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Stellungnahme zu dem Artikel
"Zurück ins Kiwiland"

von Jörg Barczynski an Bord der "Trudel"
E-Mail: only plain text!
Klaus- P. Kurz, SY Atair hat darauf
eine Replikleft.gif 40x15 geschrieben

Die US-Coastguard nimmt die Aufgaben wahr, die sich bei uns zu Hause Küstenwache und DGzRS teilen, Polizei und Lebensretter in einem.

Die von Klaus Kurz als "halbgare Heinis" Bezeichneten sind bestens ausgebildete Seeleute, die oft genug ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um andere zu retten. Würde Kurz denn wohl auch die Kommandeure und Mannschaften unserer Seenotkreuzer als "halbgare Heinis" bezeichnen? Ich jedenfalls finde diese Bezeichnung unerträglich.

Leider müssen sie oft genug ihr Leben nicht nur bei der Rettung Schiffbrüchiger, sondern auch bei der Verfolgung von Drogendealern aufs Spiel setzen, denn letztere sind fast immer bewaffnet und nicht gerade zimperlich, wenn es um Menschenleben geht. Durch die Karibik läuft ein beträchtlicher Teil des Drogenschmuggels in die USA und die Dealer und Transporteure benutzen (leider) häufig harmlos aussehende Fahrtenyachten, um ihre Ware in die USA zu bringen. Ist es da verwunderlich, daß sich die USA wehren und versuchen, die Schmuggelschiffe bereits in der Karibik abzufangen? Dazu gehört natürlich auch das "Präsenz zeigen". Jeder Polizei-Schüler könnte Klaus Kurz dies erklären.

Und jetzt ein Wort zu seiner Empörung über Kontrolle in internationalen Gewässern. Die US Coastguard braucht keine faulen Ausreden für ihre Kontrollen. Sie handelt vollkommen legal nach dem Wiener Suchtabkommen, das 1993 auch von der Bundesrepublik Deutschland ratifiziert worden ist! Bei Verdacht auf Drogenschmuggel braucht die US Coastguard für das Aufbringen eines deutschen Schiffes das Einverständnis des Bundeskriminalamtes und ich bin sicher, daß im Zweifelsfall dieses Einverständnis zehn Minuten nach Aussendung der Anfrage auf dem kontrollierenden Coastguard-Schiff vorliegt. Danach kann die Coastguard an Bord des zu untersuchenden Schiffes gehen, und zwar notfalls unter Einsatz ihrer Waffen. Das ist dann nicht Piraterie, wie Klaus Kurz meint, sondern legaler Polizeieinsatz. Ich finde das auch gut so, denn Drogenschmuggel ist wahrlich kein Kavaliersdelikt.

Bleibt eigentlich nur, daß Kurz eine "höchst affektierte Stimme" im Funk gehört hat. Hut ab vor jemandem, der so etwas heraushört! Mein UKW-Gerät verzerrt Stimmen so sehr, daß ich zwar die Worte verstehe, aber bestimmt keine Stimmungen. Aus der Wortwahl ergibt sich manchmal, daß sich jemand "freundlich" anhört oder "kurz angebunden". Aber "affektiert"?

Vielleicht wäre es wirklich gut, wenn Kurz -seinem eigenen Vorschlag entsprechend- plötzlich seine Englischkenntnisse verlöre. Er könnte dann wenigstens auf den Weltmeeren die Deutschen nicht mehr durch seine eigene Arroganz blamieren.

Jörg Barczynski an Bord der "Trudel"
22. Mai 2005 - Beaufort,USA



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Letzte Änderung / Last change: Donnerstag, 26. Mai 2005