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Mobile Maststufen - eine sinnvolle Alternative

Horst Werner Marschall, SY Wendy M., z.Z. Madeira
E-Mail: hwmarschall@web.de

Maststufen sind vor allem für Blauwasser-Segler eine schiere Notwendigkeit und dem mühsamen Hinaufwinschen einer Person allemal vorzuziehen, keine Frage.

Eine Zierde sind sie jedoch nicht gerade. Deshalb gibt es zahlreiche ­ mehr oder minder zweckmäßige ­ Lösungen und Hilfsmittel, um auch auf andere Weise möglichst schnell und sicher in den Mast zu kommen. Die meisten dieser Alternativen sind im einzelnen häufig sehr gewöhnungsbedürftig.

Als Blauwassersegler zeige ich hier eine relativ einfache, gleichwohl professionelle Variante zum Thema Kletterhilfe, die ich mir bei meinem polnischen Rigg-Meister abgeschaut habe, der damit praktisch in jeden Mast kommt und dies meistens auch ganz alleine. Dieser Vorschlag hat den Vorteil, auch auf hoher See im Notfall auch ohne zweite Person auf mobilen Maststufen sicher in den Mast zu kommen.

maststufen03.jpg 400x371 Der Kern des Vorschlags ist ein kräftiger relativ steifer, ca 80 ­ 100 mm breiter Textilgurt in Länge der Masthöhe. Am oberen Ende des Gurtes wird wie beim Großsegel ein "Kopfbrett" angenietet, in das später das Großfall eingeschäkelt wird. Das untere Ende wird zu einer kräftigen Schlaufe gearbeitet, in die der Gurt mit einem Schäkel am Mastfuß angeschlagen wird. Am Gurt werden nun ­ wie an einem Brett ­ jeweils links und rechts kräftige breite Gurtschlaufen als "Trittstufen" befestigt. Die Breite dieser Gurtschlaufen sollte mindestens 80 mm betragen, am besten aus dem gleichen Material wie der Gurt sein. Die Gurtschlaufen werden jeweils oben und unten am Gurt aufgenäht (wahlweise mit je zwei/drei Niro-Blindnieten und außen überbreiten Niroscheiben breitflächig angenietet oder mit Niro-Schrauben angeschraubt).

maststufen04.jpg 400x504 Der Clou:
Damit die Gurtschlaufen beim Hineinsteigen nicht schlaff herabhängen und somit den schnellen Fuß-Einstieg erschweren, befestigt man zusätzlich an jeder Schlaufe einen kräftigen Gummistrop (Details siehe Foto), der die Schlaufen vor dem Hineinsteigen hoch hält. Die (vor-)letzten Schlaufen im Masttop sollten auf gleicher Höhe enden, um dort für irgendwelche länger dauernde Arbeiten einen stabilen Stand auf beiden Beinen zu haben.

Um Pendelbewegungen des Gurtes zu vermeiden, wird der Mastgurt an der Webkante jeweils in Gurtschlaufenhöhe mit passenden Mastrutschern versehen, die in die Mastnut eingeführt werden. Mit dem Großfall stramm durchgesetzt lässt sich diese Vorrichtung als mobiles Maststufensystem nun schnell und sicher einsetzen. Die üblichen Sicherheitsmaßnahmen (wie Sicherheitsgurt, ggf. eingepicktes Hilfsfall, Bootsmannstuhl etc.) gehören natürlich auch hier dazu.


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Diese Vorrichtung hat aber den entscheidenden Vorteil, dass man zügig Schlaufe für Schlaufe in den Mast kommt, eine zweite Person nur die Sicherheitsleine stufenweise durchsetzen muss, nicht aber häufig mühsam das Gewicht des Kletterers hinauf-winschen muss, d. h. es geht notfalls auch ohne zweite Person. Wartungs- bzw. Reparaturarbeiten im Mast müssen mit dieser stabilen Lösung nicht länger ein Albtraum sein. Man steht in diesen mobilen Maststufen wirklich fest und sicher.


maststufen02.jpg 400x439 Fazit: (Mobile) Maststufen ja, aber nur dann, wenn man sie im Mast auch wirklich braucht. Aufgerollt wie ein Feuerwehrschlauch und in einem passenden Sack verpackt lässt sich dieses mobile Maststufensystem schnell und einfach einsetzen und verstauen.

Die relativ kräftigen Materialien, die hier zum Einsatz kommen, sollten handwerklich nicht versierte Segler besser bei einem Sattler/Segelmacher herrichten lassen.

Materialkosten je nach Masthöhe für Gurte, Gummistrops, Mastrutscher, Nieten und Scheiben ca. 100 bis 180 €



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Letzte Änderung / Last change: Mittwoch, 30. Juli 2008