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Von Kapstadt/SA nach Hobarth/Tasmanien

SY "Isis", Hans und Steffi Stjuenemann 11,50 Stahlyacht, Twinkiel
E-Mail: Stjuenemann@web.de

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Isis in Kapstadt

Heute, am 29.01.2006 sind wir nach 60 Tagen auf See (ab Kapstadt /Südafrika) in Australiens südlichstem Bundesstaat „Tasmanien“ angekommen.

Der Indische Ozean war eine besonders große Herausforderung und ich hatte ihn mir nicht ganz so gewaltig vorgestellt. Der härteste Abschnitt war das „Kap der guten Hoffnung“ mit den unberechenbaren Strömungen, Verwirbelungen, unterschiedlichsten Wasser- und Lufttemperaturen und dem berüchtigten „Agulhas-Strom“.

Hier erlebten wir die schlimmsten Stürme, gewaltige Seen die gleichzeitig aus unterschiedlichen Richtungen kamen, sog. „Kreuzseen“. Wir sind uns sicher, dass wir mit einem leichteren Boot (etwa aus Kunststoff gebaut) diese Etappe nicht so glücklich beendet hätten, wie jetzt mit unserer starken, zuverlässigen „ISIS“.

Natürlich muss ich auch den „Kapitän“ der „ISIS“ erwähnen, der immer alles „voll im Griff“ hatte und die Übersicht behielt. Gemeinsam waren wir stark. (Hans zu 2/3, ich zu 1/3… würde ich sagen)

Natürlich musste „ISIS“ einiges einstecken: als erstes zerfetzte im Orkan das Genua-Segel, die Windsteueranlage Windpilot plus ging zu Bruch bzw. das Ruder wurde weggerissen, die Windfahne nahm der Sturm mit. Die Windanzeige (sie ist ganz oben auf der Mastspitze) ist nicht mehr da. Eine von vielen, vielen achterlichen Wellen fand den Weg in das Schiff und setzte alle Proviantfächer (unter den Bodenbrettern) unter Wasser.

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Hans, Skipper der Isis
Wir hatten Wasser im Motorraum, eine Dichtung am Motor war defekt. Eine dicke Leine wurde im Sturm über Bord gespült, verfing sich beim Starten des Motors in der Schraube und der Motor blieb stehen. 3 Tage machten wir uns Gedanken, wie wir Tasmanien am besten ganz unter Segel erreichen könnten ­ vor allem der Landfall machte mir ganz besonders viel Sorgen. Es gelang mir ­ausgerüstet mit einem Neopren-Surferanzug, Taucherbrille und durch Absicherung mit Tauen und Hans´ Unterstützung- das Tau dicht hinter der Schraube durchzuschneiden und nach vielem Hin und Her mit dem Bootshaken das Knäuel zu entflechten ! Wir tanzten auf dem Schiff herum und riefen laut unsere Freude auf den Indischen Ozean hinaus.

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Die Plage "Entenmuscheln".
Ach ja, mit der Hydraulik-Steuerung hatten wir ­im Sturm, wann auch sonst ­ auch arge Probleme. Die Flüssigkeit lief aus und wir rechneten schon mit einem nicht selbst zu behebenden Schaden.

Doch wir hatten wieder Glück: eine Mutter hatte sich losgerappelt und die Dichtung war dadurch lose. Ansonsten haben wir die ca 12.500 km Süd-Ind. Ozean gut hinter uns gebracht; es gab auch wunderschöne Abschnitte Tage mit Flauten, Nächte mit sternenübersätem Himmel. Wir haben bis Tasmanien ( 60 Tage!) kein Schiff gesehen, kein Flugzeug gehört, fast keine Nachrichten gehört ­ wir waren nur mit dem Meer und uns und den Naturgewalten allein, und wenn man sich den Gesetzen der Natur anpasst, sich ihnen unterordnet, dann ist ein Zusammenleben möglich.

Die Tierwelt hier im Indie ist nicht so artenreich und vielzählig, aber dafür sind es die Albatrosse und die Sturmvögel, die uns mit ihren Flugkünsten immer wieder begeistert haben. Überwiegend haben wir die Winde der „West-Wind-Drift“ nutzen können, hatten also überwiegend achterlichen Wind. Gegenwind versetzte uns -früher als geplant- vom 38./39. Breitengrad auf den 42./43. bzw. 44. Breitengrad Süd ­ in die sog. „brüllenden Vierziger“. Auch der Tag vor der Ansteuerung von Hobart brachte uns Gegenwind mit Stärke 8, aber wir wichen nicht mehr aus ­ das Ziel lag doch schon so nahe!­ und kämpften uns Stunde um Stunde langsam unserem Ziel näher.

Hobart ist erreicht ! Jetzt liegt „ISIS“ sicher und ruhig im alten Stadthafen von Tasmaniens Hauptstadt. Wir werden versuchen, von Tasmanien ­das ein einziger großer Naturpark und so groß wie Irland ist- so viel wie möglich zu sehen. Gesundheitlich sind wir wohlauf und an „ISIS“ werden wir in Neuseeland ( in ca 2 Monaten) einige Reparaturen vornehmen.

Dieses war von mir nur ein kurzes „Lebenszeichen“.



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Letzte Änderung / Last change: Samstag, 11. Februar 2006