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Port Antonio - Jamaica

Joachim Flossdorf, Kurt Felten, SJ "Tonga "

Nur weil es so günstig an Backbord lag, landeten wir auf dem Weg nach Kuba in Port Antonio an Jamaicas NO- Küste.

Der Landfall war recht einfach. Die Einfahrt wird durch einen weithin sichtbaren rot/weiß gestrichenen Leuchtturm markiert. Dahinter wird man durch grüne und rote Bojen (bei Nacht befeuert) sicher in die westliche Bucht geleitet. Die hervorragende Markierung der Einfahrt ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass einmal wöchentlich ein Bananendampfer und gelegentlich ein kleines Kreuzfahrtschiff Port Antonio anlaufen.

Kaum hat man die letzte Tonne gerundet, eröffnet sich ein wahrhaft idyllischer Ankerplatz in Form einer kreisrunden Bucht, die mit üppig bewaldeten Hügeln eingesäumt ist. Der nördliche Abschluss wird durch ein Riff und Navy Island gebildet, die ehemalige Privatinsel Errol Flynns, auf der ein einstmals exklusives Ressort Hotel vor sich hingammelt, aber noch immer (zu günstigen Bedingungen: ca. 2530 US$ für einen Bungalow) betrieben wird.

Entlang der östlichen und westlichen Bucht liegt die geschäftige Kleinstadt Port Antonio. Das Zentrum mit allen wesentlichen Versorgungsmöglichkeiten und einem farbenprächtigen Markt liegt nur 200 m vom DingiDock entfernt. Hier begegnen sich Moderne und 100 Jahre Vergangenheit und finden irgendwie einen liebenswerten Kompromiss. Weiße trifft man hier sehr wenig, der große Tourismus ist bislang an Port Antonio vorbeigegangen. Man wird überall herzlich aufgenommen, wir haben uns keinen Moment unsicher gefühlt. Man ankert in etwa 100 m Landentfernung auf 57 m Tiefe mit gut haltendem Grund, und liegt geschützt vor Wind und Schwell.

Ich besegle die Karibik seit über einem Jahr und habe noch nie einen derart ruhigen Ankerplatz angetroffen. Mit dem Dingi kann man zur Huntress II Marina fahren. Diese wird von Sabine aus Deutschland betrieben, die seit 17 Jahren in Jamaika lebt, alles weiß, alles überblickt und gerne weiterhilft. Das Dingi kann hier kostenfrei und absolut sicher (auch ohne Anketten) zurückgelassen werden. Wer hier anlegen will, findet sechs Liegeplätze (längsseits) und kann Wasser und Strom haben, sowie eine "schlichte" Dusche benutzen. Die Liegeplätze sind rund um das ins Wasser hinausgehende Restaurant angeordnet, so dass man sich, wenn man das Boot verlässt, sofort an einem der Tische niederlassen kann.

Verlässt man die Marina, ist man quasi im Ortszentrum.

Die Port Antonio Marina portantoniomarina.com befindet sich in etwa 200 m Entfernung an der Westseite der Bucht. 40 Liegeplätze sind vorhanden und sie macht einen professionellen Eindruck. Der Deutsche Kaspar Deecke, seit 7 Jahren in Jamaika, ist der Manager und gleichzeitig frischgekürter TO Vertreter
kaspardecke@cwjamaica.com oder to-jamaica@trans-ocean.org

Auch an ihn kann man sich vertrauensvoll mit allen Fragen und Problemen wenden. Er ist sehr bemüht, immer eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Diverse Arbeiten können hier durchgeführt werden, Kaspar wird hierfür die gewünschten Fachkräfte vermitteln.

Plant man eine längere Abwesenheit vom Boot, so hat man hier einen sicheren Liegeplatz gefunden, der zudem noch günstig zu haben ist.

Beide Marinas haben in etwa das gleiche Preisgefüge. 0.20-.025 US$ pro Fuß Länge pro Tag plus Wasser und Strom. Erwähnenswert ist die Möglichkeit, von Kingston 3 - 4 Tage nach Havanna oder Santiago de Cuba zu fliegen. Bisweilen gibt es gute Pauschalangebote inkl. Hotel. Auch Heimflüge Richtung Europa (z.B. nach London hin und zurück 800 US$) schienen uns billiger als anderswo zu sein, ausgenommen vielleicht Martinique.

Kingston selbst hat uns übrigens nicht so sehr gefallen. Dafür entschädigen aber die abenteuerlichen 3 Stunden Busfahrt von Port Antonio aus durch spektakuläre Landschaften. Bus (einfache Strecke 140 JA$ = 7 DM). Auch als Ausgangspunkt für diverse Ausflüge in die Umgebung (z.B. Wasserfälle, Bambus Floss Rafting, schöne Strände) bietet sich Port Antonio an, kurzum wir können jedem den kurzen oder auch längeren Aufenthalt hier empfehlen vor allem, wenn es nach Kuba weitergeht und man sich zuvor nochmals mit Lebensmitteln eindecken will.



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Letzte Änderung / Last change: Donnerstag, 07. Juni 2002