Karte gross Male |
Das Ende des Seglerparadieses "Chagos Archipel"
von Richard Rahm, SY. Muggerl
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Es war ein wunderschöner Morgen mit leichtem Wind, Sonnenschein, ein paar kleinen weissen Wölkchen am strahlend blauen Himmel. Wir machten uns auf zum Schnorcheln. Auch hier Supersicht unter Wasser, fast kein Strom. Ein Tag also wie er nicht hätte schöner sein können. Auf dem Rückweg zum Muggerl gewahrten wir, das der Englische Customs wieder einmal zu seinem monatlichen Besuch in der Lagune ankerte. Sie kamen, waren sehr freundlich, kassierten die 100 Dollar für weitere 3 Monate ankern. Ganz beiläufig fragten sie mich wie lange wir zu bleiben gedächten. Auf meine Antwort: Ende Mai, Anfang Juni übergaben sie mir ein Papier mit folgendem Wortlaut: Headquarters British Forces British Indian Ocean Territory Diego Garcia BFPO 485 NOTICE TO ALL MARINERS OF THE NEW PROCEDURES WITHIN THE BIOT As of 1 January 2007 anyone wishing to visit the British Indian Ocean Territory (BIOT) by yacht will need to apply for a permit in advance from the British Indian Ocean Territory Administration (BIOTA) in London. e-mail: mailto:BIOTAdmin@fco.gov.uk The mooring fee will also be increased from USD $ 100 for 3 months to GBP Pound 500 for 1 month, payable in advance. On receipt of a request for a permit (sent by email, Fax or post) a Visit Permit Request form will be sent. Once the completed form and mooring fee (by bank transfer) have been received by the BIOTA office a Permit, Laws & Guidance for Visitors and maps and co-ordinates showing where yachts may be moored will be issued. Please note, that under BIOT law any person who enters the Territory, including its 3 mile wide territorial waters, without a permit is liable to imprisonment for up to 3 Years and/or a fine up to 3000 Pound. Mariners are also reminded that BIOT Customs will be enforcing British India Ocean Territory "The Imports and Exports Control Ordinance 1984" and "The misuse of drugs Ordinance No5 of 1992". The BIOT Drug dog will be deployed on future BIOT Patrols of the area. You are reminded that any breach of these ordinances may result in a fine or imprisonment. D G Howard British Representative British Indian Ocean Territory Fax: +44(0)20 7008 1589 Tel: +44(0)20 7008 2961 or 2890 Address: British Indian Ocean Territory Administration King Charles street London SW1A2AH Sie bedauerten, das sei eine Entscheidung der Politiker und wir sollten uns doch an die wenden. Und die neue Regelung und Ankerkosten würden ab 01. 01. 2007 inkraft treten, obwohl wir am 7. November für weitere 3 Monate bezahlt hatten. Betroffen sind zwei Boote "Lady Guinever" und "Muggerl". Wir sind völlig irridiert. Wohin sollen wir gehen? Im Westen hat die Zyklonzeit begonnen, im Nordosten hat der Nordostmonsun eingesetzt, gegen den auf 2000 Seemeilen anzugehen keine normale Fahrtenyacht auch nur die geringste Chance hätte. Natürlich wissen wir, dass die Briten das Territorium Chagos verwalten und sie das Recht haben die Ankerbedingungen zu ändern, wie es ihnen passt, aber sie sollten auch im Auge behalten, dass die Yachten, die bisher zu annehmbaren bedingungen dort ankern durften auch gefahrlos das Gebiet verlassen können. Wenn diese Politiker uns dies Entscheidung rechtzeitig mitgeteilt hätten, also spätestens im September, hätten wir ohne Risiko für Leib und Leben Chagos verlassen können. Wir versuchen verzweifelt über die angegebene E-Mail-Adresse mit London Kontakt aufzunehmen. Die Adresse ist falsch!! Und die Beamten in Diego Garcia antworten nicht, obwohl wir dem Kapitän vor seiner Abreise gebeten haben uns die richtige E-Mail-Adresse zu senden. Hat eventuell jemand die Möglichkeit über die englische Botschaft in Deutschland eine entsprechende Genehmigung zu erwirken. Evtl. kann uns jemand die e-Mail-Adresse des Aussenministeriums mitteilen. Wir sitzen wehrlos hier mit einem Stück Papier in der Hand und haben keine Verbindung zu den Beamten in London. Diese Mail geht auch an TO. Wären Sie bitte so freundlich uns zu helfen den Aufenthalt unserer zwei Boote bis Ende Mai zu erwirken, zu den alten Bedingungen. Wir sind beide Boote nicht in der Lage für 5 Monate 2500 Britische Pfund zu bezahlen. Die sonstigen Ankerbedingungen können wir akzeptieren. Neue Boote kommen mit Sicherheit nicht. Danke im Voraus. Wir wissen nicht wie es weiter gehen soll. Viele Grüsse senden Alev + Richard |
| Proteste mit Erfolg gekröhnt Nach heftigen Protesten, nicht nur von seiten Muggerl haben die Briten unter Würdigung der begründeten Einwände, vielleicht auch durch Einsicht oder auch dadurch, dass derjenige der eine solche einschneidende Regelung so kurzfristig erlassen hat von seiner Regierung belehrt worden ist, dass es so einfach nicht geht und dass man auch in dem fernen Chagos nicht schalten und walten kann, wie ein kleiner König oder wie es einem gerade in den Sinn kommt, kam die erste Änderung der "regulation". Die lautete, dass wir bis 31. März bleiben dürften. Die Erhöhung von schlappen 3000% blieb aber noch erhalten. Daraufhin gab es weitere Proteste. Dann kam die zweite Änderung. Nämlich dass die Yachten, die bis zum Märzbesuch der Briten in Chagos sind und deren 3 Monate abgelaufen sind nochmals zu der alten "Mooringfee" von 100$/3 Monate auch die drei Monate über den ersten April hinaus "abankern" dürfen. Auf weitere Rücksprachen antworteten die Briten, dass diejenigen deren 3 Monate noch nicht abgelaufen sind, wenn sie freiwillig verlängern wollen sie das auch im März verlängern können um damit bis Mitte/Ende Juni zu den alten Konditionen von 100$/drei Monate bleiben können, was einer Quasiverschiebung des Termines vom ersten April um weitere 3 Monate gleich kommt. Das war die dritte Änderung. Schießlich folgte die 4. Änderung, die besagt, dass die Erhöhung nicht mehr das 30-fache sondern nur noch das 6-fache der ohnehin viel zu hohen Ankergebühr ist. Das haben uns die Briten jetzt bei ihrem Dezember-Besuch erneut schriftlich gegeben und überall angeschlagen. Hier der Originaltext: Headquarters British Forces British Indian Ocean Territory Diego Garcia BFPO 485 REVISED NOTICE TO ALL MARINERS OF NEW PROCEDURES FOR yACHTS VISITING THE BRITISH INDIAN OCEAN TERRITORY (BIOT) New procedures for obtaining permits in advance and the increase in mooring fees will come into force from 01 April 2007, and not 01 January as previously advised. The re-scheduled start date should accommodate the difficulties faced by some yachts people who are currently visiting or who have made plans to visit the British Indian Ocean Territory (BIOT) in the next three months. After 01 April 2007, anyone wishing to visit the British Indian Ocean Territory (BIOT) by yacht will need to apply for a permit in advance from the British Indian Ocean Territory Administration (BIOTA) in London. E-mail: BIOTAdmin@fco.gov.uk Fax: +44(0)20 7008 1589 Tel: +44(0)20 7008 2691 or 2890 Address: British Indian Ocean Territory Administration Foreign & Commonwealth Office King Charles Street London SW 1A2AH On receipt of a request for a permit (sent by email, fax or post), BIOTA will send a Visit Permit Request form. Once the completed form and mooring fee (by bank transfer) have been received, the BIOTA will issue a Permit, Law & Guidance for Visitors with charts and co-ordinates showing where yachts may be moored. Under BIOT law, any person who enters the Territory, including its 3 mile territorial waters, without a permit is liable to imprisonment for up to 3 years and/or a fine of up to British Pound 3000. A mooring fee will be charged of British Pound 100 for 1 month, payable in advance from 1 April 2007. (However, if payment of USD 100 has been made to the BIOT Customs Officials for a 3-month permit in February or March 2007, the new fee will not take effect untill the end of that 3-month period.) Mariners are also reminded that BIOT Customs will continue to enforce BIOT's "The Imports and Exports Control Ordinance 1984" and "The Misuse of Drugs Ordinance No. 5 of 1992". The BIOT drug dog will be deployed on all future BIOT patrols of the Territory. Any breach of these Ordinances may result in a fine or imprisonment. The Island of Diego Garcia and surrounding territorial waters remain prohibited to all unauthorized vessels. Any vessel entering Diego Garcia territorial waters is liable for interdiction and boarding. Signature D G Howard British Representative British Indian Ocean Territory December, 8th - 2006 |
