Trinkwasser entkeimen



Gifttiere: Skorpionsfische


Von 20.000 Fischarten sind nur etwa 200 aktiv giftig, d.h. mit Giftdrüsen ausgestattet, die sich meist an den Rückenflossen befinden.
Da sich giftige Arten auf alle Weltmeere verteilen, laufen Badende an allen Stränden Gefahr, auf einen giftigen Stachel zu treten; Schnorchler und Taucher können durch Unachtsamkeit oder Unwissen von einem sich verteidigenden Giftfisch attackiert werden. Aber auch beim Sortieren des Fangs gibt es bei Fischern häufig Unfälle, und regelmäßig stechen sich Käufer auf den Fischmärkten an giftigen Stacheln. Nach Schätzungen verlaufen von den 20.000 Unfällen mit Giftfischen jährlich circa 100 tödlich. Wir setzen die Serie Giftfische fort mit einem Beitrag über Skorpionsfische, zu denen sowohl die prachtvollen Roffeuerfische als auch die Drachenköpfe gehören und mit denen der perfekt getarnte, gefährliche Steinfisch nahe verwandt ist.

Die biologische Unterordnung der Skorpionsfische oder Panzerwangen (Scorpaenoidae) hat als gemeinsames Merkmal eine Knochenspange (Lacrimale=Tränenbein), die sich vom Auge über die Wange bis zum Kiemendeckel hinzieht (Panzerwange). Systematisch gesehen sind sie enge Verwandte der Flachköpfe, Grünlinge, Schweinsfische, Groppen und Scheibenbäuche. Unter den Scorpaenoiden finden sich mehrere Familien mit giftigen Vertretern, die vielen Tauchern gut bekannt sind. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Drachenköpfe, Feuerfische und Steinfische. Alle Panzerwangen sind relativ schlechte Schwimmer. Daher ist es ihnen nicht mehr möglich, einem Freß-Feind durch schnelle Fluchtreaktion zu entkommen. Um aber trotzdem ausreichend geschützt zu sein, verfügen sie über Giftstacheln in den Flossen und manchmal auf den Kiemendeckeln, die bei Gefahr aufgestellt werden. Die Drachenköpfe und Steinfische sind zudem durch Körperanhänge und Fleckenzeichnung äußerst gut getarnt und haben die Möglichkeit, sich dem Untergrund farblich anzupassen.

Drachenköpfe (Scorpaena

) Die Familie der Drachenköpfe umfaßt circa 375 Arten (darunter 80 giftige), von denen die meisten kleiner als 25 cm bleiben. Ihr hauptsächlicher Lebensraum sind Korallenriffe und Küstenregionen überwiegend der tropischen Gewässer, aber auch kühlere und sogar arktische Meere. Eine Art wurde jedoch sogar in 2.360 M Tiefe nachgewiesen. Meist sind sie bodenbewohnende Lauerjäger, deren Kopf mit Knochenplatten gepanzert ist und viele Stacheln trägt. Die Brustflossen sind groß und fächerartig und werden bei Bedrohung weit aufgefaltet, so daß eine schwarz-weiße Bänderzeichnung zu erkennen ist. Zur Tarnung tragen sie Hautfransen, die sie zwischen bewachsenen Steinen oder im Riff schwer erkennbar macht. Die im Flachwasser lebenden Arten sind oft bräunlich gefärbt, die tiefer vorkommenden Arten rötlich. Diese rötliche Färbung wird unter Wasser nur im Lichtschein einer Lampe deutlich. Für andere Fische ist sie jedoch nicht zu erkennen, da sich Rot in schon geringen Tiefen aufgrund der Lichtabsorption des Wassers in Grau-Braun umwandelt.

Alle Drachenköpfe haben die Schwimmblase verloren und sind dämmerungsaktive Lauerjäger, die am Grund liegend nach Beutetieren wie Fischen oder kleinen Krebsen Ausschau halten. Haben sie ein potentielles Opfer erspäht, schießen sie eine kurze Strecke auf dieses zu und saugen es in ihr äußerst erweiterungsfähiges Maul ein.

Giftwirkung

Alle Arten besitzen Giftstacheln in Rücken(12), Brust- (3) und Bauchflossen (2). Taucher sollten die oft ruhig liegenbleibenden Tiere nicht aufscheuchen oder gar berühren. Beim Eindringen der Stacheln in die Haut wird Druck auf die Giftdrüsen ausgeübt und das Gift in die Wunde gepreßt.

Ein Stich bereitet heftige Schmerzen, die mehrere Tage anhalten können. Der betroffene Körperteil schwillt stark an. Gelegentlich treten Schock- und Kreislaufkomplikationen auf. Auch unbehandelt klingen die Symptome meist wieder ab. Todesfälle sind nicht bekannt. Vorsicht auf Fischmärkten ist geboten, da auch bei toten Fischen die Giftstacheln noch einige Zeit aktiv sind (Therapie s.u.).

Feuerfische (Familie Pteraidae)

Die Feuerfische (auch Korallenteufel genannt) sind in ihrer bizarren Schönheit sehr beeindruckend. Im Gegensatz zu ihren gut getarnten Verwandten fallen sie sofort durch ihr prächtiges rot-weiß-gestreiftes Farbkleid auf. Sie leben freischwimmend an den Korallenriffen des Indopazifik und des Roten Meeres und sind wie die Drachenköpfe nachtaktive Lauerjäger. Nachdem ein Beutefisch ausgemacht wurde, nähern sie sich ihm langsam. Hierbei spreizen sie ihre großen Brusfflossen so weit ab, daß das Opfer ihre Schwanzflossenschläge nicht mehr sehen kann und so nicht durch deren Bewegung gewarnt wird. Das Einsaugen eines Beutefisches aus einem Schwarm erfolgt so schnell, dal3 die Überlebenden nicht verscheucht werden und sich der Feuerfisch in Ruhe weiter den Magen füllen kann. Eine weitere Jagdtaktik besteht darin, Beutefische mit den abgespreizten Brusfflossen gegen Fels- oder Korallenwände zu drängen und dann zu verschlingen. Feuerfischarten, die sich von kleinen Krebsen und Weichtieren ernähren, tasten mit den Brusfflossenstrahlen den Boden ab und sammeln die aufgescheuchten Tiere auf. Normalerweise sind Feuerfische Einzelgänger, nur zur Balzzeit kann man Gruppen von drei bis acht Tieren finden. Die Männchen sind zu dieser Zeit recht aggressiv: Unter Drohgebärden umkreisen sie einander und imponieren durch aufgeregtes Schütteln ihres Federflossenkleides. Feuerfische scheinen sich ihres Giftapparates wohl bewußt zu sein, denn sie fliehen nicht und wenden einem Taucher lediglich ihr Hinterteil zu.
Der Giftapparat der Rotfeuerfische besteht aus Drüsen, die sich paarig an den Spitzen von 13 Strahlen der Rückenflosse, drei der Afterflosse, zwei der Bauchflosse und in den Brustflossen befinden. Rotfeuerfische gebrauchen im Gegensatz zu ihren Verwandten ihre Giftstacheln aktiv: Sie richten die langen Flossenstrahlen dem Feind entgegen.

Giftwirkung

Stiche können innerhalb kürzester Zeit heftige Schmerzen verursachen und so zum Schock oder zur Bewußtlosigkeit führen. Je nach Menge des injizierten Giftes treten ein starkes Ödem, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Atemnot auf. Taucher, die diesem wenig scheuen Fisch leicht nahekommen, sollten die wehrhaften Tiere unter keinen Umständen berühren. Roffeuerfische eignen sich weit besser als attraktive UW-Fotomodelle.

Der Toxikologe D. Mebs hält die Dramatisierung von Unfällen mit Pteroidae in der Fach- und Laienliteratur für übertrieben. Todesfälle infolge der Giftwirkung seien nicht bekannt. Sie seien eher auf Schock oder Ertrinken zurückzuführen. Vor allem ist der Stich nicht mit einem Kobra-Biß vergleichbar.

Steinfische (Synanceidae)

Die wohl gefährlichsten Vertreter der Scorpaeniden sind die Steinfische. Ihr bulliger Kopf mit dem stark oberständigen Maul ist abgeflacht, ihre Haut rauh und unbeschuppt. Steinfische sind weit verbreitet auf Weichböden bis 10 m Tiefe und im Litoral tropischer Riffe vom Roten Meer bis Australien. Ihre Tarnfärbung ist nahezu perfekt, und ein Taucher benötigt ein sehr geschultes Auge, um sie zu entdecken. Oft sind sie sogar von Algenbüscheln bewachsen. Alle Arten sind träge Lauerjäger, die am Grund liegend - oft bis auf Augen und Maul im Sand vergraben - auf Beute lauern. Kommt ein Fisch zu nahe, wird er durch blitzschnelles Aufreißen des großen Maules eingesaugt. Dabei können sie, wie alle Skorpionsfische, erstaunlich grol3e Beutetiere überwältigen. Manche Steinfische laufen gerade zu auf ihren Brusfflossen und hinterlassen dabei zwei parallele Schleifspuren im Sand. Zwischen diesen liegt mittig eine weitere, weniger tiefe Schleifspur der Schwanzflosse.


Giftwirkung

Die Giftdrüsen der Steinfische liegen an der Basis der Strahlen von Rücken-, Bauch-und Brustflossen. Es handelt sich auch hier um ein hochmolekulares Proteingift, dessen Zusammensetzung noch nicht genau bekannt ist. Hyaluronidase läßt das Gift leicht Zellzwischenräume passieren. Das Gift wirkt nicht hämolytisch, sondern scheint zu Blutdruckabfall, atrioventrikulärem Block und Kammerflimmern zu führen. Die Stacheln durchdringen die Haut des Opfers und das Gift wird durch den Berührungsdruck in die Wunde gepreßt. Das Steinfischtoxin ist eines der gefährlichsten tierischen Gifte überhaupt. Etwa 60% der unbehandelten Patienten sterben innerhalb der ersten acht Stunden. Weitere Sympthome sind stärkste Schmerzen, Lahmungen und Wundnekrosen.

Therapie

Bei allen Stichen von Skorpionsfischen sollte die Wunde mit möglichst heißem Wasser gespült werden. Hierdurch werden die thermolabilen Proteingifte denaturiert und aus der Wunde gespült. Die Heißwasser-Behandlung ist vor allem bei Steinfisch-Fischen sehr wichtig.
Bei Drachenkopf-Stichen kann die Wunde mit einem Lokalanaesthetikum (Lidocain) umspritzt werden. An der jugoslawischen Küste gibt es wegen der häufigen Drachenkopf-Unfälle auch ein Antiserum. Keine Wunde sollte ein- oder ausgeschnitten werden. Bei Feuerfisch-Unfällen kann die Gabe von Calcium-Gluconat und Analgetika die Beschwerden lindern, Adrenalin eventuell einen Schock bekämpfen. Zur Beruhigung der meist überreagierenden Patienten sollte eventuell ein Benzodiazepin gegeben werden. Bei Steinfisch-Verletzungen steht ein Antiserum zur Verfügung, das in Parkville (Australien) von den Commonwealth Serum Laboratories produziert wird. Dosierung: Bei ein bis zwei Stichen eine Amp., bei drei bis vier Stichen zwei Amp. infundieren. Das Serum soll auch bei Drachenkopf-Stichen helfen. Eventuell ist eine Behandlung mit polyvalentem Antivenin, oder dem antagonistisch wirkenden Emetinhydrochlorid (0,5-1 g.i.v.) sinnvoll.

Dipl.Bio. Aljoscha Wothke, Bamberg Flug- Und Reisemedizin 4/95






Trinkwasser entkeimen

Werner u. Roswitha Hahnen, „Highlife", L: 15,50, T: 2,00

Normalerweise entkeimen wir unseren Wassertank bzw. unser Trinkwasser nie. Nie ist natürlich nicht ganz richtig, da wir keine chemischen Präparate dem Tank-wasser zufügen. Da denkt doch jeder gleich, daß „Highlife" einen Wassermacher betreibt. Immer frisch ja, aber in Leitungen und Tankbelüftung entwickeln sich Keime, Amöben und Bakterien. Es ist ziemlich blauäugig von Wassermacherherstellern zu behaupten, daß der Betrieb.eines Wassermachers durch Umkehrosmose bakterienfreies Trinkwasser an Bord garantiert. Leider werden lebenswichtige Spurenelemente weggefiltert und alles was Trinkwasser auszeichnet, mu6 wieder hinzugefügt werden. Unsere „Hauskeime", mit denen wir an Bord leben, an die sich unser Körper im übrigen gewöhnt hat, bilden eine Art Dauerimpfung und Training fürs Immunsystem. Nach längerer Abwesenheit zurück an Bord, gibt es schon mal kurze Reaktionen in Form von Grippesymptom, Hausausschlag und ähnliches. Das verschwindet jedoch schnell und manchmal auch Leiden, denen man an Land hilflos ausgeliefert war.

Wir nutzen die Erfahrungen der alten Seefahrer: Mutters Tafelsilber liegt im Wassertank, so daß die Schiffsbewegung das Silber ständig bewegt und Silberionen abspaltet. Das reicht für jahreslanges Frischhalten des Tankwassers ohne Chemie, „un koss nix".
Ist das Kind jedoch im wahrsten Sinne in den Brunnen gefallen, weil das Landwasser wie auf Tonga typhusverseucht war, oder ist der Tank durch Algen verschmutzt, muß die Entkeimung erfolgen, wobei eine Reinigung des Tankes nicht zwingend ist. Selbstverständlich wird grob der Schmutz entfernt. Nachfolgende Entkeimung zerstört jede organische Form und wandelt sie in eine Art Oxydschicht um, auf der sich später sehr schwer neue Lebensformen bilden.
Man mische
  • 1/4 Ltr. Zitronensäure
  • 1/4 Ltr. Wasserstoffperoxyd
  • 1000 Ltr. Wasser
Bei Tanks mit anderen Füllmengen Mischungsverhältnis ausrechnen, Tank muß überlaufen. Wichtig ist das stetige Zugeben des Essenz in das Füllwasser. 5 Stunden einwirken lassen, danach den Tank über alle Zapfstellen entleeren. Tank 5 mal mit Frischwasser füllen und über die Zapfstellen entleeren. Danach ist alles ok... Ach, mit Omas Silber im Tank wäre das alles nicht nötig, denn Aktivkohlefilter in der Wasserleitung schützen nicht den Wassertank. Auch „Highlife" wird in Marinas mit Frischwasser betankt. Wir benutzen stets einen Vorfilter, der im Sanitärhandel zu haben ist, um Schwebstoffe im Wasser auszufiltern. Seitdem ist Wasser nur noch Thema auf anderen Jachten.




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