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Karte gross |
Gladstone - Sydney - Bundaberg (AUS)
von Walter und Gisela Mittasch, SY-Atlantis
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Nachdem wir vier Monate in Gladstone in der Marina gelegen hatten, wurde es Zeit, zu neuen Ufern aufzubrechen. Noch ein Wort zu Gladstone Marina. Wir waren im nachhinein gluecklich, dass wir uns fuer Gladstone als Port of Entry und Arbeitshafen entschieden hatten. Die Marina ist nur ca. 1 km von der Stadt entfernt, hervorragend unterhalten und preislich in der unteren Range fuer australische Verhaeltnisse. Und in der Stadt kann man nahezu alles besorgen, was man fuer die Wartung eines Schiffes braucht. Wir verließen Gladstone am 24. Oktober 2008 und segelten eine kleine Etappe nach Sueden in den Seven Miles Creek (Ankerplatz 24°03,20 S - 151°33,39 E ). Dort gibt es keine Barre, so dass unabhaengig von den Gezeiten jederzeit eingelaufen werden kann. Wir segelten weiter nach Pancake Creek (Ankerplatz 24°00,70S - 151°44,17 E ). Pancake Creek ist ein beliebter Ankerplatz fuer alle Boote, die entlang der australischen Ostkueste nach Norden oder Sueden segeln. Hunderte von australischen Jachten segeln jedes Jahr im Herbst nach Norden in die waermeren Gefilde und kehren im Fruehling wieder zu ihren Ausgangshaefen in Sydney oder Melbourne zurueck. Am zweiten Tag unseres Aufenthalts in Pancake Creek kamen wir von einem Landausflug zurueck und sahen auf dem vor uns ankernden Boot starke Rauchentwicklung. Scherzhaft sagten wir noch, das muss ein gewaltiges Barbeque sein. Aber dann sahen wir die Flammen. Ein Mann sprang mit brennendem Hemd ueber Bord und kletterte in sein Beiboot. Sofort kamen wir ihm zur Hilfe. Er hatte Brandwunden an den Haenden und stand unter Schock. Sein Boot brannte mittlerweile lichterloh. Wir brachten Matt erstmal auf unsere Atlantis. Dort erklaerte er, dass es beim Anzünden seines Petromelumofens eine Verpuffung gegeben hat, die ihn und den Ofen in Brand setzte. Als klar war, dass er kein Gas an Bord hat, das explodieren koennte, gingen wir mit unserem Beiboot laengsseits und mit einer Eimerkette schuetten wir zu dritt mehrere 1000 Liter Salzwasser ins Cockpit und in den Innerraum bis wir die Flammen unter Kontrolle brachten. Das Boot war Stahl, was wahrscheinlich verhinderte, dass es sank. Wir verstaendigten VMR Gladstone (Volunteer Marine Rescue) und es wurde vereinbart, dass am naechsten Morgen das Rescue Boot die ausgebrannte Yacht zurueck nach Gladstone schleppt. Das VMR System ist in Australien sehr ausgepraegt. Alle ca.50 sm gibt es eine VMR Station, die auf UKW Wetterberichte und Sicherheitsmeldungen durchgibt. Man kann sich dort melden und einloggen, dann begleiten die zustaendigenVMR Stationen das Boot bis zu seinem Zielort. Von Pancake Creek ging es nach Lady Musgrave Island. Die Strecke ist ca. 30 sm, aber der Ostwind blies genau aus der Richtung, in die wir wollten. Zusaetzlich setzte noch ein ca. 1 Knoten Strom nach Westen. Das Vorankommen in die richtige Richtung war schwierig und langsam. Wir erreichten Lady Musgrave kurz vor Sonnenuntergang, so dass wir im Lee der Insel ankerten. Am naechsten Morgen bei Stillwasser ging es durch den engen aber betonnten Pass in die Lagune. Wir ankerten auf ca. 10 m in Sand mit kleinen Korallenbloecken. (23°54,21 S - 152°24,15 E). Lady Musgrave ist Nationalpark, die Insel ist unbewohnt. Es gibt jedoch einen Campingplatz, auf dem bis zu 20 Personen mit vorheriger Anmeldung fuer eine Woche campieren duerfen. Außer einer Toilette gibt es keinerlei Einrichtungen. Weiterhin kommt taeglich ein Ausflugskatamaran mit Touristen fuer eine Tagestour. Wir hatten das Vergnuegen, gerade zur Paarungszeit der Schildkroeten in Lady Musgrave zu sein. Ueberall in der Lagune drifteten die sich paarenden Seeschildkroeten. In der Nacht kamen die ersten Weibchen zur Eiablage an den Strand. Die Insel ist dicht bewaldet mit Pisoniabaeumen und ca. 20.000 Voegel nisten auf der Insel. Wir verbrachten geruhsame Tage mit Schwimmen und Strandwanderungen (ca. 40 Min einmal um die Insel). Die 90 sm Passage von Lady Musgrave nach Urangan in Hervey Bay war mangels jeglichen Wind eine Motorpartie. In Urangan entdeckten wir zum ersten Mal einen ALDI-Laden. Nach zehn Jahren Abstinenz konnten wir in Lebkuchen, Marzipan und Zimtsternen schwelgen. Hervey Bay wird durch das davorliegende Fraser Island geschuetzt. Die Gewaesser zwischen Festland und Fraser Island werden als die Great Sandy Strait bezeichnet. Es gibt viele Sandbaenke und Flachs in der Strait, aber die Betonnung ist gut und mit den zwei Spezialkarten fuer die Great Sandy Strait ist man bestens ausgeruestet. Die Sheridan Flats konnten wir mit unseren 2 m Tiefgang nur bei Hochwasser passieren. Guter Nordwind machte das Segeln ohne Welle zu einem wahren Vergnuegen. In Gerrys Anchorage (25°37,90 S - 152°58,25 E) warteten wir auf das richtige Wetter, um die Wide Bay Bar zu passieren, den suedlichen Ausgang der Great Sandy Strait. Die Barre hat ca. 5 Meter Wasser, aber bei Wind und Schwell baut sich dort eine auesserst unangenehme See auf, die schon viel Schaden auf Booten angerichtet hat. Bei leichtem NE herrschten bei uns ideale Voraussetzungen fuer das Passieren der Barre von Wide Bay Bar. Unser Ziel war das Stadtzentrum von Brisbane. Die Passage inclusive der Flussfahrt den Brisbane River hoch war ca. 133 sm und mit dem richtigen Timing und auflaufender Gezeit bei der Flussfahrt erreichten wir den Ankerplatz am Botanischen Garten von Brisbane am näechsten Tag, um 15.00 Uhr. Die Stadt vermietet Bug- und Heck Pfeiler fuer 50 AUD die Woche. Leider sind die Pfeiler von Dauerliegern belegt, so dass meist nur Ankern bleibt. Ich fand eine freie private Mooring und nach einigen Nachfragen fanden wir heraus, dass der Eigner fuer zwei Monate nach Sydney gesegelt war. Wir holten uns telefonisch die Erlaubnis, die Mooring benutzen zu koennen. Der botanische Garten liegt direkt im Stadtzentrum von Brisbane. Alle Besorgungen, kulturellen Aktivitaeten, Buechereien usw. sind zu Fuss oder per Fahrrad schnell zu erreichen. Wir nutzten die sichere Mooring fuer einen Abstecher per Flugzeug nach Alice Springs und tourten mit einen Campervan fuer zwei Wochen durch das Outback. Da wir Weihnachten mit Freunden in Sydney verbringen wollten, draengte die Zeit und wir verließen Brisbane am 3. Dezember. Am Abend ankerten wir vor Mud Island in Moreton Bay. Ein spektakulaeres Gewitter mit Bitzen, die die Nacht zum Tag machten, ging ueber Brisbane herunter. Gott sei Dank blieben wir davon verschont. Brisbane ist bekannt fuer seine intensiven Gewitterstureme. Am naechsten Tag segelten wir aus der Moreton Bay. Zuerst mussten wir aufkreuzen, dann schlief der Wind ein, aber schliesslich kam er doch aus der gewuenschten Richtung und wir segelten direkt nach Iluka in der Muendung des Clarence River. Wie alle Flussmuendungen hat auch der Clarence River eine Barre. Da der River frueher von der kommerziellen Schifffahrt benutzt wurde, schuetzen zwei lange Wellenbrecher die Einfahrt. Iluka ist ein kleiner verschlafener Fischerort an der Nordseite der Muendung und hat einen sehr geschuetzten Ankerplatz fuer alle Winde (29°24,74 S - 153°21.03 ). Auf der Suedseite der Muendung liegt Yamba, das mehr touristisch und moderner ist als Iluka. Yamba bietet ebenfalls einen geschuetzten Ankerplatz und außerdem eine Marina und Moorings. Von Iluka waren es 60 sm nach Coffs Harbour. Mit dem nach Sued setzenden Strom und frischem NE war es ein Tagestrip. In Coffs Harbour trafen wir nach 6 Jahren unseren Freund Peter wieder, den wir in Venezuela kennen gelernt hatten. Er verhalf uns zu einem Platz in der Marina, da der Ankerplatz Seitenschwell ausgesetzt ist. Nach einer Woche war das Wetter richtig fuer die naechste 245 sm lange Passage nach Broken Bay. (ca 25 sm vor Sydney Harbour). Broken Bay ist eines der schoensten Segelreviere in Australien, hunderte von geschuetzten Ankerplaetzen. Aber das sehen die Australier genauso, entsprechend voll ist es in der Sommersaison. Wir lernten Kurt kennen. Er war nach dem Krieg nach Australien ausgewandert und wurde durch harte Arbeit zum Millionaer. Er ist ein begeisteter Trimaran Regattasegler. Mit 72 Jahren ist er immer noch ungeschlagen in den Trimaran Rennen in Pittwater. Zwei Tage vor Weihnachten machten wir den letzten Hopp von Broken Bay nach Sydney. Wir ankerten in Store Bay, Manly (33°48.64 S - 151°17,29 E) Store Bay ist ein beliebter Ankerplatz . Wir hatten unseren Anker gerade richtig eingefahren als nacheinander ca. 20 Regattayachten in die Bay einliefen und ankerten oder sich aneinander fest machten. (Ein Harbour Rennen hatte seine Ziellinie genau in Store Bay). Ab 16.00 leerte sich die Bay und wir hatten die Bucht zusammen mit einigen weiteren Jachten fuer uns. Judy, eine australische Seglerin, die wir auf unserer Reise kennen gelernt hatten, lebt in Manly und es gab ein frohes Wiedersehen. Am 24. Dezember startet vom Sydney Harbour aus das bekannte Sydney-Horbart-Race. Wir hatten Glueck, das Wetter war herrlich. Wir wanderten vom Ankerplatz zum Nordhead und hatten einen wunderbaren Blick auf die Startlinie und die vorbeiziehenden Rennyachten, begleitet von ca. 1000 Booten jeglicher Bauart. Durch Zufall waren Sabine und Svenja, Frau und Tochter vom Voreigner und Erbauer unserer Atlantis in Sydney. Es war ein bewegendes Erlebnis fuer sie, nach 10 Jahren wieder auf ihren urspruenglichen Boot zu sein. Das beruehmte Silvester-Feuerwerk an der Sydney Harbour Bruecke mussten wir natuerlich auch sehen. Judy zeigte uns einen hervorragenden Ankerplatz mit perfekter Sicht auf die Harbourbruecke (hinter Clark Island (33°51.65 S - 151°14.57 E). So feierten wir Silvester mit Feuerwerk und viel Spass. Da Sydney bereits suedlicher als 30 Grad Sued liegt, was fuer uns Warmwassersegler die Grenze darstellt, beschlossen wir, nicht nach Neuseeland zu segeln, sondern fuer 150 Euro pro Person (Retourticket) zu fliegen. So stellte sich die Frage, wo wir Atlantis lassen koennen. Nachdem wir die verschiedenen Alternativen bezueglich Preis, Sicherheit (Cyclonesaison) etc. durchgespielt hatten, entschieden wir uns fuer den Clarence River, Yamba oder Iluka. So gingen wir am 03.01.09 Anker auf und segelten mit wieder einem Stop in Broken Bay und Coffs Harbour nach Iluka. Eigentlich hatten wir viele Stops geplant, aber ein kraeftiger Suedwind trieb schoen nach Norden und meisten Haefen an der Ostkueste von New South Wales kann man wegen der brechenden Seen an den Barren bei diesen Wetterkonditionen nicht anlaufen. Unsere Reise nach Neuseeland war fuer Februar/Maerz geplant, so dass wir noch etwas Zeit hatten. Wir segelten den Clarence River hoch nach Maclean. Dazu muß die Highway Bruecke geoeffnet werden. Den Brueckenmeister kann man telefonisch erreichen und mit einem Tag Vorankuendigung bekommt man einen Termin fuer 8.00 morgens oder 18.00 Uhr abends. Vor der Bruecke kann man ankern und gemuetlich warten und auch uebernachten. Wir organisierten fuer Atlantis eine Mooring von der Yamba-Marina und flogen für unseren Urlaub nach Neuseeland.. Am 30.03.09 kamen wir zurueck aus Neuseeland und wurden gleich von einem Frontdurchzug mit 55 Knoten Wind begruesst. Im Nachhinein war Yamba eine gute Entscheidung. Es liegt ausserhalb des Cycloneguertels, aber schon deutlich noerdlicher als Sydney, was bei dem herannahenden Winter sehr vortelhaft war. Nach dem Landleben in NZ war unsere erste Passage von Yamba nach Mooloolaba gewoehnungsbeduerftig, aber stellte ansonsten kein Problem dar. Wir erreichten Mooloolaba um Mitternacht. Die Flusseinfahrt wird durch eine Landnase geschuetzt und ist fast bei allen Wetterlagen machbar. Richtfeuer und Betonnung erlauben eine Nachtansteuerung. Um 2.00 morgens warfen wir den Anker etwas ausserhalb des erlaubten Ankerbereiches, denn wegen Niedrigwasser konnten wir eine schmale Stelle nicht ueberqueren. Am Morgen verlegten wir uns in den legalen Ankerbereich (26°41,32 S - 153°07,20 E). Gut geschuetzt von allen Winden gingen wir daran, die Seitenscheiben von Atlantis neu einzukleben, nachdem wir bei dem starken Regen in Yamba Undichtigkeiten bemerkt hatten. Mooloolaba hat uns ausgezeichnet gefallen. Zu Fuss, mit dem Fahrrad und dem Beiboot ist alles Noetige leicht zu erreichen. Der Ankerplatz ist umgeben von Hauseren, die meist mehrere Millionen Dollar kosten, Grillplaetze mit kostenlosen elektischen Grills gibt es in jedem Park. Da wir auf unserem Weg nach Sueden die Great Sandy Strait relativ schnell hinter uns gelassen hatten, wollten wir uns dieses Mal mehr Zeit lassen. Unser erster Schlag fuehrte von Mooloolaba nach Pelican Bay am Suedeingang der Strait.(25°48,70 S - 153°02,27 E). Unsere Geschwindigkeit unter Motor war seit der langen Liegezeit in Yamba deutlich zurueckgegangen. So nutzen wir das etwas klarere Wasser von Pelican Bay fuer eine Inspektion des Propellers und des Schiffsrumpfes. Unser Propeller sah aus wie ein Korallenriff. Ich schnallte das Tauchgerät an und reinigte muehsam mit einer Spachtel den Propeller, die alte Marschgeschwindigkeit war wieder hergestellt. Wir verlegten uns nach Tin Can Bay, einen kleinen Ort ca. 7 sm weiter Inland. Von Tin Can Bay segelten wir mit der richtigen Tide direkt ueber die Sheridan Flats nach South White Cliff hinter Fraser Island (25°31,62 S - 152°58,07 E) und ein paar Tage später nach River Heads (25°25,85 S - 152°55,29 E). Wir entschieden uns fuer einen Abstecher nach Maryborough, am Mary River ca. 20 sm Flußaufwärts gelegen. Die Flussfahrt in dem unsichtigen Wasser war trotz Betonnung ein kleines Abenteuer. Zweimal liefen wir auf Grund, kamen aber mit der steigenden Gezeit bald wieder frei.. Schliesslich erreichten wir Maryborough am spaeten Nachmittag. Der Anker hielt beim ersten Versuch ueberhaupt nicht. Ein Mann an einem Steg rief uns etwas zu. Wir gingen naeher heran und er bot uns einen Platz in einer 8 Plaetze umfassenden Steganlage an, den wir gerne annahmen. Maryborough war einst die zweitgroesste Stadt von Queensland und ein Schiffsbau Zentrum. Heute zeugen nur noch die historischen Haeuser und die Fabrikruinen von der grossen Zeit. Nach einer Woche verließen wir Maryborough bei Hochwasser. Da Gisela bei der Bergfahrt die kritischen Stellen per GPS geplottet hat, schafften wir nun bei fallender Gezeit die Strecke ohne aufzulaufen. Wir ankerten in der Kingfisher Bay, hinter Fraser Island (25°23,30 S - 153°01,60 E ). Wir wanderten vom Ankerplatz zum Lake Mackenzie in der Mitte von Fraser Island und wieder zurueck zum Boot. Es war mittlerweile Mitte Mai und die Cyclonesaison war zu Ende. Wir machten Pläne für neue Reviere. Wir segelten gemuetlich nach Bundaberg. Die Bundaberg Port Marina ist gegenueber ankernden Booten aeusserst unfreundlich und verbietet das Anlanden von Beitbooten in der Marina, es sei denn, man bezahlt dafuer 25 AUD am Tag. Bundaberg ist unserer Ausklarierungshafen fuer die Solomon Islands. Das Ausklarieren war einfach und kostenlos. Wir werden von Bundaberg ueber das Chesterfield Reef nach Lata auf Nendo in den Santa Cruz Islands segeln. Danach die Solomons nach Norden. Weitere konkrete Plaene haben wir noch nicht. Wir werden sehen was sich ergibt. |
