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Zusammenfassung Karibiktörn Windward Islands 2010
von Martin Rothfuss, Kat Lagoon440
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Der Törn wurde vor eine Jahr geplant. Termin 27.11.10 – 18..12.10. Ausgangshafen Martinique/Le Marin. Zielhafen St.Vincent/Blue Lagoon. Also ein One-way-Törn. Der Törn war konzipiert als Urlaubstörn, bei dem nicht grosse Schläge im Vordergrund standen, sondern das Interesse, die besuchten Örtlichkeiten auch näher kennenzulernen. Es waren 8 Personen auf einem Katmaran Lagoon440, wobei nach 2 Wochen ein Crewwechsel von 2 Personen stattfand, 2 Crewmitglieder gingen von Bord und 2 neue kamen an Bord. Das geschah in St.Vincent/Blue Lagoon. St. Anne guter Ankerplatz, trotz relativ viel Wind gut Rodney Bay Waterside Landings Marina gibt es nicht mehr. Die andere Marina ist aber gut. Keine Probleme mit Wasser und Stromrechnung. Strom geht sowieso nicht: Anderer Adapter als in Le Marin. Einklarieren dank EseaClear (vgl. a. Kapitel Klarieren) sehr einfach. Marigot Bay Marina ist sehr zu empfehlen. Preise 50€ pro Nacht. Das erscheint angemessen. Man kann das Boot dort gut alleine lassen. Die Marina ist bewacht. Wenn man der Verwaltung sagt, dass man eine Weile nicht am Boot ist, passen die besonders auf. Von hier kann man gut Landausflüge machen: Botanischer Garten, Wasserfälle, Vulkan, Soufriere. Soufriere Ankern vor dem Hummingbird ist nicht mehr erlaubt. Man geht am besten an die Bojen in der Nähe beim Bat Cave, wenn man eine freie erwischt. Es gibt nur 7 Stück. Dort braucht man kein Permit, wie an den anderen Bojen auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht, vor denen allgemein gewarnt wird, weil man dort nicht sicher liegt (Boatpeople dort angeblich aufdringlich und diebisch). Irgendwann kommt ein Ranger der SMMA und kassiert die Gebühr für die Boje: 54 EC. Quittung muss man ausdrücklich verlangen. St. Vincent/Wallilabou Das in den Büchern und im Internet angekündigte Empfangskomittee der Boat People gab es nicht. Lediglich in der Bucht gab es ein paar, die uns beim Festmachen helfen und Obst verkaufen wollen. Eine Vorankündigung im Anchorage wegen der Bojen über VHF68 bleibt unbeantwortet. Essen gehen im Anchorage lassen wir wegen des schwierigen Anlandkommens sein. überhaupt scheint das Anchorage nicht mehr die Rolle zu spielen wie früher: Nur wenig Leben. Einklarieren geht nur manuell. EseaClear nützt hier also leider nichts (angeblich soll aber bald ein Computer im Büro sein). Dank der ausgedruckten Crewlisten geht es aber trotzdem schnell. Achtung: Es kam nur ein Beamter von Customs, nicht von Immigration. Das muss man anderswo nachholen! St. Vincent/Blue Lagoon Die Einfahrt in die Blue Lagoon erfolgt bei Hochwasser und ist problemlos, für unseren Kat sowieso. In der mit MaxSea benutzten Jeppesen-.Karte ist die Einfahrt falsch eingetragen, zu weit nördlich. Wir liegen am Steg der Marina, die gut geführt ist. Wer tanken will, sollte das vor dem Anlegen sagen, weil das nicht überall per Schlauch geht. Sunsail, die dort eine Basis haben, machen das auch mit Kannistern. Für Landausflüge empfehle ich Stan, unserem Fahrer und Führer, der das vorbildlich gemacht hat. Sehenswert ist der botanische Garten. Wer dort als Führer Dennis erwischt, der die Führung mit vielen Geschichten garniert, erlebt ein Schauspiel. Desweiteren führte uns Stan auf einem Rundweg durch den tropischen Regenwald, was zwar sehr schweisstreibend, aber interessant war. Stans Telefonnummer: 4988406 Die ganze Crew erlebte St. Vincent als vielfältiger und interessanter als z.B. St. Lucia. Bedroht haben wir uns auch dort nirgendwo gefühlt Bequia Die Moorings bei Daffodil (per VHF 67 anmelden) sind versichert. Dort kann man bedenkenlos festmachen. 40 EC pro Nacht. Sie liegen auch bei N-Winden relativ geschützt. Wir bunkern auch Wasser, das nicht ganz billig und nicht von bester Qualität war. Die Preise muss man vorher erfragen, da sie, je nach Lage, stark schwanken. Vom Diesel bunkern hat man uns in der Charterbasis abgeraten, da es nicht sauber sei und teilweise zuviel Wasser enthielt. Besuchtes Restaurant: Lâ auberge des Grenadines. In der Nähe von Daffodil, vom Wasser weithin sichtbar. Dort gibt es u.a. Lobster. Alles war gut, wenn auch nicht ganz billig. Dafür mit Live-Musik von einem deutschen Paar. Sie spielen Blues. Wir haben auch am Tony Gibbons Beach geankert. Ein guter Ankerplatz, zumindest bei E-Wind. Dort gehen wir essen im Porthole bei Mme. Taylor. Richtige Hausmannskost, frisch gemacht.. Mystique Die bucht ist idyllisch, aber nicht sehr geschützt. Wir haben Glück, wenig Wind und relativ glattes Wasser. Unter diesen Bedingungen liegt man hier gut. Eine Nacht an der Boje kostet allerdings 200 EC!!!! In Basils Bar gehen wir etwas trinken. Das Restaurant hat geschlossen. Der Marinamanager von Blue Lagoon hat ohnehin davon abgeraten. Mayreau/Salt Whistle Bay Als wir gegen 16:00 ankommen, ist die Bucht schon fast voll. Wir ankern relativ weit draussen. Boatpeople offerieren das Übliche. Die Schönheit der Bucht kommt bei dieser Menge an Schiffen nicht so recht zum Tragen. Tobago Keys Die Einsteuerung über die Nordpassage ist problemlos. Das Fathom-Riff ist sicherheitshalber im Hand-GPS. Die Ansteuerungsbaken sehen wir erst, als wir sie nicht mehr brauchen. Der Ankerplatz ist mittlerweile überwiegend ein Bojenplatz. Ob man vor Anker geht oder an die Boje, es kostet 10 EC pro Person. Es sind sehr viele Yachten da, aber auch noch freie Bojen. Einige Yachten ankern auch. Wir gehen an eine Boje. Direkt vor uns das Riff – und weit weg: Afrika. Aber ohne ein Landhindernis. Schon unglaublich. Dass man nicht total ruhig liegt, versteht sich von selbst. Schwell vom Riff kommt ständig. Aber es ist OK. Von Boatpeople – aucch hier allgegenwärtig – wird uns eine Boje zugewiesen.. Wir liegen inmitten vieler anderer Yachten. Das ist zwar paradiesisch hier, aber mit den bekannten Einschränkungen: Wenn jeder im Paradies ist, ist es keines mehr. Wir bestellen für den Abend Lobster bei Carlos. Er wird verzehrfertig ans Boot gebracht. 70 EC/Person, absolut empfehlenswert. Zutaten machen wir selber. Natürlich viele Schnorchelgründe. Am Riff draussen aber nicht ganz ungefährlich wegen der Brandung und den Strömungen. Es gibt Wasserschildkröten. Union Island Wir gehen längsseits an den Steg beim Lambi. Die Stege überall sind kaum belegt, wenig los hier. Hermann the German empfängt uns und hilft beim Festmachen. Er ist selbst Segler, das merke ich schon bevor er es sagte, und war schon häufig in Europa zum Segeln. Er kümmert sich die ganze Zeit um uns und möchte, dass wir das anderen Boatpeople sagen. Er will alleine für uns da sein, macht das aber auch prima. Wir essen im Lambi. Essen ist mässig, aber OK. Hermann the German entsorgt unseren Abfall und hilft beim Ablegen. Er will 100 EC für Alles. Nicht eben wenig. Er bezeichnet sich selbst als Schlitzohr. Ein-/ausklarieren Vorgefertige Crewlisten sollte man auf jeden Fall dabei haben, pro Klarierung 3 - 4 Stück. Die Crewliste zusätzlich auf USB-Stick zu haben, ist sinnvoll. In Martinique muss man allerdings die Crewliste selbst in den Computer eingeben. In St. Lucia und St. Vincent kann man die Klarierungsvorgänge erheblich beschleunigen, wenn man EseaClear benutzt: www.eseaclear.com. Man kann sich bereits zu Hause einen kostenlosen Account besorgen und die Stammdaten für das Schiff und die Crewliste erfassen. Wenn man in eines der Länder ein-/ausreisen möchte gibt man das kurz vorher in EseaClear bekannt, erhält eine PAN-ID, die man notiert, da man normalerweise ja keinen Drucker zur Verfügung hat. Man muss dann nur noch mit den Pässen zu den Customs gehen und diese Nummer angeben. Das war’s schon. Man erhält dann die entsprechenden Papiere ausgedruckt, gestempelt und unterschrieben (Zu den Immigrations muss man natürlich auch noch mit den Pässen). eseaClear geht natürlich nur dann, wenn in dem Office auch ein Computer steht. Das war in Wallilabou (noch) nicht der Fall. Wetter Viel mehr Regen, als erwartet. Sehr schwülwarm. Einheimische erzählten, dieses Wetter sei für die Jahreszeit nicht normal. Letztes Jahr sei diese Zeit der Beginn einer 3-monatigen Trockenperiode gewesen. Wind immer zwischen 4 und 6 bft. Richtungen NE – ENE – E, Tag und Nacht. Nachts etwas gerieringer als Tags. Die nördliche Karibik war teilweise von Stürmen heimgesucht, wie ich den Wetterberichten entnehmen konnte, Beispiel 14.12.10 cid:image002.jpg@01CBA460.381D6FA0 Wir hatten Glück: Bis auf den vielen Regen, war es gemässigt. Wetterberichte Wetterberichte gibt es massenhaft. Man hat also das Problem, die herauszufinden, die wirklich gut sind und die man empfangen kann. Ich hatte mich auf Internet-Empfang bzw. e-mail-Empfang eingerichtet (s.a. Kapitel Internet, WIFI). Das Mindeste, was ich überall empfangen konnte, waren textuelle Wetterberichte per e-mail vom NOAA. Dort kann man sich einen kostenlosen Account einrichteh und Wetterberichte abonnieren. Man erhält dann in 3-4 stündigen Abständen sehr differenzierte und sehr genaue Berichte, die der Realität immer sehr nahe kamen. ![]() Homepage: http://www.noaa.gov/ Wetterprognose Atlantik: http://www.nhc.noaa.gov/marine_forecasts.shtml Wetter per e-mail empfangen: https://service.govdelivery.com/service/user.html?code=USNWS Wenn Internetempfang möglich war (sehr häufig, s. Kapitel Internet, WIFI) benutzte ich zusätzlich Windfinder bzw. Winguru, die sehr übersichtliche Berichte liefern. Martinique: http://www.windfinder.com/forecast/le_lamentin St. Lucia: http://www.windfinder.com/forecast/castries http://www.windfinder.com/forecast/vieux_fort_st_lucia St. Vincent: http://www.windfinder.com/forecast/kingstown Martinique: http://www.windguru.cz/de/index.php?sc=206984 St. Lucia, Cas en bas (Nordspitze), Viuex Fort (Südspitze), St. Vincent and the Grenadines, Bequia Im übrigen kann man Grib-Files vom Internet herunterladen. Für die gibt es verschiedene Auswertungsmöglichkeiten, u.a. auch in MaxSea. Nicht benutzt http://www.wunderground.com/global/stations/78948.html http://www.caribwx.com/ http://www.intellicast.com/Local/Weather.aspx?location=STXX0001 http://www.weather.com/newscenter/tropical/?from=nchomepage Navigation Navigiert wurde überwiegend mit dem NV Chart Kit Region 14. Wenn man das kauft erhält man die Karten auch elektronisch und das Navigationsprogramm „Chart Navigatoor light“ dazu, mit dem man zu Hause die Routenplanung machen kann. Hat man einen PC mit GPS-Empfänger an Bord kann man damit auch navigieren. Dafür hatte ich allerdings MaxSea Time Zero, das wesentlich mehr Funktionalität liefert (s. Kapitel MaxSea). Nach allem, was ich vorher gelesen habe, war ich überrascht, wie einfach die Navigation letztlich war. Die Karten waren sehr gut, für alle Ansteuerungen gab es Detailkarten, alle Seezeichen waren an ihrem Platz. Eine grosse Hilfe war der Führer von Chris Doyle (nur in Englisch), „Windward Islands“, der viel aktueller und umfassendeer ist, als der von Bernhard Bartholmes. MaxSea Time Zero Das erste Mal, dass ich auf einem Segeltörn einen PC dabei hatte. Zusätzlich zur Papierkartennavigation, die immer gemacht wurde, hatte ich das neue MaxSea Navigationsprogramm „Time Zero“ im Einsatz mit Vektorkarten von Jepppesen. Die Möglichkeiten, die sich damit bieten, sind vielfältig. Ich gehe davon aus, dass ich noch gar nicht alle kenne. Voraussetzung ist natürlich ein GPS-Empfänger, am oder – besser – im PC. Da Das Programm ist sehr genau und sehr zuverlässig. Man ist jederzeit präzise informiert, wo man sich befindet, ob man Kursabweichungen hat, wie der zu steuernde Kurs ist usw. Die Kartendarstellung kann man auch im 3D-Format und Kurs voraus haben und zusätzlich Saterllitenbilder darüberlegen, dann sieht man die Route auf der Karte wie vom Schiff aus. Man erhält eine Wetterprognose für den Routenverlauf per Gribdaten, die vom Internet heruntergeladen werden können. Tidendaten ebenso. Stromdaten ebenso. Es gibt auch eine automatische Logbuchfunktion. Dort werden alle relevanten Ereignisse, z.B. Kursänderungen protokolliert. Wenn man die Bordelektronik per NMEA koppelt (auf einem Charterschiff eher nicht möglich), werden auch diese Daten mitprotokolliert. Nachträglich kann man den Ereignissen Fotos zuordnen, manuell oder automatisch übers Datum bzw. über Positionsdaten, wenn die Kamera auch einen GPS-Empfänger hat. Die Bedienung ist zwar gewöhnungsbedürftig, weil nicht dem Windows-Standard entsprechend, aber trotzdem sehr einfach. Im Handbuch musste ich nur sehr selten nachschauen. Internetzugang, Wifi Fast in allen Buchten waren kostenlose WLAN-Zugänge möglich, meistens von Restaurants. Normalerweise muss man mit dem PC dorthin gehen und ist dann in Reichweite des jeweiligen WLAN’s. Von Bord aus kann man diese Zugänge jedoch auch erreichen, wenn man eine externe WLAN-Hochleistungsantenne benutzt. Diese kann man im Fachhandel erwerben. Kann ich nur empfehlen. In Bequia und Union Island gab es keinen kostenlosen Zugang. Dort konnte man jedoch für 10$ einen 24h-Zugang vom Boot aus anmelden bei: www.hothothotspot.com, per payPal bezahlt. Für die Fälle, wo es keinen Internetzugang gab, hatte ich ein Iridium-Satelliten-Telefon dabei (gemietet für 100€ für 3 Wochen und 1€ pro Verbindungsminutnute). Damit kann man zwar nicht per Browser ins Internet, dazu ist die Verbindung viel zu langsam (9600 baud). Aber man kann e-mails empfangen, z.B. mit Mozilla Thunderbird. Auch das geht nur langsam und es dauert lange bis man eine brauchbare Verbindung hat. Nur Kopfzeilen der e-mails runterladen!!!! Nur solche e-mails komplett laden, die man wirklich braucht, z.B. Wetterbericht. Nicht probiert habe ich Internetzugang per Handy wegen der erwarteten hohen Roaminggebühren. Nachdem ich mehrfach telefonieren musste und meine Telefonrechnung bei Weitem nicht so hoch war wie erwartet, würde ich diese Verfahren jetzt doch probieren. Sicherheit Zu keinem Zeitpunkt haben wir uns unsicher gefühlt. Nirgendwo, auch nicht in Wallilabou. Schlauchboot und Motor waren immer abgeschlossen. Das Schiff war immer komplett verschlossen, wenn wir es verlassen haben. Offene Luken sind die häufigste Ursache für Diebstähle, vgl.: http://www.safetyandsecuritynet.com/sowindwardislands.htm Schiff Unser Schiff war ein Katamaran, eine Lagoon 440. Obwohl ich keine Kat-Fan bin, halte ich für dieses Revier einen Kat für die richtige Wahl, weil der, vor allem draussen, mehr Lebensraum bietet. Und das Leben spielt sich, wenn immer möglich, draussen ab. Ausserdem erlaubt der geringe Tiefgang, weiter in die Buchten hineinzufahren und die geschützeren Plätze zu belegen. In die Blue Lagoon kommt man damit jederzeit, auch bei Niedrigwasser. Einkaufen, Preise Wenn man in Martinique startet, sollte man dort möglichst viel für den ganzen Törn einkaufen. Die Preise sind erheblich niedriger als in St. Lucia oder in St. Vincent. Das Angebot ist europäisch beeinflusst. Wir haben per Internet vorbestellt bei: Caribizz Online Provisioning (Duty and Tax Free) http://www.caribizz.fr/SAM/FR/ Port de Plaisance du Marin, 97290 Le Marin - Martinique Tel: +(596) 596 74 16 82, Fax: +(596) 596 74 16 83, VHF: 72 Das hat recht gut funktioniert. Man muss die Lieferung allerdings genau kontrollieren, weil nicht Alles, was im Onlineshop angeboten wird bzw. was auf der downloadbaren EXCEL-Liste steht, auch wirklich erhältlich ist. Es wird dann Ersatz geliefert, der aber nicht immer den eigenen Vorstellungen entspricht. Boatpeople Die sind fast überall gegenwärtig und bieten ihre Dienste und Waren an. Wenn man freundlich, aber bestimmt sagt, dass man nichts braucht, werden sie jedoch nicht aufdringlich. Wenige Ausnahmen. Beim Anlegen bzw. Festmachen an der Boje ist immer ein Helfer da. Mittlerweile ist die Taxe für diese Dienstleistung eher 20 EC als 10 EC wie z.B. im Führer von Doyle beschrieben |
