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Piraten- Überfall vor Sri Lanka.
von Karl F. Hennig und Crew,
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Von der nördlichsten Malediveninsel Uligan kommend, mit Kurs
120 Grad, versuchten wir die Breite 4 Grad Nord zu erreichen um
Sri Lanka zu umrunden auf unser Fahrt nach Malaysia. Am Abend des 17.08.2007 hatten wir eine erste Begegnung mit einem Fischerboot das von dwars unserer Backbordseite, aus Richtung Sri Lanka auf uns zu gewackelt kam und langsam nach achtern versetzte wurde. Trotzdem hielt er aber stur Kurs auf uns zu, bis er schließlich in unserem Kielwasser landete. Hier verfolgte er uns, so kann man das jetzt nennen, über ein Stunde, um dann plötzlich zu stoppen und beizudrehen. Wir fanden das schon sonderlich und machten uns so unsere Gedanken, segelten aber weiter auf unserem Kurs in die Nacht. Was wir nicht ahnten und wussten, der Fischer hatte unseren Kurs und die Geschwindigkeit nur überprüft und weiter gegeben. Am Morgen des 18.08.2007 07:50 Loc. 05-22,58 N, 78-09,75E, 78 sm von der Südküste Sri Lanka entfernt, wir hatten gerade unseren Kurs um 07:30 Loc von 120 Grad auf 90 Grad umgestellt, sahen wir zwei Fischerboote nebeneinander auf Kollisionskurs. Nach zwei Kurswechseln unserseits, auf die die Boote auch reagierten, war uns klar, die haben es auf uns abgesehen. Vorsichtshalber und nichts Gutes ahnend holte meine Frau meine seit dem Golf von Aden eingemottete Waffe und Munition. Anfangs hielt ich es noch für übertrieben, als wir dann aber von Steuerbord kommend einen weiteren auf uns zuhaltenden Fischer aus machten, war es ganz beruhigend alles so griffbereit vor sich zu haben. Kurze Zeit später waren noch zwei weitere Boot aus zu machen, die von Steuerbord auf uns zu hielten. Nun war uns klar, wir waren in eine Falle gelaufen und unser einziges Glück, wir hatten durch unseren Kurzwechsel vorher, die Nordseite und nicht wie von den Piraten geplant die Mitte ihrer Falle angesegelt. Als erstes erreichte uns das Duo von der Nordflanke und wollte uns die Weiterfahrt versperren. Unter unserem 100qm Blister stehend machte ich ein kurzes Ausweichmanöver mit dem Steuerautomaten, kurze Eingabe von +30 und als der Blister einfiel wieder -30, während der Blister knallend zusammen schlug und sich wieder entfaltete sprang ich in den Salon und holte die Waffe. Beide Boote waren jetzt Backbord achtern und drehte, um uns zu folgen. In diese Drehung hinein feuerte ich meine ersten Warnschuss über das Steuerhaus des rechten Schiffs. Trotzdem rannten einige Leute auf die Vorschiffe um uns wahrscheinlich zu entern und das bei einem Seegang von mindestens einem Meter Höhe. Die Schiffe kamen weit mit dem Bug aus dem Wasser so das ich mit Leichtigkeit einige Schüsse unter der Wasserlinie hätte anbringen können. Den zweiten Schuss jagte ich dem linken Schiff in die Schwimmkörper auf seinem Dach vom Steuerstand und den Dritten zwischen dem Steuerstand und den Personen durch, die sich auf dem Vorschiff befanden. Darauf hin nahmen Beide gleichzeitig die Fahrt aus ihrem Schiff heraus und fielen ab. Das dritte Schiff hatte mittlerweile versuchte unbemerkt an unsere Steuerbordseite zu gelangen und rammte uns hier auf eine Länge von 2 Meter. Unverzüglich feuerte ich in seine Richtung ungezielt einen Schuss ab und setzte einen weiteren in die auf dem Steuerstand liegenden Gegenstände, worauf auch er sehr eilig abdrehte. Erst jetzt bemerkte ich, das drei weitere Schiffe auf unserer Steuerbordseite in Anmarsch waren und meine Frau die hinter mir stand, den Großwildjägerhut auf und das leere Futteral meiner Waffe wie eine Waffe zielend auf die nähernden Boote hielt. Die neu hinzu gekommen Boote sahen das wahrscheinlich als eine Superwaffe an und hielten einen gebührenden Abstand von uns bei der Fahrt zu ihren beigedreht liegenden Kumpanen. Unser Kat lief automatisch Kurs haltend mit 5 Knoten Richtung Osten davon. Erst jetzt wurde uns richtig klar, wir waren überfallen worden und sollten ausgeraubt werden. Eilig starte ich beide Maschine und wir erhöhten unsere Fahrt auf neun Konten für über 2 Stunden. Der Schock saß tief in unseren Knochen und der Puls war an der Halsschlagader zu spüren, mir war ganz flau und übel. Denn ganze Tag beobachteten wir den Horizont und aßen nur wenig, es hatte uns doch stark mit genommen. Als gegen 16:00 Nachmittag meine Frau meinte an der Backbordseite wieder etwas gesehen zu haben. Komisch wie schnell sich der Mensch doch regeneriert, ich war sofort aktiviert und rannte raus. Vor lauter Aufregung sah ich erst Mal überhaupt nichts, doch dann, ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen, da hielt doch wieder einer auf uns zu. Mein Gott, hat das den gar keine Ende dachte ich und lud meine Waffe neu auf. Eigentlich lief alles wie gehabt, er ging in unser Kielwasser und verfolgte uns. Langsam kam er näher und näher bis wir wieder die Maschinen starteten und mit 2600 Umdrehungen und 9 Knoten Fahrt in die angehende Nacht fuhren. Mehrere Regenschauer verschlechterten die Sicht und wir schalteten alles was Licht ab gab aus. Wir änderten unseren Kurs von 90 Grad auf 120 und später in der Nacht auf 140 Grad. So hofften wir einem erneuten kalkuliertem Treffen aus zu weichen. Scheinbar hatte unser Ausweichmanöver Erfolg, den wir haben unseren alten Kurs um ein paar Grad verändert am nächsten Tag unbehelligt vorsetzen können. Es gibt keine Seeräuber in Sri Lanka, mir kann das keiner mehr glaubhaft machen. Alle Schiffe waren gleichen Typs und in den Landesfarben braun, grün, gelb von Sri Lanka gehalten bis auf das, das uns gerammt hat, welches ein weißes Deck, die Bordwände blau und orange hatte. Unsere Fotoaufnahme ist leider nicht verwendbar, man kann eben nicht alles auf einmal machen. Karl und Pornpawee Hennig, "Flying Germania II" |
