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In 200 Tagen Karibik rund

von Claudia und Uwe, SY Okeanis
E-Mail: claudiar11@yahoo.com

Von Brasilien kommend besuchten wir Französisch Guyana, Tobago und Trinidad und liefen Venezuela an, Puerto la Cruz, Marina Bahia Redonda.

Die Hurrikanmonate nutzten wir für tolle Inlandsausflüge. Der November naht und es stellt sich die Frage: Wohin segeln wir in der Saison 05/06? San Blas, Bay Islands, das Belize-Riff - traumhafte Ziele. Doch im Juni/Juli müssen wir ja wieder in einem hurrikansicheren Gebiet sein. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: wieder zurück an die Nordküste Südamerikas oder in die USA nördlich der Hurrikanlinie. Wir schauen Seekarten an, studieren Wind- und Strömungsverhältnisse, lesen Nautikführer und fragen 'Alte Hasen'. Egal, ob wir mit oder gegen den Uhrzeigersinn starten, eine lange Strecke gegen Wind und Strömung steht uns bevor. Schließlich unser Plan: Tortuga, Roques, Aves, Bonaire, Curacao, Cartagena, Islas Rosario, Islas Bernardo, Obaldia, San Blas Inseln, Colon, Rio Chagres, San Andres, Providencia, Bay Islands, La Ceiba, Rio Dulce, Belize, (Mexiko wollen wir auslassen, der Papierkrieg soll heftig sein und das Land kennen wir bereits von einem mehrjährigen Arbeitsaufenthalt), Kuba, Jamaika und zurück nach Venezuela.

Um es vorweg zu nehmen: Jetzt schreiben wir Dezember 06 und wir sind soeben aus dem Rio Dulce ausgelaufen. Da wollten wir eigentlich nicht bleiben: Der Rio liegt nicht im versicherten Fahrtgebiet während der Hurrikasaison. Es ist nicht nur von unten, sondern von oben extrem nass, auch noch im Nov/Dez, wenn man sein Boot vorbereiten will. Die Einkaufsmöglichkeiten sind im Vergleich zu Puerto la Cruz und Margarita bescheiden, vom Tanken ganz zu schweigen. Der 34 fache Preis! Auch für unsere Reisepläne während der Hurrikansaison nach Peru und Bolivien ein ungünstiger Ausgangspunkt, die Flüge sind sehr teuer.

Aber: Der Rückweg per See, rund 1000 Meilen gegenan erschien und erscheint uns nicht machbar, ebenso wenig die Weiterfahrt in die USA. Als wir uns im März für den Rio entschieden haben, war der Zeitdruck weg und wir konnten in den Bay Islands endlich bummeln, uns treiben lassen, Tauchschein erwerben…. ohne ständig auf den Kalender zu blicken. Bis uns Freunde Anfang Mai mailten: Der Rio ist fast ausgebucht! Wir segeln äußerst ungern mit Reservierungen um die Welt, wir schauen uns lieber vor Ort an, wo wir das Schiff lassen wollen. Doch wenn dann kein vertrauenswürdiger Platz mehr zu finden ist? Letztes Jahr in Puerto la Cruz musste das Schiff die ganzen Monate auf dem Trockenen stehen, alle (uns sicher scheinenden) Wasserplätze ausgebucht. Unsere Freunde reservieren für uns den letzten Liegeplatz in der Marina Tortugal, Mindestvertragszeit 6 Monate. Das durchkreuzte unsere Absicht, im Mai und Juni Honduras zu bereisen, und wir liefen schon Ende Mai in Livingston ein.

Mit unserer Marina (www.tortugal.com) waren wir einigermaßen zufrieden. Sie liegt ein Stückchen flussaufwärts vom Ort, nach der Brücke (Durchfahrtshöhe angeblich 80 Fuß), ohne Straßenanbindung. Mit dem Dingi ist es nicht allzu weit zu den Attraktionen Läden, Banken, Überlandbussen und Restaurants. Die Bewachung fanden wir gut. Das Ein- und Ausstecken unseres Luftentfeuchter - Stromkabels an Land durch Marinabeschäftigte während unserer Abwesenheit funktionierte nicht. Zusätzlich hatten wir zwei Ventilatoren eingebaut, die Luft nach draußen beförderten und mit dem Solarpanel angetrieben wurden. So hielt sich der Schimmel im Schiff in Grenzen. An Deck sah es nach unserer Rückkehr aus Peru und Bolivien Mitte November schon recht grün aus. Geärgert haben wir uns über Zahlungsaufforderungen, hatten wir doch den Gesamtbetrag bis Ende November bereits im Juli in bar beglichen, und über eine 20% nachträgliche Preiserhöhung, die aber wieder zurückgenommen wurde. Duschen und Waschmaschinen exzellent, die Anlage ein kleines Tropenparadies mit wenigen Zimmern und Bungalows zum Vermieten. Das Restaurant ist zu teuer, aber es gibt ja noch andere, das Wifi funktionierte meistens, mit dem neuen Notebook konnten wir sogar auf dem Schiff skypen.

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Okeanis in der Marina Tortugal Rio Dulce
Sehr empfehlen möchten wir die Werft von Abel, Astillero Margarita, die an unserem Schiff zügig, kompetent und zuverlässig gearbeitet haben.

Auch wenn die Okeanis im hurrican hole lag, waren wir doch jedes Mal froh, im Internet auf den diversen Wetterseiten nichts Bedrohliches vorzufinden. Jetzt wollen wir nach Belize segeln, vor kurzem wurde dort auf den Cays eine Schwimm- und Schnorchelgebühr eingeführt, zwischen 5 und 20 US$ pro Tag pro Person. Man könne die gebührenpflichtigen Buchten aber umfahren. Danach wollen wir nach Kuba, Jamaika, Dominikanische Republik und schließlich in den ICW. Ein realistischer Plan dieses Mal - denken wir.

Infos zu den einzelnen Stationen:
  • Die einsamsten Ankerplätze finden wir auf den Aves Inseln (Venezuela), z.B.
  • 11°56,86'N 067°25,75'W
  • 11°58,18'N 067°27,94'W (Barlavento)
  • 12°81,15'N 067°40,69'W (Sotavento; Guarda Costas kommt an Bord)
An der 10 US$ Boje vor Kralendijk, Bonaire, eine unglaublich schöne Unterwasserwelt, vom Schiff aus sieht man Korallen und bunte Fische. Mit Fahrrädern kann man gut die Insel erkunden, sie ist flach und klein.

Auf Curacao laufen wir gleich in die komplett geschützte Ankerbucht Spaanse Water ein und nicht in den schwelligen Hafen. Am nächsten Tag nehmen wir den öffentlichen Bus und klarieren problemlos ein.

Schnell, doch mit schaurigen Wellen - zum Glück von achtern - gespickt, die Überfahrt nach Cartagena. Die Höchstgeschwindigkeit auf dem GPS lautet 14,9 kn, einsamer Rekord. Fünf Wochen liegen wir vor dem Club Nautico vor Anker, viele kleine Fährboote erzeugen Schwell, doch in Relation zur Stadtnähe akzeptabel. Am Steg ist es auf keinen Fall ruhiger. Neben dem Club eine weitere, leicht teurere Marina. Es gibt auch Landliegeplätze. Einklarieren geht nur mit Agenten, die Preise sind gleich, die meisten deutschsprachigen nehmen den TO-Stützpunktleiter Manfred in Anspruch. In Cartagena haben wir uns sehr sicher gefühlt und sind sogar um Mitternacht von der Stadt die 10 Minuten zur Marina geradelt.

Zum Einklarieren auf den San Blas segeln wir nach Obaldia, ein kleines Nest nahe an der kolumbianischen Grenze. Ein sehr unangenehmer Ankerplatz, die Wellen laufen voll rein. Um vom Dingi auf die Pier zu kommen ist gutes timing nötig und kein falscher Schritt. Das Prozedere dauert, 10 verschiedene Stellen (viel mehr Hütten hat Obaldia nicht) sind zu besuchen. Auch an Bord wird kontrolliert (keine Milchprodukte und Eier aus Kolumbien!) und gesprayt. Nach 3 Stunden nichts wie weg zu einem gemütlicheren Ankerplatz. Da es nun in Porvenir Schwierigkeiten und Geldstrafen gibt, wenn man erst nach einigen Tagen oder Wochen einklariert, gibt es keine echte Alternative (außer schnell nach West nach Porvenir segeln und dann wieder zurück). Die östlichen San Blas Inseln sind ursprünglicher und weniger amerikanisiert. Wir fanden 4 Wochen San Blas wenig!

Colon ist die übelste Stadt, die wir bisher kennen gelernt haben. Viele Häuser baufällig, manchmal fehlt ein Stück Mauer oder eine Tür, teilweise haben sie kein Wasser und keinen Strom. Die 'Mülltonne' ist oft der schmale Zwischenraum zwischen zwei Häusern. Unweit des Yachtclubs fahren die Busse nach Panama City ab. So unsicher die Stadt, so wenig diebstahlgefährdet der Ankerplatz F (das ist der für Yachten), ca 2 Seemeilen vom Club entfernt. Für eine Nacht lassen wir unser Schiff alleine und begleiten als linehandler eine Yacht durch den Kanal. Ein tolles Erlebnis! (Bericht und Fotos unter www.okeanis.de)

Ruhe und Urwaldfeeling mit schönen Dingitouren erleben wir im Rio Chagres, wenige Seemeilen westlich von Colon.
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Okeanis im Rio Chagres Panama
Dort warten wir auf ein Wetterfenster, um nach San Andres zu segeln. Es liegt vor Nicaragua, gehört aber zu Kolumbien, also wieder mit Agenten klarieren. Die (Hochhaus-)Kulisse enttäuscht zunächst und der Ankerplatz vor dem Club Nautico leidet durch Fun-Urlauber (das sind die, die mit Wassermotorrädern zwischen den Ankerliegern durchrasen). Doch mit dem Dingi erreicht man tolle Schnorchelplätze. Idyllischer ist es auf der Nachbarinsel Providencia, wo ein äußerst netter Hafenkapitän zu Kaffee einlädt und seine Insel vorstellt.

Ruhige Tage verbrachten wir auf Guanaja, der östlichsten der Bay Islands. Außer der Wind lässt nach und die sandflies kommen. Dann flieht man am besten hinaus auf die g-earth.gif 79x30 Cays. Z.B. 16°27,97' N 085°49,82' W. Dort auf Jone's Cay gibt es ein kleines Hotel mit Restaurant - und Wifi! Ein Nachbarcay gehört ehemaligen Hofbräuhauspächtern. Doch spätestens samstags zieht es uns wieder zur Hauptinsel, beim TO-Stützpunktleiter Hans gibt's hervorragendes Essen aus seiner schwäbischen Küche. Und viele nette Leute.

Die kleine Insel Barbareta ist hübsch zum Ankern g-earth.gif 79x30 (16°26,07' N 086°08,89' W), darf aber nicht betreten werden, außer beim Hotel (Eintritt!). Sehr eng und spannend das 'Hole in the wall' g-earth.gif 79x30 (16°23,50' N 086°22,75' W). Am besten man ruft Bob auf UKW, er holt einen dann mit einem kleinen Boot ab und fährt voraus. Während wir gebannt auf das Echolot schauen, nehmen wir erst gar nicht wahr, dass das eigentliche Problem hier eine Hochspannungsleitung ist, unter der man durch muss! Für längeres Liegen empfiehlt sich French Harbour, entweder am Anker vor Fantasy Island oder in der Marina des Münchners Nicolai (www.roatanyachtclub.com).

Nie sind wir beruhigter auf Inlandstour gegangen als in Honduras, denn die Okeanis liegt in der Lagoon Marina in La Ceiba (www.lagoonmarinalaceiba.com). Bei Rita muss man sich einfach Wohlfühlen! Bleibt das Schiff alleine, berechnet sie für diese Tage einen günstigen Tarif.

Schließlich liefen wir im Rio ein. Das geht je nach Tiefgang nur bei (annähernd) Hochwasser, also 2x pro Monat.

Unsere waypoints:

  • Außen: 15°49,990' N 088°44,064' W g-earth.gif 79x30
  • Innen: 15°49,314' N 088°44,720' W g-earth.gif 79x30
Für weitere Infos schreibt an: claudiar11@yahoo.com



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Letzte Änderung / Last change: Sonntag, 10. Dezember 2006