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Beschreibung des Piratenüberfalls vom 14.06.2006 auf St. Vincent - Chataubelair Bay
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Auf den Katamaran SENEQUE vom Typ Catana 42 OC wurde am 14.06.20006 ein Piratenüberfall verübt. Der Katamaran war von einer Gruppe von 10 Personen am 03.06.2006 in Martinique gechartert worden. Am 13.06.2006 war die Gruppe auf dem Rückweg nach Martinique. Gegen 15.00 Uhr ankerte man mit dem Katamaran am nördlichen Bereich den Chataubelair Bay auf der GPS-Position 13°17,98 N 061° 14,06 W. Dabei halfen zwei Jugendliche mit einem Ruderboot beim festmachen der Landleine. Ein dritter Jugendlicher auf einem Surfbord beobachtete das Treiben. Später gegen ca. 17.00 Uhr kam ein weiterer Einheimischer auf seinem Surfbord angepaddelt. Er beobachtete lediglich das Boot und als er ein Bier bekommen hatte fuhr er wieder davon. Im Nachhinein liegt natürlich die Vermutung nahe, dass das Boot schon am Nachmittag ausgekundschaftet wurde. Ob man mit etwas mehr Misstrauen gewarnt hätte sein können, ist allerdings fraglich. Gegen 11.00 Uhr war die gesamte Crew bereits im Bett. Zwei der Crewmitglieder schliefen im Salon. Gegen 01.00 drangen dann drei Schwarze in den Salon ein. Zwei der Schwarzen waren maskiert und mit Macheten (große Buschmesser) bewaffnet. Sie weckten die beiden im Salon schlafenden Crewmitglieder und verlangten Geld. Die Bordkasse befand sich in der vorderen Kabine auf Steuerbord. Von dort versuchte eines der Crewmitglieder die Bordkasse zu bekommen. Woraufhin einer der Piraten in die Kabine stürmte und einen grossteil der Bordkasse und weiteres Geld der Crewmitglieder erbeutete. Insgesamt drangen die Piraten in drei der vier Kabinen ein und erbeuteten in zwei Kabinen Bargeld. Insgesamt wurde ca. 440 € 850 $, 5 Digitalkameras, 3 Mobiltelefone, zwei MP3-Player, ein Geldbeutel mit Ausweis und Kreditkarte sowie zwei Taschenmesser und eine Taschenlampe erbeutet. Der gesamte Überfall dauerte keine 15 Minuten. Die Piraten waren mit einem Surfbord an Bord gekommen. Es lässt sich folgendes zum Überfall sagen: die Crew und der Skipper hatten überhaupt nicht mit der Möglichkeit eines solchen bewaffneten Raubüberfalles gerechnet. Deswegen war zwar das Beiboot ordentlich angeschlossen, aber die Salontür war wegen der nötigen Frischluftzufuhr nicht geschlossen, so dass die Piraten völlig unbemerkt eindringen konnten. Wäre die Türe abgeschlossen gewesen, hätte das die Crew zumindest beim Eindringen geweckt und man wäre nicht völlig unvorbereitet gewesen. Weiterhin lagen fast alle erbeuteten Wertgegenstände wie Kameras und Telefone im Salon offen rum. Die Bordkasse war an zwei Stellen untergebracht, so dass zumindest ein kleiner Teil davon gerettet werden konnte. Nach dem Überfall legte die Crew ab um insgesamt beweglicher reagieren zu können. Der über UKW abgesetzte PANPAN-Dringlichkeitsruf blieb völlig unbeantwortet, wobei nicht völlig ausgeschlossen werden kann, dass das Funkgerät einen Defekt hatte. Die Polizei schien insgesamt recht uninteressiert. Nahm die Aussagen zwar auf, machte aber keine sonderlich motivierten oder überraschten Eindruck. Einen Polizeibericht zu bekommen war bisher unmöglich. Die Polizei in St. Lucia verlangt dafür außerdem 100 EC$. |
