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Honduras - Bay Islands
von Theo und Rosmarie SY "TiTaRo"
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Bis zum März 2010 waren wir 3 Monate in diesem Gebiet unterwegs. Honduras und die vorgelagerten Bay-Islands sind bestens geeignet, um die kräftigen Nordwinde, die von Dezember bis Anfang März von Florida und dem Golf von Mexico kommend durch die Karibik blasen, sicher ab zu wettern. Trotzdem sind die Themperaturen sehr angenehm - etwa 22 - 28 Grad -, zumal es um diese Zeit etwas weiter nördlich, z.B. in Mexico, Cuba oder Florida eher kalt ist - wir hatten schon Frost im Januar in Florida, Anfang Februar war es in Cuba auch nicht gerade warm ! Vom Rio Dulce in Guatemala kommend, wo man in dieser Region die Hurican-Saison verbringt -(der sicherste Marinadistrict außer Panama in der gesamten Karibischen See)- kann man das Festland von Honduras ansteuern, oder versuchen, direkt zu den Bay-Islands raus zu kommen, was die meisten Yachties tun. Dazu braucht man aber unbedingt 2 Tage mit sehr schwachen Winden, sonst wird es bei den zu 95 % aus Ost blasenden Winden eine richtige Schinderei für Crew und Material. Honduras Festland Puerto Cortes: Port of Entry, hier gibt es eine ordentliche Marina mit guter Werft für Reparaturen aller Art. Es können selbst die breitesten Catamarane aus dem Wasser gehoben werden. Die örtliche Marine liegt im selben Hafen, man liegt absolut sicher hier. Die Verpflegungsmöglichkeiten sind gut. Alle nötigen Ersatzteile und Materialien sollte man aber dabei haben. La Ceiba: Port of Entry, man kann bei der Lagoon-Marina oder bei der Ship-Yard anlegen. Lagoon-Marina - Deutsche Eigner, man liegt äußerst geschützt bei allen Winden. Es gibt Internet, Wäscherei, Pool, Security und einen täglichen Shuttle-Service in die Stadt. Auch ein sehr guter Service für Motoren wird geboten, alle nötigen Ersatzteile und Filter sollte man aber dabei haben. Ship-Yard - Früher war die Ship-Yard an die Marina angeschlossen, heute sind sie getrennt und Konkurenten. Die Reparaturen aller Art, die angeboten werden, sind sehr gut, es können Schiffe bis zu einer Breite von 22 ft (ca. 7 m) gekrant werden. In La Ceiba gibt es die besten Versorgungsmöglichkeiten zwischen Panama und Cancun. Wir haben unsere Vorräte aufgefüllt bei den Supermärkten -El Pais- und -Mega Placa-. Mega Placa ist der etwas exklusivere Laden, El Pais ist etwa wie Wallmart in den USA, es gibt alles. Der Transport der gekauften Waren mit einem Taxi zum Steg ist sehr günstig, Preise aber unbedingt vorher verhandeln. Man sollte auf keinen Fall zu Fuß in La Ceiba unterwegs sein, Überfälle finden sogar tagsüber statt. Bay Islands - Utila, Roatan, Guanaja ![]() Die Insel Utila ist kein offizieller Port of Entry, es sind dort aber alle Behörden vor Ort und sehr viele Segler haben dort einklariert. Einige andere haben auch schon mal eine Woche dort gewartet, weil die Büro's geschlossen waren und sind dann unverrichteter Dinge weiter gezogen. Wir sind diese Insel garnicht erst angelaufen, sie hat einen sehr schlechten Ruf und gibt landschaftlich auch nichts her, zudem gibt es nur einen einigermaßen guten Ankerplatz. Mehrere kaputte Existentzen sind hier hängen geblieben, die Kriminalitätsrate am Ankerplatz ist hoch. Roatan: Port of Entry, man sollte aber versuchen, am Montag Ein- oder Ausklarieren, denn dann kommen keine Kreuzfahrtschiffe an. Freunde von uns, Deutsche Segler, standen 3 Tage vor geschlossenen Büros, bis sie endlich Ihre Papiere erledigt hatten. Die Insel Roatan ist touristisch am meisten erschlossen, es legen hier täglich bis zu 4 Kreuzfahrt-schiffe an. Man bekommt davon jedoch fast nichts mit, die Passagiere verlassen die Duty-Free Zone kaum, höchstens vielleicht zum Tauchen. Roatan hat sehr viele geschützte Ankerbuchten. Am meisten frequentiert und bekannt ist der Ankerplatz beim Old French Harbour und die Calabash Bight. Old French Harbour - Die Einfahrt zum French Harbour ist schlecht betonnt und nicht einfach. Vom Wegepunkt aus steuert man N, sobald man den weiß-roten Pfosten passiert hat, sieht man an Stb, etwa in ENE eine verrostete Eisenstange, auf diese hält man zu und passiert sie mit etwa 5m Abstand an Stb, jetzt hält man auf das rechte Ende des Steges oder die großen Krabbenfischer zu, die vor einem liegen. Im Abstand einer Schiffslänge fährt man unter Land nach Ost bis an Stb die Durchfahrt zwischen Big French Cay und Little French Cay quer ab ist, erst jetzt steuert man auf die Mitte der Bucht zu, um eine weitere Untiefe zu umfahren. Ab hier ist sehr guten Ankergrund, am besten liegt man nahe bei Fantasy Island und eher näher zum Land als zum Riff. Mit dem Dingi fährt man in den Old French Harbour, nach einem kurzen Fußmarsch findet man 2 gut bestückte Supermärkte. Wasser, Diesel, Mülltonne und Internet gibt es am Dock bei Fantasy Island, wir sind jedoch immer mit unserem Laptop und Dingi zum Coco View Resort gefahren, die Online-Verbindung ist dort besser und stabiler. Calabash Bight - Diese bestens geschützte Bucht wird als Hurican-Hole gehandelt. Die Einfahrt und der weitere Verlauf ist gut betonnt, der Ankergrund ist sehr gut und man ist gegen alle Winde geschützt. Wer hier liegt, kann mit dem Dingi über Kanäle die angrenzenden Buchten Fiddlers Bight und Oak Ridge Harbor besuchen, dort ist alles nötige zur Versorgung zu finden. Zwischen den beiden beschriebenen Ankerbuchten gibt es noch weitere schöne Buchten, die es lohnt, anzulaufen, alle nötigen Infos dazu stehen im Cruising Guide, ebenso alle Wegepunkte. Die letzte schöne Ankerbucht in Richtung Ost ist der Port Royal und Lime Cay Bight, auch hier kann man schöne Tage vor Anker verbringen. Wann immer wieder ein strammer "Norder" angesagt ist, flüchten die meisten Skipper in die Calabash oder in den French Harbour. Dort liegen die Yachten meist dicht beisammen und unsere Erfahrung sagt, dass bei 45 kn Wind aus N bei mindestens 10 % der Schiffe der Anker auf geht. Dann herrscht großes Chaos, zumal nicht auf allen Schiffen Ankerwache gegangen wird, der eine oder andere Crash ist dann unausweichlich. Wir haben dieses Chaos immer gemieden und haben uns in die Second Bight verlegt. Diese kleine, aber rundum geschützte Bucht ist sozusagen ein Geheimtip. Es sind dort höchstens 2 oder 3 andere Yachten vor Anker, der Grund hält sehr gut. In der Second Bight ist auch die Parrot Tree Marina, bei der wir dann auch schon mal am Steg gelegen sind (0,50 $ per ft und Tag) und haben für ein paar Tage das Marinaleben genossen. Es gibt dort alle Annehmlichkeiten, die Wäscherei ist super, aber auch vor Anker liegend kann man alle Angebote des Resorts nutzen. In dieser kleinen Bucht haben wir alle Starkwind-Fronten abgewettert und hatten keine Probleme. Guanaja: Port of Entry. Für uns die schönste Insel der Bay-Islands, da diese touristisch sehr wenig erschlossen ist, man ist fast versucht zu sagen, die Insel der Deutschen. Ein- und Ausklarieren ist problemlos, die Büros sind werktags immer besetzt, in der Inselhauptstadt Bonacca kann man sich gut verpflegen. Das kuriose bei Bonacca ist, dass diese Stadt eine Insel für sich ist, die der Insel Guanaja etwa 500 m vorgelagert ist. Internet mit eigenem Laptop ist im Moment noch nicht gegeben, höchstens man kauft sich bei TIGO einen Online-Stick, das läuft relativ gut, da die Sendemasten an der Küstenlinie sehr präsent sind. In Bonacca gibt es auch Diesel, Wasser und Gas, auf Anfrage bei Hansito kann man seine Tanks auch mit Regenwasser beim Restaurant füllen. Einige Deutsche Segler sind hier vor Jahren hängen geblieben, haben sich Häuser oder kleinere Inseln gekauft und leben nicht schlecht in Guanaja. Hans und Hansito sind seit über 20 Jahren hier, Hans und Renate seit etwa 18 Jahren, Anke und Bernd haben auch ein sehr schönes Anwesen hier. Man ankert am besten in der gut geschützten Bucht El Bight. Bei der Einfahrt lässt man den markanten Dunbar-Rock an Bb, dann steuert man direkt auf des Restaurant Manatee zu, das von Anette und Klaus betrieben wird. In diesem Areal sollte man Anker werfen, da man hier vor blutrünstigen Tierchen (no-see-ums) am meisten verschont ist, weiter östlich in der Bucht ankert man nur, wenn wirklich schlechtes Wetter aufzieht. Die Deutsche Gemeinde und alle Ankerlieger treffen sich immer Samstag Nachmittags im Restaurant, zur Open End Party. Klaus kocht dann auch immer ein spezielles Deutsches Gericht, wir hatten immer viel Spass. Der andere Hans, der auch den TO-Stützpunkt inne hat, lebt rechts neben dem Restaurant. Immer wenn abends die Lichtgirlanden und Lampions in den Bäumen brennen, ist er da. Da er die Tauch-krompressoren der Tauchschulen im weiten Umkreis wartet und repariert, ist er oft mal für eine Woche unterwegs, E-Mail über TO funktioniert leider nicht, im Restaurant kennt man aber seine Telefonnummer und E-Mail Adresse. Weitere Ankerplätze gibt es am Riff bei Grahams Cay und Hendricks Cay, jedoch nur bei ruhigem Wetter geeignet. Von El Bight aus kann man mit dem Dingi durch einen Kanal beim Flughafen auf die Nordseite der Insel fahren, dort gibt es super Schnorchelriffe. Cayos Cochinos: Diese kleine Inselgruppe gehört zwar nicht zu den Bay-Islands, sie sind jedoch einen Zwischenstop wert. Die Inselgruppe wurde zum Nationalpark erklärt und liegt auf halbem Weg zwischen den Bay-Islands und dem Festland, bzw. La Ceiba. Es gibt schöne Sandstrände und einen wunderbaren Korallengarten, der schützenswert ist. Darum liegt man hier an gebührenpflichtigen Moorings vor der Parkverwaltung, bestens geschützt, nur bei W-Wind sollte man hier nicht sein. Die Inseln sind nicht bewohnt, aber am Wochenende kommen eine Menge Menschen vom Festland rüber, es wird sehr laut. In Honduras bekommt man ein 90 Tage Permit, Ein- und Ausklarieren kostet etwa 5 EUR, das Leben allgemein ist sehr günstig. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt nur für das Festland, auf den Inseln gibt es kein Problem. Der Cruising-Guide The Northwest Caribbean von Stephen J. Pavlidis muss an Bord sein. Alle Wegepunkte, Riffpassagen und Beschreibungen der Ankerbuchten sind sehr genau (eigene Erfahrung). Diesen und alle notwendigen Seekarten kauften wir bei Geo-Buch in München. www.geobuch.de/ Weitere Info's findet Ihr auf unserer Homepage www.titaro.com Fair Winds and the Sea's allways from behind. |
