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Unser Aufenthalt in der Karibik

von Johan und Edith Meijer, SY. Mignon
E-Mail: johanmeijer44@web.de

St. Lucia vermittelte uns als erste Insel das Karibische Flair. Es passte ganz gut zu unserem an die Hitze angepassten Arbeitsverhalten. Nur nicht hasten, alles mit Ruhe angehen lassen. Sehr schön empfanden wir die grünen Berge vor den weissen Stränden, die fast immer mit Kokospalmen geschmückt waren. Viele unserer Ankerplätze erfeuten uns mit diesem Bild: Rodney Bay, Marigot Bay, Soufriere auf St. Lucia, dann auf Martiniqü St. Anne, wo wir das Weihnachtsfest im Kreise unserer alten Bekannten ( auch einigen nicht ARC Teilnehmern) feierten.

Es hatten sich viele dort eingefunden, um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Der Touristenverein von St. Anne gab sich alle Mühe, uns Weihnachten nahe zu bringen. Das Krippenspiel war eher als Gaudi zu betrachten. Die Akteure nahmen es nicht so genau mit dem Drehbuch(besonders nicht die Ziegen) ! Das milde Klima mit 28Grad Tagestemperatur liess uns nicht wie Zuhause nach Glühwein lechzen, nein, es war eher kühles Bier gefragt beim Hl. (Grill)Abend auf der Mignon.

Die Reise von Johan in die Heimat liess mich für 10Tage wieder allein an Bord und dank der guten Segelkameraden sicher und gut bewacht an dem Ankerplatz verbringen. Nur die Mücken haben mich gestört. Bei Landgängen wurden sie zur Plage, auf dem Schiff konnte ich sie durch Zitronenkerzen und Moskitonetze fernhalten. Bei den Ausflügen mit dem PKW lernten wir auch das Innere von Martinique kennen. Wir genossen den europäischen Standart. Es war deutlich, dass es den meisten Menschen auf Martinique besser geht als auf St. Lucia. Ins Neü Jahr bin ich auf Österreichische Art gekommen. Johan war bei seinen Kindern und Schwester in NL. Auf der Salina wurde zum Jahreswechsel der Donauwalzer geschaukelt. Natürlich waren wir vorher durch viele Köstlichkeiten aus allen Küchen Europas gut gesättigt. Nach Johans Rückkehr bewegten wir ins wieder in Richtung Süda wir uns für die Weiterreise noch in dieser Saison entschieden haben. Die nördlicheren Inseln der Karibik wollen wir dann auf dem Rückweg in das Mittelmeer über Südafrika, Brasilien besuchen (falls alles gut geht).Von Martinique aus segelten wir zurück nach St. Lucia in die Rodney Bay, machten einen Stop bei den Pitons, um dann doch die nach unseren Informationen unsichere Insel St. Vincent anzulaufen. Wir waren aber in einer Gruppe von 5 Schiffen, von denen zwei bereits länger in der Karibik kreuzen. So fühlten wir uns sicher genug, sogar eine Wanderung durch den Regenwald zum Krater des Vulkans Soufriere zu machen (allerdings mit einem Guide).

Die Anstrengung ( 4Std. Aufstieg durch den Regenwald auf 1200Meter und dann 3Std. Rückweg) war es wert. Auch war St. Vincent wieder anders als die schon bekannten Inseln. Die sehr dunkelhäutigen Menschen sind dort auch aufdringlicher. Wahrscheinlich weil sie ärmer sind. Die boat-boys wurde man gar nicht mehr los. Sie kamen zum Teil mit 5 Boten gleichzeitig auf unser Schiff zu. Sie boten immer wieder Fisch, Lobster, Grapefruits, Limes, Papaya, Mangos, Bananen...... an. So hatten wir es vorher zwar schon mal gelesen, aber selbst erlebt ist es doch anders. Einerseits hat man ja auch Verständnis für deren Situation. Sie können nicht dieses vermeintliche Paradies verlassen, haben keine Chance Arbeit zu bekommen und müssen sich halt so auf diese Weise durchschlagen. Andererseits macht es den Aufenthalt nicht angenehm, wenn man ständig Leute abweisen muss.

So versuchten wir die wenigen Lebensmittel, die wir noch brauchen konnten, nämlich Bananen, Mangos und Limes, in kleinen Mengen mal bei dem Einen und Anderen einzukaufen. Die Grapefruits haben wir hier auch schätzen gelernt. Sie schmecken keinesfalls bitter, sondern sehr angenehm süss. In die Bucht Wallilabou Bay (mit der Filmkulisse von bekannten Karibikfilmen), schauten wir nur kurz hinein, um den Törn nach Bequia fortzusetzen. Die Admiralty Bay dieser Insel war mal wieder ganz nach unserem Geschmack!! Sicherer Liegeplatz mit schönen Stränden und einem Ort mit Markt, Restaurants, Schiffsausrüstern und hier zur Zeit sogar Musikfestival. Es fiel uns schon schwer, diesen schönen Platz zu verlassen. Der nächste Ankerplatz war etwas ganz Besonderes: die Tobago Keys. Mit seinen vielen Riffs, durch wenige Inseln unterbrochen, die viele Ankerplätze und kristallklares, blaues Wasser ist es dort genau so, wie man sich die Karibik vorstellt. Leider gibt es auch viele Ankerlieger.

Aber alle wollen dieses Kleinod besuchen, natürlich auch die Keuzfahrtschiffe. Es lagen täglich andere Riesen vor der Hauptinsel. Beim Riffschnorcheln konnten wir die Urlauber dann beobachten, wie sie unkundig auf die Korallen trampelten. Wir genossen diese traumhaft schöne Unterwasserwelt wie auch die Landschaft bei einem von uns angeregten Pot luck. Da waren wir Yachties Abends dann wieder unter uns beim Lagerfeuer und genossen die von jedem mitgebrachten Leckereien in den Pots.


Es ist eben Glück, dass man so nette Leute um sich hat und dazu so leckere Gerichte essen kann. Von den Keys motorten wir die kurze Entfernung nach Union Island. Dort war wieder Zivilisation und Tourismus. Wir besuchten den TO Stützpunkt (Pelikan Bar)und das Lokal von Lambi, wo wir von einer einheimischen jungen Lady zu heissem Limbotanz animiert wurden. Bei uns Weissen sah das Limbotanzen recht steif aus. Diese Künste sind eben was für Könner mit strammen Popos! Lambis Buffet war ein Streifzug durch die karibische Küche, echt lecker! Uns führte der Weg dann alleine weiter nach Grenada. Dort liessen wir die Mignon aus dem Wasser heben und mit einem neün Unterwasseranstrich versehen. Auch das Polieren liessen wir von den Einheimischen erledigen. Es war an Land unerträglich heiss und die Preise sind so, dass wir uns selber nicht an die Arbeit machten.

Einen Eindruck von der Zerstörungskraft des Hurricans Ivan in September 2004 haben wir dort ebenfalls erhalten. Die Insel hat wirklich sehr viel verloren an Vegetation und alle sind emsig beschäftigt, die Schäden an den Dächern zu beheben. Traurig waren es, die vielen unreparierten Yachten an Land liegen zu sehen. So sind wir auch schnell weiter gesegelt nach Trinidad, wo wir uns kurz mit Henry, den wir bereits seit Spanien kennen, getroffen haben. Das Wasser an der Festlandseite in Trinidad ist grün und war sehr strömungsreich. Solch ein Verhalten am Ankerplatz, wo sich innerhalb von Minuten die Schiffe völlig kontraire bewegten, ist uns noch nirgendwo vorgekommen. Die Schiffe drehten sich innerhalb weniger Minuten Bug gegen Bug, dann aber wieder 100m auseinander, je nach dem , wieviel Kette gestochen war.

Nach Trinidad ging es wieder gegen Westen. Die Küste von Venezuela hielten wir aus Sicherheitsgründen auf Abstand und fuhren nachts ohne Navigationsbeleuchtung. Auf den Inseln Los Testigos trafen wir uns mit Klaus und Heike von der Filia Venti und verlebten dort drei besonders schöne Tage. Die Inseln sind natürlich geblieben. Wir genossen die Ruhe und den frischen Fisch und Lobster von( und sogar auch mit) den Einheimischen, bevor es uns nach Isla de

Margarita weiter trieb. Die Richtung stimmt mit Wind und Welle überein und wir genossen die Geschwindigkeit, die unsere Mignon nun mit dem neün Unterwasseranstrich erreichte. Margarita bot einen guten Ankerplatz (allerdings mit Schwell)und gute Einkaufsmöglichkeiten. Nach dem Bunkern setzten wir den Weg nach Westen unter den weiterhin guten Segelbedingungen fort. Jetzt allerdings mit der Ahodori in unserer Begleitung. Sie waren auch e Teilnehmer der ARC, die wir in Margarita wiedergetroffen haben.

In diesen Küstenregionen sollte man nicht alleine segeln und ankern. Doch bisher fühlten wir uns nirgendwo echt gefährdet, weil wir uns auch entsprechend den Sicherheitsregeln verhalten haben. Es ist zudem ja auch geselliger, wenn man mit Freunden unterwegs ist. Dazu kann man sich immer wieder ergänzen mit know how und allem anderen auch! Wir sind zur Zeit im Schnorchelparadies der Inseln Los Roques und Las Aves .

Hier gibt es nur winzige Inseln mit viel türkiesblauem Wasser und weissem Sandgrund mit Korallenriffs durchsät. Da mussten wir noch einen Tag dranhängen, bevor wir weiter nach Bonaire segeln. Dort findet sich dann wieder der Tourismus ein mit den angenehmen wie auch unangenehmen Seiten( hohe Preise ).

Ende März hoffen wir durch dem Panamakanal zu kommen, um dann die Galapagos zu besuchen. Wir werden euch auf dem Laufenden halten.

Mit dem üblichen: viel Spass bei der Arbeit! verlassen wir euch erst mal wieder. Bleibt gesund. Der Sommer kommt bestimmt!!

Viele liebe Grüsse,

Edith und Johan




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Letzte Änderung / Last change: Montag, 13. Februar 2006