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JAMES MCDUST: Einige Häfen und Ankerplätze der kanarischen Inseln

von SY "JAMES MCDUST", Jakob Staubli
E-Mail: sy.james-mcdust@trans-ocean.org

Dezember 02 bis April 03
Insgesamt ein interessantes Revier wenn auch die Ankerplätze sehr oft durch Schwell unruhig sind. Mit dem steten Schwell hat man sich auch in den Häfen, vor allem den kleineren auf den westlicheren Inseln, abzufinden. Dieser NW - Schwell scheint eine Erscheinung des Winters zu sein wenn die Tiefs, welche die zeitweise heftigen Stürme in Nordatlantik verursachen, eine südlichere Zugbahn nehmen.


Seekarten und Handbücher:
ich habe mit der Imray-Iolaire Karte im kleinen Maßstab, welche den ganzen Archipel abdeckt und zusätzlichen mit dem grossen Maßstab Admiralty Charts gearbeitet. Das Handbuch von Cornell: Atlantische Inseln (Pietsch Verlag Stuttgart) fand ich weniger empfehlenswert, da es nur wenige Hafenpläne enthält und die Skizzen ohne Tiefenangaben sind.

Ankermöglichkeiten werden eher stiefmütterlich behandelt und sind, wenn vorhanden, nach der Beschreibung nur mit Mühe zu identifizieren (z.B. el Puertito im Südwesten Teneriffas), da auch die Koordinaten fehlen. Ich würde das Handbuch "Atlantic Islands" von Anne Hammick, verlegt bei Imray, vorziehen.

Achtung:
GPS auf Pico de las Nieves Datum einstellen, da die Seekarten auch auf dieser Basis und nicht WGS 84 erstellt sind.

Ansteuerung
Wenn man von Norden, möglicherweise direkt von Gibraltar einsegelt, kann man als erste Insel La Graciosa anlaufen. Bei dieser Insel Landfall zu machen empfiehlt sich auch von Madeira oder Porto Santo kommend, wenn man anschliessend den ganzen Archipel befahren möchte. Playa Francesa ist bei NW - bis Südost ein geschützter Ankerplatz. Es hat meist ein oder zwei Boote dort, im Herbst meistens mehr. In La Sociedad, dem einzigen Ort auf der Insel ist auch ein kleiner Hafen (Caleta del Sebo), Ich war mit einem Katamaran drin, für uns hatte es Anfang April Platz, die Leute die dort als Langzeitlieger waren, sprachen von einem angenehmen und billigen Aufenthalt. Das Hafenbüro sei nur zeitweise geöffnet, wann sei nach Belieben des Hafenkapitäns. Während unseres zweitägigen Aufenthalts war das Büro nie geöffnet, ergo wurde auch kein Liegegeld kassiert. Das sei sowieso niedrig, erklärte uns ein junger Holländer dessen Plattbodenschiff einen enormen Havariespargel aufwies (iron.für Bugspriet bzw. Klüverbaum, 35 Fuss Schiff mit 47 Fuss ü A). Er sprach von 5 Euro im Tag. Wasser scheint es mittlerweile auch zu geben. Auf der Luftaufnahme ist ein Schwimm-steg zu erkennen, neuerdings hat es zwei. An den Schwimmstegen hat es Anschlüsse für Wasser und Strom. Ein Steg hatte April 03 noch keine Landverbindung, man musste mit dem Dingi zum anderen Steg oder an den Quai beim Ort übersetzen. Platz für Einrümpfer hatte es an beiden Schwimmstegen. Die Stege sind teilweise mit Catwalks versehen.

Ein gut sortierter Supermarkt ist direkt beim Hafen, ein preiswertes Lanzarote. Hier haben wir nun schon etwas mehr Auswahl. Die kleinen Häfen im Norden, Orzola und Arrieta habe ich mit dem Auto besucht, dass sich das Anlaufen mit dem Boot lohnt, möchte ich fast bezweifeln.

Puerto de Naos ist im Herbst meist total überfüllt. Bei Starkwind aus N- NE wird von der Hafenbehörde auch das Ankern im westlichen Teil von Puerto de los Marmoles (Handelshafen) toleriert. Arrecife hat einen durch Molen geschützten Hafen, der allerdings bei (stärkerem) Wind oder Seegang aus südlichen Richtungen, verlassen werden muss. Es sind schein-bar schon einige Yachten zu Schaden gekomen. Das auf der Aufnahme sichtbare Hochhaushotel, es wird zur Zeit umgebaut, es eine gut erkennbare Landmarke für die Ansteuerung.

Im Hafen kann eine Mooring übernehmen, über deren Zustand muss man sich durch Tauchen informieren, was bei Niedrigwasser, ca. 2,5 m WT auch dem weniger Geübten möglich ist. Man kann natürlich auch Ankern, eine Trippleine ist, zufolge der vielen aufgegebenen Mooringsteine am Grund, unbedingt zu empfehlen. Ich habe ein paar Tage an zwei Moorings sicher gelegen. Der Vorteil von Arrecife ist, dass man sehr nahe dem Stadtzentrum liegt. Mit dem Dingi kann man zu einer Treppe fahren und ist dann wenige Meter von der Fussgängerzone mit vielen Ladengeschäften und der etwas versteckten Touristeninformation (im langen Gebäude nördlich des Kiosks/Schnellimbiss bei der Treppe, Eingang seeseitig). Informationen werden nur zögerlich erteilt, aber wenn man höflich insistiert hat es auch Busfahrpläne und man bekommt Auskünfte zu jeder Sehenswürdigkeit. Aber noch wichtiger: zum Markt und zu einem sehr gut sortierten Supermarkt (Atlantide) der Kette Super Sol ist sind es ebenfalls nur wenige Meter.

Leider ist der Diebstahl von Dingis und Aussenbordern mittlerweile auch auf Lanzarote ein Thema. Er scheint sich allerdings auf nicht gesicherte Dingis und Aussenborder zu beschränken. Daher immer abschliessen und nur an Orten anlanden wo dies möglich ist. In Arrecife braucht man zu folge des hohen Quais und des Ti-denhubs ein etwa 6 m langes Sicherungskabel für das Dingi. Nicht auf den hier heimischen Rochen treten der sich im Sand des Flachwassers bei der Treppe herumtreibt bzw. eingebuddelt hat.

Weiter südlich ist Pto del Carmen eine der grossen Destinationen des Pauschaltourismus auf Lanzarote und ein Hafen der mit Ausflugs- und kleinen Fischerbooten total überfüllt ist. Man kann vor dem Hafen bei ruhigem Wetter ankern. Einkaufsmöglichkeiten sind in in der Nähe des Hafens, links und rechts einige 200 m die steilen Strassen hinauf.

Lokale Informationen für Lanzarote gibts in Deutsch auf UKW 102,7 MHz bei Radio Europa dort auch stündlich zwischen 0800 und 2000 die Nachrichten der Deutschen Welle und ein, ewig gültiger Wetterbericht (meist heiter oder wolkig, manchmal etwas Regen...).

Eine gute Marina, um das Boot für eine Weile zurückzulassen, ist Puerto. Calero. Die Marina ist aber elend abgelegen, zum nächsten Bus muss man ein Taxi nehmen oder eine Std, wenn man zügig geht etwa 50 Minuten, auf der vielbefahrenen Landstrasse marschieren. Mietwagen sind in Pto Calero leider, im Vergleich zu anderen Orten, sehr teuer. Brot und etwas Touristenproviant bekommt man im "Supermarkt" zu ziemlich viel höheren Preisen als im Super Sol in Arrecife oder im Center Deiland. Wobei Lanzarote im Vergleich mit Gran Canaria ein teureres Pflaster ist.

Leider hat die Marina -Verwaltung die Preise für die Liegeplätze Anfang Januar 03 furchtbar erhöht, für Katamarane um runde 55%. Im Dezember 02 zahlte man für einen 12m Kat noch € 16.70 pro Tag, im Januar € 25.90 pro Tag plus 6% Steuer. Was in der zu einem Exodus der Katamarane geführt hat. So wird man vielleicht nur zum Auffüllen der Wassertanks oder zum Auftanken dahin fahren (Diesel war überall für rund 46 Cents der Liter zu haben). Es gehen Gerüchte, dass in Zukunft auch für Wasser und Strom extra bezahlt werden muss, Zähler sind aber noch keine montiert. Es gibt Nachlass bei Vorauszahlung wenn man länger liegt. Früher war das bereits ab sieben Tagen der Fall (10%) nun scheinbar erst nach 30 Tagen mit weiteren Rabattstufen bei 90 Tagen und 180 Tagen.

Wenn man das Boot herausnehmen muss, ist Pto. Calero ein guter Platz da eine tüchtige Werft mit bis anhin vernünftigen Hebekosten da ist. Positiv ist auch, dass die Angestellten in der Werft wie auch in der Marina sehr freundlich und hilfsbereit sind. Der Werftinhaber hat mir versichert, dass er schon Katamarane mit einer Breite von 7.50 m herausgenommen hat. Einer der Angestellten ist Franzose, es hat auch weitere, französische auf Bootsunterhalt und Reparaturen orientierte Handwerker in der Marina.

Eine neue Marina öffnet, voraussichtlich im Mai 03, ursprünglich war vom April die Rede, (Marina del Rubicon) etwas östlich von Playa Blanca. Wir haben die Anlagen, die im Moment unseres Besuches noch im Bau waren, angesehen und den Eindruck erhalten, dass es ein guter Liegeplatz sein wird. Einkaufsmöglichkeiten sind wahrscheinlich etwas weit entfernt, aber näher als in Pto. Calero, falls diejenigen von Playa Blanca besucht werden müssen. Ob bereits ein Supermarkt in der Nähe ist, habe ich nicht abgecheckt. Ein grosser Travellift ist ebenfalls vorhanden, die nutzbare Breite haben wir um 7m geschätzt.

Sehr hübsche Ankerplätze sind westlich von Punta Papagayo und östlich von Punta del Aguila vor Felsufer oder vor hübschen Sandstränden. Man liegt bei den vorherrschenden Winden aus dem I. Quadranten, aber auch bei NW Wind gut geschützt. Von (stärkerem) Wind oder Schwell mit Südkomponente sollte man sich aber an diesen Ankerplätzen nicht überraschen lassen, da dies unter Umständen zu Totalverlust führen kann. Was im letzten Winter leider auch der Eigner eines, vorher herrlichen, Alu-Rundspanters erlebt hat.

Fuerteventura. Ein hübscher Ankerplatz ist auf der Südseite von Isla de Lobos. Man geht an der Südküste in der Nähe der Lagune, etwas östlich derselben relativ dicht unter Land, auf ca. 4-5 m Wassertiefe vor Anker. Das Wasser ist sehr sauber, da es stets etwas Strömung hat. Übernachtet habe ich dort nie, ich bin immer nach Corralejo gesegelt und habe dort in der Mitte zwischen dem Versatz des Fähranlegers und dem alten landseitigen Quai geankert. Auf die Wassertiefe achten, es wird gegen Süden und Südosten rasch untief. Manchmal läuft beeindruckend hoher Schwell ganz in der Nähe der Ankerlieger vorbei. Ich muss annehmen, dass man sicher liegt, da es dort einige unbewohnte Boote als Dauerlieger vor Anker hat.

Einen Platz am Schwimmsteg habe ich nie gefunden, allerdings auch nie nachdrücklich gesucht. Das Dingi darf man am Schwimmsteg liegen lassen, die Leute sind sogar sehr freundlich und sagen einem, dass man mit dem Dingi am Schwimmsteg willkommen ist. Corralejo ist dank der herrlichen Sandstrände eine vielbesuchte Station des Billigtourismus, Fastfood und Dutyfree im Überfluss. Lebensmittel dafür eher teuer. Corralejo hat auch den Ruf, dass die Mietwagenpreise übersetzt seien.

Besser gefallen hat es mir in Pto del Rosario (ohne Bild). Hier habe ich ebenfalls im Hafen geankert, habe aber gesehen, dass Gäste am Schwimmsteg liegen können wenn ein Platz frei ist. Habe aber mit diesen Leuten nicht gesprochen, da sie nicht an Bord waren und ich etwas müde, sehr früh schlafen ging. Aber auch vor Anker liegt man ganz kommod, man muss nur darauf achten, dass man den Frachtern die an der Mole an- und ablegen nicht in die Quere kommt. Pto Castillo habe ich nicht besucht, unterdessen habe ich im TO -Heft gelesen, dass man da nicht willkommen sei. In Gran Tarajal kann man im Hafen ankern, oder wenn denn ein Platz am Schwimmsteg frei sein sollte, dort festmachen. Versorgung im Ort der einen nicht allzu weiten Fussmarsch entfernt ist.

Ihr merkt schon, es hat halt inzwischen sehr viele einheimische Boote und immer mehr recht grosse Boote von Fahrtenseglern in den Kanaren. So sind die Liegeplätze das ganze Jahr über immer etwas knapp. Im Herbst, bevor die Boot- und Mannschaftversenker mit dem ARC starten und der Zug der Passatsegler nach Westen eingesetzt hat, ist dann wirklich alles mehr als voll. Aber das kennen wir ja schon von der spanischen Ostküste.

Morro Jable, berühmt - berüchtigt durch die Fallböen die in den Hafen wehen. Ich habe das allerdings nie in übermässiger Stärke erlebt, war aber nur zweimal da. Es ist ein Touristenort und wird vom Tragflächenboot und der Fähre ab Las Palmas angelaufen. Für ein übliches Segelboot (Einrümpfer) hat es manchmal Platz an den Schwimmstegen.

Wie es mit den Versorgungsmöglichkeiten steht habe ich nicht untersucht. Ich habe nur im Hafen geankert, einmal für eine Kontrolle durch die Guardia Civil. Das Patrouillenboot wollte auf See bei mir längsseits gehen, was ich aber angesichts des Seegangs abgelehnt hatte. Ich schlug vor, da ich sowieso die Absicht hatte in Morro Jable reinzugehen, die Kontrolle dort vorzunehmen, was vom Kommandanten akzeptiert wurde. So segelte ich denn mit Eskorte zum Hafen, das Patrouillenboot voraus, das Tochterboot hinter mir her...

Noch eine Anmerkung: man wird offensichtlich von den Behörden mehr als man wahrnimmt beobachtet. Auf jeden Fall wusste die Guardia Civil, dass ich in Las Palmas gewesen, am Donnerstag nach El Puertito gesegelt sei und dort über Nacht vor Anker gelegen habe.

Ich bin lieber als in Morro Jable bei El Puertito, in der Nähe des LF Pta Jandia an der Südwesthuk von Fuerteventura, vor Anker gelegen. Beim vorherrschenden N bzw. NE Wind ein gutes Plätzchen, wenn auch meist ein wenig Schwell vorhanden ist (der dann leider auch das Anlanden mit dem Dingi etwas kompliziert). Insgesamt ein praktischer Platz zum Übernachten wenn man von oder nach Gran Canaria segelt.

Gran Canaria ist neben Teneriffa die touristisch am meisten erschlossene Insel. Auch Service für Yachten und Zubehör ist einfach zu erhalten. Hier schon eine Warnung vor Paradise Yachting in Puerto Rico und Pto. Mogan. Diese Firma hat scheinbar unter Seglern nicht den besten Ruf. Ich würde mich hüten etwas gegen Vorauszahlung zu bestellen und alles gelieferte oder evtl. gekaufte genauestens checken. Hingegen kann man die zu teuren Ansichtskarten in diesem Geschäft bedenkenlos erwerben.

In Las Palmas de Gran Canaria mit seinem Hafen Pto de la Luz, man kann nördlich der Muelle Deportivo genannten Marina (bis anhin) kostenlos ankern. Mit dem Beiboot kann man in die Marina fahren und muss sich halt ein Plätzchen für das Dingi suchen. Bis Anfang Herbst hat es meistens einen oder zwei Schwimmsteg die ganz frei bleiben, aber spätestens ab Anfang Oktober sei die Marina überfüllt. Ab Mitte November hat es wieder etwas Platz und ab Mitte Januar wird es zusehends leerer.

Die meisten Angestellten sind nicht sehr freundlich aber auch nicht unhöflich. Es hat aber einen sehr netten und hilfsbereiten Beamten, der Beleibte (sic) mit dem Schnurrbart. Man merkt, dass die Marina durch die Hafenbehörde betrieben wird. Die Preise waren bis anhin moderat. Für meinen Kat 18 Euro pro Nacht. Der Mann an der Tankstelle, Don Pedro, ist sehr hilfsbereit, lässt sich aber dafür bezahlen, d.h. er hat Prozente von den vermittelten Handwerkern. Was er korrekt vor Annahme eines Auftrages mitteilt.

Ein recht gut sortierter Schiffszubehörhändler ist direkt am Haufen auf Höhe von Steg 10, er hat auch Vetus Teile. Was nicht im Laden vorhanden ist bringt der Lieferwagen am Nachmittag aus dem Lager in der Industriezone.

Muelle Deportivo vor dem Bau der Nordmole

Die Marina ist sehr gut geschützt, ich hatte nie Schwell oder Sog, ist aber nicht sehr gut bewacht. Wasser und Strom an den Schwimmstegen, ein Travellift auch für grössere Yachten, aber nicht grössere Kats, ist vorhanden. Einen Stadtplan mit Inselkarte auf der Rückseite erhält man auf Nachfrage im Marinabüro. Einkaufsmöglichkeiten: ein grosser Supermarkt ist nicht weit: durch die Unterführung unter der vielbefahrenen Schnellstrasse Avenida Marittima, dann links in Richtung Süden (Parallelstrasse zwischen Avenida Marittima undNach dem zweiten Block ist ein grosser, gut sortierter Super Sol und ein Früchte- und Gemüsehändler. Eine Selbstbdienungswäscherei "Wash'n Dry" ist in der Calle Leon y Castillo auf Höhe der Marina. Das städtische Bussystem ist sehr gut ausgebaut und relativ preiswert. Die Busse werden in Las Palmas "Guagas" genannt.

Viele Restaurants sind an der Playa de las Canteras im Stadtteil Sta Catalina. Ganz gut und trotz vieler Touristen nicht einmal teuer ist "El cerdo que rie". Zahlreich vorhanden sind auch Chinarestaurants .

Die meisten technischen Betriebe sind in der Industriezone und bei Telde ansässig, können aber mit Bus oder den billigen Taxis gut erreicht werden. Gasflaschen werden bei DISA in Telde, ab Las Palmas kurz vor dem Flughafen, aufgefüllt. Preiswert, Füllung mit Propan einer 13 kg Flasche aus Frankreich für 7 Euro. Deutsche und Schweizer Flaschen haben dieselben Anschlüsse wie die Französischen. Campinggasflaschen können in Eisenwarengeschäften "Ferreteria" preiswert getauscht werden. (6.80 € die 2.75 kg Flasche). Diese Campinggasflaschen, die "Bottella familiar" genannt werden, sehen allerdings meist etwas ramponiert aus.

Der Küste entlang nach Süden ist ein ganz angenehmer Schlag, nur auf Höhe und kurz nach dem Flughafen kommen Fallböen herunter und null komma nix fängt man Hämmer mit 30 und noch mehr Knoten. Selber erlebt. Also, wenn so ein schwarzer Strich auf dem Wasser näher kommt, Auffieren und Reffen. Aber das muss ich alten Profis wie Euch nicht erzählen.

Arguineguin hat einen ziemlich vollen Hafen, manchmal kann man mit dem Einrümpfer noch an der Mole liegen. Ich habe immer vor dem Hafen geankert. Nicht empfehlenswert wenn stärkerer Wind aus Süden zu erwarten ist, letzen Dezember hat mindestens eine Yacht auf den Felsen ihren endgültigen Liegeplatz gefunden. Für Grosseinkäufe an Lebensmitteln lohnt es sich den örtlichen Cash and Cary "Calixto Y Estupinan" aufzusuchen und zu staunen wie viel man auf Gran Canaria für wenig Geld bekommt. In Puerto Rico habe ich nur einmal kurz festgemacht, hingegen ist Pto de Mogan sehr, sehr hübsch. Leider ist der lange Schwimmsteg entlang der Aussenmole während dem Dezember - Kuhsturm abgesoffen. Anfang Januar waren die Reparaturarbeiten noch nicht richtig angelaufen. Die Yachten die am erwähnten Schwimmsteg lagen sind über den ganzen Hafen verteilt, festgemacht. Dadurch waren die Platzverhältnisse sehr prekär. Scheinbar werden die Plätze von Yachten, auch wenn diese für ein paar Tage weg sind, nicht an Kurzzeitlieger vermietet. Wir haben vor dem Hafen geankert und konnten über die Nacht vor dem Torre de Control längsseits gehen. Warnung vor dem örtlichen Schiffszubehörhändler siehe eingangs dieses Abschnitts. Die Cofradia de Pescadores die den Slip und den Travellift betreibt, ist, nach Hörensagen, hilfsbereit. Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel vor Ort, teuer in der Marina, gut sortiert und etwas billiger am Ortseingang: nach rechts über die Brücke des Flüsschens und dann die erste Strasse links. Internet hat es am Ende der Restaurantzeile bei den Parkplätzen vor dem Ort, auf dem Weg zur Mole.

Tenerife
In Sta Cruz de Tenerife befindet sich im nordöstlichen Teil des südwestlichsten Hafenbeckens, durch eine breite Mole vom Passagierhafen und eine weitere Quermole vom Handelshafen getrennt, die Marina Atlantico. Man liegt ruhig und zu relativ moderaten Preisen. Einfahrt in den Handelshafen bei 28-27.3N /16-14.8 W. Nach der Einfahrt durch den Handelshafen nach Norden weiterfahren bis man die Einfahrt in die Marina auf 28-27.9N/14-59.4W erreicht hat (Beide Angaben Pico de las Nieves Datum). Der grosse Vorteil dieser Marina ist, dass man direkt im Zentrum liegt. Auch der gut sortierte Markt, auf dem Früchte und Gemüse viel billiger als in den Supermärkten erhältlich ist, ist nur einen Fussmarsch von der Marina entfernt. Es hat viele Dauerlieger, da die Verbindungen zum Flugplatz im Süden gut sind, wenn auch eine ziemlich lange Anfahrt dahin. Im Januar hatte es noch viel Platz, selbst für Kats. Unterwegs nach Süden hat es verschiedene Marinas die ich nicht besucht habe. Pto de Candelaria, ein Fischerhafen war brechend voll, ein Einrümpfer hätte vielleicht noch irgendwie einen Platz in dem steten Geschaukel gefunden. Ein beliebter Ankerplatz ist bei Pta de la Sarnosa 28-09.7N/16-25.5W. Selbst bei NE je nach gewählter Ecke noch geschützt. Zum Übernachten, nach meiner Meinung gut geeignet.
Versorgungsmöglichkeiten nicht gecheckt.

Las Galletas ist ein ansprechender, aber voller Hafen, Wir haben etwas abenteuerlich geankert, das war aber bei gleichbleibend ruhigem Wetter kein Problem. Man muss zwei Anker setzten, da zum Schwojen kein Platz ist. Es hat etliche Dauerlieger und es hat viel, viel mehr Boote als auf dem nebenstehenden Bild, da es nichts kostet. Auch etwas Schwell aber im Vergleich zur folgenden Küste -bei Winden aus dem IV. Quadranten - fast vernachlässigbar. Wir waren natürlich in Los Christianos wo im Winter scheinbar ein Teil der Ankerbeschränkungen nicht durchgesetzt wird. Auf jeden Fall hatte es auch weiter im Hafeninnern genug Platz zum Ankern, wenn auch die einlaufende, sehr lange und relativ hohe Dünung sich hinter den Booten brausend auf dem Strand bricht. Es hat einige Dauerlieger, da es auch hier scheinbar nichts kostet. Nach Bericht sei Pto de Colon total voll, wir waren nicht dort. Wir haben noch in El Puertito etwas nörlich von Pto Colon unter recht abenteuerlichen Bedingungen geankert. Da viel Schwell in die Bucht lief haben wir auf eine Anlandung mit dem Dingi verzichtet. Wahrscheinlich wäre es nur mit einem gleichzeitigen Vollbad möglich gewesen. So musste ich denn auch auf einen Welpen, weswegen wir extra hieher gesegelt waren, verzichten. Es sind allerliebste, rauhaarige Hunde, ausgewachsen mit etwa 35 cm Schulterhöhe, für ein Boot also nicht zu gross. Es seien gute Wächter und schauen, da sie ein Steh- und ein Lampohr (hängendes Ohr) haben, recht putzig in die Gegend.

La Gomera

In San Sebastian de la Gomera ist ein Becken für die Marina vom Hafen durch eine Mole abgetrennt worden. Man kann auch gegen das Ufer hin im Hafen ankern, aber aufpassen es wird schnell seicht, natürlich vor allem um die Flussmündung herum. Wenn man nahe Hochwasser ankert muss man an den Tidenhub von zeitweise über 2 m denken.

Die Marina hatte diesen Winter noch moderate Preise, ich weiss natürlich nicht wie sich diese in Zukunft entwickeln. Die Leute sind freundlich und hilfsbereit. Es hat ziemlich viele Dauerlieger und Boote deren Besatzungen gerade auf Heimaturlaub sind, hier. Einkaufsmöglichkeiten sind in der Nähe, da aber alles mit der Fähre herangeschafft werden muss ist die Auswahl nicht berauschend aber für den täglichen Bedarf genügend.

Mietwagen gibt's in der Nähe des Hafens und auch anderswo im Ort. Herumfragen lohnt sich wie immer. Das Restaurant "El Jardin de Gomera" ist weniger zu empfehlen. Auf jeden Fall muss man sich vorher über die Preise von allem erkundigen was man konsumieren möchte. Sonst stehen für unteren Imbisstubenstandard Erstklasspreise auf der Rechnung. La Gomera ist interessant und hat landschaftlich viel zu bieten. Die Insel ist vom Tourismus nicht überrannt, da kein Flughafen vorhanden ist. Besucher kommen mit dem Schnellkatamaran von Los Christianos oder mit der Fähre. Eine Strasse ist, wie auch an anderen Orten auf den Inseln, Calle Fred Olsen benannt, die Katamaranfähre wird von den Fred Olsen Lines betrieben. Es hat noch weitere kleine Häfen und verschiedene Ankerplätze an der Ostküste dieser Insel, die ich, da der Wind grad günstig für El Hierro war, nicht besucht habe.

El Hierro wurde, wie es bei mir mittlerweile üblich ist, mitten in der Nacht erreicht. Die Übersegelung von La Gomera war begeisternd, eine steife Brise ermöglichte schnelle Fahrt. Natürlich hatten wir erst anfang Nachmittag in San Sebbastian abgelegt. Der Hafen La Estaca (27-46.9N 17-53.9W) ist gegen die vorherrschenden Wind geschützt. Zur Zeit wird gebaut, es sind zusätzliche Tonnen ausgelegt. Natürlich hatte es den üblichen Schwell. Anlegen konnten wir nicht, da bereits drei andere Segelboote am einzig möglichen Platz am Quai lagen. Wir haben daher geankert, man muss aber genug Raum zwischen den Ankerliegern lassen, da die Boote durch die durcheinanderlaufende Strömung und wechselnde Winde verschieden schwojen. Es wäre am besten, wenn die Ankerlieger vermuren würden (Bahamian Syle) wie wir das am westlichen Ende des Atlantiks gemacht haben. Aber eben, es müssten es dann schon alle machen. Wir lagen auf jeden Fall ganz gemütlich. Ein anderer Segler getraute sich nicht einzulaufen, etwa 70 Fuss üA, er jammerte dann bei einem Kollegen über Funk er habe die ganze Nacht vor dem Hafen gewendet und gehalst, gewendet und gehalst. Eine Jammertirade die in der Folge des Törns bei uns noch ein paar mal zu Heiterkeit Anlass gab.

Es hat noch einen Hafen hinter der Südosthuk der Insel, La Restinga (27-38.4N 17-58.8W) den wir allerdings nicht besucht haben. Später haben wir dann erfahren, dass er, ausser bei südlichen Winden, ganz brauchbar sei und mehr Infrastruktur habe als La Estaca. Fehlende Infrastruktur ist das Problem von La Estaca. Es hat ausser einer kleinen Bar wirklich nichts. Man muss schon nach Valverde, ca. 11 km im Inselinneren, wo man dann auch Lebensmittel bekommen kann. Für einen Mietwagen telefonieren und die Leute bezirzen, dass sie den nach La Estaca bringen und am Schluss die Crew auch wieder retour. Sonst ist ein längerer Spaziergang, siehe oben, angesagt.

Nachdem wir so schnell und angenehm nach El Hierro gesegelt waren, stand uns nun ein langer Amwind - Schlag nach La Palma bevor. Zum Glück hatten wir steten wenn auch nicht starken Wind und kamen schnell vorwärts, aber wir mussten aufkreuzen. So waren wir denn erst gegen Abend endlich auf Höhe des Südkaps auf 28-26 N. Ein 16 m Einrümpfer der mehr Höhe am Wind lief konnte direkt anliegen, war aber nicht viel schneller. Im Lee der Insel entlang der Ostküste schlief natürlich der Wind ein und wir liefen unter einem Motor. Ich kam eben vom Waschraum wieder ins Cockpit (fast hätte ich gesagt auf die Brücke) als ich hinter uns, knapp neben unserem Kielwasser gestikulierende Leute auf dem genannten Segelboot sah. Im Moment nahm ich an, wir waren unter Autopilot, dass wir etwas nah vorbeigefahren wären. Als weiter Taschenlampen kreisten und einer mit der Ölzeugjacke, die mit einer Taschenlampe angestrahlt wurde, winkte, fuhren wir zurück und nahmen auch über Funk Verbindung auf. Denen war der Motor ausgefallen. Ich will hier nicht zu lang werden, wir haben sie nach Sta. Cruz de la Palma geschleppt und mit ihnen als Schleppverband im Paket angelegt. Ein Vorteil für uns, wir lagen aussen und sie hatten die sehr notwendige Leiter dabei.

La Palma

Die Insel, die mir am besten gefallen hat. Leider ist der Hafen, Santa Cruz de la Palma, für uns nicht erste Wahl. Normalerweise liegen die Yachten an der Innenseite direkt hinter dem Kopf der Mole. Wir hatten aber weiter drin, des Hafens, hinter einer Baustelle und vor einer nicht benutzten RoRo Rampe einen sehr guten Platz. Von da ist es auch nicht soweit in die Stadt. Man muss sich natürlich nicht an die grossen Reifenfender legen, sondern dazwischen und selber gut fendern. Es braucht lange Leinen und eine Leiter, da der Quai sehr hoch ist. Es hat weder Wasser geschweige denn Elektrizität.

Allerdings kam auch niemand kassieren. Die kleine Marina des Segelclubs ist total überfüllt, scheinbar kann man sich manchmal zwischen zwei Boote drängen. Geht mit einem Kat aber nicht.

Wie gesagt wir lagen gut. Mietwagen bekommt man am Fährenterminal und in der Stadt. Die Leute sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Einkaufsmöglichkeiten und die Fussgängerzone liegen praktisch direkt am Hafen. Eine sehr gute Tourismusinformation wo es viele tolle, farbige Hochglanzbroschüren (gratis) gibt, die wirklich umfassend über die Insel informieren. Sehenswürdigkeiten, Trachten, Feste, Sagen und Mythen, Wanderwege, Geschichte, einheimische Speisen, jedem dieser Themem ist eine der vorerwähnten Broschüren gewidmet. Verlangt auch den Prospekt mit den typischen Restaurants. Auf dem sind auch die Tankstellen eingezeichnet. Wir haben in Puntagorda in einem der erwähnten typischen Restaurants (Pino de la Virgen) gegessen und waren begeistert. Tolles Ambiente, inseltypische Gerichte und sehr freundliche und hilfsbereite Bedienung. Viele Einheimische aber auch ein paar Emigranten aus dem zu kühlen und nassen Norden. Versucht mal kanarische Kartoffeln (Papas Arrugadas, lecker) oder eine Zubereitung aus Gofio (gewöhnungsbedürftig) als Beilage. Wir haben mit Gofio auch Brot gebacken (sehr gewöhnungsbedürftig).

La Palma

ist nicht vom Massentourismus überlaufen, es kommen vor allem Naturliebhaber bzw. solche Wanderer. Die Insel zu erkunden lohnt sich sehr. Sie erinnert an Madeira. Die Strassen sind gut ausgebaut aber sehr, sehr kurvenreich und manchmal sehr steil. Ein Ausflug zum Roque de los Muchachos, dem höchsten Punkt der Insel lohnt sich. Er ist mit dem Auto zu erreichen, während einem kurzen Spaziergangs hat man einen tollen Rundblick über die Insel und sieht in den riesigen Krater Caldeira de Taburiente. Meist ist in diesem allerdings ein Nebelmeer. Das Bild kann den etwas unheimlichen Eindruck nicht wiedergeben. Irgendwie leicht schaudernd ahnt oder vermutet man unter dem Nebelmeer im Krater eine vergessene, unerforschte Welt...

An der Westküste liegt der inzwischen weiter ausgebaute Hafen Tazacorte. Er wird von Kreuzfahrtschiffen angelaufen und hat scheinbar eine Marina. Wir waren nicht dort, ich habe den Hafen nur vom Berg aus mit dem Feldstecher angesehen. Als wir dann unten waren, war der Abend schon sehr fortgeschritten, Alle waren, zu Folge Wandern und gutem Essen, müde und hatten zur Erkundung keine Lust mehr.

Das ist mein vorläufiger Bericht über die Kanaren. Etwas lückenhaft, aber ich hoffe meine Kenntnisse noch erweitern zu können. Allfällige Explorationsberichte würden mich freuen.

Jakob Staubli, SV James McDust



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Letzte Änderung / Last change: Dienstag, 15. Juli 2003