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Erfahrungen mit Schiffswerften für Boote in Honduras und Guatemala

von Walter Maitz, SY "SoulTime"
E-Mail: dr.walter.maitz@surfeu.at

Antwort auf diesen Artikel von
Anne und Jochen Schweizer

Will man sein überbreites Boot oder seinen Katamaran zwecks Erneuerung des Unterwasseranstriches oder anderer Arbeiten am Rumpf in Honduras oder Guatemala an Land bringen, hatte man bis jetzt nicht viele Alternativen.

Die zwei Möglichkeiten in Honduras sind einerseits im La Ceiba Shipyard und andererseits auf der Militärbasis von Puerto Cortez. Die dritte Option gibt es im Rio Dulce in Guatemala nach der Stadt Fronteras flussaufwärts bei Abel, und jetzt soll in wenigen Monaten ein neuer grosser Travellift mit Landliegeplätzen nächst der Brücke in Fronteras in Dienst gestellt werden.

Wir selbst entschieden uns, aufgrund der guten Reputation des damaligen Managers, fuer den La Ceiba Shipyard.
La Ceiba Shipyard Koordinaten sind N 15° 47'981 und W 086° 45'659 g-earth.gif 79x30
Nach zwei Jahren in denen dreimal das Management wechselte hat sich die Situation allerdings deutlich verschlechtert. Ersatzteile die von Cruisern aus Miami in die Zollfreizone des Shipyards bestellt wurden, kamen, trotz Vorauszahlung aller Kosten, durch falsche Bestellung verspätet oder gar nicht an. Nachdem es sich auch um Antifoulingfarben gehandelt hat, konnten die Bootsbesitzer erst erheblich später und erst nachdem die zusätzlich angefallenen Liegegebühren bezahlt worden waren, in das Wasser zurückgekrant werden. Ungeregelte hohe Stromschwankungen innerhalb der Werft zerstörten elektrische Anlagen auf Booten welche mit Landstrom verbunden waren. Durch die niedrige Entlohnung gibt es einen Mangel an qualififiziertem Personal, sodass von werftseitigen Motor- und Elektroreparaturen abzuraten ist.

Der Travellift verliert seit einem Jahr während der Hebevorgänge konstant Öl aus der Hydraulik, sodass die Boote nach dem Zuwasserlassen jedesmal aufwendig gesäubert werden müssen.Im letzten halben Jahr ereigneten sich zahlreiche Bootseinbrüche, so auch auf unserem Katamaran, wobei in diesem Fall nachweislich der Einbruch durch einen Angestellten des Shipyards erfolgte.Der Werftbesitzer lehnt jegliche Verantwortung ab und ist in erster Linie nur an dem Tageschartergeschäft mit seinen Katamaranen interessiert (Jolly Roger Tours). Von vierzehn befragten Schiffen (Liste der Besitzer liegt auf) haben zwölf aufgrund der sich konstant verschlechternden Umstände dem La Ceiba Shipyard den Rücken gekehrt und sind froh ohne gröbere Schäden davon gekommen zu sein.

Die Militärbasis in Puerto Cortez will sich zur Zeit zu ihren sicheren und auch zementierten Landliegeplätzen nicht äußern, da noch immer zahlreiche permanent zurückgelassene Schiffe von Seglern viel Platz versperren.

Die derzeit unserer Meinung nach einzig vernünftigen Möglichkeiten ein Boot an Land zu bringen, liegen im Rio Dulce um die Stadt Fronteras, allerdings muss man in der Hauptsaison mit langen Wartezeiten rechnen. Dies alles soll sich deutlich verschieben wenn die neue Marina mit grossem Travellift nächst zu MarMarine in Fronteras aufmachen wird.

Daten für die neue Marina im Rio Dulce sind N 15° 40'00 und W 89° 00' 00



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Letzte Änderung / Last change: Sonntag, 19. März 2006