlt worden war, wir jedoch nichts anderes in der Hand hatten, als eine Absichtserklärungen. Wir hatten große Befürchtungen, unser gesamtes Geld zu verlieren. Natürlich hatten wir den Vertrag, der uns zusagte, einen Frachter zu schicken, der unser Schiff (und neun andere) nach Southampton bringt. Aber was ist in der heutigen Zeit schon ein Vertrag? Er enthielt neben dem normalen Vertragstext, 8 (acht) Seiten kleinstgedrucktes Transportfachchinesisch in englischer Sprache. Obwohl meine Frau und ich gut englisch sprechen, war es für uns unmöglich, auch nur einen Bruchteil von dem zu verstehen was dort geschrieben stand. Wir fühlten uns allmählich komplett verschaukelt und unsere Stimmung war auf dem Nullpunkt. Die Distanz nach Lemmer in Holland ließ es leider nicht zu, schnell mal hin zu fahren, um sich die Jungdynamiker von SEVENSTAR zur Brust zu nehmen - hätte wahrscheinlich auch nichts genützt. Der Agent vertröstete uns dann auf den 02. Juni, anschießend auf den 06. Juni, alles immer 2003. Er wäre sehr zuversichtlich, wie er uns sagte. Aber auch seine gut gemeinte Zuversicht nützte nichts, der Frachter kam nicht. Am 10. Juni erhielten wir wieder eine e-mail von unserer "Lieblingsfirma", die uns fröhlich mitteilten, der Frachter käme nun endlich heute am 10. Juni gegen 21.00 Uhr. Als wir dann am 11. Juni morgens aus unseren Kojen krochen, konnten wir es kaum glauben. Der Frachter war tatsächlich in Le Marin eingelaufen. Er kam direkt aus Venezuela, wo er Reis geladen hatte. Wir erinnerten uns an frühere Zeiten, als wir Heiligabend erst spät unter den Tannenbaum gucken durften, um unsere Überraschungen zu entdecken. Wir glaubten schon nicht mehr an das Eintreffen irgendeines Frachters der Firma SEVENSTAR, denn 5 (fünf) in Aussicht gestellte Verladetermine waren inzwischen geplatzt. Wir selbst hatten, mal abgesehen von den Internet - Kosten, die in der Karibik enorm hoch sind, glücklicherweise keine Liegeplatzgebühren zu bezahlen, da wir die ganze Zeit vor Anker lagen. Anders war es bei den restlichen neun Schiffen, die ebenfalls auf den Frachter warteten. Sie lagen die zusätzlichen 4-5 Wochen Wartezeit in der Marina, die Eigner waren alle nach Hause geflogen und hatten vorher ihre Bootsschlüssel einem Skipperservice übergeben, der die Yachten zum Frachter verholen sollte, um sie zu verladen. Die Verladung selbst und der Transport nach England verliefen dann glücklicherweise reibungslos und termingerecht. Sollten wir jemals, nur mal rein theoretisch gedacht, vor derselben Situation stehen, unser Schiff nicht selbst zu überführen, sondern mit einem Frachter transportieren zu lassen, würden wir uns nur noch für die Firma DOCKWISE entscheiden, einer Reederei mit eigenen Schiffen und einer langjährigen Erfahrung auf diesem Gebiet. Mit SEVENSTAR jedenfalls NIE wieder! DENN: Was nützen uns deren 80 Frachter, wenn keiner termingerecht kommt? 1 Frachter hätte gereicht! |
