Translate

Haiti - Jamaica - Cayman Brac

"Tauá" 12,00 x 4,00 x 1,15/2,60
Monika Tobler / Peter Halter mit Claudia Email: sytaua@yahoo.com


Zusammen mit unseren österreichischen Freunden der Alkinoos genossen wir die verträumte und exotische Bucht von Port Morgan auf Ile a Vache südlich von Haiti. Port Morgan war der Hafen wo sich der englische Freibeuter mit seiner Flotte sammelte um dann den spanischen Kolonialherren das Leben schwer zu machen.

Die Tauá sicher an einer Mooring festgemacht machten wir uns zu Fuss auf den Weg nach Madame Bernard, die "Hauptstadt"der Insel. Es war wie jeden Montag und Donnerstag Markttag. Die zwei Stunden duch die Mangroven, entlang der geschützten Strände und durch die Dörfer der noch sehr naturnah lebenden Bevölkerung waren schon beeindruckend. Der Markt selbst mit seinem "Parkplatz" (es gibt auf der Insel keine Autos, stattdessen Maultiere und Esel) hat uns in alte Zeiten zurückversetzt. Die Auslagen auf dem nackten Lehmboden, das spärliche Angebot und die vielen, zusammengedrängten Leute gaben uns ein Gefühl von echtem Marktgeschehen statt dem üblichen touristischen Abriss. Beladen mit Früchten, ein paar Schulheften (für die Jungs die mit ihren Kanus bei uns festmachen und um Geschenke bitten) und einigen Büchsen Konserven sind wir wieder nach Port Morgan zurückgekehrt.

Dann wollten wir noch unbedingt etwas von der Hauptinsel sehen. Schon am frühen Morgen setzten wir uns in eines der hoffnungslos überfüllten Holzboote, die täglich nach Cayes übersetzen. Die Fahrt war ein Spass für sich. Inmitten von Fischen, Kokosnüssen und etlichem Gerät, eingeklemmt zwischen den teilweise recht korpulenten Passagieren sind wir nach einer Stunde in der kleinen Hafenstadt eingelaufen. Um an Land zu kommen musste durch das unappetitliche Wasser und das mit Abfall bedeckte Ufer gewatet werden. Nackte Leute stakten mit ihren Kanus durch die Bucht, Beamte versuchten den Handel zu kontrollieren, Marktfrauen unterhielten sich lautstark und einige Schweine taten sich am stinkenden Abfall gütlich.

Etwas entfernt der Anlegestelle bot sich das Städtchen schon in wesentlich besserem Licht. Die Strassen wurden (vor langer Zeit) asphaltiert und wir konnten uns nun trockenen Fusses weiter bewegen und die zum Teil noch recht gut erhaltenen Kolonialbauten ansehen. Das Treiben am Markt war sensationell aber wir hatten echt keine Lust dort irgendwelche Lebensmittel zu erstehen.

In besonders guter Erinnerung blieb uns das Abendessen im Restaurant von Port Morgan. Es scheint auf der Insel wie ein Wunder wie Francoise und Didier zu einem fairen Preis ein perfektes mehrgängiges französisches Menu auftischen können.

Aus Bedenken, wieder eine so rauhe Fahrt wie bei der Anreise aus Bonaire zu machen wählten wir zur Abreise einen Tag mit speziell leichtem Wind aus. Das Resultat war eine einzige Motorfahrt bis Port Antonio in Jamaica.

Kurz nach der Einfahrt stand auf einem Steg an unserer Steuerbordseite ein beachtlicher Menschenauflauf. Es sind die Gärtner, Köche und Fährleute von Navy Island, die durch unsere Freunde von der Asta la Basta über unsere Ankunft informiert wurden. Bald war die Tauá festgemacht und wir genossen sofort das tropische Paradies das der Filmstar Eroll Flynn hinterliess. Die Behörden kamen schon bald an Bord und waren recht freundlich. Da es uns nicht gelungen war in Haiti ein- und auszuklarieren fehlte uns ein offizielles Schriftstück was aber die Beamten locker entgegennahmen. Dass kein Frischfleisch eingeführt werden darf wurde uns schon vorher mitgeteilt, und wo hätten wir auch solches auf der Ile a Vache beschaffen sollen.

Port Antonio Marina bietet Stege an, wo das Boot auch während längerer Landausflüge sicher liegen gelassen werden kann. Kaspar, der deutschsprachige Manager, ist bei allen Anliegen überaus hilfsbereit.

Schon am folgenden Tag wurde gebastelt. Diverse Instandstellungsarbeiten waren notwendig. Beim Austausch eines defekten Alternators war uns der von Huntress Marina-Restaurant empfohlene Autoelektriker ausserordentlich behilflich. Trotz der prekären Einrichtung und dem Chaos in seiner Werkstatt hat er dank seiner Sachkenntnisse und seinem Einsatz etwas passendes auftreiben können, all das zu einem absolut gerechten Preis.

Mit grosser Freude haben wir die Ankunft des Katamarans Hey di Hei erwartet, unsere gemeinsame Weiterreise war schon seit Bonaire geplant.

Zusammen stöberten wir durch die Stadt um Bier im Wholesale (gibt es nur in 3.5 dl Flaschen für ca. 1 US$/Stk) Fleisch und Gemüse vom Markt und sonstiges in den recht gut sortierten Supermärkten zu erwerben. Lokalwährung wurde uns ebenfalls im Supermarkt verkauft.

Port Antonio stellte sich auch als idealer Ausganspunkt für einige Ausflüge heraus. Ausgezeichnet gefielen uns: Reach Wasserfälle inmitten grünem Regenwald, gegrilltes Jerk-Fleisch essen an der Boston Beach, ruhiger Tag an der bildschönen Frenchmen Beach, eindrückliche Aussicht und Höhlenbesichtigung bei Nonsuch-Caves, Flusstour auf traditionellem Bambusfloss auf Rio Grande River (etwas touristisch/teuer aber wunderschöne Landschaft).

Die nächste Ankerbucht Fosters Cove war im Guide als idyllisch und gut geschützt beschrieben. Die 20 SM waren natürlich schnell abgesegelt doch bei dem guten Wind sah die nicht signalisierte Einfahrt durchs Riff eher haarsträubend aus. Wir haben uns entschlossen trotzdem einzulaufen. Der Ankerplatz war jedoch so eng dass wir neben den vertäuten Fischerbooten keinen Platz für unsere zwei Schiffe finden konnten. Nichts wie weg nach Oracabessa. Dort hat uns die gut ausgetonnte Einfahrt und der sichere Ankergrund aufatmen lassen. Kaum eingetroffen wurden wir von einem Rastaman informiert dass in dieser Stadt Ian Flemming die Bücher für die Kultfilme des englischen Geheimdiensthelden 007 zu Papier brachte. Gleich nebenan in der ehemaligen Marina (Jetzt Privatbesitz Bob Marleys Verleger) wurden sogar einige Szenen gedreht.

Im weiteren hat der nette Bursche uns über sein "Strandrestaurant" aufgeklärt wo wir am nächsten Tag ein originelles Mittagessen inmitten einer Rastagesellschaft genossen. Zu unserem Erstaunen wurden wir nirgendo wegen unserer hellen Hautfarbe belästigt wie wir so manches Mal davor gewarnt wurden. Natürlich werden einem oft Souvenirs oder sonstiges zum Kauf angeboten, aber meist unaufdringlich.

Ein paar Meilen westlich sind wir in die St Anns Bay eingelaufen. Zwischen den Sandstrand von Readers Point und dem Riff das den Schwell sehr gut abhielt fiel unser Anker. Ein kleiner Spaziergang durch den nahegelegenen Wald führte uns zu den Ruinen einer Zuckermühle, eines englischen Lagerhauses und der Gouverneursvilla. Wir haben Mühe uns vorzustellen dass hier einmal eine Stadt gelegen haben soll. Eher kann man sich schon bald ausmalen dass Christof Kolombus nach 4 Jahren unfreiwilligem Aufenthalt an diesem Ort endlich wieder einen Kiel unter sich wissen wollte.

So haben wir den nächsten Ankerplatz - die Discovery Bay - angesteuert. Die Bucht ist wegen der Verladestelle für Bauxit, einem riesigen Kuppelbau am Westende, sehr gut ausgetonnt und gut unterhalten. Gerade vor uns fanden wir die Landestelle der Coast Guard was uns ein sicheres Gefühl gab das Boot ein wenig alleine zu lassen. Es dauerte nicht lange und eine kleine Armee stellte sich auf unserem Deck auf um sich nach unseren Papieren zu erkundigen. Dienst ist Dienst- und die diversen konfiszierten Offshore Motorboote mit den gewaltigen Maschinen am Heck zeugen davon dass ihnen ernst ist.

Am Badestrand der Porto Seco Beach gleich östlich der Coast Guard konnten wir gegen eine kleine Gebühr das Dinghi festmachen und im gegenüberliegenden reich bestückten Supermarkt noch einige Einkäufe tätigen.

Am Ostufer der Bucht fanden wir den Fischerstrand wo wir dann am nächsten Tag das Beiboot umsonst liegen lassen konnten. Nachdem wir die Stadt mit der verkehrsreichen und lauten Hauptstrasse eingehend besichtigt hatten genossen wir einen fröhlichen Abend zusammen mit den Fischern. Auch sie empfanden es nicht als wünschenswert dass fast alle Strände der Discovery Bay in privater Hand und öffentlich nicht zugänglich sind.

Die verwirrende Einfahrt in die Bucht des ehemaligen Handelshafens von Falmouth Harbour war die Mühe wert. Das kristallklare Schnorkelgelände beidseits des Riffs war unwiderstehlich. Ein ausgedehnter Spaziergang durch den Pinienwald der Landzunge im Westen der Bucht brachte uns zu einer kleinen Marina welche man wahrscheinlich nur mit sehr wenig Tiefgang und guten Ortskenntnissen anlaufen kann.

Östlich von unserem Ankerplatz liegt die hübsche, historische Stadt. Einige Gebäude aus der Kolonialzeit wurden offensichtlich aufwendig instandgestellt. Andere stehen vor dem Verfall. Der heutige Schulplatz muss die ehemalige Befestigungsstätte gewesen sein. Gebäude und Kanonen weisen auf weniger friedliche Zeiten hin. Montego Bay ist touristisch völlig erschlossen und wir waren froh nicht in der Bucht des Yachtclubs zu ankern, sondern in der südlicher gelegenen Bogue Islands Bay inmitten von Mangroven. Die Einfahrt ist für Boote mit wenig Tiefgang geeignet (Tiefe 2-2.5m). Vor uns lag das etwas verlotterte jedoch sehr romantische House Boat Restaurant, wo wir unsere Dinghis während des Stadtbesuchs in Montego Bay sicher liegen lassen konnten. Der betagte jedoch noch sehr aktive Besitzer Tim bietet ein schon fast legendäres Fondue an. Gerne erzählt er packende Geschichten aus der Zeit als er als Pilot der Royal Air Force und später als fliegender Sprayer seinen Unterhalt finanzierte. Auch als Schauspieler hat er sich betätigt und sein Höhepunkt war eine Rolle bei der Verfilmung des Dr. No. wo er den Agenten 006 verkörperte. Tim hat uns freundlicherweise sein Telefon zur Verfügung gestellt und liess uns unsere Wassertanks füllen.

Unsere Freude wurde noch am selben Abend getrübt. Während wir beim Fondue fröhlich Tims Geschichten zuhörten besuchte jemand unsere unbeaufsichtigten Boote. Wir hatten Glück im Unglück, denn offenbar wurde der Dieb auf unserem Schiff bei seinem Handwerk gestört und wir stellten keinen Verlust fest. Hey di Hei musste sich leider mit dem Diebstahl einiger liebgewonnener Erinnerungsstücke abfinden. Jammerschade nachdem wir in Jamaica fast ausschliesslich schöne Errinnerungen gesammelt hatten...

Der Zollbeamte Hr. Smith (Direkt Tel. 919 4629) hat uns die Ausklarierungsdokumente ausgestellt. Die Cruising permits wurden nicht eingezogen und so getrauten wir uns noch eine Bucht westlicher in der Mosquito Cove (hat dem Namen keine Ehre angetan) zu ankern. Das hübsche vorgelagerte Riff und das ruhige, klare Wasser luden uns ein, ein weiteres Mal Schnorkel und Flossen feucht zu machen. Merkwürdigerweise fanden wir nur sehr wenige Fische.

Die schon einige Tage angekündigte Kaltfront war endlich über Jamaica. Wir liefen aus Richtung Cayman Brac. Nach anfangs noch böigen Winden wurde das Meer immer ruhiger und wir genossen eine unserer schönsten Nächte auf See unter klarem Sternenhimmel und mit Seeleuchten im Fahrwasser.

Auf Kanal 16 antwortete die Hafenbehörde in Cayman Brac und erlaubte uns nach Absprache mit dem Zoll direkt im Südriff einzulaufen. Ein Motorboot des Tiara Beach Hotels hat uns freundlicherweise durch die etwas knifflige Riffeinfahrt eingelotst und wir durften am Hotelsteg anlegen um die Formalitäten zu erledigen. Der Auflauf an Beamten mit Insektenspray und Schnüffelhund fanden wir etwas übertrieben aber wir konnen uns in keiner Weise über ihren Anstand beschweren. Der Platz hinter dem Riff ist zum ankern recht eng, so hat uns Steve vom Tiara Resort 2 Moorings zur Verfügung gestellt. Obwohl alles in Cayman sehr kostspielig ist haben wir dank der Gastfreundschaft des Tiara Resorts die Insel in sehr guter Erinnerung behalten. Zudem empfanden wir die mit Moorings bezeichneten Tauchplätze im Westen als einmalig schön.

Mexico, Isla Mujeres, Juni 2000

Übersicht Haiti - Jamaika
Ansteuerung/Ankerplatz Diverses Versorgung
Ile à Vache - Haiti
18°06.34'N / 073°41.60W
Bis 3m Tiefgang kein Problem
Mooring bei Port Morgan
US 5/Tag
Port Morgan MarinaBP118 -
Les Cayes - Haiti
Email portmorgan@globelsud.net
Tel (509) 286 16 00
Fax (509) 286 16 03
Keine Möglichkeiten ausser Fische und Früchte von Einheimischen auf Kanus, Markt in Mme.BernardTel/Fax/Email möglich, jedoch sehr teuer
Jamaica allgemein:
Cruising Guides:

Ein-/Ausklarierungshäfen:
Sicherheit:
Cruising around Jamaica - Michael and Christine NunesYachtman's Guide to Jamaica - John Letherbridge (besser und detaillierter)Port Antonio - St. Anns Bay - Ocho Rios - Montego Bay - Kingston - Old Harbour BayBoot nur in Marina unbewacht lassen, vor allem nachts
Port Antonio - Jamaica
18°11.50'N / 076°26.00'W
Leuchtturm Folly 23M Fl 10s
Pos. 18°11.3'N / 076°26.01'W
Sehr gut ausgetonnt.
Port Antonio Marina (SW):
Liegenlassen am Steg für Landausflüge, 0,25US/ft/day, Wasser, DieselNavy Island (N): Steg 0,25US/ft/day oder Anker US3/day, WasserHuntress Marina (SE): klein, Restaurant, in Stadtnähe.
Gut sortierte Supermärkte, grosser Früchte- und Gemüsemarkt. Preise mässig.Tel/Fax/Email Facilities vorhandenFlüge nach Montego Bay und Kingston zu internat. Flughäfen.
Fosters Cove
18°20.93'N / 076°50.61
Wenge Riffpassage, enge Bucht
nur bei ruhiger See anlaufen
Einsamer Strand ohne touristische Struktur Keine Zufahrt landseitig, nur einige Fischer. Am Wochenende Badetouristen mit kleinen Booten.
Oracabessa
18°24.43'N - 076°57.20'W
gut ausgetonnt
Tiefe ca. 2.5m
Marina existiert nicht mehr, ist nun privat. Kleines Dorf
Discovery Bay
18°28.45'N / 077°24.43'W
sehr gut ausgetonnt
tiefes Fahrwasser
Coast Guard ist hier stationiert, kommt an Bord für Kontrolle.Bucht etwas offen für Schwell aus N/NW. Gut sortierter Supermarkt
St. Anns Bay
18°26.85'N / 077°11.90'W
Ankern im Westen vor Readers Point.
Min.Tiefe ca. 3m.
Spaziergang zu historischen Ruinen (Zuckermühle, Gouverneursvilla). Kleines Dorf
Falmouth Harbour
18°30.00'N / 077°38.62'W
Einfahrt etwas verwirrend,
2 Holzpfähle steuerbord lassen.
Grüne Tonne verschoben,
stand z.Zeit im tiefen Fahrwasser.
Ankern im Osten der Bucht vor Sandstrand (Bush Cay), Tiefe ca. 2-2.5m. Schnorcheln im Riff, Spaziergang am Strand und Pinienwald. Kleine Kolonialstadt
Supermarkt, Bank
Montego Bay
Option zu Y.Club:
Bogue Islands
18°27.25'N / 077°57.75'W
Min.Tiefe 2m
Ankern in 2.nördlicher Bucht Nähe Leuchtfeuer vor Tims Houseboat Restaurant. (Wasser erhältlich).Montego Bay Yacht Club: Stege vorh.,am Anker US5/Tag/Person, aus N manchmal Schwell, Wasser u.Diesel. Gut sortierte Supermärkte und Gemüsemarkt.
Tel/Fax/Email in Montego Bay oder Yacht Club.



heimathafen.gif 63x81 heimathafen.gif 63x81

NeDesign
Letzte Änderung / Last change: Freitag, 09. Mai 2003