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IRIDIUM Satellitentelefone an Bord
Zuverlässig und relativ günstig telefonieren und e-mailen von überall auf unserem Planeten.

von Harald Sammer harald@taniwani.com
S/Y Taniwani www.taniwani.com
Diesen Artikel als PDF Datei: Iridium.pdf

Kurz zu Geschichte und System:

Vielfach herrscht noch die Meinung vor Iridium sei gefloppt und tot, tatsächlich stellt es aber heute wohl den für uns Segler günstigsten und weltweiten Kommunikationsdienst über Satelliten.

Das eigentliche System wurde in den frühen Neunziger Jahren entwickelt und auch stark an das damals neue GSM Konzept angelehnt. In Betrieb ging es zum ersten Mal im November 1998, aber ich erinnere mich noch gut an ziemlich schlechte Erfahrungen im Februar 1999 von der Karibik aus geschäftlich dringend nötige Verbindungen zu halten. Bald danach erklärte die Iridium LLC den Bankrot, der Betrieb wurde eingestellt und alle 80 im Umlauf befindlichen Satelliten sollten zum Absturz und zum Verglühen gebracht werden.

Dazu kam es dann doch nicht. Nachdem 4 Milliarden Dollar Investment abgeschrieben waren, fand eine neu gegründete Auffanggesellschaft neue Investoren, allen voran die US-Regierung die für weltweiten Telefonservice für ihre Mitarbeiter im Ausland einen Vertrag für viele Millionen vergab. Die nutzen den Platz der in den Iridium-Handies für GSM oder TDMA Module vorgesehen war nun für Verschlüsselungsmodule.

So übernahm im Dezember 2000 die neue Iridium Satellite LLC www.iridium.com die gesamte Satellitenkonstellation, Bodenstationen, Frequenzzuweisungen und geistiges Eigentum und startete den neuen Service offiziell im März 2001.

Die Betreuung der Satelliten wurde an Boeing "outgesourced", und derzeit befinden sich noch 80 Iridium Satelliten im Umlauf. 66 davon stellen die normale Konfiguration von 11 Satelliten in 6 Bahnebenen, und 14 Ersatzsatelliten die bei Bedarf in die Position eines ausgefallenen gebracht werden können.

Da die Iridiumsatelliten mit uns Seglern noch das Segeln, allerdings im Sonnenwind, gemeinsam haben, können sie Treibstoffreserven sparen und auf diese Art viele Jahre mehr ihren Dienst tun, als dies sonst in so niedrigen, teilweise noch von der Atmosphäre gestörten Bahnen möglich ist. So sieht es nun für die nächsten Jahre recht gut aus und man kann wohl getrost in ein Iridiumtelefon investieren.

Hier noch ein paar interessante technische Details:

Die 66 Satelliten fliegen in Bahnen von 780km Höhe, eine Weltumsegelung braucht da etwa 100 Minuten! Alle Bahnen gehen fast (86.4 Grad) durch die Pole, somit ist dort die Satellitendichte am höchsten. Das ist erfreulich für unsere "High-Lattitude Segler", sie müßten immer gute Verbindung haben. Ein Satellit bedient mit 48 Strahlern einen Kreis von ca. 2000 Seemeilen auf der Erdoberfläche, und wir müssen beim Telefonieren etwa alle 10 Minuten auf einen neuen Satelliten weiterschalten. Das geht normalerweise wie beim Handy unbemerkt und automatisch.

Eine Besonderheit des Iridiumsystems ist das Weiterreichen einer Verbindung von Satellit zu Satellit, bis irgendwo eine Bodenstation erreicht werden kann. Nur dadurch funktioniert das System weltweit. Das führt aber auch zu etwas unterschiedlichen End-to-End Laufzeiten, die man manchmal bemerkt und die auch eine Datenverbindung beeinträchtigen können.

Frequenzmäßig liegt Iridium in der Nähe von GPS und zwar im L-Band im Bereich von 1616 MHz to 1626.5 MHz. Lizensiert wurde allerdings nur der Bereich von 1621.35 MHz -1626.5 MHz, da Störungen der für die Radioastronomie so wichtigen Frequenz von 1612 befürchtet wurden.

Durch die niedrige Umlaufbahn kann man mit viel kleineren Geräten und unausgerichteten Antennen arbeiten. Keines der bekannten Iridiumtelefone hat mehr als 0.7 Watt Sendeleistung! Hier liegt neben den günstigeren Preisen der Hauptvorteil zu Inmarsat: Man braucht keine nachgeführte Antenne und es können die relativ kleinen Geräte zur Not auch mit in die Rettungsinsel genommen werden.

Obwohl fast wie GSM betrieben, ergeben sich durch die längeren Laufzeiten Einschränkungen die sich vor allem in der Datenrate widerspiegeln. Hier wird nur mit einem Viertel der GSM Geschwindigkeit, also mit 2400Bits/sek übertragen. Auch die Abtastrate für Sprache ist etwas niedriger und so klingen die Stimmen etwas blechern.

Die Geräte:

Iridiumtelefone wurden bisher nur von drei Firmen gebaut: Motorola, Kyocera und Sailor. Kyocera ist nach dem ersten Flopp völlig aus diesem Geschäft ausgetreten, Motorola fertigt aber nach wie vor noch das 9505 und Sailor hat die Fertigung des fest einzubauenden SC4000 wieder aufgenommen.

Motorola 9505: LINK

m-9505.jpg 130x300 Zweite Generation von Motorola. Etwas kleiner als der Vorgänger 9500. Aber immer noch kein Taschenformat. Das Gerät ist nur etwas niedriger, hat aber die selbe Tiefe und die ist wegen der dicken Helix-Antenne doch erheblich. Alle 9505 sind datenfähig, die Firmware kann man updaten lassen und, wenn am letzten Stand, kann das 9505 neuerdings auch SMS senden.

Der Stromverbrauch ist auch geringfügig weniger als beim Vorgänger, ansonsten ist es fast identisch. Da Motorola nur noch dieses Model fertigt ist es leichter zu bekommen als andere.

Die Neupreise findet man so zwischen € 1.000,- und € 1.800,-. Man sollte sich deshalb ein wenig umsehen. Wer oft in USA ist kann sich dort wesentlich billiger eindecken.

Der Lieferumfang war ursprünglich überkomplett, mit zweitem LiIon Akku, Universal AC-adapter, DC-Adapter (12V), Magnetfußantenne, Antennenadapter und Lederholster.

Das ist nun nicht immer der Fall. Wichtig für das Schiff ist der DC-Adapter, der zweite Akku für den Notpack, und der Antennenadapter zum Anschluß einer Außenantenne. Die Eventuell mitgelieferte Magnetfußantenne, braucht einen Quadratmeter Metall darunter, kommt also für GFK und Holzschiffe nicht in Frage.

Motorola 9500: LINK

m-9500.jpg 232x304 Erste Generation von Motorola. Diese sind preisgünstiger, aber leider immer schwieriger zu finden. Vor gut zwei Jahren habe ich so eines mit allem Zubehör noch für US$ 500 gekauft. Es kann alles was das 9505 kann, außer Senden von SMS. Empfang von SMS ist jedoch möglich.

Angeblich gibt es von diesen einige ganz alte Modelle bei welchen die Software nicht nachgeladen werden kann, und die sind dann nicht datenfähig. Wenn man so eines noch bekommt, sollte man das prüfen. Datenfähige Software ist geladen wenn die Version höher oder gleich als "INC0620" ist. Man bekommt das angezeigt wenn man "*#91#" eingibt.

Was den Lieferumfang anbelangt, müßte der dem vollen entsprechen, da die 9500 nur so ausgeliefert wurden.

Sailor SC4000: LINK

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Baugleich mit Skanti Scansat7701 und ECI Maritime. Zum Festeinbau. Diese Lösung ist ungefähr doppelt so teuer wie ein 9505 und das Gerät kann nicht mit in die Rettungsinsel genommen werden. Allerdings ist der RS232 Datenanschluß schon eingebaut und man kann das Gerät mit einer kleinen Telefonzentrale (PBX) an Bord verbinden, das ist vielleicht für größere Charterschiffe ganz interessant.

Die externe Antenne wird mitgeliefert und für den Datenanschluß braucht man nur die CD von Iridium, nicht aber den ganzen Datenkit.

Kyocera:

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Wer nur telefonieren möchte, kann unter Umständen noch sehr günstig eines der sehr schönen Modelle von Kyocera finden. Es gibt da zwei Modelle: Das SS-66K (rechts), oder das dual-mode Telefon aus zwei Teilen, einem GSM Handy SD-66K und einem andockbaren Iridiumrücken KI-A100.

Aufpassen und nicht das GSM Teil ohne Rücken kaufen. Die Typenbezeichnungen kann man leicht verwechseln.

Andere: Es gibt wohl noch Aviation Units aber die sind recht teuer und ich habe sie nicht weiter untersucht.

Zubehör:

Externe Antennen:
Hier gibt es mehrere, allerdings nutzt die häufig mitgelieferte Magnetfußantenne nur auf Stahlschiffen.

Es gibt auch Patchantennen die mit weniger Metall auskommen:
Die meisten anderen angebotenen Außenantennen unterscheiden sich unter ihrer Haube nicht von der am Telefon installierten, sind also Helix-Antennen. Weit überbezahlt für ein Plastikröhrchen mit drei spiralförmig aufgedruckten Leiterbahnen.

Trotzdem sollte man für zuverlässige Verbindungen, besonders für Daten, so ein Ding installieren. Telefonieren kann man auch im Cockpit ganz entspannt. Auch muß ich sagen, daß unter Deck in GFK Schiffen die Verbindung meist sehr gut ist; wie auch beim GPS geht das Signal nur mit schwacher Dämpfung durchs Deck. Bei mir kostet 12mm Teak plus Sandwich GFK einen Strich auf der Anzeige.

Beim Einbau einer solchen Antenne sollte man über die Kabeldämpfung nachdenken, die ist bei diesen Frequenzen nämlich nicht unerheblich und man sollte auf keinen Fall das für UKW oft übliche RG58 nehmen. Vom Kartentisch zum Heck und vielleicht noch ein Stück hoch, da kommen schnell 10m -15m Kabel zusammen und das kann mehr dämpfen als das Deck! 10 Meter RG58 kostet 7dB, das bedeutet, daß nur noch 20% der Sendeleistung bei der Antenne ankommen. Besser ist RG213 oder das angenehmere weil dünnere AirCell7. Beide würden etwa 3dB Dämpfung für die 10 Meter bringen, das wären dann noch 50% der Sendeleistung.

Ich habe dann noch eine andere Lösung gefunden: Bei unserem Schiff wären so 15m Kabel zusammengekommen, und so habe ich 3 m Aircell7 nach oben in den Instrumententräger über dem Niedergang gelegt und die Antenne innerhalb dieses Aufbaus untergebracht. Dort ist nur relativ dünnes GFK und ich schätze den Verlust auf maximal 1dB durch das GFK plus nochmals 1dB für das Kabel. Es scheint auf jeden Fall recht gut zu funktionieren.

Für alle externen Antennen braucht man den meist mitgelieferten Adapter, der anstelle der Telefonantenne an das Telefon gesteckt wird.

Docking Station:
Von Motorola gibt es eine Dockingstation in welche beide Motorola Geräte passen. Da hat man dann Stromversorgung, Datenanschluß und Antenne ganz schnell und sicher verbunden. Leider wird die meist teurer als das Telefon angeboten.

Data Kit:
Um mit den Motorola Telefonen Datenverbindungen aufzubauen, benötigt man den sogenannten Data Kit.

Er besteht aus der Data Services CD (Software) die für alle Telefone benötigt wird, einem Adapter der unten, zwischen Ladestecker und Telefon geklemmt wird, einem RS232 Anschlußkabel und einem sehr wackeligen Stativ um das Telefon damit aufzustellen. Dieses Ding ist so nicht brauchbar, aber ich habe es auf eine ganz akzeptable Wandhalterung umgebaut.

Wie dieser Datenservice funktioniert und worauf man achten muß ist im übernächsten Kapitel beschrieben.

Ladegeräte:
Für Motorola Telefone gibt es jeweils einen AC und einen DC Adapter. Früher kamen immer beide mit dem Telefon mit, heute ist das nicht unbedingt so. Der AC- Adapter ist für alle Eingangsspannungen zwischen 100V und 240V und kommt mit einem Set von internationalen Zwischensteckern. Der DC- Adapter ist für 12V DC Netze und hat den üblichen Zigarettenanzünderstecker. Der letztere ist an Bord natürlich besser geeignet.

Fast alle obigen Modelle und Zubehörteile kann man sich bei: Satphonestore ansehen. Anbieter in Deutschland:
Shipshop
SmartsatCom

Verbindungspreise:

Seit der Einführung von Pre-Paid Cards bei Iridium vor knapp zwei Jahren, kann man eigentlich feste Verträge mit festen monatlichen Beiträgen vergessen. Einen Unterschied bei den Air-Time Preisen kann man nicht mehr erkennen und bei beiden Vertragsarten bewegen sich diese derzeit zwischen $0,99 bis $1,49, wenn man vom Iridiumtelefon ins Festnetz anruft.

Einzige Einschränkung ist, daß man mindestens 200 Minuten pro Jahr kaufen muß. So ein Einkauf verlängert auch ein noch existierendes Guthaben um ein Jahr. Man muß also nicht gleichmäßig telefonieren, doch kommt man nicht darum herum mindestens 200 Minuten pro Jahr zu kaufen. Das setzt den Minimalpreis auf US$198 pro Jahr, wenn man den günstigsten Anbieter zu Grunde legt.

Sehr teuer ist ein Anruf vom Festnetz (ca. US$ 5/min), wenn man nicht die Möglichkeit nutzt, über eine Iridiumbrücke, also erst durch Anwählen eines Centers in USA oder UK, und danach die Iridiumtelefonnummer, die Verbindung herzustellen. Diese Services werden von einigen Serviceprovidern wie Stratos angeboten, die Preise sind dann etwa gleich wie von Iridium ins Festnetz. Extrem teuer ist die Verbindung zwischen konkurrierenden Satellitenanbietern, wie z.B. Zwischen Iridium und Inmarsat. (ca. US$ 9).

Es ist auch möglich via Iridium Internetseite, kostenlos SMS in Richtung Iridiumtelefon zu schicken, man kann also auch auf diese Art um den günstigeren Rückruf bitten. SMS vom Iridiumtelefon ins Handynetz ist auch möglich, allerdings nicht mit allen Telefonen, und in dem Fall kostet es auch ¼ des Minutenpreises.

Die Preise für Datenverbindung sind gleich wie beim Telefonieren, es wird also Airtime und nicht Datenmenge abgerechnet. Es gibt jedoch Drittanbieter mit E-mail Service die Preise pro Datenmenge anbieten, und wahrscheinlich wie bei einem R-Call mit Iridium abrechnen. ZAP. Diese Preise pro Kilobyte scheinen mir recht hoch.

Der Standardpreis pro Minute ist wohl US$ 1,49, jedoch bieten in USA viele Geschäfte günstigere Preise. Bei manchen nur, wenn man auch das Telefon dort gekauft hat, und oft sind die Nachladepreise dann wieder die üblichen $1,49. Es gibt aber Ausnahmen, und man kann mittlerweile bei Satphonestore auch nur eine Pre-Paid Card für $198 für 200 Minuten und eine Einmalgebühr von US$ 85 kaufen. Das besondere hier ist, daß man direkt im Internetshop auch wieder für $198 pro 200 Minuten ‚nachtanken' kann.

Telefone wie auch Airtime kauft man bei Retailern, hinter denen wieder Service Provider stehen. Manche von diesen Service Providern bieten auch direkt an. Mehrere Bekannte haben sich lobend über den Service bei Marconi in UK geäußert. E-Mail: nigel.bond@marconi.com .Dort hatte man mir z.B. angeboten ein eventuell altes 9500 kostenlos mit neuer Software zu laden, wenn ich den Service dort kaufe.

Bei mir hat es sich anders ergeben und ich habe die Pre-Paid Card von einem Geschäft in USA, wobei der Service Provider Stratos ist. Während manche Retailer in USA bei Problemen nicht mal die E-mail beantworten, so war der Service direkt bei Stratos sehr gut. Stratos hat auch in Deutschland einen Ansprechpartner:
Heiko Höfer hh@nordic-it.com mobile number +49 179 745 82 97.
Die meisten Retailer in Deutschland scheinen als Service Provider France Telecom zu nutzen.

Datenverbindungen:

Es gibt bei Iridium zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten, Zugang zum Internet und zu E-mail zu bekommen. Die erste ist die klassische "Dial-Up" Methode, die zweite die sogenannte "Direct Internet" Variante.

Ehe wir auf die einzelnen Varianten eingehen, noch einige Anmerkungen zur Hardware, die in beiden Fällen identisch ist. In jedem Fall braucht man am PC einen freien Seriellen Port. Leider haben viele neue PCs oft keinen mehr und die über USB angeschlossenen Port-Emulatoren, haben vielen Anwendungen Probleme. So gibt es auch bei Iridium mit den meisten USB Adaptern Probleme. Ich nehme deswegen den "echten" Port für Iridium, und den USB emulierten für NMEA Daten für MaxSea, da diese Art Anwendung problemloser scheint.

Das passende Kabel wird mit dem Data Kit mitgeliefert und geht vom PC zum Data Adapter, der unten aufs Telefon geklemmt wird. Wenn man nicht von der internen Batterie im Telefon laufen will, wird noch der Ladeadapter darübergeklemmt.

Da man Airtime meist von irgendwo per Kreditkartenzahlung anfordert, scheint meist keine Mehrwertsteuer anzufallen. Ich weiß aber nicht wie das bei Providern und Retailern aus der EU ist. Die SIM-Karten scheinen jedenfalls an den Provider gebunden zu sein, und da sollte man schon vorher sehen, wo es die günstigsten Minuten gibt.

Ich denke, man kann abschließend sagen, daß man mit Iridium mit nur noch 99 US$-cents mit Sicherheit den günstigsten Weltweiten Service hat, und daß dies meist auch günstiger ist als mit dem Handy zu "roamen".

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Dial-Up Data:

Dieser Fall ist für den PC gleich wie die Verbindung zu einem Wählmodem via den Seriellen Port. Das Modem ist schon im Telefon eingebaut und braucht eigentlich nur einen File der das Modem beschreibt. Der kommt auch der World Data Services CD mit.

Bei dieser Betriebsart benötigt man noch irgendeinen Internetprovider bei dem man sich ganz ‚normal' einwählen kann. Das kann für manche ein Einwahlpunkt bei der eigenen Firma sein, bei anderen der übliche ISP.

Iridium lenkt nur den Anruf zur gewünschten Nummer, und so ist man bei seinem Provider wie eigentlich wie ein lokaler Anrufer mit der normalen Gebühr. Natürlich bezahlt man auch die Iridium Air Time. Interessanterweise scheint t-online Anrufe von Iridium zu blockieren. An den Auslandseinwahlknoten von t-online klappt es aber.

Ich habe Dial-Up mit einigen mir bekannten Einwahlpunkten probiert und bis auf die Blockierung von t-online hat alles problemlos funktioniert. Die Geschwindigkeit ist natürlich sehr langsam.

Direct Internet

iridium-gate02.gif 350x168 Ist ein Iridium Service der den eigenen ISP ersetzt. In diesem Fall verbindet Iridium durch ein Gateway direkt mit dem Internet. Die Einwahl ist allerdings verdeckt in einer speziellen Software die man in diesem Fall Installieren muß. Diese sogenannte "Apollo" Software macht zusätzlich Datenkomprimierung und kann laut Datenblatt netto bis zu 10 kBit/s. Real scheint es etwa doppelt so schnell wie eine Einwahl beim standard ISP. In der Version von 2001, hatte ich mit dieser Software doch einige Probleme. Die neuste vom Januar 2003, scheint zumindest auf XP stabil. Übrigens bekommt man keine Updates, sondern man muß eine neue Data Service CD für US$ 65 kaufen wenn man eine neue Version möchte.

Das scheint sich dennoch gelohnt zu haben, da Apollo jetzt deutlich stabiler erscheint. Für Dial-Up wäre neue Software jedoch überflüssig. Auch mit der neuen Software funktioniert Dial-Up Mode nicht solange der Apollo Driver installiert ist und ob auch Auswirkungen auf andere Kommunikationskanäle bestehen kann ich noch nicht sicher sagen.

Als Belohnung für die ‚dickere Software' bekommt man ein Controlpanel, mit Status-, Durchsatz- und Kompressionsgradanzeige, mit dem man auf Knopfdruck Verbindung herstellen und auch abbrechen kann. Der Internetzugriff ist auch eindeutig schneller als mit Dial-UP zu einem gewöhnlichen ISP.

Für beide Verfahren gilt folgendes:

Die jeweiligen Installationsanweisungen, und Trouble Shooting Guides in PDF Format, die auf der CD kommen, machen die Installation relativ einfach. Es gibt Versionen für Windows 95/98/ME/2000/XP und NT4. Nicht Windows Computer müssen sich wahrscheinlich mit normalem Dial-Up zufrieden geben. Ich habe alles nur auf W2000 und XP probiert.

Eventuell liegt es an meinem schon recht alten Telefon, denn ich muß fast nach allen Fehlern das Telefon aus und wieder an schalten. Im Zweifelsfall ist das immer das Erste was man probieren sollte. Meist ist in so einem Fall der Fehler Code 628, und der ist nicht im Trouble Shooting Guide.

In allen Fällen hilft es erheblich einige Maßnahmen, sowohl für E-mail wie auch Internet Zugriff zu treffen. Falls man den Internet Explorer benutzt, sollte man alle Images durch Platzhalter ersetzen lassen. Man kann dann immer noch die man sehen will anklicken.

Bei E-mail Sollte man wenn möglich einen Account mit IMAP Zugriff haben. Die meisten machen leider POP3, und da lädt der Client alle neuen Mails vom Server hoch und das kann schnell zu Problemen führen.

Bei IMAP kann man sich im Client nur die Subject Lines, sowie die gesamte Größe anzeigen lassen, und sich dann aussuchen, was man wirklich haben möchte. Außerdem hat IMAP den Vorteil, daß alle Mails, ob gelesen oder nicht, auch am Server erhalten bleiben und man so all seine Emails auch im Internet Café zur Hand hat.

Bei MS-Outlook sollte man aber vor dem Verbinden irgendeine bereits gelesene Mail selektieren, sonst liest es nämlich die oberste Neue, ob man sie nun will oder nicht.

Wenn man all das beachtet, kann man ganz gut die wichtigsten Mails via Iridium erledigen und auch die täglichen Wetterdaten oder Grib-Files holen.



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Letzte Änderung / Last change: Mittwoch, 28. Januar 2004