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Phuket, Thailand

von Gerhard und Sabine Schmidt, SY "SUMMERTIME"
E-Mail: schmidtsegeln2001@yahoo.de

Sonntag, 17.11.2002, 15-00 h, Port Dickson, Malaysia Marina: Admiral Marina Position: 02°28´N, 101°51´E

Der Aufenthalt im exklusiven Admiral Marina & Leisure Club kostet für uns als Gäste alles inklusiv ca. 11.80 € pro Tag. Inklusiv bedeutet: mit herrlichem Swimmingpool, Pub und täglich wird ein neuer Movie gezeigt. Für Segler ohne Fernseher eine schöne Zugabe. Es bleibt uns sowieso gar keine Wahl, als hier festzumachen, denn geschützte Ankerplätze gibt es entlang der malaysischen Küste praktisch keine. Das Wasser ist überall sehr flach, oft weniger als 20 m und überall unzählige Fischerboote und Fishing Stakes. Diese festen unbeleuchteten Fischfangnetze sind nicht in Seekarten eingezeichnet, da ihre Position zeitweise verändert wird. Wir fahren deshalb innerhalb der flachen Küstengewässer nur bei Tage.

Wir wollen von Port Dickson aus die älteste Hafenstadt Südostasiens, Malacca, und die Hauptstadt von Malaysia, Kuala Lumpur, mit 2 Millionen Einwohnern, besuchen. Das machen wir gemeinsam mit Ann und Keeth aus Perth und es bringt uns viel Spaß. Die öffentlichen Verkehrmittel sind billig und wir sind mittendrin. Leider müssen wir nicht nur zum Vergnügen nach Kuala Lumpur, denn unsere Sony Videokamera hat wieder ihre Tücken. Wir finden das Sony Centre und es wird uns versprochen, in einer Woche ist alles im Lot. Wir sind gespannt - auf jeden Fall müssen wir noch mal hierher kommen, um die Kamera abzuholen. Das ist billiger und sicherer als das Nachschicken per Kurierdienst.

Donnerstag, 21.11.2002, 17-00 h, Port Klang, Malaysia Marina: Royal Selangor Yacht Club Position: 03°00´N, 101°23´E Luft: 34°C Wind: N 2 Distanz: 56 sm

Der Wind ist zu schwach zum Segeln, aber mit Strömung und Motor kommen wir gut nach Port Klang. Glücklicherweise ist der Diesel billig (0,26 €/l). Wir machen an den Schwimmstegen des Yacht Clubs fest. Zu jeder vollen Stunde fährt ein Wassertaxi des Königlichen Yacht Clubs an Land oder zurück. Für 5 € pro Tag können Fahrtensegler Duschen, Swimmingpool und die Clubgaststätte, wo ein Abendessen für zwei 5 € kostet, nutzen.

Wir sind allerdings entsetzt, welche Unmengen Müll hier der Fluss in das Meer spült. Die fleißigen Straßenkehrer entsorgen den Kehricht gleich mit in die Abwassergräben. Die offene Kanalisation ist bei 35 °C im Schatten mit geschlossenen Augen nicht zu verfehlen, gleichzeitig eine Unfallgefahr und Sammelstelle für alles, bis der tägliche Regenguss kommt und das Meiste ins Meer mitnimmt. Da auch die geschäftige Hafenstadt selbst außer einer günstigen Bahnverbindung nach Kuala Lumpur nicht viel bietet, geht es nach einem Tag weiter.

Samstag, 23.11.2002, 16-00 h, Lumut, Malaysia Marina: International Yacht Club Position: 04°14´N, 100°38´E Luft: 34°C Wind: NE 2 Distanz: 97 sm

Ein unruhiger Ankerplatz als Zwischenstopp während der letzten Nacht war nicht zu umgehen, da zu viele Fischer ohne Licht unterwegs sind oder zu zweit mit einem Schleppnetz fischen. Die gesamte Küste ist sehr flach, so dass wir nur ein Stück näher an das Ufer fahren und bei 8 m Wassertiefe den Anker fallen lassen.

Durch den Südkanal geht es zwischen dem Pangkor Island und dem Festland vorbei an der größten Marine Basis vom Malaysia. Besonders die dicken dunkelgrauen U-Boote sehen irgendwie unheimlich aus. Ich zähle rund 50 Kriegsschiffe - recht viel für so ein kleines Land wie Malaysia, aber vielleicht gab es diese im Dreierpack günstiger auf dem Weltmarkt.

Ein Meile noch den lehmig trüben Dinding River hoch und dann sind wir am Yacht Club. Hier können wir beruhigt das Schiff liegen lassen, um nach Kuala Lumpur zu fahren. Der Yacht Club kostet alles inklusive für eine Woche 65 €. Der klimatisierte Bus bringt uns für 4 € pro Person nach KL. Im Bus war es so kalt , dass sich Sabine eine dolle Erkältung zugezogen hat. Auf der 4-stündigen Fahrt konnten wir allerhand von Malaysia sehen, eine wunderbar grüne üppige Landschaft, prächtige Häuser und ärmliche Hütten, indische und chinesische Tempel neben muslimischen Moscheen und christlichen Kirchen. Es ist so erstaunlich, wie friedlich die Menschen verschiedener Glaubensrichtungen hier nebeneinander leben und sich tolerieren. Als mit eiserner Hand in der ehemaligen Sowjetunion oder Yugoslawien regiert wurde, gab es auch keine so militanten etnischen Konflikte zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Im Supermarkt zum Beispiel ist alles für Ramadan, Christmas und die indischen Deepavali Feiertage zu haben. Allerdings gibt es hier auch eine Religionspolizei, die aufpasst, dass sich die verschiedenen Glaubensrichtungen nicht vermischen. Vergehen können sogar mit Gefängnis bestraft werden. Es gibt praktisch keine Mischehen und Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit, wie küssen, werden mit Geldstrafen geahndet. Jedenfalls sind wir als durchreisende Gäste nicht lange genug hier, um alles zu erfahren oder um uns ein pauschales Urteil zu erlauben.

phuket-03.jpg 330x298Wir holen als erstes im Sony Centre unsere Videokamera von der Reparatur ab. Der Kamera bekommt die hohe Luftfeuchtigkeit und der häufige Gebrauch nicht so gut. Bis nächsten Sommer muss sie einfach durchhalten, denn eine neue ist nicht in der Bordkasse drin. Die Reparatur war aber pünktlich fertig und sehr preiswert, so dass ich etwas von der Atmosphäre in KL einfangen kann. Wir übernachten in einem Hotel in Chinatown, sind gleich mittendrin im wirklichen Leben und sind auch gleich am berühmten "Nightmarket". Auf einer abends gesperrten Straße werden ab 17 h Hunderte Stände aufgebaut. Fahrende Imbissstände und fliegende Händler bieten alles was Rang und Namen hat als Raubkopie an. Feilschen und Handeln muss sein und gehört hier einfach dazu. Normalerweise fängt der Verkäufer beim 4-fachen Preis an. Die Rolex gibt es zum Beispiel schon ab 5 €uro - "Goldene" Automatikausführungen kosten 25 €. Es sind Kuli´s von Mont Blanc, Poloshirts von Hugo Boss und Lacoste, Levis-Jean´s, Zippofeuerzeuge, Parfüm von Calvin Klein, Gürtel, Handtaschen von Gucci, alle Arten von aktueller Software (je 2 €), DVD´s (1 €), Music CD`s unter anderem zu haben. Die Händler sind mit ihren Handfunkgeräten in Kontakt, falls doch einmal Polizei kommt, sind die Händler weg und es sind nur die leeren CD-Hüllen für die Software auf dem Tisch mit einer großen Decke zugedeckt. Beim Filmen mit der Videokamera sind einige Händler nicht begeistert. Der Nightmarket ist sehr gut besucht und wahre Menschenströme drängeln sich an den zahlreichen Verkaufsständen durch. Wir haben uns für wenig Geld einige DVD´s und ein Programm für den Computer gekauft, damit wir diese auch abspielen können. Nun ist es doch tatsächlich für uns möglich, Movies im Computer anzusehen. Als erstes haben wir uns "Harry Potter und the Chamber of Secrets" angesehen. Natürlich alles in englisch und lustigerweise mit chinesischen und malayischen Untertiteln. Der nächste Movie ist der neueste James Bond Film. Unvorstellbar, dass man hier schon die Kopien kaufen kann, wenn die Filme noch nicht einmal im Kino angelaufen sind. "Harry Potter 2" läuft z.B. erst seit dem 16.11. hier in den Kinos und James Bond seit letzter Woche.

phuket-01.jpg 330x248 Am nächsten Tag wollen wir auf die Skybridge in 180 m Höhe, welche die beiden Türme des Petronas Twin Tower, dem mit 452 m höchsten Gebäude der Welt, verbindet. Das faszinierende Bauwerk hat eine Fassade aus Edelstahl und Glas, mit dem der Petronas Ölkonzern vermutlich seinen Reichtum dokumentieren will. In einer nur 2-jährigen Bauzeit wurde dieses Gebäude mit unter anderem 5.400 PKW-Stellplätzen errichtet - eine grandiose Leistung. Wir holen uns am frühen Morgen gleich einen Besichtigungstermin. Es werden jeden Tag nur eine begrenzte Anzahl von Personen für 10 Minuten auf die Skybridge gelassen. Wir haben Glück und bekommen 11.45 h als Besuchszeit. Weiträumig darf kein Auto länger als eine Minute zum Halten stehen bleiben. Die Sicherheitsmaßnahmen sind wie auf einem Flughafen. Im EG sind Sicherheitskräfte mit Maschinengewehren und sogar die kleine Videokamera wird durchleuchtet. Und unglaublich - das alles ist für uns kostenlos.

Kuala Lumpur ist echt den Ausflug wert.
Sonntag, 01.12.2002, 17-00 h, Pulau Talang, Malaysia Ankerplatz: Ostbay Position: 04°25´N, 100°35´E Luft: 34°C Wind: schwach N Distanz: 19 sm

Bei meinem nächtlichen Kontrollblick zähle ich ca. 100 Fischerboote, die um uns herum mit großen Scheinwerfern fischen. Heute ist der 1. Advent. Vor dem Sonntagsfrühstück darf ich das erste Päckchen abschneiden. Sabine hat einen Adventskalender mit Süßigkeiten gebastelt, damit die schöne Weihnachtszeit nicht so spurlos an uns vorübergeht. Leider haben die leckeren Süßigkeiten bei der Hitze auch ihre Probleme. Wir haben ihn fotografiert zur Erinnerung an heiße Weihnachten in Asien. Es sind hier jeden Tag 35 Grad und es kühlt sich erst ab Mitternacht ein bisschen ab. Die niedrigste Temperatur ist morgens gegen 7.00 Uhr mit 27 Grad.

Montag, 02.12.2002, 19-00 h, Georgetown, Malaysia Ankerplatz: NE-Bay, Penang Position: 05°25´N, 100°21´E Luft: 32°C Wind: schwach umlaufend Distanz: 70 sm

In der Nacht schaukelt uns ein Sumatera (lokaler Nordwind) tüchtig durch. Im Morgengrauen heißt es dann Anker auf und motorenderweise geht es weiter nordwärts. Mit dem letzten Tageslicht erreichen wir nach der dem Passieren der gewaltigen Brücke, die Pulau Penang mit dem Festland verbindet, unseren Ankerplatz vor Georgetown.

Es gibt keine Möglichkeit mit dem Dingi an Land zu kommen und so haben die geschäftstüchtigen Chinesen einen Wassertaxiservice eingerichtet. Das ufer ist mit Holzhäuser sind auf Pfählen bebaut. Die bunten Autofähren fahren tagsüber ständig rüber zum Festland nach Butterworth. Nur 2 Yachten sind noch hier vor Anker.

Wir brauchen ein neues Floppy Laufwerk für den Laptop. Einige technische Ausfälle sind normal beim harten Bordalltag (Autoradio). Auf der Suche nach den richtigen Läden lernen wir die Stadt mit viel Geschichte kennen.

Freitag, 06.12.2002, 15-00 h, Langkawi, Malaysia Marina: Royal Langkawi Yacht Club Position: 06°19´N, 099°51´E Luft: 32°C Wind: NE 2-3 Distanz: 64 sm

Nach einem Zwischenstopp an einer Boje im Marinepark von Pulau Paya erreichen wir am Nikolaustag die Insel Langkawi, die mit zollfreiem Einkauf auch viele Einheimische anlockt. Besonders groß ist der Preisunterschied zum übrigen Land bei alkoholischen Getränken und Zigaretten. Wir bunkern noch einige "Grundnahrungsmittel" wie Bier, denn bei diesen hohen Temperaturen soll man bekanntlich 2-3 l trinken - natürlich nicht nur Bier.

phuket-02.jpg 330x247 Das hier ist die letzte Möglichkeit für relativ billigen Alkohol, bevor wir das Mittelmeer erreichen. In den anderen Ländern ist es oftmals gar nicht möglich, Bier und Wein zu kaufen und wenn, dann zu ungeheuerlichen Preisen. Also decken wir uns damit ein. Hierher werden regelrechte "Butterfahrten" veranstaltet. Am 6. Dezember war der Ramadan zu Ende und die nächsten Tage sind hier Feiertage für die Muslime so ähnlich wie bei uns Weihnachten. Alle Strassen sind ganz festlich illuminiert und geschmückt. Nichts desto trotz haben die großen Duty Free Shops täglich!!! geöffnet.

Wir genießen es sehr, auch sonntags oder spät abends einkaufen zu können. Die Läden sind bis 22 Uhr offen. Wir besorgen noch Seekarten und Gastlandflaggen für den Heimweg. Der GPS zeigt als Luftlinie bis nach Portoroz weniger als 5.000 sm. Als sächsische Glückspilze kommen wir genau zu einer Promotionwoche in den Yacht Club. Dieser wurde auf 167 Plätze erweitert und da gibt es freie Drinks, ein T-Shirt und Gratisliegeplätze für eine Woche. Das lassen wir uns nicht entgehen. So haben wir noch Zeit, die schöne Insel mit dem Moped zu erkunden. Gerade im Dezember wurde auch ein Kabinenlift von Doppelmeyer eröffnet, um auf den 752 m hohen Gunung Mat Cincang zu gelangen.

Dabei geht die Fahrt über den Regenwald und bietet einen herrlichen Rundblick auf das Inselarchipel von ca. 100 Inseln. Wir klarieren nach Thailand aus. Es gibt keine Kontrollen.

So werden wir kurz nach dem 3. Advent in Phuket sein, damit wir schon langsam die Gegend auskundschaften können. Dort soll es wunderschön sein zum Baden und Schnorcheln und wir freuen uns schon darauf. Hier in der Strasse von Malakka ist das Wasser so lehmig trübe, dass man keine Lust zum Baden hat.

Samstag, 14.12.2002, 15-00 h, Koh Lipe (Butang Group), Thailand Ankerplatz: Südbucht Position: 06°29´N, 099°18´E Luft: 30°C Wind: NE 3-4 Distanz: 38 sm

Endlich sind wir raus aus der windarmen Zone, die den Äquator umgibt und wir können wieder segeln. Eine wunderschöne Bucht mit weißem Sandstrand bietet uns und einigen Fischerbooten Schutz vor Wind und Wellen. Als Erstes springen wir zur Erfrischung in das 27 ° "kalte" Wasser.

Sonntag, 15.12.2002, 15-00 h, Koh Rok Nok, Thailand Ankerplatz: NW-Seite Position: 07°13´N, 099°04´E Luft: 31°C Wind: NE 4-5 Distanz: 47 sm

Zwischen den beiden kleinen traumhaften Inseln Koh Rok Nok und Koh Rok Nai machen wir an einer Boje des Marineparkes fest. Der erste Versuch ging daneben, die Boje hing nur an einem dicken Festmacher und nicht an einem großen Grundgewicht. Sicherheitshalber springe ich mit der Taucherbrille in das klare Wasser, um die zweite Mooring zu überprüfen und sehe die vielen bunten Fische an den Korallen.

Montag, 16.12.2002, 15-00 h, Koh Phi Phi, Thailand Ankerplatz: Südbucht Position: 07°44´N, 098°46´E Luft: 32°C Wind: NE 3-5 Distanz: 36 sm

Der herrliche Segeltag wird getrübt durch eine Grundberührung an den Korallen. Wir kommen sofort wieder frei. Die Wassertiefe ging bei der Einfahrt in die Südbucht schlagartig von 12 m auf 1,5 m. Trotz langsamer Fahrt und Sabine Eye-Apple-Navigation am Bug haben wir einen kleinen Schaden am Ruder und müssen zur Reparatur in die Boat Lagoon Marina, wo wir das Boot auskranen koennen.

Dienstag, 17.12.2002, 18-00 h, Phuket, Thailand Marina: Boat Lagoon Position: 07°58´N, 098°23´E Luft: 32°C Wind: NE 3-4 Distanz: 31 sm

Über VHF Kanal 69 melden wir uns in der Marine auch gleich für den Travellift an. Die total versandete Einfahrt wird mit 2,5 m Wassertiefe im Buch angegeben. Wir bleiben im Sand an der mit langen Staken markierten Einfahrt mit unseren 1,65 m Tiefgang stecken und müssen 3 Stunden auf das steigende Wasser warten. Dann geht es weiter durch Mangroven und wir bleiben noch dreimal im Schlick hängen. Schweißgebadet erreichen wir kurz vor dem Dunkelwerden die Marina. Jetzt kann ich Sabine verstehen, wenn sie sagt, dass sie kein Skipper sein möchte. Diese Einfahrten, die nirgends genau beschrieben sind, zerren schon leicht an den Nerven des Schiffsführers, aber auf ein paar mehr graue Haare kommt es nun auch nicht mehr an.



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Letzte Änderung / Last change: Dienstag, 24. Dezember 2002