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New Zealand, das Land "Down Under"
von Johan und Edith, SY. Mignon
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Das Land „down under“ war schon eine Herausforderung!
![]() Es ist dort eben Vieles in unseren Augen verkehrt herum. Nicht nur dass der Linksverkehr uns irritiert, selbst die Verriegelung in den Toilettentüren funktionieren anders, als man es gewohnt ist. Da kommt schon mal „Panik“ auf, wenn man es eilig hat!! Manche Dinge sind aber dagegen angenehm einfach. So wechselt ohne viel Bürokratie ein Auto seinen Besitzer in ein paar Minuten bei einem Gang zum Postamt ,und das alles nur für ca. 10Euro. So gibt es immer 2 Seiten, auch eben, von welcher man es betrachtet. Wer ist also ein Kiwi ! Die Vögel stehen aussen vor, bei den Lokals gibt es da doch Unterschiede. Ab wann die eingewanderten Europäer oder andere zu Neuseeländern wurden, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Wir begegneten hauptsächlich folgenden Bevölkerungsgruppen: Touristen, Neuseeländern und Maoris, Chinesen und Polynesiern von den anderen Inseln. Junge Leute bestimmen das Stadtbild, alte Menschen leben eher abgeschieden. Reisefreudig sind sie aber alle. Die Entfernungen sind gross zwischen den Städten. Es gibt Landstriche, die total unbesiedelt sind. Eine Einkaufsfahrt in die nächste Stadt kann für einen Neuseeländer schon eine Reise von mehr als einem halben Tag werden. Da muss ab und zu schon mal eine Übernachtung mit eingeplant sein. Dafür gibt es Möglichkeiten zu hauf. Hotels, Motels, Lodges ( Wohneinheiten zum Kurzaufenthalt),Bed and Breakfast ( Privatpension), Backpackers( Billigversion eines Hotels) und die Holiday Parks( gut ausgestattete Campingplätze mit Gemeinschaftsküche, Duschen, Toiletten und oft Extras wie Pool, Sportgeräteverleih...). So haben wir bei unseren Reisen Neuseeländer in den Holiday Parks getroffen, die den Besuch bei ihren Kindern zu einem Urlaub von 2 oder mehr Wochen ausdehnen, da sie einige Stops auf der Strecke einlegen müssen, wegen der Entfernungen. Die Strassen sind meistens in gutem Zustand. Es gibt wenig Autobahn ähnliche Highways. Nur als Zubringer für die Grosstädte wie Auckland, Wellington, Hamilton, Christchurch. Viele Regelungen des Verkehrsflusses laufen über Kreisverkehr, was wir als sehr angenehm empfanden. Wer von Rechts kommt, hat Vorfahrt, das ist im Kreisverkehr einfach, aber bei Abbiegemanövern gefährlich! Man weiss nie, ist der Andere Kiwi und mit dieserRegelung vertraut? Enge Strassen einer Altstadt braucht man nirgendwo zu fürchten. Dafür gibt es einspurige Brücken und Serpentinen an Steilküsten zuhauf! Nach einem starken Regen rutscht auch schon mal die halbe Strasse ab ,so dass für das Erreichen eines Ortes lange Umwege in Kauf genommen werden müssen. Die Erde in Neuseeland ist jung, sie hat noch keine Ruhe gehabt, sich zu setzen. Wenn nicht die Natur gestaltet, durch Vulkanausbrüche, Erdrutsche, Erosion, dann sind Bagger und andere Großgeräte im Einsatz. Früher waren da auch die Holzfäller sehr aktiv. Heute gibt es nur noch wenige unversehrte Landstriche (Urwald). Die sind zu Nationalparks geworden, damit wenigstens etwas von der ursprünglichen Pflanzenvielfalt erhalten bleibt. So bewunderten wir die einzelnen Regionen mit durchaus gemischten Gefühlen. Auf den Landschaftspostkarten wirken die Halbwüsten Otagos sehr malerisch: Gelbe Hügellandschaft vor grau-braunen Bergen. Uns hätten grüne Wälder besser gefallen! Auf die viel gestellte Frage: Was hat euch am Besten gefallen? Können wir kaum Antwort geben. Es kommt sofort auch ein „ aber“ mit dazu. So sind die Strände des Abel Tasman Nationalparks wirklich sehr schön, aber die Sandfliegen verderben den Genuss. Auch gibt es tolle Badestrände, aber die Wassertemperatur ist wenig einladend. Die Berge der Südinsel sind ein sehr schönes Wandergebiet, aber die Wetterbedingungen sind oft wechselnd. Wanderwege oder Tracks gibt es in jedem der Nationalparks ! Sie sind vorbildlich präpariert. Für jeden lässt sich eine Route je nach Kondition und Lust finden. Wir haben uns bemüht, die Gebiete zu erwandern, die nicht zu den Hauptattraktionen gehören, um dem Touristenstrom auszuweichen. So haben wir uns zum Beispiel den Mount Cook bei einer Wanderung ins Hooker Valley von unten angesehen. Nicht, wie es Viele tun, beim Hubschrauber Scenic Flight über die Gletscher und die Neuseelandalpen. Einen Track zu laufen daürt eben länger und kostet Mühe . Gute Kondition und z. B. den Besuch eines Kea ( Wild lebender Papageienvogel) am Auto während der übernachtung auf einem der D.O.C Campgrounds, bekommt man dann gratis! Nicht alle angebotenen Touristen Attraktionen „Must Do“ sind das Geld wert, was man dafür hinblättern muss. Die Ausgaben z.B. für das Waimangu Tal, hauptsächlich die für die Bootsfahrt auf dem See, haben uns leid getan. Es war die Sache nicht wert. Dagegen kam Johan nach dem Tagesausflug zum Wildwasserraffting, incl. Hubschrauberflug in die Bergregion am Franz-Josef Gletscher und Abfahrt im Schlauchboot mit höchster Schwierigkeitsstufe, begeistert zurück! Es gibt in NZ eine Tourismusindustrie. In jedem Ort wird man überflutet von Anbietern der Attraktionen. Jeder Ort findet etwas Aussergewöhnliches, was man sich ansehen, oder erleben muss!! Sind es keine Naturschönheiten, dann verschönern die Bewohner etwas, oder es gibt eine sportliche Herausforderung zu bewältigen ( Bungie-jumping, Adventure Parks etc.). Der Einfallsreichtum der Kiwis ist da unergründlich. Das macht NZ auch eben so reizvoll. Langweilig ist dieses Land nirgendwo!! Vor überraschung ist man auch nirgendwo sicher. Da kam uns ein rasender Stier, der ausgebrochen war, in voller Fahrt entgegen, und konnten ihm gerade noch ausweichen, oder die Rinderherde bewegt sich nicht im Strom um unser Auto herum, wie es normalerweise auf den engen Wegen passiert, sondern den ersten Viechern passt etwas nicht, sie bleiben stehen, wir dann natürlich auch, und die hinteren drängen weiter, bis das Auto wackelt und die Schutzbleche lärmen. Irgendwann löst sich der Stau und wir atmen wieder auf! Keine Beule ! Bei Begegnungen mit einer Schafherde bleibt man schon relaxter! Die sind ja nicht so gross, und eben gut wattiert!! Die Begegnungen mit den Menschen waren bislang immer positiv. Gleich beim Ankommen konnten wir uns von der Gastfreundschaft überzeugen. Wo sonnst bekommt man ein Geschenk, wenn man Einklariert? Dem Redefluss eines hilfsbereiten Kiwis kann man nur mit Geduld und guten Englischkenntnissen die gewollte Information entnehmen. Da sind wir schon manches Mal fehl gelaufen. Wir trösten uns damit: die Kiwis können nicht gut Wege beschreiben! Doch vielleicht steckt eben Geschäftsinteresse dahinter? Bei einem Umweg kommt man dann eben an seinem Business vorbei!! In den Cafés bekommt man den Capuccino, wie er in Italien nicht besser sein könnte. Das Aber hier: es fehlt die Atmosphäre der Umgebung und die Ausstrahlung des meist unerfahrenen Bedienungspersonals! Viele Segler kommen mehrmals zurück nach NZ. Das können wir gut verstehen. Hier bekommt man alles, was nicht nur das Seglerherz begehrt! Sogar hier hergestellte Deutsche Wurst, Saürkraut, Niederländische Spekulaats , Ersatzteile und Elektronika, u.V.m. Was nicht vorrätig ist, wird schnellstens besorgt. Der Kurier bringt’s in einem halben Tag von Auckland her! Begegnungen mit wild lebenden Tieren konnten wir (und wollten wir auch nicht) ausweichen! Bei unseren vornehmlich bei Tageslicht stattfindenden Autofahrten hatten wir noch keines der Opossums totfahren müssen, das machen wohl die vielen LKWs, die besonders Nachts die Strassen entlangrasen! So daürte es lange, bis wir ein lebendes Opossum zu Gesicht bekamen. Die schönen Felle sieht man meistens leider zerstört am Strassenrand liegen, weil die Tiere nachts totgefahren werden. Sie bleiben , wie Kanienchen, sitzen wenn sie von einem Lichtbündel erfasst werden.! Diese Tiere sind Nesträuber , wird ihnen nachgestellt. Die Vogelwelt ist (nicht nur durch sie?) dezimiert. Selten durften wir uns über die Zutraulichkeit eines Vögelchens freün. Meistens war es eine NZ Robin, manchmal ein Fantail, wenn es das Schuhband kosten wollte, oder eine Wegstrecke im Wald uns begleitete. Einen lebenden Kiwi ( nun meine ich den flugunfähigen Vogel mit dem überdimensionalen Schnabel) bekamen wir nur im Tierpark hinter der Glasscheibe in einenmdunkelen Raum zu Gesicht. Die Segelbegeisterung der Menschen erlebten wir als Mitglieder im Opua Cruising Club. In der Sommersaison finden jede Woche mindestens 3 Regatten statt . Das Clubleben hat in NZ seinen festen Platz, gehört zum social life. Es gibt ja auch keine Eck-Kneipe, wo man sich zwanglos trifft! Auch der öffentliche Alkoholkonsum wird in gewissen Zonen ( Alkohol restricted ärea) verboten. Die Grünanlagen der Gross Städte bleiben so „sauber“! Auch staunten wir über die vielen Golfplätze ! Sport treiben die Kiwis eben aus Gesundheitsbewusstsein und Langeweile! Die dünne Besiedelung hat eben auch Nachteile! Da die Benzinpreise niedrig sind, fährt der Neuseeländer auch viel Auto. Und was für Karossen einem da unter die Augen kommen!!! Old -Timer fahren Sonntags im Convoi und die allerneüsten „dicken Schlitten“ von BMW oder Daimler Benz kann man auf dem Parkplatz der Westhaven Marina in Auckland bestaunen, neben den vielen Hochseemotorbooten und Megajachten! An den Beschreibungen erkennt ihr, dass es in NZ eben für uns augenscheinlich paradiesisch war! Dann jedoch die ‚aber’ einige wieder entdeckte Zivilisationserscheinungen offen legten. Die Inselwelt des Pazifik ist sehr gegensätzlich, und deshalb zieht es so Viele dorthin, noch immer und wahrscheinlich immer mehr! Wir haben etwa während der Urlaubszeit 6000 Kilometer hinter uns gebracht, ohne Panne. Wenn man sich von Restaurants fernhält, und in den Holyday Parks selber kocht und übernachtet, in den Städten bei den gut sortierten Supermärkten einkauft, kann man billig leben. Mann muss dazu aber ein Auto kaufen (für ca.1250,00EU möglich. (1,00EU ist ca. 1,80 $NZ))der aber nach dem Aufenthalt problemlos wieder verkauft werden kann. Es ist auch möglich für ca. 10,00EU pro Tag ein Auto für längere zeit zu mieten. Eine organisierte Reise mit Bus wäre für uns nichts gewesen. Da wird man zu den Touristenfallen gebracht, gibt viel Geld aus, ist aber wegen der Vielfalt der Angebote, die man eh nicht alle annehmen kann, eher unzufrieden. Mut zur Lücke, das war auch unsere Devise, haben dann auch das Gefühl, das Kiwi-Land nun einigermaßen zu kennen! Doch schwer fällt es schon, von der Bay of Islands Abschied zu nehmen. Gerade dieser Landstrich hat uns das Landleben besonders nahe gebracht und wieder erstrebenswert erscheinen lassen. Nun wird es Herbst, eine der Jahreszeiten, die mir (Edith) Zu hause besonders gefallen haben. Wir segeln weiter in die Südsee zurück, Neukaledonien, Vanuatu , PNG und N-Australien sind erstmal die nächsten Ziele. Lasst es euch gut gehen, bleibt gesund und meldet euch, es grüssen Johan und Edith Auf Segeljacht Mignon Für diejenigen die sich in Neuseeland auskennen oder eine Landkarte dabei betrachten wollen) Hier unsere Reiserouten in Neuseeland. In der ersten Woche nach Ankunft, also im November 06, machten wir Tagesausflüge: Opua - Kerikeri ( Wein- und Obstanbaugebiet im Norden) bis zum Cape Reinga (Tasmansee und Pazifik treffen sich dort an der N-Spitze der N-Insel) und zurück Opua - Kawakawa ( Hundertwasser lebte hier ca. 20 Jahre zeitweise) - Hokianga Harbour( Naturhafen und riesige Sanddünen) - Waipoua Forest ( ältester Kauribaum in NZ, mehr als 2000 Jahre alt und ca. 5m Durchmesser) – Whangarei ( Internationaler Seglertreff und Einkaufsstadt) . Die Erkundungstour über beide Inseln , die Johan und ich ab dem 20. Februar 2007 im eigenen Auto durchführten, daürte mehr als 6 Wochen ! Die Mignon lag derweil gut gesichert zwischen Pfählen im Wasser der Opua Marina in the Bay of Islands. Hier sind unsere Highlights kurz aufgelistet: Matamata – Wanderung zu den Weiere Wasserfällen – Roturoa – Lady-Knox Geyser, Waimangu – Tal ( Wanderung und Bootsfahrt) Taupo – Huka Wasserfälle. überWanganui nachWellington, Hauptstadt NZs, (Wir gerieten zufällig in den Cuba- Carnival, Strassenkarneval mit Südseenote) Fähre (Wellington-Picton) zur S U E D I N S E L Picton----Blenheim, Küstenstrasse nach Kaikura Christchurch ( 3 Tage) dann nach Fairlie,( liegt in einer Halbwüste) Am Lake Tekapo entlang bis Mount Cook Village, ( übernachtung auf dem White Horse Campground, (Wanderung zum Hooker Lake, ein Gletsjersee der Mount Cook) Twizel ( klassisches Beispiel einer Retortenstadt) Queenstown ( absolute Touristenhochburg in malerischer Bergwelt) - Glenorchy ( Routebun Track im Mount Cook Nationalpark ) Te Anau, Serpentinenstrasse zum Milford Sound, Bootsfahrt , Keas aufs Auto, 4 übernachtungen im TE ANAU Great Lakes Holiday Park! Scenic Route über Bluff( Südlichster Punkt der S-Insel und unserer Reise!) bis Invercargill/ Dunedin erlebten die Stadt am ST. Patricks Day! Typisch Irisch! Rundfahrt um die Otago Halbinsel Wanaka, Stadt am See in Wüstenlandschaft mit Bergkulisse. Passstrasse durch die Neuseelandalpen nach Haast, Küstenstrasse bis Fox Glacier, Wanderungen zu den Gletscherausblicken. Hokitika, Jade Schmuckherstellung, Johans Ausgangspunkt für seine Rafting Tour. Küstenstrasse mit Stops in Greymouth und bei Punakaki ( Pfannkuchenfelsen und blowholes ) Motueka (Badeort am Rand des Abel Tasman National Park ) über Passtrasse und Schotterwege nach Totaranui im Abel Tasman National Park, ( Küstenwanderung zum Separation Point, Seehundkolonie ) Nelson, über den Qüen Charlotte Highway ( schmale Küstenstrasse mit fantastischen Ausblicken über den Queen Charlotte Sound) zurück nach Picton Fähre zurück zur N O R D I N S E L nach Wellington- Upper Hutt, Gebirgsstrasse bis zum Tongariro Massiv, grösster Vulkan NZ's, Tongariro Crossing ( NZs berüehmtester Treck, 7 Std. Hochgebirgs-wanderung, (siehe Foto) Waitomo Caves , ( Kalksteinhöhlen mit Glühwürmchen!) Otorohanga ( Kiwi, Tierpark) , Thames—Coromandel-- Whitianga ( Cathedral Coves, Hot Water Beach) Rückweg nach Opua über Auckland und Whangarei mit Stop in Warkworth ( Treff mit Segelfreunden) |
