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Das Piratenunwesen nimmt dramatisch zu

Von Hans Jürgen Witthöft


Während der vergangenen fünf Jahre war eine dramatische Zunahme bei den bewaffneten organisierten Piraten- und sonstigen Raubüberfällen auf Schiffen zu verzeichnen. Nach Berichten der IMO und des International Maritime Bureau (I.M.B.) Piracy Reporting Centre im malaysischen Kuala Lumpur sind 1997 insgesamt 252 Piraterieakte gemeldet worden.

Im Jahr davor waren es 228. Allgemein wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet, da viele Kapitäne bzw. deren Reedereien von einer Meldung an die Behörden absehen. Sie befürchten, daß es dadurch zu Verzögerungen bei der Abfertigung in den Häfen kommt.

Die Mehrzahl der gemeldeten Piratenüberfälle war durchaus schwerwiegend; mindestens 51 Seeleute kamen dabei ums Leben, 412 Besatzungsmitglieder sind während der Angriffe als Geiseln genommen worden. Die Entwicklung und die erkennbaren Organisationsformen der internationalen Piraterie verdeutlichen, daß inzwischen eine steigende Anzahl krimineller Ban-den dieses Geschäft betreibt, um sich in ihrer Vorstellung auf einfache Weise zu bereichern. Zusätzliche Impulse erhält das Treiben sicherlich dadurch, daß die Täter wenig Risiken einge-hen. Eine Entdeckung ist kaum zu befürchten, also auch keine Bestrafung. Weit verbreitet ist auch die Vermutung, daß lokale Behörden mit den Piraten zusammenarbeiten, ihnen Informa-tionen geben und Schutz gewähren.

Inzwischen hat das Piratenunwesen international derartige Ausmaße angenommen, daß die Regierungen in den betroffenen Regionen klare Signale aussenden müssen, mit denen deut-lich wird, daß sie derartige Aktivitäten nicht länger tolerieren werden, verlangt I.M.B.-Direktor Captain F. Mukundan. Daß eine solche Forderung nun nicht mehr wie in der Vergangenheit in den Wind gesprochen wird und weitgehend ohne Resonanz bleibt, zeigt seiner Ansicht nach die Teilnahme von 22 Regierungsvertretern an dem vom I.M.B. Mitte des Jahres in Kuala Lum-pur organisierten Third International Meeting on Piracy and Phantom Ships. "Die Regierungen wachen auf und nehmen endlich Notiz", hofft Captain Mukundan.

Piraten Karte In den ersten sechs Monaten des Jahres 1998 hat das I.M.B. 86 Piratenakte registriert. Einer der schlimmsten war die Ermordung von zwei Besatzungsmitgliedern des Shell-Tankers"ISOMERIA" (39932 BRZ) am 9. Januar im brasilianischen Hafen Santos. In den frühen Morgenstunden hatten die mit einem Speedboat herangekommenen Piraten das Schiff geentert und etliche Besatzungsmitglieder als Geiseln genommen. Als die Polizei erschien, um die Geiseln zu be-freien, eröffneten die Piraten das Feuer und töteten den Zweiten Offizier sowie ein weiteres Mitglied der Besatzung. Bei der Schießerei kam ebenfalls einer der Piraten ums Leben, zwei andere konnten von der Polizei festgenommen werden.

Nach Berichten des I.M.B. sind bei Überfällen während der ersten sechs Monate wieder 26 Besatzungsmitglieder getötet worden, allein 25 davon in philippinischen Gewäs-sern. Zahlreiche weitere Seeleute wurden verletzt, 108 als Geiseln festgehalten. Bei 21 der Angriffe waren die Piraten mit Feuerwaffen ausgerüstet, bei 14 mit Messern. Beklagt wird vom I.M.B. daß der Eingang der Meldungen bei Überfällen nur sehr schleppend erfolgt, so daß sich die tatsächliche Zahl für das erste Halbjahr mit Sicherheit noch erhöhen werde. Das lehre jedenfalls die in den vorangegangenen Jahren gemachte Erfahrung, und das mache bis jetzt Vergleiche mit vorangegangenen Perioden schwierig. Unbedingt davor zu warnen sei auf je-den Fall, wegen der aktuell geringer erscheinenden Zahl der bekannt gewordenen Überfälle etwa auf einen Rückgang der Piraterie zu schließen.

Die Regionen, in denen während der ersten sechs Monate die Überfälle statt-fanden, waren: Indonesien mit 18 Angriffen, Philippinen mit 15, Indien mit acht, Equador mit sechs, Bangladesh, Brasilien und Somalia mit jeweils fünf, Malaysia mit vier, Kolumbien mit drei, Thailand und Gabun mit jeweils zwei sowie China/Hongkong/Macau, Ägypten, Frank-reich, Indischer Ozean, Malakkastraße, Nigeria, Papa-Neuguinea, Senegal, Südchinasee und die USA mit jeweils einer Attacke. Die Mehrzahl der Schiffe, nämlich 39, wurden angegriffen, als sie vor Anker lagen, 35 während der Seereise. 18 der 86 Angriffe waren gegen Bulkcarrier gerichtet, je elf gegen General-Cargo-Schiffe und Tanker sowie neun gegen Containerschiffe. Es ist durchaus interessant, einmal über die nackten Zahlen hinaus Einzelheiten über die Art und Weise, wie die Überfälle stattfinden, sowie etwas über die betroffenen Schiffe zu erfahren.

Deshalb nachfolgend einige Beispiele aus dem ersten Halbjahr 1998:
Am 11. Januar enterten mit Schußwaffen und Messern bewaffnete Piraten nahe Aur Island an der Ostküste Malaysias den unter Honduras-Flagge fahrenden Tanker"TIOMAN (1 638 BRZ). Die Besatzung wurde gefesselt und geknebelt. Auch die Augen wurden den Männern verbun-den, bevor die Piraten sie in einen Raum einsperrten. Anschließend kam ein anderer Tanker längsseits und übernahm rund eine Million Liter von der Ladung. Nach Abschluß der Übernah-me und bevor die Piraten verschwanden, wurden auf der Brücke sämtliche Navigations- und Kommunikationseinrichtungen zerstört.

Am 24. Januar stürmten etwa 13 Gangster das in Miami an einer Stichpier liegende Schiff "SHANDELINE" und bedrohten die Besatzung mit Pistolen. Die Polizei war jedoch auf den Überfall aufmerksam geworden, und bei ihrem Erscheinen sprangen die Angreifer über Bord, wobei sehr wahrscheinlich einige von ihnen ums Leben kamen. Am 2. Februar versuchten drei mit jeweils zwei Angreifern besetzte Speedboote nordwestlich der philippinischen Küste den griechischen Bulker"ASPIDOOROS" (35 055 tdw) zu attackie-ren und längsseits zu kommen. Das konnte der Kapitän durch geschicktes Zickzackfahren aber verhindern, so daß die Angreifer schließlich aufgaben.

Glück hatte eine Woche später auch das die gleichen Gewässer passierende singapurische Ro/Ro-Schiff "SARAWAK (1 5 375 BRZ), das von vier Booten angegriffen wurde. Eingeleitete Kursänderungen und kräftige Wasserstrahlen aus Feuerlöschschläuchen brach-ten auch diese Piraten zur Aufgabe ihres Vorhabens.

Am 27. Februar wurde das in Hongkong registrierte 16 895-BRZ-Containerschiff "OOCL ALLIANCA" in der Bucht von Manila von vier Speedbooten attackiert und mit Leuchtmunition beschossen. Durch Erhöhung der Fahrtgeschwindigkeit, Dauerbetätigung der Sirene und Kurs-änderungen konnte auch dieses Schiff erfolgreich dem Angriff entkommen. Am 19. März ist es in der gleichen Weise im gleichen Seegebiet wiederum angegriffen worden. Allerdings auch diesmal ohne Erfolg.

Bei drei Überfällen im Morro-Golf und bei der Insel Tingulan in philippinischen Gewässern im Januar und Februar töteten Piraten 23 Fischer. Einige der Opfer wurden exekutiert, als das von den Piraten verlangte Lösegeld nicht beigebracht werden konnte. Danach hat die philippinische Marine ihre Patrouillenfahrten in diesen Gewässern verstärkt.

Am 28. März brach ein Mann in Guayaquil/Ecuador auf dem auf der Isle of Man registrierten Containerschiff "THORKIL MAERSK" mit einem Bolzenschneider einen Container auf. Die anschließend aus dem Container entwendeten Kartons warf er über Bord, wo sie von einem anderen Mann mit einem kleinen Boot aufgenommen wurden. Nach Entdeckung sprang der Einbrecher ebenfalls über Bord, wurde von dem gleichen Boot aufgewischt und entkam mit der Beute.

Am 4. April bewegte sich der Frachter"VIRGIN PEARL" von Indonesien kommend auf seiner Jungfernreise mit einer aus Konserven und getrockneten Lebensmitteln bestehenden Ladung zurück nach Davao/Philippinen, als die philippinische Küstenwache vom Kapitän des Schiffes einen Funkspruch auffing, daß der Frachter sinken würde, aber alle 15 Besatzungsmitglieder und neun Passagiere wohlauf seien. Der Kapitän fügte hinzu, daß ein nach Japan bestimmtes Schiff zur Rettung herankomme. Zwei Stunden später erhielt die Küstenwache eine Meldung von dem Kapitän des nach Japan bestimmten Schiffes, daß alle Besatzungsmitglieder und die Passagiere sicher übernommen seien und das Schiff sich auf dem Weg zu dem nächsten Hafen befinde. Das war die letzte Meldung, welche die Küstenwache in diesem Fall erhielt.
Nachforschungen ergaben, daß es ein solches japanisches Schiff weder in japanischen Ge-wässern noch im Lloyds Register gab, so daß die philippinischen Behörden davon ausgingen, daß die "VIRGIN PEARL" von Piraten gekapert worden war. Später wurden in malaysischen Gewässern zwei Leichen gefunden, die als Besatzungsmitglieder des Schiffes identifiziert wer-den konnten. Einer der Körper wies Zeichen schwerer Mißhandlungen auf. Der Verbleib des Schiffes und der übrigen Besatzungsmitglieder ist ungeklärt.

Am 5. April empfing der in Hongkong registrierte Bulkcarrier"SHUN KIM" (149 722 tdw) den Notruf eines Schiffes, das sich auf 04° 58' N 12'5°1' 22E südlich der Philippinen befand. Wie es hieß, sei der Maschinenraum überflutet und man benötige dringend Hilfe. Wie sich später herausstellte, hatten Piraten den Notruf gesendet, um ein anderes Schiff heranzulocken. Der Kapitän der"SHUN KIM" lief zu der angegebenen Position und näherte sich dem dort in einer Meile Entfernung liegenden Schiff mit nördlichem Kurs und einer Geschwindigkeit von fünf Knoten. Versuche, Funkkontakt aufzunehmen, blieben erfolglos. Als dann aber der angebliche Havarist mit einer Wendung auf die"SHUN KIM" zulief und kurz vor ihrem Bug den Kurs kreuz-te, wurde der Kapitän mißtrauisch, befürchtete einen Überfall und lief mit höherer Geschwin-digkeit davon.

Am 15. April befand sich der auf den Bahamas registrierte Chemikalientanker"SILVER STAR" (8 893 BRZ) auf der Reise entlang der somalischen Küste, als er von einem Fischerboot kontaktet wurde, das Treibstoff verlangte. Das Fischerboot näherte sich dem Tanker auf einem Kollisi-onskurs, und als die"SILVER STAR" den Kurs änderte, um die Kollision zu vermeiden, eröffne-te es das Feuer auf die Brücke und die darunter liegenden Wohnräume der Besatzung. Glück-licherweise wurde dabei niemand verletzt, aber das Schiff erhielt einige Beschädigungen durch die Geschosse. Das Fischerboot mit den etwa acht oder neun Piraten an Bord stoppte schließ-lich, und die"SILVER STAR" konnte ihre Reise fortsetzen.

Am 19. April wurde der mit 9 674 t Gasöl und 1 591 t Kerosin beladene malaysische Tanker "PETROL RANGER" (12 357 tdw) als vermißt gemeldet. Das mit einer Besatzung von 21 Mann besetzte Schiff befand sich auf der Reise von Singapur nach Ho-Chi-Minh-City, wo es am 18 des Monats eintreffen sollte. Das letzte Telex datierte vom 17. April, mit dem der Tanker seine Mittagsposition meldete. Das "Piracy Reporting Centre" sandte eine Warnmeldung aus, und die Behörden Malaysias, der Philippinen, Singapurs und Australiens beteiligten sich aktiv an der Suche. Am 1. Mai konnte das Schiff schließlich in Haikou, China, festgestellt werden, wo es seine hochwertige Ladung einem weiteren Tanker übergab. An Bord befanden sich zwölf an-dere Personen, offensichtlich Piraten. Sie wurden von der chinesischen Polizei in Gewahrsam genommen. Der Name des Schiffes war in "WILBY" geändert und der Schornstein umgemalt worden, um eine ldentifizierung zu erschweren. Nachdem die chinesischen Behörden ihre Ermittlung abgeschlossen hatten, konnte das Schiff am 28. Mai Haikou wieder verlassen. Die Ladung blieb zunächst beschlagnahmt mit der Begründung, daß der Versuch des Schmuggels unternommen worden war; sie wurde später den Eigentümern zurückgegeben. Die malaysi-sche Polizei hat die Reederei und das I.M.B. informiert, daß sie bei den chinesischen Behör-den die Auslieferung der Täter beantragt hat, um sie in Malaysia vor Gericht zu stellen. Dies ist das erste Mal, daß ein Flaggenstaat die Auslieferung von Piraten verlangt hat.

Der einzige Überfall, der aus einem französischen Hafen gemeldet wurde, passierte am 26. April auf dem unter Zypern-Flagge fahrenden Bulkcarrier"HELLEN C" (42 077 tdw) während dessen Liegezeit in Rouen. Die Kriminellen drangen in die Kabine des Kapitäns ein, attackier-ten diesen und verlangten Geld. Sie flohen schließlich mit etwa 100 bis 150 Dollar Bargeld und zwei Uhren.

Am 6. Mai wurde der in Zypern registrierte Bulker "LEROS STAR" (33 529 tdw) auf seiner Reise entlang der somalischen Nordküste von einem Piratenboot mit einer Rakete angegriffen. Sie traf die Funkstation und verletzte den Funkoffizier sowie ein weiteres Besatzungsmitglied. Das Schiff konnte jedoch seine Reise nach Südafrika fortsetzen.

Am 10.Mai griffen Piraten an der Westküste Thailands den litauischen Frachter ALGIRDAS' (3 936 BRZ) an. Etwa zehn bis 15 bewaffnete Männer mit Gesichtsmasken und Militäruniformen enterten den Frachter von einem schnellen Fahrzeug aus. Sie stürmten die Brücke, bedrängten den Ersten Offizier und veranlaßten ihn, den Kapitän zu rufen. Als dieser auf der Brücke eintraf, wurden er und der Erste Offizier an den Händen gefesselt. Anschließend mußten die Besatzungsmitglieder einzeln auf die Brücke kommen. Auch sie wurden an den Händen gefes-selt und geschlagen. Der Erste Offizier wurde außerdem durch einen Schuß verletzt. Die Pira-ten raubten das Geld aus dem Safe des Kapitäns, persönliche Wertgegenstände der Besat-zungsmitglieder, wertvolle Ausrüstungsgegenstände des Schiffes, wie das VHF-Gerät, und sonstige Vorräte. Bevor die Piraten das Schiff wieder verließen, zerstörten sie sämtliche Kommunikationsanlagen. Der Besatzung gelang es dann, sich selbst wieder zu befreien und die Behörden zu benachrichtigen. Ein Fahrzeug der Thai-Marine erschien und brachte den verwundeten Ersten Offizier nach Phuket ins Hospital.

Vor Anker liegend in Chittagong/Bangladesh wurde am 5. Juni der singapurische 259-BRZ-Schlepper"BTRITOIL 4" von etwa 30 bis 40 in hölzernen Booten herangekommenen bewaff-neten Piraten geentert. Sie stahlen Tauwerk, Azetylen- und Oxygenflaschen sowie andere Ausrüstungsgegenstände. Ein Mann der Besatzung wurde angeschossen. Auch der unter Malta-Flagge fahrende Bulkcarrier "JAN ZIZKA" (25 069 tdw) wurde am 19. Juni vor Chittagong während des Ankermanövers angegriffen. Sechs bis acht bewaffnete Piraten, die in mehreren schnellen Booten herangekommen waren, enterten das Schiff und stahlen auch hier wertvolles Tauwerk. Während der Piratenaktivitäten an Bord erbat der Kapitän über VHF Kanal 12 drin-gend Hilfe von den Hafenbehörden Chittagongs und von der dortigen Küstenwache. Die Be-hörden warnten den Kapitän immerhin vor den Piraten, die in dieser Region stets mit Messern und Schußwaffen ausgerüstet seien.

Am 29. Juni traf es das 11 314-BRZ-Containerschiff "SEA LEGEND" aus Singapur, das in der indonesischen Gelsastraße unterwegs war. Fünf bis sieben mit langen Messern bewaffnete Piraten enterten das Schiff, sperrten die Brückenbesatzung ein, bedrohten den Kapitän und raubten persönliche Wertgegenstände der Besatzungsmitglieder sowie 20154 Dollar aus dem Safe des Kapitäns.

Piraten


Die hier geschilderten Vorfälle sind nur eine Auswahl, um aufzuzeigen, wie vielfältig das Geschehen ablaufen kann. Immer aber ist es gefährlich und brutal für die betroffenen Besatzun-gen, wovon leider vor allem die vielen Todesfälle Zeugnis ablegen. Auffällig ist die Häufung der Überfälle in Brasilien, wo Insider von einer stillen, aber für beide Seiten profitablen Zusam-menarbeit der Piraten mit mindestens unteren Behörden ausgehen, und vor allem in der un-übersichtlichen Inselweit Südostasiens, die nur mit einem enormen Aufwand an Menschen und Material zu kontrollieren wäre, aber selbst das wohl nur lückenhaft. Auch in diesen Ländern wird von einer fest installierten Kooperation von Piraten und manchen unteren Behörden aus-gegangen. Gleiches gilt für andere Regionen gleichermaßen.

Das Problem in den Griff zu bekommen, dürfte sehr schwierig werden. Abgelehnt wird von fast allen Experten eine Bewaffnung der Besatzungen. Eine Aufstockung der Überwachungskräfte könnte hilfreich, aber in dem erforderlichen Ausmaß kaum zu finanzieren sein. Internationale Hilfe für die am meisten betroffenen Staaten würde ein Zeichen setzen. Wichtig ist aber auch, diese Kräfte dann auch tatsächlich mit festem Willen und effizient einzusetzen, was wiederum voraussetzt, daß die Verbindungen der Piraten mit offiziellen Stellen gekappt werden und der Korruptionssumpf ausgetrocknet wird.

Daß dies zu schaffen ist, dürfte zumindest auf absehbare Zeit ein Wunschtraum bleiben, wobei auch die seit geraumer Zeit das Wirtschaftsleben in Südostasien bestimmende Krise wohl eher dem weiteren Wachstum der Piraterie Vorschub leistet als deren Bekämpfung. Zu tief sind die Verflechtungen, die sich teilweise auch aus ganz anderen Denkweisen vor allem in Südostasien ergeben, zu viele verdienen mit. Wichtig aber ist dennoch, nicht aufzugeben, die Zustände im Bewußtsein einer möglichst breiten Öffentlichkeit in Erinnerung zu halten und immer wieder darauf hinzuweisen. Hierzu leitet das Internationale Marimte Bureau in Kuala Lumpur einen wichtigen Beitrag.

Aus "Marine Forum", Zeitschrift für maritime Fragen





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Letzte Änderung / Last change: Mittwoch, 02. Juli 2003