Suakin, Sudan ( 19-07 N, 37-20 E )
Bretterbudenstadt mit ordentlichen Bunkermöglichkeiten
Elke u. Eckhard Pieske, "Barrakuda" L: 12,59 m, T: 1,20 m
Unser erster "grosser" Stop nach Mas-sawa war Suakin, eine mittlere Hafenstadt, wie wir dachten. Hafen ja, auch mit regem Fährbetrieb, besonders nach Jed-dah für die Mekkapilgerer, aber "Stadt"???
New Suakin besteht überwiegend aus unbefestigten Straßen, aneinandergereihten Bretterverschlägen. Wasser ist Luxus, Elektrizität auch, Staub allgegenwärtig, Eselskarren und Kamele neben vereinzelten Autos die einzigen Transportmittel. Viele Männer auf den Straßen, aber auch Ziegen, Katzen und Hunde. Solch eine Ansiedlung hatten wir noch nicht gesehen! Wir waren am ersten Tag erst einmal schockiert, weil wir solch eine Armseligkeit überhaupt nicht erwartet hatten. Doch durch die neu gebaute Verbindungsstraße zum 70 km entfernten Port Sudan sind die Versorgungsgmöglich-keiten gar nicht so schlecht. Und wenn man etwas länger dort verweilt, fühlt man sich schnell heimisch...
Die Einwohner Suakins sind sehr freundlich, zuvorkommend und ehrlich, von Bakschisch hat hier noch keiner etwas gehört. Wirklich sehr angenehm. Nur sehr wenige sprechen Englisch, aber alle begrüßen einen mit einem phonetischen "hauraju" (how are you), das sie irgendwann einmal aufgeschnappt haben, ohne weiter auf eine Antwort zu warten.
Das Ein- und Ausklarieren übernimmt Mohammed gegen eine Gebühr von 25,- US$, darin sind aber auch viele andere Dienste enthalten, wie etwa das Besorgen von Diesel (z.Zt. 0,40 US$/1), Benzin oder Nutzwasser.
Kosten:
Immigration 17,- $ pro Person, Hafengebühr ca. 20,- $ (richtete sich nach der Verdrängung) für einen maximalen Aufenthalt von 7 Tagen (shore pass). Kein Visum!
Geldumtausch:
in der Bank: z.Zt. 1,- $ entsprechen 257,- Sudanesische Dinar. Im Sprachgebrauch ist immer noch die alte Währung des Sudanesischen Pfund üblich, der das Zehnfache des Dinars beträgt, aber nicht mehr im Umlauf ist. Da sehr wenige Englisch sprechen, bietet Mubarrak seine Dienste an, der ebenso wie Mohammed auf der Ruineninsel Old Suakin anzutreffen ist. Mubarrak spricht fließend Englisch und setzt sich wirklich toll für uns Segler ein. Sein Engagement ist einen Obolus oder einige Klamotten wert. Motor- und Getriebeöl kann man bei Muhammend Adam bekommen, der seinen "Laden" hinter der Busstation betreibt, und leidlich Englisch spricht. Mubarrak fragen, wo sich seine Barracke befindet, weil man es sonst nicht finden kann.
Verproviantierung:
Obst und Gemüse wird auf dem Markt reichlich angeboten, ebenso wie kleine Brotfladen; basic stuff findet man in der "Ladenzeile", ebenso Importartikel wie Tang, Schmierkäse o.a. Wer mehr Auswahl haben möchte, kann per Bus oder Taxi nach Port Sudan fahren (ca. 1 - 1 1/2 Std.) am besten mit Mubarrak, der weiss, wo man was bekommt und äußerst hilfreich übersetzt.
Telefonservice in Suakin (1 Min. für 500,-Dinar!). Trinkwasser nur in Flaschen erhältlich, in Port Sudan aber in 20l-Kanistern (Supermarkt für Importwaren am Markt, Mubarrak weiss wo).
Es gibt einen Laundryservice, aber in Anbetracht der Wasserknappheit haben wir darauf verzichtet.
Email ist nur in Port Sudan möglich (aber die Leitung oft hoffnungslos überstrapaziert, so dass die Computer gar nicht erst online gehen können), ebenso Copy Service (gleiches Geschäft in der Nähe des Marktes).
Es lohnt sich also, in Suakin einen Stopp einzulegen, nicht nur wegen der neuen Erfahrungen in puncto Lebensweise und Freundlichkeit, sondern vor allem in finanzieller Hinsicht: die Gebühren für das Offizielle sind wesentlich geringer als in Port Sudan. Außerdem schließt das Cruising Permit, das man nach dem Auschecken bekommt, Port Sudan aus, so dass mit Sicherheit einige Gebühren doppelt anfielen, legte man einen zusätzlichen Stopp dort ein.