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Zu dem Artikel über die Malediven im Juli Heft würde ich noch gern etwas hinzufügen.

von Ortwin Ahrens o.ahrens@igrin.co.nz

Es ist schon eine Reihe von Jahren her, seit ich am Schiffbau für die Regierung der Malediven beteiligt war und dadurch auch enge Kontakte mit Einheimischen und Regierungsstellen hatte und die Einstellung und Politik der Malediver besser kennenlernte.

Die Menschen auf den Malediven sind ausnahmlos Moslems und durch die Abgeschiedenheit der Inseln relativ unverdorben von den negativen Einflüssen durch Kontakte mit Ausländern. Es ist noch nicht lange her, da war es ihnen sogar verboten, mit Ausländern überhaupt zu sprechen. Das läßt sich durch den Tourismus nicht mehr aufrecht erhalten. Der Tourismus ist absolut nötig für die Ökonomie, aber die Regierung bemüht sich, die Kontakte mit der Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. So werden die Besucher gleich mit Booten von der Flughafeninsel Hulule zu ihrer Resortinsel gebracht, wo sie möglichst auch bleiben sollen, bis sie wieder abfliegen.

Segler sind nicht so einfach unter Kontrolle zu halten und statt mit Verboten wird ihnen durch hohe Kosten die Weiterreise schmackhaft gemacht. Das gibt es nicht nur dort. Wie war das noch auf Helgoland?

"Ausbooten, ausbeuten, einbooten". Die Einnahmen sind natürlich das Hauptmotiv. Eine kleine Episode macht das deutlich: Beim Abschluß meiner Arbeiten in Male wurde ein kurzer Besuch auf einer der Resortinseln arrangiert. Ich meldete mich höflicherweise bei der Rezeption und sagte, daß ich mir gern einmal das Resort ansehen würde. "Das macht US$ 5.- " war die Antwort.

Nicht nur El Nino hat die Korallen geschädigt, es sind hauptsächlich die Abwässer von der Hauptstadt Male und natürlich auch der Resortinseln, die gar keinen Platz für Kläranlagen haben. Ich habe schon damals kaum noch lebende Korallen gesehen. Für die Mehrzahl der Touristen mag es genügen, die vielen kleinen bunten Fische zu sehen, aber für Taucher, die die abgelegenen Inseln im Südpazifik kennen, ist es enttäuschend.

Mit freundlichen Grüßen,
Ortwin Ahrens SY Vahine, New Zealand



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Letzte Änderung / Last change: Freitag, 27. Februar 2004