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Malediven - Zauberwort für kleine
Inseln, Sandstrand und Palmen.
Auch die Taucher kennen das bequem zu erreichende Reiseziel, das durch
einen kurzzeitigen Wasser-Temperaturanstieg viel von seiner Korallenleuchtkraft
eingebüßt hat. Wer aber als Segler auf dem Weg von Asien, Afrika oder
dem Roten Meer kommend, einen kurzen Stop einlegen möchte um mit Großfischen
zu schnorcheln oder zu tauchen - "kihine" (Hallo auf Maldivisch).
Eine richtige Urbevölkerung gibt es auf den Atollen (das Wort "Atholu"
kommt ursprünglich aus dem Malediven) nicht. Aber bereits vor 1500 Jahren
kamen die ersten Einwohner von den Tamilen. Wie gut, daß unsere Seekarten
nun weit besser sind, denn viele weitere Einwohner sind die Nachfahren
von Schiffbrüchigen.
Den kurzen Besuch der Portugiesen merkt man nicht mehr und auch der
Aufenthalt der Engländer schlägt nur noch in der Sprache nieder - fast
jeder versteht English. Die Inseln sind fest im Griff mehrer Großfamilien
(offiziell aber Republik) und Staatreligion ist der Islam. Dem Staat
gehört alles, er ist aber sehr spendabel mit Zuteilung von Land, Kokusnusspalmen
und Fischrechten. Mehr gibt es aber auch nicht. Alles Weitere muß eingeführt
werden und so verwundert es nicht, daß die Lebenshaltungskosten etwas
teurer als in Asien sind.
Segelinfo:
NEU: Segler können ab sofort (Ende
2002) auch in Uligan ein- / ausklarieren (dem saubersten Dorf meiner
Weltreise). Außer 4 U$ Ankergebühr entstehen keine Kosten.
Ein Agent ist nicht nötig. Nach Anruf VHF # 16 wird mit einer Armada
von bis zu 7 Offiziellen ihr Boot "gestürmt", aber sehr
freundlich und kompetent behandelt. Im Schnitt laufen 120 Jachten /
Jahr diesen "Hafen" an. Das Mobilnetz (prüfen sie den
Roomingvertrag ihres Providers) funktioniert gut. Diesel kostet ca.
0,60 U$/l. Wäscheservice und Wasser sind zu haben. Reparaturen
oder Internet sind auf dieser Insel nicht möglich. Auch ein Crew-wechsel
(theretisch möglich) gestaltet sich schwierig, da die Insel nicht
von regelmäßigen Fähren angelaufen wird. Dies müßte
dann also vorab geklärt sein. Crewmitglieder die hier aussteigen
wollen, benötigen bereits vor der Ankunft ein Flugticket aus dem
Land. Uligan - die nördlichste Insel der Malediven (7°05,1N
72°54,9E) hat keinen Flugplatz!
Der lokale (spricht Englisch) Agent kann aber hier
im Vorfeld organisieren und klären:
Ahmed Abdulla, Tel: +960 310096 email: antmarin@dhinet.net.mv
, website: http://www.alliancemarine.com.mv
Kommen sie von Süden dürfen sie in Hithadhoo
im südl. Atoll anlegen. Dies ist aber kein regulärer Einreisehafen
- aber hier eine Besonderheit. Am Freitag (ihren Sonntag) arbeiten alle
männlichen Einwohner und Segler für die Kommune, während die Damen und
Seglerinnen ein gemeinsames Essen kochen.
Warum sie als so teuer verrufen sind ist unklar.
Kosten:
Die Ein- und Ausreise ist kostenlos und sollten sie nur bis zu 15 Tage
in Male ankern, werden auch keine Hafengebühren fällig. Bequemere müßen
für einen Agenten (der einzig empfehlenswerte ist Amsco Ltd.) ca. 150
Euro einkalkulieren (Rufen sie Amsco auf VHF # 77) - dies ist aber keine
Pflicht. Ab dem 15 Tag kostet der recht tiefe (40 - 50m) Ankerplatz
NW von Male 45 MR (Malaisischer Rupee), linear ansteigend bis zum 90
Tag / 150 MR. Ab dann kostet jeder Tag unabhängig von der Schiffsgröße
150 MR. Diesel und Benzin sind gleich teuer - 1 Ltr. kosten ca. 0,35
Euro. Verpflegung kann in ausreichender Qualität, Menge und Auswahl
in vielen Kramerläden oder Supermärkten gekauft werden.
Da aber
alles (außer Fisch und Kokusnüsse) importiert werden muß, ist es ca.
30% teurer als in Asien. Ein Spaziergang durch die "dichtest besiedelte
Hauptstadt der Welt" lohnt aber allemal. Wie ca. 750 Taxis auf einer
Fläche von 1,5 qm² unterzubringen sind - davon überzeugen sie sich selbst
(die einfache Fahrt egal wohin, nun weit geht es ja eh nicht, kostet
ohne Gepäck 10 MR und mit 15 MR. Direkt gegenüber der Male Port Authorities
(MPA) an der Uferpromenade finden sich Schlosser (Edelstahl wird qualitativ
recht gut und günstig verarbeitet), Mechaniker mit modernsten Anlage,
Elektriker und Klimatechniker sowie 2 kleine Yachtausrüster. Im Zentrum
kann ihnen bei Elektronischem Gerät oder Computerproblemen geholfen
werden - nur mit Marinas, Krananlagen oder Molen sieht es nicht gut
aus - es gibt keine. Da sie, wenn, nur den MPA Port nutzen dürfen (Absprache
nötig mit dem Agent) kostet ein Anlegen für eine "Jacht im Notfall"
ca. 15 Euro / Tag. Moorings hat seinen Standort im April 2001 aufgelöst.
Möchten sie weitere Stops auf den Inseln machen, muß das (eigentlich!)
durch das Tourismusministerium genehmigt werden (da nicht alle Inseln
angelaufen werden dürfen). Alkohol werden sie in Male vergeblich suchen,
aber sobald sich ein Resort auf einer Insel befindet - gibt es auch
eine Bar für den SunDowner.
Ruhig und flacher ankern sie im Farukholusushi Atoll (N des Flughafens)
- die Wassertaxikosten, dem Dohni liegen dann bei ca. 10 Euro und beträgt
30 Min. bis zur Stadt. Wollen sie mit dem eigenen Dinghy an Land dürfen
sie nur im Bereich des Commercial Hafens in der NE Ecke anlegen. Die
anderen Kleinhäfen sind nur für Innländische Boote mit Registrierung.
Zuwiederhandlung kostet 300 MR Strafe.
Visum: Für EU Mitglieder wird direkt
bei Ankunft von der Emigration ein 1-Monat Visum ausgestellt. Dieses
ist ohne Problem bis zu 3 Monaten verlängerbar (750 MR) und gilt für
Reisen fast aller Inseln (s. Sondergenehmigung). Crew-wechsel ist ohne
Probleme möglich.
Einklarierungshäfen:
Male und Uligan (da sie sonst die Anreise der Emigration bezahlen müßen)
Gesundheitsrisiken: keine
Zeitzone ist UTC + 5 Stunden
Internet / Tel:
Internet gibt es zur Zeit 5 mal in Male mit recht guter Geschwindigkeit
(ca. 10 Euro / h). Das Deutsche D1 Mobilnetz ist auf fast allen Inseln
funktionsfähig - ein senden / empfangen von SMS war mir aber nicht
möglich?
Währung:
http://cyberstation.net
Malediven Rupee (1 EU = 15,5 MR / Apr 2004) Banken sind Freitags geschlossen,
es werden aber fast überall U$ zum gültigen Tageskurs akzeptiert
Links:
maldivesinfo.ffm@t-online.de
(Fremdenverkehrsamt Malediven in D) ,
http://www.visitmaldives.com/,
weitere Länderinfos meiner Weltreise finden sie unter: http://www.skipper-wws.de
Wetter:
http://www.wetteronline.de/segel_asie.htm
Zwei Hauptwinde bestimmen das Wettergeschehen der Malediven. Ab Anfang
Dezember bis Ende Februar der NE Monsun und von April bis Oktober der
SW Monsun. Die höchste Niederschlagsmöglichkeit zu den 80% Luftfeuchtigkeit
liegt zwischen Mai und Juli mit bis zu 17 Regentagen. So nahe am Äquaor
sind Starkwinde oder gar Orkane extreme Ausnahmen aber in Gewitterboehen
kann es kurzfristig bis 40 kt Wind geben. Luft und Wasser sind ganzjährig
konstant fast 28 Grad. Beachte: die lokalen
Tidenströme zwischen den Inseln und den Riffeingängen von max. 1m Tidenhub,
können bis zu 5 kt ausmachen (Ankergrund?). Der normale Strom setzt
mit ca. 0,3 kt mit Windrichtung.
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