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Santa Cruz de La Palma, La Palma ESP von Wolf-Walter Ernst
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Santa Cruz de La Palma ist der große Fähr- und Frachthafen der schönsten Inselhauptstadt der Kanaren, im Innern liegt separiert der kleine Fischereihafen. In diesem liegen einige einheimische Yachten, Platz für Transityachten gibt es dort jedoch nur in Ausnahmefällen und Absprache mit den Fischern.
Ankern ist theoretisch vor dem Fischereihafen erlaubt, praktisch möglich ist es dort aber wegen der zahlreichen Kleinboote an Moorings kaum. Wer es doch versucht, muss sein Schiff durch einen Heckanker am Schwojen hindern. Das ist nötig, da der tagsüber auflandige Wind nachts regelmäßig und oft kräftig ablandig weht. Der Manöverraum drehender Fähren und Frachter darf aber nicht behindert werden. Yachten legen daher generell längsseits an den Molen an. Das muss allerdings in Absprache mit dem Hafenpersonal geschehen, da Santa Cruz stark frequentiert wird: tags und auch nachts laufen Fähren ein, Containerfrachter und RoRo-Schiffe haben ihre festen Termine und zahlreiche Kreuzfahrer besuchen der Hafen. An einem Tag im November 2002 lagen fünf große Kreuzfahrt-Schiffe an den Molen des Hafens! Die ETA's und die bestellten Liegeplätze der Großschifffahrt sind jeweils für eine Woche im voraus verplant, man muss also wissen, wo wann eine Lücke frei bleibt. Da das Anlegen wegen des Schwells, Tidenhubs und der starken Winde (nachts stark von Land) sehr aufwendig ist, sollte man die Hafenmeister vor dem eigentlichen Anlegen kontaktieren und Zeit und Platz abklären. Das hört sich komplizierter an als es ist, denn fast immer wird das Hafenpersonal, kenntlich an ihren hellbraun-grundigen Uniformen, per Jeep zur Stelle sein, wenn eine Yacht Anstalten macht, irgendwo an der Mole längsseits zu gehen. Entgegen manchen Aussagen sind diese Leute Seglern gegenüber recht aufgeschlossen, ihr Chef, der Hafenkapitän Carlos Conceptión ist selber Segler, und der Hafen von La Palma beherbergt jedes Jahr das beliebte Weihnachtstreffen der Großsegler und Yachten. Wenn der Skipper der ankommenden Yacht weiß, dass er fragen muss, wo er von wann bis wann ungestört liegen bleiben kann, dann wird man ihm einen geeigneten Platz anweisen. Wenn er sich aber lediglich empört, dass der von ihm selbstherrlich gewählte Platz offenbar seit Tagen für einen am nächsten Tag einlaufenden Containerfrachter verplant ist, wird man allerdings irgendwann die Lust an der Gastfreundschaft verlieren. Ein paar Spanischkenntnisse wären nützlich; zwar spricht man in der Leitung des Hafens sehr gut Englisch, doch die Leute auf den Molen - ihre spanische Bezeichnung lautet Guardamuelles, also Molenwärter - sind einfache Menschen ohne höhere Englischkenntnisse. Man sollte also ein bisschen Geduld haben. Sollte jedoch niemand auf der Mole sein, geht ein Crewmitglied an Land und zum Dienstraum am Hafenausgang, während die Yacht ein paar Kreise dreht. Wenn dort niemand ist, hilft ein Blick in einen Schaukasten am Bürogebäude unmittelbar außerhalb des Ausgangs. Dort hängt der aktuelle Belegungsplan der Molen für eine Woche im Voraus aus. Einklariert wird tagsüber im Hafenamt außerhalb des Hafens. Strom und Wasser gibt es nicht (jedoch: Wasser kommt in dringenden Fällen aus dem armdicken Anschlüssen für die Frachtschifffahrt an Bord. Die hilfsbereiten Guardamuelles setzen Reduzierstück auf Reduzierstück um auf das Stutzen-Maß einer Yacht zu kommen und am Ende geht mehr Wasser verloren, als in den Tank gelangt, aber sie machen es möglich). Sehr gepflegte Sanitäranlagen in der neuen Fährabfertigung können genutzt werden. Im inneren landseitigen Hafenbereich ist durch eine Quermole ein kleines Becken an einer der bisherigen Fähr-Rampen teil-abgetrennt. Hier entsteht ein kleiner Yachthafen. Wenn die dort liegenden Arbeitsboote das zulassen, können Yachten hier, wiederum nach Absprache mit dem Hafenpersonal, einen Platz längsseits des Kais finden. |
