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Wetternetze zwischen Tahiti und Südafrika

von Astrid Herzig und Robert Hochstrasser, SJ "Canigo"
E-Mail: canigo@gmx.ch

canigo.jpg 250x294 Nach 6 Jahren auf See wissen wir, wie wichtig zuverlässige Wetterberichte nicht nur für die Sicherheit, sondern auch für die kurzfristige Planung sind.

Wir haben gelernt­, Wetter­­daten und Karten herunterzuladen und auch ein bisschen zu interpretieren. Über Sailmail erhalten wir Grib-Files und auf UKW oder Kurzwelle können wir auch gesprochene Wetterberichte empfangen. Der Aufwand, sich selber einen Wetterbericht über mehrere Tage oder gar ein Routing zu erstellen, ist jedoch beträchtlich. Da die Unterhalts- und Reparaturarbeiten schon viel Zeit beanspruchen, sind wir immer dankbar, wenn uns ein Wetternetz die Arbeit erleichtert.

Zwischen Tahiti und Südafrika haben wir zwei Funknetze schätzen gelernt, die wir hier gerne kurz vorstellen möchten.

Das Wetternetz- und Informationsnetz der SY „Annamaria“ von Winfried und Ute Luetke deckt den südlichen Pazifik ab und reicht von Tahiti bis Australien und vom Äquator bis Neuseeland.

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Winfried und Ute sind 1992 in das Segel- und Wetterabenteuer eingestiegen. Winfried hatte schon beruflich mit einer Wetterstation zusammengearbeitet und sich dabei die Grundlagen erarbeitet. Um ihre berühmt hohen Trefferquoten zu erreichen, arbeiten Ute und Winfried im Schnitt mindestens 3 Stunden täglich.

Winfried und Ute senden jeden Tag um 20:00 Uhr UTC auf 10090 KHz und freuen sich über jede Yacht, die eincheckt.

Ute steht jeden Morgen um 6 Uhr auf und trägt die meisten Wetterdaten zusammen. Winfried erstellt die Wetterberichte. Er mittelt die Daten der Wetterdienste von Honolulu, Fiji, New Zealand und Australien. Für Wetterprofile über 4 Tage hinaus nutzt er mindestens 4 Wetter-Computer-Modelle, wie z.B. Grip, Gfs, Nogaps, Noaa, Ncep und Fiji-Fleet. In Landnähe werden darüber hinaus Internet-Wetterdaten mit verarbeitet. Morgens um 06.30 Uhr wird dann das Ganze mit der Windstreamline und dem neuestem Satellitenbild abgedatet. Ausserdem gibt es unersetzliche umfangreiche Informationen von den vielen Segelyachten, die täglich ins Netz einchecken. Im Jahr 2005 hatten z.B. 103 Schiffe eingecheckt. 2006 waren es 116 Schiffe aller Nationen, meist jedoch deutschsprachige, die sich in der Funkrunde immer mal wieder melden. Daneben gibt es auch viele Mithörer, die sich nicht melden können oder wollen.

Neben den Wetterberichten erstellt Winfried Wetterprofile für alle eincheckenden Schiffe, welche unterwegs sind. Kann ein Schiff über Funk nicht erreicht werden, wird der Wetterbericht auf Anfrage auch per E-Mail zugestellt. In ihrer langjährigen Tätigkeit konnten Winfried und Ute auch bei vielen Seenotfällen entscheidend helfen. Sie helfen auch bei der Bestellung von Ausrüstungsteilen, treten dabei sogar manchmal in Vor­leistung und führen Telefongespräche. Selbstverständlich kennen sie alle guten Ankerplätze in „ihrem“ Revier, wissen wo man gut isst und haben auch viele Tipps für Landausflüge.


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Das Wetternetz „Peri-Peri“ deckt das Gebiet zwischen Madagaskar und St. Helena ab.

Fred und Eva Meyer sind in Durban stationiert. Die Wetterberichte erstrecken sich in der Regel auf drei Tage, für die Überfahrt von Madagaskar nach Mozambique oder Südafrika auf 5 Tage. Fred und Eva erstellen nicht nur Wetterberichte für die einzelnen Gebiete, sondern erarbeiten auch Profile für die Yachten, die unterwegs sind. Ihre grosse Spezialität ist der gefürchtete Agulhas Strom. Der Strom fliesst hauptsächlich von Nordost nach Südwest, folgt meist der Linie von 200 Metern Tiefe und verliert sich über der Agulhas Bank südlich von Mossel Bay.

Die Stärke des Agulhas Stroms hängt von der Jahreszeit und von der Wetterlage ab und kann in Richtung Südwest zwischen 6 Knoten und einer Gegenströmung von bis zu einem Knoten variieren. Peri-Peri berät die Skipper, ob ein Wetterfenster für ihre Yacht ausreichend ist, um den nächsten Hafen oder Ankerplatz sicher zu erreichen.

Peri-Peri sendet auf englisch um 05:00 UTC und um 15:00 UTC auf 8101 KHz und um 05:20 UTC und 15:20 UTC auf 12353 KHz.

Auf Wunsch werden Wetterberichte und Profile auch per Email zugestellt. Anfragen können an folgende Adresse gerichtet werden: fm5zs@mweb.co.za

Fred und Eva wissen auch, wo welche Reparaturen ausgeführt werden, wo welche Ersatzteile oder Seekarten erhältlich sind und in welchen Häfen oder Marinas noch Platz zu finden ist. Als wir zusammen mit 4 anderen Skippern in Durban ausklarieren wollten, holten uns Fred und Eva bei der Marina ab, fuhren uns zu allen Behörden, warteten, bis wir alle unsere Formulare ausgefüllt hatten und brachten uns dann zurück zur Marina.

Winfried und Ute sowie Fred und Eva arbeiten völlig gratis. Wir danken ihnen ganz herzlich und hoffen, dass ihre wertvollen Dienste der Seglergemeinde noch lange erhalten bleiben.



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Letzte Änderung / Last change: Donnerstag, 11. Januar 2007