Karte gross |
Rinca und Komodo (Indonesien)
von Renate Urich
|
|
In Labuan Bajo trafen wir mit den beiden Yachten "Harlekin" und "MeNeVado"
zusammen und feierten Bernds Geburtstag. Sie waren bereits in Rinca, und wir sind auf dem Weg dorthin, um die Komodo-Drachen zu sehen. Rinca und Komodo sind die einzigen Inseln, wo diese Urzeit-Tiere noch existieren. Nach Rinca schlängeln wir uns durch die bezaubernde Rifflandschaft, die Riffe sind im Sonnenlicht gut zu erkennen, aber die Karten geben nur grobe Anhaltspunkte. Wir sind so irritiert, dass wir den Meeresarm, den wir ansteuern, zunächst gar nicht identifizieren und noch mal zurück fahren, aber dann steuern wir stur den von den Freunden genannten Ankerplatz an (8°29,35'S 119°52,38'E) und lassen den Anker auf 13m in die Tiefe rauschen. In Rinca kann man die Drachen sehen, ohne dass allzu viel Touristen-Rummel ringsherum herrscht. Wir wandern mit einem Ranger 4 Stunden über die Insel, sehen Wasserbüffel, Wild und sogar eines der wenigen Wildpferde - nur Winnetou hat noch gefehlt - aber leider finden wir nur die Drachen, die bei der Ranger-Station leben, keine im Gelände. Anscheinend sind sie woanders hingezogen, um dort zu jagen. Deshalb beschließen wir, doch noch zu der Insel Komodo hinüber zufahren und ankern vor dem Park-Eingang (8°34,29'S 119°30,22'E). Das Ticket für den Nationalpark hatten wir bereits in Rinca gekauft (20.000 Rp/Person), es gilt auch für Komodo; lediglich für den Ranger müssen wir noch mal bezahlen (30.000 Rp), und der Ankerplatz hatte in Rinca 4.000 Rp gekostet. Komodo ist nun wirklich touristisch. Die unvermeidlichen Andenkenverkäufer warten schon gleich hinter dem Eingang auf uns und unser Ranger hat offensichtlich keine Lust, uns herumzuführen; das war in Rinca netter. Wir verlassen dann auch diesen Platz und folgen dem Tipp eines Mannes, den wir in Rinca getroffen haben. Pantai Merah (= Red Beach), am NW-Ende der Insel Punja, soll ein wunderschöner Tauchplatz sein, wo bereits Jacques Cousteau jr. geforscht haben soll. Dort befinden sich mehrere große, kräftige Bojen, die tagsüber von Tauchschiffen benutzt werden; wem sie gehören, ist unklar, sie scheinen jedoch nicht in Privatbesitz zu sein. Wir liegen auf Pos. 8°36,34'S 119°31,4'E und fahren an den Strand an der Insel Komodo zum schnorcheln. Dort sind Bojen für das Dinghi. Wir treffen auf den schönsten Tauchplatz, den wir in Indonesien gesehen haben: ein vollkommen intaktes Riff mit Korallen in allen Farben des Regenbogens, Tausende von Fischen, die in ganzen Wänden vor unseren Augen stehen und vollkommen ruhig und zutraulich sind. Am nächsten Tag steuern wir noch einen anderen Platz an, der auch sehr schön sein soll, Gili Lawa Laut. Auch dort sind Bojen, alle 3 sind gut und für unser 30 Tonnen-Schiff geeignet. Wir liegen auf Pos. 8°26,88S 119°34'E. Aber die Tauchplätze hier, auch der Sea Mountain etwa 1sm nördlich, kann Pantai Mera das Wasser nicht reichen. Hier wurde - was leider in Indonesien sehr verbreitet ist (oder war) - mit Dynamit gefischt und viele Korallen sind zerbrochen. Am späten Abend haben wir noch ein eigenartiges Erlebnis: 3 junge Männer kommen in einem Fischerboot in unsere Bucht, einer davon mit einer Gesichtsmaske vermummt. Sie legen direkt vor unserem Bug ein langes Fischernetz aus, im Notfall kämen wir hier gar nicht mehr weg. Das ist uns nun doch nicht recht und wir bitten sie, das Netz wegzunehmen. Sofort sammeln sie ihr Netz wieder ein und legen es hinter uns wieder aus. Wir bedanken uns mit einer Runde Zigaretten. Wir fragen nach der Vermummung, es ist ein Sonnenschutz. Aha! Es sind nette junge Kerle, die einem harten Job nachgehen, ihren Fang dürfen wir bestaunen, es sind wenige kleine Fischchen. Wir packen am nächsten Morgen eine Tüte mit drei T-Shirts, Keksen und einigen Dosen Cola und verabschieden uns mit langem Winken! - Sumbawa Von Gili Lawa Laut aus fahren wir an der Nordküste von Sumbawa entlang. Auf der Länge 118°56'E passieren wir ein Dorf, wo riesige Dächer stehen, unter denen hölzerne Frachtschiffe gebaut werden. Mindestens 15 Schiffe sind hier im Bau; heute ist Sonntag, und die Arbeit ruht, auch im islamischen Indonesien, sonst hätten wir vor dem Dorf geankert und uns das ganze angesehen. Wir steuern die Bima Bay an und ankern etwa 5sm vor Bima vor dem Dörfchen Bonto (8°24,3'S 118°42,6'E). Vermutlich liegen wir mitten auf dem Hof des Dorfes, denn um uns herum herrscht reges Treiben: am späten Nachmittag verlassen mindestens 40 Fischerboote mit gewaltigen Auslegern die Bucht, wobei sie mehr als einmal nur ungefähr 2m an unseren hübsch lackierten roten Rumpf herankommen. In der Morgendämmerung kommen sie unter lautem Geknatter wieder zurück, die Fracht wird umgeladen auf kleinere Holzkähne und damit düsen die Frauen ab nach Bima, wo um 7 Uhr der Markt öffnet. Wir folgen wenige Stunden später in einem solchen lärmenden Holzkahn, es qualmt und ist ohrenbetäubend laut, aber wir sind strahlender Laune und ebenso die drei Jungen, die uns für 20.000 Rp hin- und zurückfahren. Der Markt in Bima ist wirklich sehenswert, und wir packen unsere Rucksäcke und Taschen randvoll mit Früchten und Gemüse. Hier sehen wir auch zum ersten mal die 1-achsigen Pferdekutschen ("cidomo"), die von einem dünnen Pferdchen gezogen werden; die kleinen Indonesier quetschen sich zum Teil zu viert in das Gefährt, aber Norbert und Manfred bringen durch ihr Gewicht das kleine Tierchen zum schweben, so dass es verzweifelt mit seinen Füssen zappelt. Auch ein Besuch in Bonto, unserem Ankerplatz, bringt uns und wohl auch die Dorfbevölkerung zum staunen. Es ist ein blitzsauberes kleines Dorf, die Hütten stehen auf Stelzen, und in den Gärten laufen Hühner und Kühe herum. Wir werden von einer immer größer werdenden Menge begleitet, einige Jugendliche sprechen etwas englisch und sind stolz, ihre Sprachkenntnisse anwenden zu können. Wir fühlen uns wie die Rattenfänger von Hameln. Ähnlich ist unser nächster Ankerplatz, das Dörfchen Paropa, (8°18,6'S 118°23,1'E). Die Bewohner erzählen uns, dass hier nur alle 3 Jahre eine Yacht ankert - da bilden wir heute anscheinend den 3-Jahres-Durchschnitt?! - Lombok Dann kommen wir nach Lombok. Nach Sumbawa ist dies hier schon sehr touristisch. Wir ankern auf Pos. 8°22,1'S 116°07'E vor einem traumhaft schönen Resort, wo gerade eine Crew der ARD für eine Fernsehreihe die schönsten Hotels der Welt filmt. Ein weiterer Ankerplatz befindet sich auf Pos. 8°24,3'S 116°04,4'E, man liegt hier gut geschützt gegen den SW-Schwell, der in Lombok schon recht unangenehm werden kann. Von hier kann man auch Ausflüge zu den Gili-Inseln unternehmen oder eine Inselrundreise über Lombok starten. La Rossa zieht weiter etwas südlich und ankert östlich der Landzunge Senggigi, leider etwas im Schwell (8°30,1'S 116°02,8'E). Man kann auch westlich des Kaps Senggigi ankern, die Bedingungen dürften aber ähnlich sein. Sehr zum Vergnügen der Zuschauer waren unsere Anlandungen und Abfahrten etwas nass. In den umliegenden Hotels konnten wir die Swimming Pools und Bars benutzen; wir starteten von hier zwei größere Inselrundfahrten - Lombok versetzte uns wirklich in Erstaunen. Wir hatten einen Landrover gemietet und eine Chinesin, die hier ein Hotel betreibt, kutschierte uns über die Insel. Wir fuhren sogar ins Bergland an die Flanken des Vulkans Mount Rinjani, wo ein ganzes Dorf nur vom Knoblauchanbau lebt. Lombok ist wirklich sehenswert! Die 53sm nach Bali legten wir über den Selat Lombok zurück. Wir hatten keine Ahnung, wie an diesem Tag die Strömung sein würde, die Erklärungen in unserem Cruising Guide blieben für uns ein Buch mit 7 Siegeln. Wir hatten lediglich herausgefunden, dass um diese Jahreszeit der Strom meist von N nach S läuft. Nachdem wir Hunderte kleiner Fischerboote, die aus der Ferne wie das Feld einer Windsurfing-Regatta aussahen, passiert hatten, erfasste uns der Strom mit voller Wucht, und wir legten die 53sm in nur 6 Stunden zurück. Auf den letzten 20sm vor Benoa bekamen wir allerdings kräftigen SW-Schwell aus dem Indischen Ozean auf die Nase, der zwar unsere Fahrt nicht bremste, der uns aber das Gefühl gab, in einer Achterbahn zu sitzen. Dann Bali: die Marina liegt auf Pos. 8°44,4'S 115°12,7'E. Es ist keine Luxus-Marina, aber es gibt alles, was man braucht, um sein Schiff für ein paar Tage alleine zu lassen und die Insel zu bereisen. Ein Wachdienst ist rund um die Uhr anwesend, es gibt Wasser, Strom, und der Preis ist bezahlbar. La Rossa kostete mit ihren 15.6m Länge pro Tag 19.20 USD incl. Steuern; der Preis wird dann zum aktuellen Wechselkurs in Rupiah umgerechnet. Wir hatten zuvor gehört, jedes Schiff würde hier ungebetenen Besuch durch Ratten bekommen - das Wasser in der Marina ist zwar nicht sonderlich sauber, aber keines der Schiffe, die wir hier kennen lernten, hatte Probleme mit Ratten an Bord. Das Wasser in der Marina ist nicht zum trinken geeignet, Trinkwasser ließen wir uns in 19-Liter-Behältern ("galon") direkt ans Schiff liefern; man kann sie über die Marina beziehen, wir verhandelten direkt mit dem Lieferanten und bezahlten 3.500 Rp/galon. Diesel bekommt man in der Marina für 2.600 Rp/Liter, an der Strassentankstelle kostet es 1.600 Rp. Strom und Wasser werden separat abgerechnet. Ersatzteile für den Motor gibt es bei den kleinen Händlern im Hafen, z.B. bei Citra. Sehr hilfreich für uns war Renate vom TO-Stützpunkt - sie kennen sich hier aus wie in Mutters Wurstküche! In der Marina kann man einklarieren, sofern dies nicht schon vorher geschehen ist, und man kann ebenso ausklarieren, und reist dann den Rest des Weges durch Indonesien als "Yacht in Transit". Auf jeden Fall muss man sich das Original des CAIT vor der Abreise aushändigen lassen, da dies für die Ausreise benötigt wird. Sightseeing in Bali ist ein unbedingtes MUSS. Wir haben dafür vorher eine Verabredung mit einem Taxifahrer getroffen und pro Tag 250.000 Rp bezahlt, für einen halben Tag 150.000 Rp. Benzin ist darin eingeschlossen. Sofern man keine besonderen Wünsche äußert, bringen die Fahrer einen zu Tanzaufführungen, die extra für die Touristen veranstaltet werden (Eintritt 50.000 Rp), und in Handwerkszentren, wo z.B. die Herstellung von Batiken erklärt und gezeigt wird, Silberschmieden, Holzschnitzereien, Webereien und andere Handwerkskünste. In einem dazugehörenden Geschäft kann man die Waren dann auch kaufen, aber niemand ist böse, wenn man leer wieder hinauswandert. Wir verbrachten 3 Tage in Ubud, dem Zentrum des "kulturellen Tourismus" von Bali. Es gibt wunderbare Hotels zu annehmbaren Preisen - aber unbedingt verhandeln! - und mit traumhaften Gärten, Swimming Pools, Bars und Restaurants. Von hier starteten wir unsere Ausflüge über die Insel, wobei "unser" Taxifahrer uns morgens am Hotel abholte und abends wieder zurückbrachte. Einkaufen in Ubud ist ein wahres Vergnügen, es gibt zahlreiche Geschäfte und niemand drängt einem etwas auf. In Ubud sollte man sich unbedingt eine Massage oder Maniküre gönnen; es gibt traumhafte "spas", die wir zuvor besichtigten und uns das schönste für unseren Geschmack und Geldbeutel aussuchten. Sogar unsere Männer waren hingerissen! Sie kamen mit neuem Haarschnitt, frisch rasiert und massiert aus dem Salon. Bali ist wahrscheinlich immer noch ein Paradies, wenn auch der Tourismus in den Zentren Kuta, Sanur und Nusa Dua eigenartige Blüten treibt. Wir stehen fassungslos vor der Stelle, wo vor genau 2 Jahren eine Bombe eine Diskothek in die Luft jagte und zahlreiche junge Leute ihr Leben lassen mussten. Viel zu schnell geht die Zeit vorbei. Wir hatten auch noch per Flugzeug einen Ausflug nach Java unternommen, um Jakarta und die berühmten Tempel von Borobudur und Prambanan in Yogyakarta zu besuchen. Auch Yogyakarta selbst ist eine sehenswerte Stadt mit einer engen, verwinkelten Altstadt, dem Kraton und dem alten Sultanspalast. Wir reisen von einem Märchen ins andere! - Borneo Mit Erschrecken stellen wir fest, dass wir für Indonesien viel zu wenig Zeit eingeplant haben. Im Oktober ändert sich das Wetter, der SE-Monsun wird allmählich schwächer und ab November dreht der Wind auf NW, d.h. spätestens Ende Oktober müsste man in Singapore sein. Wir wollen aber unbedingt noch den Orang Utans in Borneo einen Besuch abstatten. Von Benoa aus halten wir uns auf dem Weg nach Norden ganz dicht unter Land, um dem starken Südstrom in der Lombok-Strasse zu entgehen. Eine letzte Nacht vor Anker an Balis Küste (8° 31'S 115°30,7'E) beschert uns noch ein schönes Schnorchelerlebnis, und dann machen wir uns auf den Weg nach Kalimantan, dem indonesischen Teil der Insel Borneo. In den Nächten begegnen uns ganze Flotten von Squidfischern, sie sind alle gut beleuchtet - so etwas haben wir noch nie gesehen! Die Wache muss wirklich aufpassen, aber die Fischerboote liegen meistens weit auseinander und auf dem Meer ist genug Platz für alle. Borneo hüllt sich in dicken Qualm und die Küste ist nicht zu erkennen; der Rauch stammt von den weitläufigen Waldbränden, die gelegt werden, um an die tropischen Edelhölzer zu gelangen. Wir schalten sicherheitshalber das Radar ein, denn in dieser Gegend sind auch riesige Schleppverbände unterwegs, die in den Kumai River fahren wollen. Vor der Flusseinfahrt liegt eine Barre, die betonnt ist, aber die grüne Tonne sitzt zur Zeit nicht da, wo sie sein sollte. Zwei andere Segelschiffe sind vor uns aufgelaufen und kamen erst nach vielen Stunden wieder frei; wir beobachten die großen Fähren und sehen, dass sie diese Tonne bei der Einfahrt in den Fluss an Backbord liegen lassen. Man muss wohl auf alles gefasst sein. Wir passieren die Barre ohne Probleme und fahren nach unseren elektronischen Seekarten in den Fluss, an keiner Stelle haben wir weniger als 4m Wassertiefe, und das bei Niedrigwasser. Der Ankerplatz liegt gegenüber der Stadt Kumai auf Pos. 2°44,3'S 111°44'E. Der Ramadan, die 4-wöchige Fastenzeit der Moslems hat gerade begonnen und in der Nacht scheinen alle Muezzins von Indonesien in Kumai zu sein. Wir machen kein Auge zu, aber vielleicht ist es auch die Vorfreude auf unseren Dschungelausflug. Gegenüber vom Ankerplatz, unter einem gelben Dach residiert Harry. Er organisiert die Ausflüge in den Nationalpark und besorgt auch Diesel. Wir haben uns bei Harry für einen 2-Tages-Ausflug angemeldet. Da die Orang Utan-Stationen etwa 20km tief im Urwald liegen, machen 1-tägige Ausflüge keinen Sinn, es sei denn, man hat Spaß daran, mit einem der kleinen Speedboote über den Fluss zu rasen. Wir bezahlen pro Person 650.000 Rp für zwei Tage. Wenn man das Schiff nur zu zweit bucht, dann kostet es 950.000 Rp für zwei Tage. Darin eingeschlossen ist das Schiff, ein Führer, der Koch und der Fahrer, volle Verpflegung (köstlich!!) und Getränke, Eintrittsgelder in den Nationalpark sowie ein "boy" für jede Yacht, der während der gesamten Zeit dort ist und aufpasst, dass sich keine Ungebetenen an Bord begeben. Geschlafen wird auf dem Holzkahn, wir fühlen uns wie im Pfadfinderlager. Wir haben unsere eigenen Moskitonetze mitgebracht, Kissen und saubere Matratzen werden gestellt. Am Heck des Schiffes ist eine Dusche und eine Toilette, die wir unter viel albernem Gelächter benutzen. Gegen eventuelle Moskito-Attacken schützen wir uns mit den Moskitonetzen und viel Autan, aber als wir dort waren, hat es nicht geregnet und wir haben keinen einzigen Moskito gesehen. Da wir lange in den Tropen gesegelt sind, haben wir uns entschlossen, kein Malaria-Medikament zur Prophylaxe zu nehmen wegen der Nebenwirkungen, aber das muss jeder selbst entscheiden - natürlich kann es auch schief gehen. Wir haben zwar Medikamente für eine eventuelle Malaria-Behandlung an Bord, aber das kann in der Praxis alles anders aussehen. Das Orang Utan-Erlebnis jedenfalls haben wir sehr genossen und wir hätten es bedauert, wenn wir nicht dort gewesen wären. Orang Utans leben nur noch auf Borneo und Sumatra. Die kanadische Forscherin Dr. Burité Galdikas hat die Stationen im Tanjung Puting Nationalpark gegründet, um zum einen Orang Utans, die als Jungtiere in Gefangenschaft geraten sind, wieder auszuwildern, zum andern um kranke Tiere medizinisch zu versorgen, und außerdem, um den Tieren in ihrem immer kleiner werdenden Lebensraum eine Möglichkeit zu geben, sich ungefährdet zu entwickeln, zu paaren und ihren Nachwuchs aufzuziehen. Eigentlich wollten wir von Kumai aus nochmals an verschiedenen Inseln vor Anker gehen, aber es ist vollkommen windstill und wir wissen nicht, ob wir die restlichen 600sm bis Batam in der noch verbleibenden Zeit auch wirklich schaffen; also entscheiden wir uns für "durchfahren". Es wird eine lange, anstrengende Strecke. Die ganze Zeit über tuckert der Diesel, das Meer ist träge wie Öl, die Hitze wird immer drückender. In der Nacht muss einer von uns stets auf dem Posten sein; die vielen Fischerboote, die unterwegs sind, haben entweder nur eine kleine Funzel, die man kaum sieht, oder sie geben kein Radarsignal ab, manchmal erkennen wir Bojen und Netze nur im letzten Augenblick, aber es wäre ohnehin zu spät, dann noch auszuweichen. Auf 150°30'E überqueren wir den Äquator und feiern mit Champagner. Nach der Äquator-Taufe wird La Rossa noch zur Dieseltankstelle umfunktioniert und wir zapfen 300l Diesel aus unserem Tank, um ihn an drei andere Yachten zu verteilen. Also: in Indonesien Diesel bunkern, wo immer es möglich ist! Auf den Wind ist hier kein Verlass. Von anderen Yachten haben wir die Information erhalten, dass sie auf der Insel Serutu Diesel gekauft haben, dafür aber 5000 Rp pro Liter hinblättern müssen. Wir motoren bis zur Nongsa Point Marina, die man nur bei Tag anlaufen sollte; es ist aber ohne Probleme möglich, in den Riau Islands irgendwo zu ankern und das Tageslicht abzuwarten. Die Nongsa Point Marina liegt auf Pos. 1°11,8'N 104°05,83'E in einem Resort, das aber ein Geisterdorf zu sein scheint. Es gibt keine Gäste und auch nur wenige Yachten. Batam ist seit Anfang 2004 keine Freihandelszone mehr, aber Diesel und Bier sind immer noch billig. Für Diesel zahlten wir 2500 Rp/Liter (mit dem Marina-Manager verhandeln!) und eine Palette Bier (24 Dosen Bintang) kostet 130.000 Rp. Die Fahrt mit dem Taxi nach Nagoya kostet 150.000 Rp, es lohnt sich aber nur, wenn man Bier kaufen möchte, alles andere ist zu teuer und nicht von besonderer Qualität. Wir brauchten noch Motoröl (Shell Rimula X) und staunten über den günstigen Preis von 280.000 Rp/19 Liter-Behälter (in Nagoya neben dem Geschäft, wo wir das Bier kauften, die Taxifahrer kennen die Adressen). In Batam kann man ausklarieren, es wird alles in der Marina erledigt, kostet jedoch 250.000 Rp. Wer knapp in der Zeit ist, sollte allerdings nicht nach Batam kommen. Hier wird streng darauf geachtet, dass die Gültigkeit des Visum nicht um einen einzigen Tag überschritten wird. Das Visum wird hier nicht verlängert, die Leute von der Immigration sind extrem penibel und auch im Notfall nicht zu irgendwelchen Zugeständnissen bereit - im Gegenteil - es kostet pro Person 20 US$, wenn man einen einzigen Tag zu lang bleibt. Besser ist es, in Bali das Visum vorsorglich verlängern zu lassen, dann kommt man am Schluss nicht in Zeitnot. Wer von Batam mal nach Singapur fahren will, muß jedes mal ein neues Visum kaufen: 3 Tage = 10 US$ / 28 Tage= 25 US$ - Singapore Wer Singapore besuchen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Man geht am besten in eine der Marinas - wir waren in der Raffles Marina (Pos. 1°20,58'N 103°38,08'E) und fühlten uns dort pudelwohl. Die Marina liegt zwar etwas abseits, aber es gibt einen eigenen kostenlosen Shuttle-Bus, der 10mal pro Tag zur nächsten U-Bahn-Station (MRT) fährt. Von dort kommt man überall hin. Die Raffles-Marina bietet die Möglichkeit, die Immigration in der Marina vorzunehmen. Dazu kommt ein Beamter in die Marina, man bezahlt 50 SGD für das Taxi, tun sich mehrere Yachten zusammen, dann wird der Preis aufgeteilt. Der Gang zum Harbourmaster kostet pro Yacht 100 SGD; das erledigt man billiger selbst, und es ist keine große Affäre, die Angestellten im Marina-Büro erklären den Weg. Der Immigrations-Beamte fragt, wie lange man in Singapore bleiben möchte; das wird dann in den Pass eingetragen, man kann also mehrere Wochen dort bleiben. Wir zahlten in der Raffles Marina 57,75 SGD/Tag (1€=2,085SGD) plus Strom und Wasser. Ab einem Mindestaufenthalt von 7 Tagen sind die ersten 3 Tage frei. Die Marina bietet allen Luxus, den ein "geplagter" Segler braucht: Swimming Pool, Duschen, Toiletten, Hand- und Badetücher, Restaurants, Bars, ein Business Center mit Telefon, Kopierer, Fax. Von der Marina aus fährt ein Bus 10mal pro Tag zur nächsten U-Bahn-Station, und von dort benötigt man dann - je nach Ziel - noch mal etwa 1 Stunde bis in die Innenstadt. Singapore ist ein Einkaufsparadies, vor allem für Elektronik-Artikel und Kameras. Die Stadt ist supermodern und sehr sauber, was man von den umgebenden Wasserstrassen leider nicht behaupten kann. Man kann tagelang durch Einkaufszentren über und unter der Erde bummeln, und es ist kein Problem, sein Geld loszuwerden. Es gibt fantastische Friseure, Restaurants aller Arten und Geschmacksrichtungen, Cafes, und spannende Supermärkte, aber auch einen deutschen Supermarkt (615 Bukit Timah Road) und eine "Swiss Butchery" (30 Greenwood Avenue), wo wir uns mit Fleisch, köstlichstem Schinken, Leberkäse und Wurstwaren eingedeckt haben. Singapore bietet aber auch sonst noch einiges, was sehenswert ist. Wir haben eine Bootsfahrt in der Innenstadt gemacht und vom Wasser aus die "alten" Gebäude bewundert, haben in der "Long Bar" des Raffles Hotel einen Singapore Sling geschlürft und die Erdnussschalen auf den Boden fallen lassen, wir waren in der China-Town - dort gibt es ein ausgezeichnetes Museum über das Leben der Chinesischen Einwanderer in Singapore - und wir waren im Nacht-Zoo. Toll! Nach zwei Wochen Großstadt und "Kaufrausch" hatten wir genug und sehnten uns wieder nach einem friedlichen Ankerplätzchen. |
