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Zustände auf den Philippinen

von John P. Racca TO-Stützpunktzleiter Philippinen
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Bezugnehmend auf meinen Artikel in der TO-Ausgabe Nr. 98 noch einige ergänzende Bemerkungen.

Es hilft kein "Schönreden" mehr über die Umstände, bzw. Zustände hier in den Philippinen.

Die politischen Umstände im Süden der Phil. Visayas, und ganz besonders die islamische Mindanao Region haben an Dramatik derart zugenommen, dass ich bei bestem Willen nicht empfehlen kann, diesen Teil des Landes zu besegeln. Bomben, Terrorattacken und Geiselnahmen kommen im verstärkten Maße jeden Monat vor.

Als einziger "TO-Stützpunktleiter" in den Philippinen (und das seit 5 Jahren) kann ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, den Süden dieses Landes als "Stopover" zu empfehlen.

Jedoch, der ca. 800 km nördlich gelegene "TO-Stützpunkt" (South China Sea) Luzon Island ist absolut sicher. In 5 Jahren als Leiter kann ich nur gutes berichten. Hervorragende Versorgung, Reparaturen aller Art, selbst Elektronik-Teile. Es gibt allerdings keine typischen Ersatzteile für Segelboote zu kaufen.

Fazit: Manila, zum Einklarieren ok, allerdings dreckig stinkendes Wasser in der Regen- und Taifunzeit, fußballfeldgroße Flächen von Plastik schwimmend, je nach Windrichtung mal ablandig, mal auflandig. Plastik, Segen und Geisel der Menschheit nimmt in Manila dramatische Formen an, zumal es weder für Hotels, noch Manilas Krankenhaus, an der Renomiermeile, direkt am Meer gelegen, keinerlei Klär- bzw. Filteranlagen gibt!!! Man braucht nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, was dort in der Bay alles schwimmt.

Wer aus dem Süden des Landes kommt und in Richtung Hongkong oder Japan will, dem kann ich eine Route entlang der Luzonküste (South China Sea) wirklich empfehlen. Weder Piraten, noch kommunistische Rebellen, Feindseligkeiten gegenüber Ausländern, noch Diebstahl jedweder Art gibt es zu verzeichnen. Ich habe die Strecke von Manila nach Laoak (letzter nördlicher Flughafen) selbst mehrmals abgesegelt. Es ist einfach wunderschön, und man wird bei jeder Gelegenheit in die Dorffamilien eingeladen. Permanentes am Wind segeln, je nördlicher man kommt, um so rauer wird es allerdings. Ergo, in der Taifunzeit ist die South China Sea ein absolutes "No No". Mein Projekt, die "Mission Possible", ist von der Regierung willkommengeheißen (die erste Umsegelung der Philippinen seit Magellans Zeiten). Ich soll mich allerdings ein Jahr gedulden. Die philippinische Präsidentin hat den amerikanischen Präsidenten G. W. Bush um militärische Hilfe gebeten, um der terroristischen Plage im Lande Herr zu werden, bzw. um das Problem zu beseitigen. Das heißt für mich, dass ich ein Jahr Zeit habe um mein Boot auszurüsten bzw. zu testen. Wie ich allerdings schon in meinem letzten Bericht geschrieben hatte, gibt es hier kaum bootstypische Ausrüstungsgegenstände zu kaufen.

Das Projekt "Mission Possible", ich als Leiter des TO-Stützpunktes sowie das "local Gouvernement" wären mehr als dankbar, wenn wir via "TO- Deutschland" und ihren Mitgliedern "Second Hand-Ausrüstungsgegenstände" kostengünstig erwerben könnten. Wie z.B. ein kleines Seefunkgerät, Echolot und Sumlog, 12 Volt Bilgenpumpe, 2 kleine Winschen, Blöcke, Stagreiter und alles was man zur Segelreparatur braucht. Was sonst noch nötig ist, hatte ich vor 6 Jahren aus Deutschland selbst ins Land gebracht.

Selbstverständlich wird diese Tour unter dem Stander des Vereins "Trans-Ocean" gesegelt. Nebenbei, vor Jahren hatte mir auf meine Bitte hin der "TO-Cuxhaven" dem Herausgeber der Zeitschrift Palstek, Herr Kronberg, ein Funkgerät für mich mitgegeben. Was er mir auch per Post hat zukommen lassen.

Wenn die Umsegelung startet, wird eben dieses Funkgerät im lokalen Bürgermeisteramt stationiert werden. Die lokalen Politiker stehen voll hinter diesem "historischen Event", d.h. der T.O.-Stützpunkt Philippinen wird auch während meiner Abwesenheit besetzt bleiben. Bis dato empfinde ich diese Kooperation seitens der lokalen Politiker als einen guten Erfolg. Der, so hoffe ich, auch im Sinne und Geiste des "Trans Ocean" ist. Wäre schön, wenn mir der Eine oder Andere in Deutschland helfen könnte. Es gibt eine Kontaktadresse in Deutschland für mich, die mir die Teile in die Philippinen schicken würde.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse!



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Letzte Änderung / Last change: Donnerstag, 25. März 2004