Karte gross |
Hurricane IVAN verwüstet Grenada
von Thomas Müller + Lilly Vedana, SY. MIZ MAE
|
|
Am Dienstag Abend, dem 7. September 2004 ging der Hurricane IVAN mit Windgeschwindigkeiten bis zu 185 km/h über die Karibik Insel Grenada hinweg. Massive Regenfälle verursachten Überflutungen und Erdrutsche. In 10 Stunden wurden 4 Menschen getötet, viele wurden obdachlos. Heute, am 9.September liegen zu schreibender Stunde erst Informationsfragmente vor. Sicher ist jedoch, dass es die Westküste mit der Hauptstadt der Gewürzinsel weit härter traf als ihre Ostküste.
Die Hauptstadt St.Georges ist zu weiten Teilen zerstört. Hier lagen auch das administrative Zentrum, die Telefon-, TV und Internet Zentrale. Nachrichten kommen deshalb spärlich. Noch gibt es keinen Strom auf der Insel, nur wenige Handies funktionieren. Die Versorgung mit Strom und Wasser ist fast gänzlich ausgefallen. Da der Tower beschädigt wurde, ist der Flugplatz noch gesperrt. Mehrere Häuser und Hotels am Strand, vor allem an der Grande Anse, sind weggespült oder zerstört. Plündernde Banden ziehen mit Macheten bewaffnet durch die Stadt. Amerikanische Studenten haben sich mit Pfefferspray und Knüppeln bewaffnet in den Campus zurückgezogen. Doch massive Hilfe ist aus Trinidad, Barbados, Venezuela und Genf unterwegs. Alle namhaften Hilfsorganisationen sind dabei. Die Englische Fregatte HMS Richmond assistiert mit Radio-Übertragungen und Medizinischer Hilfe. ![]() ![]() Die neue Prickley Bay Marina sowie die Clarks Court Marina in der Mount-Hartman Bucht bei Hog Island mit den darin liegenden oder aufgepallten Schiffen wurde fast gänzlich zerstört. Erst kürzlich fertig gestellt, war die ungeschützt liegende Prickley Bay Marina der vollen Wucht des Sturmes ausgeliefert. Die Boote vor dem Grenada Yacht Club GYS sowie die in St.Davids/Grenada Marine gelagerten Boote kamen kaum zu Schaden. Auch der Autor dieses Artikels hatte Glück, seine MIZ MAE kam in St.Davids unbeschadet durch. Charterer, die sich Boote in Grenada für die kommende Saison reserviert haben, können ebenfalls beruhigt schlafen, denn die Flotten lagen auf St.Lucia, Canouan und Martinique, wo keine Schäden eintrafen. Auch Barbados, Trinidad und Tobago wurden fast gänzlich verschont. Auf Grenada zerstört wurde auch das Gefängnis und die Insassen konnten fast alle fliehen. Unter ihnen auch der bei den Jachten bekannte „Sticky-Man“. Am ganzen Körper eingefettet schwimmt er gerne nackt zu den geankerten Jachten im Stadthafen hinaus. Sticky-Man stiehlt immer nur Bargeld. Und als sein „Markenzeichen“ lässt er dann im Cockpit der beklauten Jacht die sauber aufgestapelten Kreditkarten und Papiere unter einem kleinen Stein zurück. Abzuwarten bleibt, wie sich in Zukunft die Versicherungen verhalten werden. Schon heute gelten ihre höchsten Tarife für die Karibik, nachdem St.Martin, die Virgin Islands und Martinique in den letzten Jahren häufiger durch Hurricanes heimgesucht wurden. Die meisten Versicherer hatten deshalb Regeln aufgestellt, nach denen sich Jachten innerhalb der offiziellen Hurricane Saison von Juni bis Oktober auf Breitengrade unter 13 Grad Nord befinden mussten. Grenada wurde zuletzt im Jahre 2002 vom Hurricane „Lili“ heimgesucht, der aber als Category 2 Stärke nur geringe Schäden verursachte. |
