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LEINEN LOS! VON DER OSTSEE NACH PORTUGAL
Helene Haderer u. Frank Schuch SY. "FORTUNA II"
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Nach einigen Jahren ohne Schiff erstanden wir im Herbst 2001 einen Trawler vom Typ Grand Banks 42. Wir hören schon die Puristen aufstöhnen. .Ein Stinkpott .Nach dem Verkauf unserer Segelyacht vom Typ Skua 36 überlegten wir lange, uns wieder ein Schiff anzuschaffen. Wir beschlossen dem Segelsport Ade zu sagen und einen seefähigen ( Kat. A) Trawler anzuschaffen. Eine Grand Banks war genau das, was wir suchten, ist doch dieses Schiff mit 2 x 120 PS Ford Lehmann Diesel , die bei 1600 upm 8,5 Knoten machen und mit einer Tankfüllung eine Reichweite von 1000 SM erreichen kann , alles andere als ein .Stinkpott., sondern ein ausgezeichnetes, einem Fischerboot nachempfundenes Fahrtenschiff. Wir trafen auf der nun beschriebenen Reise einige ehemaligen Segler die auf Trawler umgestiegen sind und es nicht bereuen. Nach einiger neuer Ausstattung ging es Ende Mai 2002 von Kappeln über die dänische Südsee (sehr schön waren AEROSKOBING Hafen Geld 115 Kronen /Tag; Svendborg 130 kr ; Rudkobing 130 kr) nach Kiel Holtenau. Hafengeld für 10-14m im Juni € 7,70 Durch den NOK mit längerem Aufenthalt im NOK in Schreibers Marina ( € 14, --/Tag/ Strom u. Wasser incl.) auf der Rader Insel (zu empfehlen), wo ein neuer Cetrec Autopilot eingebaut wurde ging es nach Cuxhaven. Im Fährhafen (etwas rollig) für 2 Tage € 32, -- Strom u. Wasser incl. Nach einem Besuch beim TO Stützpunkt ( nochmals Dank für die Paket Aufbewahrung ) ging es am 19.6. nach Helgoland. Im Südhafen € 23,60 für 2 Tage/ Strom extra. Tanken ist günstig! Ansonsten ist Helgoland nicht unser Favorit. Da die Wettervoraussage sich ständig verschlechterte, änderten wir unsere weitere Route, die entlang der niederl. Küste geführt hätte, in die Stande Mast Route binnen durch Holland. In Delfzijl lagen wir 2 Tage für € 29,40 Strom/Wasser incl. bei der Zeilvereniging NEPTUNUS im Industriehafen. Kein Schwell, ruhig und nahe der Stadt. Die folgende Fahrt durch die Kanäle können wir jedem empfehlen, war es doch einer der Höhepunkte der Reise. Nette Städte und schöne Anlegeplätze. Durch das Ijsselmeer und den Nordsee Kanal erreichten wir Scheveningen € 23,50 Kein Favorit! Über Blankenberge € 22, -- (Tanken günstig), Nieuwpoort € 23,50 nach Bologne € 24,70. Der Hafen in Bologne ist weit besser als in einigen Büchern beschrieben. Nächster Stop in Dieppe € 31,10 ( ansprechender Ort) und Cherbourg € 28,50 . Die Liegeplätze werden immer teurer und die Häfen immer voller. Wir haben ab dem Ijsselmeer immer vorbestellt und lagen damit richtig. Bis jetzt war alles Küstenfahrt. Nun ging es auf die offene See. Zuerst nach Alderney , Mooringboje € 20, -- /Tag .( € werden akzeptiert !) Wir erzählen nichts neues, wenn wir auf den enormen Strom hinweisen. Fortuna II machte mit 1200upm 10 Knoten. Alderney ist ursprünglich und eine Reise wert. Der Liegeplatz kann sehr rollig werden. In Guernsey lagen wir in der Beaucette Marina , sehr teuer aber toller Service, sauber und absolut ruhig, aber eine trickreiche Einfahrt. £ 56,20 für 2 Tage. Über VHF Marina rufen. Wartebojen liegen vor der Einfahrt aus. (Günstiger Leihwagen wird zur Marina gebracht). Zum Tanken sehr günstig und noch billiger ,wenn man Kontakt zu einem Dauerlieger aufnimmt, der bekommt nochmals Rabatt. Wegen der nur bei nahe Hochwasser zu passierenden Einfahrt lagen wir noch eine Nacht an einer Boje auf Sark € 20, -- Sark Moorings VHF Ch 10. Sehr rollig! Mit dem ersten Licht und berechnetem Strom ging es ab nach L´Aberwrac´h in der Bretagne. Ein absoluter Höhepunkt. Liegeplatz an Mooringbojen € 21,60 /Tag manchmal bis zu 3 Schiffe an einer Boje (Hauptsaison) Kostenloses Wassertaxi an Land. Für Schiffe bis ca. 11 Meter gibt es einen Steg, der im Winter entfernt wird. Es empfiehlt sich, von L´Aber aus mit einem Leihwagen die Bretagne zu erkunden. Busse nach Brest und umliegende Orte. Nachdem sich mehrere Tage Nebel gehalten hatte, griffen wir die Biskaya an, zwischen der Ile D´ Quessant und der Ile de Molene hindurch. Wir empfehlen keinem, bei Gegenstrom oder gegen Wind diese Passage zu machen, auch nicht ein .Stinkpott.. Nach 38 Std. erreichten wir die Ria Ceidera, die wir schon von einer früheren Reise kennen. Wir liefen um 01 Uhr morgens ein, gerade dann, als die Fischer die Bucht verließen. Da unsere Silhouette der eines Fischtrawlers gleicht, wurden wir sofort von etlichen Fischern umzingelt die Konkurrenz witterten. Das Liegen in der Ria ist immer noch schön. Die Überfahrt erwies sich in den letzten 10 Std. als äußerst ruppig und nass. Dank an unseren Innensteuerstand. Der Trawler bestand seine erste echte Herausforderung mit Bravour. Die folgende Strecke segelten wir in 1991 und seitdem hat sich viel geändert. (Dank den EU Subventionen) La Coruna: Neue Marina, Darsena Deportiva € 74,24 für 2 Tage Strom/Wasser incl. Vorteile: Alles nagelneu sehr stadtnah und dennoch ruhig, Nachtwache. Nachteile: keine Toiletten oder Marinaeinrichtungen. (Sollen gebaut werden)die beiden alten Marinas sind gelinde gesagt Schrott; Schade. Lage : kleiner Steg für Gastlieger (bis 10 m); Portosin : Marinapersonal sehr hilfreich und freundlich, deutschsprechender Marinero. € 102 für 4 Tage. Bayona: Marinapersonal genauso arrogant wie in 1991. Besser ankern. Pavoa de Varzin: Neue Marina mit sehr guten Einrichtungen.Sehr hilfreiches und nettes Personal.Guter Platz um das Schiff länger Liegenzulassen. Bus nach Porto € 1,20 (1 Std) Nachteile: 20 Min bis in die Stadt, keine Tankstelle. Die Marina war im August fast leer. Trotzdem empfehlenswert. Ria Aveiro: Die Mole in der Einfahrt wurde verlängert. Eine Betonnung in die Lagune war in 08/02 vorhanden. Einfahrt kann sehr ruppig sein. Gegenüber 1991 sehr viel Betrieb, nicht mehr so geruhsam. Figueira da Foz: Schwimmstege mit Schlengeln € 23,83 immer noch ein guter Stop. Peniche: € 21,16 ein langer Steg, Schwell ohne Ende. Viel zuwenig Liegeplätze. Viel Offizielle! Zum Abhacken. Cascais: Teuerste Marina auf der Reise; € 91,60 für 2 Tage. Besser als ihr Ruf. Sehr modern. Sehr professionell gemanagt. Alle Einrichtungen incl. Supermarkt. Gute Tankstelle. Gute Alternative zu Liegeplätzen in Lissabon. Die Expo Marina existiert nicht! Regelmäßige Zugverbindung nach Lissabon. Auch die Liegeplätze in Lissabon sind spürbar teuerer geworden. Cascais ist trotz den hohen Preisen eine gute Alternative. Nachteil: Bei Nebel tutet ein sehr lautes Nebelhorn. Sines: € 33,90 für 2 Tage. Nette Marina mit freundlichem Personal und netter Stadt. Begrenzte Aufnahmekapazität für Schiffe über 15 m. Sagres: Ankern; leider ist die Bucht mit vielen Hotels bebaut worden und viel Störung durch gewerbsmäßigen Wassersport; Scooter etc. Unser Winterlager haben wir in Portimao aufgeschlagen. Neue Marina mit freundlichem Manager ( spricht engl. und deutsch) Das Marinagelände wird noch mit Appartements bebaut. Die Wege sind weit, es gibt aber einen Abholservice. Es ist viel ruhiger als in Lagos. Eigener Shuttleservice zum Supermarkt. Bester Preis gegenüber Lagos und Vilamoura. Unsere Meinung: nicht schlecht. Wir loggten in den 3 Monaten ca. 2000 SM ohne jegliche techn. Probleme. Das Wetter war sehr unzuverlässig mit viel Nebel an der Span/Portog. Küste im Juli/August. Aufpassen muss man auf die immer zahlreicher ausgelegten Fischerbojen. Das Prozedere des Einklarierens und das Gehabe der Offiziellen hat sich sehr verbessert. Der Trawler hat sich sehr bewährt und wir sind froh, diesen Boots Typ gewählt zu haben. |
