Karte gross |
von Gerhard und Sabine Schmidt
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Nachdem wir gestern Mittag in Bali ausgelaufen sind, machen wir einem Ankerstopp in der NW Bay von Kangean. Mittwoch, 23.10.2002, 15-00 h, Kangean Island, Indonesien Ankerplatz: NW Bay Position: 06°51´S, 115°15´E Gerade ist unser Anker fest, da kommt ein tropischer Regenguss und wird gleichzeitig eine Süßwasserdusche für uns. Die Sicht ist nahezu null, so stark schüttet es das Wasser vom Himmel - eine Stunde lang. Wir haben eine ruhige Nacht bis auf einige Fischerboote, die mit ihren lauten Einzylindermotoren ganz dicht an uns vorbeifahren. Endlich können wir auch wieder baden und ich überprüfe mit der Taucherbrille die Schiffsschraube auf Reste von Fischernetzen. Am morgen geht es weiter Richtung Kumai auf Borneo. Die nächsten beiden Nächte sind richtig aufregend. Es begegnen uns so viele Fischerboote wie nie. Dazwischen sind noch einige schwach oder gar nicht beleuchtete Fischernetze. Die Holzboote der Indonesier haben oft nur eine Funzel oder Kerze als weißes Licht. Daneben wollen die Fischer auch noch ihre bösen Geister loswerden, indem sie möglichst andere Boote rammen oder ganz nahe rankommen, damit die Geister überspringen können. Sie warten regelrecht auf uns und wenn wir kommen, geht es mit Vollgas auf Kollisionskurs. Ich ändere mehrfach den Kurs, aber sie tun das Gleiche und bleiben mit Vollgas dran, bis ich auch Vollgas gebe und mit 7-8 kn davon sause. Wenn diese Aktionen dann bei Nacht stattfinden, sind wir besonders begeistert. Einmal hätte es nachts wirklich fast mit einer Kollision geklappt. Eine ganz düster beleuchtete Dschunke kreuzt vielleicht 10 m vor uns unseren Kurs, dass ich ein Manöver des letzten Augenblicks fahren muss. Diese Holzboote sind im Radar so gut wie nicht zu erkennen, da sie bei kleinen Wellen immer wieder im Wellental verschwinden und kein Echo haben. Es sind anstrengende Nächte, da auch die Sicht durch Dunst zeitweise stark eingeschränkt ist. Samstag, 26.10.2002, 17-40 h, Kumai River, Borneo (Kalimantan) Ankerplatz: Flussdelta Position: 02°56´S, 111°42´E Nach zwei Tagen unter Motor mit schwachen umlaufenden Winden erreichen wir endlich die Mündung des Kumai Rivers, werfen den Anker und gehen zeitig schlafen. Der Ort Kumai liegt noch 13 sm flussaufwärts. Es ist dichter Nebel und wir überlegen noch, wie wir wohl zu den Orang Utans kommen, da wir keine detaillierte Flusskarte haben. Auf einmal tönt das laute Nebelhorn eines großen Tankers. Wir sind noch unschlüssig, da rauscht er schon an uns vorbei. Wir holen schlagartig den Anker auf und fahren mit Vollgas hinterher, denn wo so ein großer Tanker fahren kann, da reicht uns die Wassertiefe auch. Die spärlich ausgebrachten Seezeichen sind bei dem Nebel sowieso nicht zu erkennen. Nach einer reichlichen Stunde stoppt unser Motor plötzlich. Ich denke, das ist ein Fischernetz in der Schraube oder der Diesel ist alle. Die Wassertiefe beträgt ca. 4,50 m und so lassen wir erst einmal den Anker fallen und frühstücken. Ich hoffe, dass der Diesel alle ist, denn das trübe Flusswasser sieht nicht direkt einladend aus. Langsam wird es etwas heller und der Nebel lichtet sich. Wir können das andere Ufer erkennen. Ich bin ein Glückskind - es ist kein Diesel mehr im Tank und ich muss nicht "baden" gehen. Leider haben Dieselmotoren den Nachteil, wenn einmal Luft im Ansaugsystem ist, springen sie auch mit nachgefülltem Diesel so ohne weiteres nicht wieder an. Ich entlüfte also die Einspritzpumpe, die Hochdruckleitung und den Kraftstofffilter. Nach dem dritten Mal läuft unser "Flautenschieber" wieder wie ein Uhrwerk. Die letzten Meilen halten wir uns schön in der Flussmitte und kommen an den Ort Kumai. Sonntag, 27.10.2002, 11-00 h, Kumai Town, Borneo (Kalimantan) Ankerplatz: Fluss Position: 02°44´S, 111°44´E Wir ankern neben der "Theta Volantis" und der "Sea Drifter" - den einzigen zwei anderen Yachten hier. Viele größere Holzboote haben an der Ortseite des Flusses festgemacht und verladen tropische Hölzer. Es kommen kleine Fischerboote mit langen Holzflößen im Schlepp. Für viele hier ist das die einzige Einnahmequelle. Über VHF 72 melden wir uns bei "Harry´s Yacht Service" und eine Stunde später ist Harry bei uns an Bord. Er organisiert die Ausflüge in den "Tanjung Puting - Nationalpark", liefert Diesel an und nimmt den Müll entgegen. Dieser wird zwar nur in einem leeren Fass neben seinem kleinen Büro verbrannt, aber was soll´s. Morgen früh soll es also mit dem Speedboot zu einem Tagesausflug in den Nationalpark gehen. Wir haben uns wegen der Malariagefahr nicht für den Zweitagestrip mit Übernachtung auf einem Langkanu im Dschungel entschieden. Der Spaziergang durch den Ort mit seinen ca. 9.000 Einwohnern ist schon ein leichter Kulturschock. Die Hütten, alle auf Pfählen gebaut, stehen enggedrängt in einem Gemisch von Müll und Kloake. Bei 35 °C im Schatten riecht das nicht sehr angenehm. Aber nun kommt ja bald die Regenzeit und aller Dreck wird ins Meer gespült. Uns fehlt etwas das Verständnis für diese Mentalität, aber wir können das nicht ändern. Da die Anzahl der Touristen sehr gering ist, werden ich ständig mit "Hallo Mister" angerufen. Alle sind freundlich und lassen sich gern fotografieren. Heute morgen klingelte um 5 Uhr der Wecker, denn wir sollten um 6.30 Uhr vom Motorboot abgeholt werden. Der Muezzin ruft bereits seit einer halben Stunde die Muslims zum Gebet. Nach einer geschlagenen Stunde Wartezeit kommen endlich unser Führer, eine Wache für unser Boot während der Abwesenheit und der Fahrer. Wir sind so gespannt und voller Erwartungen! Dann sausen wir auch schon den Sekonyer River entlang und haben manchmal Angst zu kentern, so drückt unser Fahrer auf`s Gas. Bei der Geschwindigkeit und dem Lärm ist es natürlich unmöglich, irgendetwas von Natur und Menschen zu sehen, geschweige denn zu filmen. Aber auch gutes Zureden hilft nichts, es geht mit Vollgas weiter. Wer weiß, wie weit der Nationalpark ist? Aber bereits nach anderthalb Stunden sind wir am Camp Leakey angelangt und harren der Dinge, die da kommen sollen. Wir wollen Orang Utans in ihrem natürlichen Lebensraum sehen. Zuerst geht es im Eiltempo durch den Regenwald auf einem markiertem Pfad. Uns läuft der Schweiß und für eine kleine Pause würden wir viel geben. Aber Noe, unser junger dynamischer Führer, hält nur kurz an manchen Bäumen an, um von den Schildern die Namen der Bäume abzulesen. Na, das hätten wir zur Not auch selbst gekonnt. Er ist sicherlich sehr stolz darauf, lesen zu können. 40 % der Indonesier sind Analphabeten. Über die Orangs erfahren wir nicht viel und zu sehen kriegen wir sie auch nicht. Nach der zweistündigen Tour bringt uns Noe zurück zum Boot - Mittagspause! Nach einer Stunde, die wir allein auf dem glühendheißen Boot mit unserem Lunch verbringen, sitzen wir etwas ratlos da. War das alles? Wie geht es jetzt weiter? Noe will uns doch tatsächlich noch über 2 Stunden hier sitzen lassen, bis zur Fütterungszeit der Affen. Wir protestieren und so führt er uns noch mal zur Station. Auf dem Weg dahin sehen wir endlich ein paar zahme Exemplare, die zur Station gehören. Man soll auf jeden Fall einen gehörigen Sicherheitsabstand wahren, sich nie zwischen ein Männchen und ein Weibchen stellen (hoffentlich erkennt man das gleich) und nicht vor den Affen essen. Sie sind ziemlich groß und Sabine hält ordentlich Abstand. Ich muss mich zum Filmen allerdings näher heranwagen. Orang Utan ist übrigens ein indonesisches Wort und heißt Dschungelmensch. Die Orangs bauen sich jeden Abend ein frisches Blätternest weit oben in den Bäumen und tragen so zur Regenerierung des Regenwaldes bei. Sie haben hier im Nationalpark richtig viel Platz. Die nächsten Stunden verbringen wir am schattigen Rastplatz der Station, wo auch ein zahmes großes Orangweibchen mit Baby hinkommt und Sabine in die Flucht schlägt. Kleine kecke Gibbonäffchen schaukeln in den Zweigen. Nun tun uns die Affen im Zoo erst richtig leid. Um die tägliche Fütterung der Orangs zu erleben, müssen wir wieder eine Stunde in den Dschungel laufen. Die Futterplätze werden regelmäßig gewechselt, damit die Tiere, die später wieder ausgewildert werden sollen, nicht verlernen, ihr Futter zu suchen. Während wir hier warten, nähern sich schon ganz erwartungsvoll einige Orangs. Sie kommen nicht zu Fuß, sondern schwingen sich ziemlich lautlos durch die Bäume. Das ist sehr beeindruckend. Unser Führer ist mit den Affen vertraut und sie kommen auf Tuchfühlung. Hoffentlich gelingen mir ein paar gute Aufnahmen. Ich sehe die Affen jedenfalls nur durch die Linse meiner Kamera. Wir beschließen, noch vor der Fütterung zum Boot zurückzukehren. Dieses Schauspiel können wir uns auch im Zoo von Singapur anschauen und Orangs haben wir ja jetzt aus nächster Nähe gesehen. Wir hoffen auf ein bisschen mehr Zeit für die Flussfahrt, denn da soll es Krokodile, herrlich bunte Vögel und andere Affen geben. Mit Noe, der ein bisschen Englisch kann, haben wir das besprochen. Er muss es nur noch dem Fahrer klarmachen. Leider hat der Fahrer für unseren Wunsch nur taube Ohren. Er kennt nur Vollgas! Als wir ein kleines Krokodil entdecken, stoppt er ganz plötzlich die Maschine, aber das Krokodil ist natürlich schon weg. So geht es den ganzen Rückweg. Glücklicherweise sahen wir neben den Orangs auch noch Gibbons, Macaque und Nasenaffen. Auch Süßwasserkrokodile und farbenprächtige Vögel, wie den Nashornvogel und den Kingfisher, konnten wir beobachten. Ich muss erst richtig böse werden, damit er wenigstens einige Male langsamer wird und mir überhaupt ein paar Aufnahmen von der Flussfahrt gelingen. Bevor es dunkel wird, sind wir schon wieder am Schiff. Fazit: Wir sahen Orang Utans und andere Dschungeltiere, das war klasse. Aber alles andere stimmte nicht und wir zahlten zuviel Geld für diesen Trip. Harry scheint schon von unserer Unzufriedenheit gehört zu haben, denn nach einer halben Stunde ist er bei uns, um sich zu erkundigen, wie es war. Nun, man kann nicht immer nur alles loben, so beschweren wir uns, damit es anderen Seglern besser geht und Harry rückt 150.000 Rp. als Entschädigung wieder raus. Schließlich macht er ja auch noch mit dem Diesel sein Geschäft. So haben wir alles in allem nach harten Verhandlungen ca. 44 Dollar für diesen Trip bezahlt und finden das nicht so billig. Unsere große Angst vor den Moskitos (Borneo ist ein Gebiet mit erhöhter Malariagefahr) hat sich so ziemlich aufgelöst. Die Regenzeit beginnt gerade erst und bis jetzt sichteten wir noch keine Moskitos. Dennoch haben wir unser Moskitonetz aufgespannt und lassen die Nacht über eine Räucherspirale glühen. Das schreckt die Biester garantiert ab. Das beste Mittel allerdings ist, sich früh und in der Dämmerung auf dem Schiff aufzuhalten, das in sicherem Abstand vom Land ankert. Das war nur hier im Fluss nicht möglich. Donnerstag, 31.10.2002, 13-30 h, Serutu Island, Indonsien Ankerplatz: N Bucht vor dem Dorf Position: 01°42´S, 108°42´E Aufgetankt geht es Dienstag wieder los. Wenn kein Wind kommt, müssen wir noch mal an Land und Diesel besorgen. Dazu haben wir uns die kleine Insel Serutu in der Karimata Strait ausgesucht. Von dort sind es noch 390 sm bis Singapur. Das kleine Dorf hat ca. 50 Hütten und 300 Einwohner. Zwei können etwas Englisch. Ich lande mit dem Dingi und unseren Kanistern im Dorf an. Sofort bin ich von 20 Kindern umringt und ich verteile meine Bonbons. Beim Diesel wittern alle ein Geschäft, die noch in ihren Fässern unter der Hütte Diesel haben. Er ist viermal so teuer, wie an der Tankstelle. Ich habe meinen Stolz und verzichte, da müssen wir eben eine andere Route nach Singapur fahren. Am nächsten frühen Morgen kommt ein Versorgungsschiff und hat Dieselfässer an Bord. Gerettet - dort kann ich zu fairen Preisen Diesel kaufen und mir das ca. 20 m lange Holzschiff anschauen. Es hat weder Funk, Echolot, Logge, GPS, Seekarten, Autopilot, Radar, Barometer - nichts. Nicht einmal einen Kompass!! Keinen einzigen Rettungsring - unglaublich. Nachts brennt im Masttopp eine weiße Lampe und im Steuerhaus ist ein kleines Kofferradio. Eine kräftige Benzinpumpe entleert regelmäßig die Bilge, da das Holzschiff ständig Wasser nimmt. Fast vollgetankt können wir also beruhigt Richtung Singapur aufbrechen und das war gut so - wir müssen die gesamte Strecke unter Motor zurücklegen. In der ersten Nacht blitzt es fast 6 Stunden bis der Regen kommt - und dann aber wie aus Kannen. In der zweiten Nacht sind unheimlich viele Squidfischer unterwegs. Alle haben das Boot voller Scheinwerfer und sind damit wunderbar zu erkennen. Am dritten Tag, dem 03.11.2002, überqueren wir genau 18 h 25 min 45 s Ortszeit (UTC - 8h) auf der Länge von 104° 14,5`E den Äquator. Damit sind wir wieder auf der Nordhalbkugel und die Sonne steht mittags im Süden und nicht mehr im Norden. Sabine mischt uns aus diesem Anlass einen wunderschönen Sundowner. Schließlich haben wir sonst nichts zu lachen. Den ganzen Tag bei Windstille unter Motor, dass ist nicht unbedingt die blanke Sahne. Montag, 04.11.2002, 11-00 h, Johor Strait, Republic of Singapore Marina: Raffles Marina Position: 01°21´N, 103°38´E Wir passieren nachts die Selat Durian, in der mehrere Leuchtfeuer gerade Urlaub haben und kommen im Morgengrauen schon relativ weit westlich in das Verkehrstrennungsgebiet der Singapore Strait. Diese Wasserstraße gehört zu den meistbefahrensten der Welt. Die Ozeanriesen kommen wie auf einer Kette aufgefädelt mit ca. 12 kn in einem Abstand von 3-4 sm. Wir queren rechtwinklig mit Vollgas diese Zone und es ist wirklich der Wahnsinn, wie schnell diese schwimmenden Hochhäuser näherkommen. Die Strömung nimmt uns mit und wir können bereits die Hafenanlagen und die Silhouette von der City mit den gewaltigen Wolkenkratzern erkennen. Ehrgeizige Hafenerweiterungen sind abweichend zu unserer Seekarte zu erkennen. Riesige Flächen werden aufgefüllt und dem Meer abgerungen. Über Kanal 77 (24 h dienstbereit) melden wir uns in der Raffles Marina an. Sie wurde nach Sir Stamford Raffle, dem Gründer von Singapur, genannt. Die zentrale Lage von Singapur und der Status als Freihandelszone ließen hier die "Schweiz Asien´s" entstehen. Hier in der Marina kostet ein Tag für unser 42 Fuß-Schiff ca. 15 €uro, bisher das beste Preis -Leistungsverhältnis weltweit. Es wird Service ohne Ende geboten - 24 h Security, früh kommt die Tageszeitung gratis an Bord, 10-mal täglich freier Shuttle-Bus in die City und zurück, riesiger Swimmingpool und Duschen mit marinaeigenen Hand- und Badetüchern, Fitnesscenter, Schiffsausrüster, Tennisplatz, Kino, Bowlingbahn, Internet, Gasfüllservice und Dieseltankstelle (0,34 €/l). Jeden Tag sind 33°C und es regnet fast immer nachmittags. Alles ist blitzsauber!! Apropos Sauberkeit: wir staunen, wie sich fast 4 Millionen Einwohner (75 % Chinesen) reglementieren lassen. Es liegt nirgends Müll herum, nicht eine Wand ist vollgeschmiert. Rauchen, Essen oder Trinken ist in allen öffentlichen Bahnhöfen und Gebäuden, wie Einkaufzentren, Büros sowie in allen Verkehrmitteln verboten. Hier kann man übrigens die teuersten Zigaretten weltweit rauchen (Strafe 550 €), wenn man gegen das Rauchverbot verstößt. Auch die anderen Strafen sind gepfeffert: Essen oder Trinken, auf den Fußboden spuken, Blumen abbrechen, Abfall wegwerfen - mit 270-550 € ist man dabei, wenn man erwischt wird. Alle halten sich an diese Gesetze. Auf Rauschgiftschmuggel oder die Herstellung von Rauschgift wird die Todesstrafe vollstreckt. Nirgends ist allerdings uniformierte Polizei zu sehen. Übrigens verlangt die Immigration als erstes, bevor der Stempel im Pass landet, einen "Crew Security Bond" (Zahlungsverpflichtungserklärung) des Skippers über 800 €, falls das Schiff oder die vollzählige Crew nicht innerhalb von 14 Tagen Singapur wieder verlassen hat. Keiner kommt auf das Schiff zum Kontrollieren. Diese High-Tec Millionenstadt ist wahnsinnig geschäftstüchtig. Hier kommen die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen offensichtlich gut miteinander aus. Die historischen Viertel wie Chinatown, Little India und Little Arabia sind besondere Anziehungspunkte. Viele Schilder sind in vier Sprachen (Englisch, Chinesisch, Indisch und Malay), wobei das Singlish (Singapur Englisch) die offizielle Geschäftssprache ist. Es gibt Zeitungen, Fernsehen und Rundfunk in den verschiedenen Sprachen. Jeder ab 10 Jahren hat praktisch auch ein Handy und es wird überall wie wild telephoniert. Mit 3 % Mehrwertsteuer hat sich Singapur zum Einkaufsparadies entwickelt. Ab 2003 sollen es 5 % werden. Fast alles ist klimatisiert. Das Verkehrssystem ist grandios organisiert. Allein in der City habe ich 80 Shoppingzentren gezählt. Alle Läden sind vermietet. Im Suntec Tower sind zum Beispiel mehr als 200 Geschäfte und 20 Restaurants. Es gibt alles, man muss nur wissen wo. Der Sim Lim Tower ist voller Elektronik, der Sim Lim Square mit Computertechnik. Alle Shoppingzentren haben 365 Tage im Jahr von 10-22 Uhr geöffnet, wobei die einzelnen Läden oder Restaurants teilweise individuelle Öffnungszeiten haben. An den Wochenenden und abends gehen die Einwohner von Singapur shoppen. Konsum wird ganz groß geschrieben. Jetzt werden bereits riesige Weihnachtsbäume und Dekorationen aufgebaut. Es stehen selten Preise an den teuren Waren, über alles wird gefeilscht und gehandelt. Nach drei Tagen haben wir den Kaufrausch überwunden und eigentlich die Nase voll. Die preiswerte Metro fährt aller 3-8 min. Sie verbindet die City mit den Wolkenkratzern und die zahllosen Wohngebiete (alle im Plattenbaustil) der Insel schnell und ohne Stau. Privatautos und Motorräder müssen nach einem ausgeklügeltem System eine Straßenbenutzungsgebühr in der City bezahlen. Taxifahren ist preiswert. Viele haben kein eigenes Auto. Es gibt unter anderem einen tollen Zoo und einen einmaligen Vogelpark. Die Welt ist groß, also geht es am Mittwoch zum Ausklarieren (Kosten: 16 € Port Authority und 28 € Immigration), und am Donnerstag (14.11.2002) weiter in das angrenzende Malaysia. Das Boot ist klar, Proviant wurde gebunkert. Freitag, 15.11.2002, 15-00 h, Port Dickson, Malaysia Marina: Admiral Marina Position: 02°28´N, 101°51´E Auf der Fahrt in der Malakka Strait nach Malaysia brauchten wir unseren Motor für 24 h, nicht um den Piraten auszuweichen, sondern weil der Wind die Stärke 2 bft, außer in einer Böenwalze beim Durchgang eines Wärmegewitters, nicht überstieg. Der Verkehr der Großschifffahrt war wirklich gewaltig. Man muss sich hier eine breite Straße mit zwei geteilten Fahrbahnen vorstellen. Wir laufen etwa 6 kn und die uns überholenden Ozeanriesen laufen 15 oder noch mehr kn. Etwas kribbelig ist das schon, wenn man rechts und links gleichzeitig von zwei "Großen" überholt wird. Einmal musste ich einem unbeleuchteten malaysischem Fischerboot ausweichen, das uns als Falschfahrer entgegenkam. Vielleicht war heute bei ihm Russisch Roulette angesagt, denn die "Großen" können nicht so schnell ausweichen oder er fuhr nach der Devise, wenn die andern Licht haben, kann ich meines sparen. In der sehr schönen Admiral Marina, 5 sm südlich von Port Dickson - Einklarierungshafen von Malaysia, bekommen wir einen Liegeplatz nahe von Keith und Anne von der "KETCHUP II" aus Australien. Viele andere Yachten treffen wir hier auch wieder. Die meisten werden wie wir Weihnachten und Silvester in Phuket (Thailand) feiern, bevor es Mitte Januar Richtung Sri Lanka weitergeht. |
