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Wer rettet uns vor Rettungsinseln?

Einige Bemerkungen zu diesem Problem von Christian Radon

von Horst Linke
E-Mail: huclinke@gmx.de

Also, es gibt viele Segler die segeln jahrelang in der Welt herum. Viele Segler, oder alle (?) haben eine Rettungsinsel.

Jeder weiß, damit die im Falle des Falles auch funktioniert, muss so ein Ding in regelmäßigen Abständen gewartet werden. So sagen es die Hersteller. Aber wo und bei wem sagen sie nicht. Was soll man denn machen wenn man auf den Fidschis oder auch nur in der Türkei oder sonst wo unterwegs ist. Wenn überhaupt eine Service- Möglichkeit besteht, kann man dem örtlichen Service sein Überlebensgerät anvertrauen? So oder auch aus anderen Gründen fristen viele solcher Geräte ein fristüberschreitendes Dasein. So zu meiner Schande auch bei mir.

Nachdem mir mein Gewissen keine Ruhe ließ, entschloss ich mich mit meiner Insel inzwischen 6 Jahre alt, noch nie gewartet, eine in Las Palmas befindlichen Service- Betrieb aufzusuchen.

Erste Frage an mich: Wie alt ist die Insel und wann zuletzt gewartet? Nach meiner Antwort die Aussage: Eine solche Rettungsinsel, obwohl vakuumverpackt und ungebraucht, wird von uns nicht mehr gewartet. Ohne dieses gut erhaltene Teil auch nur eines Blickes zu würdigen empfahl man mir eine neue Rettungsinsel zu kaufen und machte mir auch gleich ein günstiges Angebot, 10% Rabatt inklusive. Dies ist nach meinen Informationen anderen Segler dort schon genau so gegangen.

Es widerstrebte mir das gute Stück ungesehen entsorgen zu lassen. Von einem namhaften deutschen Sercicebetrieb erfuhr ich, dass es keine Bestimmung oder Anweisung eines Herstellers gibt, Inseln ab einem bestimmten Alter auszumustern.

Bei der Firma Ocean Products Espanola, S.L. in Telde, Tel. 928706672 wagte ich einen 2. Versuch und war gespannt was mich erwartete. Zunächst einmal nahm man die Insel ohne Vorbehalt an. Nach 2 Tagen konnte ich endlich einmal meine Rettungsinsel in Ihrer ganzen Schönheit bewundern. Ihr Zustand rechtfertigte es die Wartung durchzuführen. Der mir genannte Preis schloss alles ein.

Bei Abholung erhielt ich ein Zertifikat und den Hinweis, dass die Insel noch Top ist und noch lange nicht schrottreif ist. In der Rechnung waren alle erneuerten Teile detailliert aufgeführt. Die Altteile wurden mir ausgehändigt. Ich erfuhr, dass ein Zubringerdienst die Insel auch abholt. 2 Taxifahrten hätte ich mir somit ersparen können. Trotzdem kann ich jedem empfehlen seine Rettungsinsel selbst einmal in Augenschein zu nehmen.

Meine Überraschung war aber noch eine Andere.

Auf der Druckluftflasche zeigte man mir den Vermerk einer Wartung aus dem Jahre 1999. Hieraus und auch aus den Beipackdaten konnte man darauf schließen, dass die Insel schon beim Kauf ca. 5 Jahre alt gewesen sein musste. Gekauft hatte ich sie im Frühjahr 2001 in den USA als neue Insel, bevor ich meine Rückreise nach Europa antrat. Bei einem autorisierten Händler.

  • Wie kann man das Alter einer Rettungsinsel beim Kauf festzustellen?
  • Sollten lange Reisen unter Berücksichtigung der Wartungsinterwalle und der Servicestationen geplant werden?
  • Wie erkenne ich ob ein Servicebetrieb korrekt arbeitet und mein Vertrauen rechtfertigt?
  • Wo befinden sich weltweit Servicestationen, wer überprüft diese oder vergibt Lizenzen?
Die Mehrzahl der Händler und Servicebetriebe sind sicher solide. Leider haben nicht wenige Segler wartungsüberzogene Rettungsinseln an Bord. Dies umso mehr, wenn ein Service ohne Begutachtung rundheraus abgelehnt wird. Es ist ja nicht zu kontrollieren wann und wie oft Rettungsinseln versagen. Ausfallraten, sprich Meldungen über verschollene Segler, sind zum Glück sehr selten. Schamlos, wer sich dies zu nutze macht.



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Letzte Änderung / Last change: Mittwoch, 03. September 2008