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Problem: Rettungsinsel
HIER der erste Artikel über Rettungsinseln

von Christian Radon, TO Stützpunkt Davao ,Samal Island
Info WIKIPEDIA Davao E-Mail: christian_radon@yahoo.com

Ich habe mit Interesse den Artikel gelesen und das Thema liegt mir sehr am Herzen.

Ich bin von Beruf Schiffsbauer und habe Jahre im Yachtbau gearbeitet. Ich bin mit meiner selbstgebauten Spray 40 einige Jahre durch die Weltmeere geschippert und hab mir irgendwann auch mal günstig eine Rettungsinsel mit neuem Prüfzertifikat gekauft. Die diente überwiegend in der Achterkajüte als Tisch oder als Steh im Weg. Als ich wieder an Land ging, bekam ich eine Anstellung als Servicetechniker für Rettungsmittel , nach den entsprechenden Lehrgängen war ich absolut sensibilisiert

JA Rettungsinselwartung ist Vertrauenssache. Nicht jeder hat Zeit oder Lust bei der Wartung dabei zu sein.

Fakt ist das sich teure Boote gekauft werden und irgendwo ist ein weißer Container. Meine Sicherheit!!!! Der Container ist auch nach mehren Jahren noch weiß. aber niemand hat sich drum gekümmert. Die Hemmschwelle ist ganz einfach: Möglicherweise ist keine Servicestation in der Nähe, also zusätzlich Transportkosten und ich gebe einen weißen Container hin und bekomme ihn mit einem Zertifikat zurück.

Ich habe deswegen Polaroidfotos eingeführt, der Eigner sieht seine Insel aufgeblasen und die Ausrüstung, Die alte Ausrüstung wird gezeigt und der Kunde kann bestimmen ob er oder wir sie Entsorgen. Im Falle dass die Insel den Test nicht bestand, wurde immer der Eigner nach Möglichkeit dazugeholt. So und nicht anders sollte es sein.

Erschreckend finde ich dass kaum ein Hersteller aus dem Fastnet-Race Disaster gelernt hat. Während meiner aktiven Wartungstätigkeit gab es nur einen Hersteller der sich Gedanken über vernünftige Einsteigtreppen und automatisch aufblasbare Böden etc. gemacht hat. Leider ist er heute nicht mehr auf dem Markt, weil das Produkt zu teuer war. Die Hersteller richten sich angeblich nach den Kundenwünschen, was heute bedeutet leicht und klein. Was für ein Wahnsinn. Es sieht ja schön aus, so eine 4 Personeninsel an der Steuersäule. Ich hab vor Jahren mal, unter Vorbehalt so ein Vacuumding zur Wartung genommen. Maße 20,40,60. Tasche. Nachdem wir die Tasche geöffnet hatten kam erstmal Styropor , dann Bauschaum und zum Schluss der selbst verschweißende Vacuumsack. Das Material war leicht und im Vergleich zu normalen Werkstoffen logischerweise Hauchdünn. Zu einem Schwimmring von der Tankstelle hätte ich mehr Vertrauen. Mit Einverständnis des Eigners haben wir die Insel normal sanft abgesaugt und eine Tasche angefertigt die dann die Maße 25,50 hatte, also weniger Stauraum. Für viel Geld wird Mist verkauft, mit der Verlockung 4 Jahre Wartungsfrei .

Aber niemand sagt was danach kommt. Zu der Aussage, dass eine Insel die 17 Jahre alt ist nicht mehr gewartet werden kann, kann ich nur sagen, bei guter Lagerung und Wartung sind die Alten für mich die Besten. Ich hatte Inseln die 24 Jahre alt waren, jedes Jahr gewartet wurden und selbst brutalen Überdrucktesten standgehalten haben. Natürlich könnten die Hersteller stolz drauf sein, aber das bringt ja keinen Umsatz.

Heute soll es für die Berufschiffahrt inzwischen Produkte geben die ein Zertifikat für 2 Jahre haben und dann werden sie entsorgt, fragt sich nur wo und eine Neue ist billiger als die Wartung.

Ich könnte das Thema noch weiter führen, aber die Stories von Eignerwünschen erzähle ich euch wenn ihr mich auf Samal Island besucht und wenn ihr vorbei kommt check ich eure Insel gerne , aber wenn die DRUCKFLASCHE LEER IST; habt ihr Pech gehabt , die kriegen wir hier nicht gefüllt.



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Letzte Änderung / Last change: Donnerstag, 06. November 2008