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Von Fort Lauderdale nach Monkey Bay Marina

von Chris und Herbert ALEX, SY. Galileo
E-Mail: sygalileo@msn.com

Das Jahr 2006 geht zu Ende. Wir werden den Jahreswechsel in der Monkey Bay Marina, am Rio Dulce in Guatemala feiern.

Karl Jacobs, Eigner der Marina und TO-Stützpunktleiter, der zur Zeit mit seiner Familie hier Urlaub macht, laedt die Crews aller in der Marina liegenden Boote zu einem Sylvesteressen ein, welches aus einer traditionellen Guatemaltekischen Fischsuppe besteht!

Ueberhaupt ist die Stimmung hier in dieser Marina wie in einer grossen Famlie. Die meisten Segler liegen hier schon seit Monaten und nutzen die Zeit fuer ausgedehnte Landausfluege, manche auch fuer einen Spanisch-Sprachkurs, der sie mit den Landessitten vertraut macht. In der Zwischenzeit sind die Boote hier in guten Haenden und die Marina ist absolut sicher. Eine gute Empfehlung, wenn man sein Boot mal fuer laengere Zeit allein lassen will.

Mitte November liefen wir aus Fort Lauderdale (Florida) aus. Bei einem maessigen Nordwind segelte Galileo mit 7 Knoten schnell nach Suedwesten. In der Naehe der nord-westlichen Kueste von Kuba kam der “Norte” aus dem Golf von Mexiko etwas westlicher und verstärkte sich zur Sturmstaerke. Wir mussten uns in der vierten Nacht mühsam durch eine sehr rauhe See nach Isla Mujeres (Mexiko) durchkaempfen! Die ab November vorherrschenden Nord-Winde verursachen im Kanal von Yukatan, wo der aus Sueden kommende Golfstrom 2-3 Knoten erreicht, steile Wellen, die kreuz und quer schlagen. An ein frueheres Auslaufen, um diese Winde zu vermeiden, ist aber nicht zu denken, die Hurrikansaison endet ja erst im November!

Das Einschecken in Isla Mujeres war problemlos, aber etwas umstaendlich. Es ist kein Agent mehr erforderlich. Man muss erst zum Gesundheitsamt, dann zur Immigration, dann zum Hafen-Kapitaen, dann mit der Faehre nach Cancun, um dort bei der Banamex-Bank den Steuer-Betrag einzuzahlen, und wieder zurück zum Hafen-Kapitaen auf der Insel! Insgesamt zahlten wir rund 65 US $ fuer die Einklarierung. Wer beabsichtigt über laengere Zeit mit dem Schiff in Mexiko zu bleiben, sollte es “importieren“. Das gilt fuer 10 Jahre, geht problemlos und kostet etwa 50,-US $.

Wir lagen einen Monat lang in der schoenen und teueren Marina Puerto Isla Mujeres. Zeit genug, um uns von den Strapazen zu erholen, notwendige Reparaturen durchzufuehren und das mexikanische Ambiente zu geniessen. Man trifft dort wenige Segelschiffe, meist sind es Motoryachten und Hochsee-Sportfischerboote mit amerikanischen Eignern. Dementsprechend sind die Preise in Cancun und in Isla Mujeres amerikanisch hoch.

Das Ausklarieren war nicht so einfach! In Isla Mujeres waren die Behörden seit einem Tag (!) nicht mehr zuständig und schickten uns nach Puerto Juarez (Cancun), wo in neuen Gebäuden das gesamte Komplex fuer Ein- und Ausklarierung steht. Dort wussten sie nichts von der neuen Regelung und fühlten sich fuer uns nicht zustaendig… Nach hin und her Telefonieren mit der Isla bekamen wir endlich die “Zarpe”, wobei wir erst wieder zur Bank in Zentrum von Cancun fahren mussten (rund 16 US $ Gebuehr). Das Ganze nahm einen ganzen Tag in Anspruch!

“Galileo” setzte sein Weg nach Sueden fort und nach einer problemlosen Fahrt mit Stopps in den geschuetzten Gewaessern von Belize erreichten wir den Rio Dulce am 27. Dezember. Von der Ansteuerungsboje aus, die auf den Beginn der Sandbarre hinweist, faehrt man mit Kurs 220°, bis die Hauptpier von Livingston ungefähr querab steht. Dort kann man sich langsam der Pier naehern und Anker werfen.

Das Einklarieren in Livingston ist ein wahres Vergnuegen. Nach VHF-Kontaktaufnahme mit dem Hafen-Kapitaen kündigte dieser sein Besuch nach der Mittagspause. Drei sehr freundliche Herren kamen an Bord: Hafen-Kapitaen, Zoll- und Immigrations-Officers. Einer sprach fliessend Englisch, stellte knappe Fragen und erklärte, dass wir bereits ein Viertel Stunde spaeter zu den jeweiligen Bueros gehen koennten, um gestempelte Paesse und Genehmigungen fuer einen Aufenthalt von 90 Tagen in Guatemala zu erhalten. Vorerst, natürlich, sollten wir Geld wechseln. Die gesamte Prozedur kostete 575 Quetzal, was rund 75 US $ entspricht. “Bienvenidos a Guatemala!”. Schon die ersten Eindruecke stimmten uns sehr positiv. Livingston ist Karibik pur, mit schwarzen Einwohnern, karibischen Klängen, lässiger Froehlichkeit und guten Versorgungsmöglichkeiten. (Die Preise sind hier deutlich niedriger als in Mexiko.)

monkey-bay01.jpg 330x212 Am folgenden Morgen fuhren wir unter schoenstem blauen Himmel den Rio Dulce hoch bis zu unserer Marina: Fuenf Stunden ruhiger Fahrt durch eine enge Passage mit steilen Wänden, die von üppiger, exotischer Vegetation bedeckt sind: Palmen, hohe Bäume, Lianen, rankende Pflanzen aller Arten, Bromelien und sogar Orchideen. Reiher und Pelikane fliegen einem über dem Kopf. Schon kamen uns die ersten Cayucos entgegen, schmale Kanus, die von den einheimischen Mayas nach traditioneller Art gepaddelt werden. Paddeln sie gegen den Strom - der Rio Dulce fliesst mit bis zu 2 Knoten dem Meer entgegen - bleiben sie ganz nah an den Ufern, von der herunterhaengenden Vegetation fast versteckt. Nach rund 6 Meilen öffnet sich der Strom zu einem 6 Meilen langen See, El Golfito, danach wird es wieder enger und links kam unsere Marina in Sicht.

monkey-bay02.jpg 320x200 Der Empfang durch die Manager, Thane und Tami Gilliam (E-Mail: harbormaster@monkeybaymarina.com), und mehrere Segler war hilfreich und herzlich. Die Marina liegt wunderschön direkt am Dschungel, ist gut geschuetzt und gut organisiert. Hier fühlt man sich auf Anhieb wohl! Es gibt gemeinsame Grill-und Kochmoeglichkeiten, eine Waschmaschine und Duschmoeglichkeit. Wenn man irgendwelche Reparaturen oder Bastelarbeiten hat, kann man die Werkstatt nutzen und nach getaner Arbeit auf einer grossen Terrasse unter dem hohen Palmdach waehrend der kuehlen Nachmittagsbrise in der Hängematte die wohlverdiente Siesta geniessen. Dort steht auch immer ein gekuehltes Bier bereit.

Anfang naechster Woche wollen wir eine Inlandreise starten, um die “Maya Seele” des Landes in den nord-westlich gelegenen Bergen zu entdecken. Spaeter moechten wir auch Tikal und Umgebung im Nord-Osten besichtigen. Wir planen, insgesamt ca. einen Monat zu bleiben, bevor die Reise gen Sueden Richtung Panama-Kanal weitergeht.



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Letzte Änderung / Last change: Mittwoch, 28. Februar 2007