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Unsere Erfahrungen mit Schiffswerften in Honduras und Guatemala

von Anne und Jochen Schweizer, SY GERMANIA
E-Mail: Schweizer.J@web.de

Jeder macht seine eigenen Erfahrungen mit Werften in der Karibik. Der Artikel von Dr. Walter Maitz, SY SoulTime, in der Juliausgabe erschien uns wie eine Warnung, in Honduras unsere GERMANIA nicht aus dem Wasser zu nehmen.

Doch letztlich hatten wir keine Wahl - die Stopfbuchse leckte gewaltig, das Unterwasserschiff war nach 2 Jahren so bewachsen, dass wir kaum noch vorwärts kamen, und schließlich gab auch noch der Kompressor des Kühlschrankes den Geist auf. Zwischen Carthagena und La Ceiba, Honduras gibt es aber keine Möglichkeit ein 42-Fuß-Schiff aus dem Wasser zu nehmen.

Also Augen zu bzw. ganz offen und wachsam und trotz Dr. Maitz in die La Ceiba Ship Yard. Und dann die Überraschung - es war alles ganz, ganz anders. Es klappte wie am Schnürchen. Vom Kranen bis zum sicheren Abstellen. Kein Tropfen Öl verschmutzte unser Boot wie es Dr. Maitz beschrieben hat - alles blieb sauber.

Die Arbeiten gingen zügig voran. Am nächsten Tag war der Kühlschrank repariert, die Stopfbuchse abgedichtet und das Unterwasserschiff gereinigt und angeschliffen für den neuen Anstrich. Dann der Schreck: Blister. Osmose hatte die Epoxy-Sperrschicht - aufgebracht vor 2 Jahren in Trinidad - und das Gelcoat zerstört.

Jetzt saßen wir fest auf dieser angeblich so miserablen Werft! Doch halt - das waren ja nur die Erfahrungen von Dr. Maitz. Also keine Bange. Weiter arbeiten, abschleifen bis zum Fiberglas. 3 Mann schafften das in 3 Tagen - schneller geht's nicht. Wir hatten an der Qualität der Arbeit aber auch gar nichts auszusetzen - immer im Bewusstsein wir sind auf keiner europäischen Schiffswerft, sondern in der Karibik. Kontrolle und ständiges dabei Sein ist notwendig. Hier wie anderswo.

Gott sei Dank war dann alles nicht so schlimm, Wasser noch nicht in den Rumpf eingedrungen, das Fiberglas noch intakt. Auch der Neuaufbau des Unterwasserschiffes, 3 x Epoxy, Primer und 2 x Antifouling dauerte nur 3 Tage und war Qualitätsarbeit.

Nach so guten Erfahrungen ließen wir auch das Schiff neu lackieren - nach 14 Jahren kein Luxus. 7 Tage und die GERMANIA strahlte wieder wie am ersten Tag. Und wir auch - wegen des enorm günstigen Preises und der Qualität der Arbeit.

Übrigens, auch kleinere Schreinerarbeiten wurden schnell und zu unserer Zufriedenheit erledigt.

Also wir können die La Ceiba Shipyard nur empfehlen. Die Arbeiter sind freundlich und fleißig, der neue Eigentümer und Manager, Roger kümmert sich, wenn es Probleme gibt. Den Rest erledigt George Salomon, der Vorarbeiter mit dem goldenen Helm mit einem freundlichen Lachen.

Noch einige Bemerkungen zur Kritik von Dr. Maitz:
Wer in der Karibik sensible Geräte direkt an das Stromnetz anschließt ohne Überspannungsschutz, ist selbst dran schuld wenn er Schaden erleidet. Hier sind Stromschwankungen und Stromausfälle an der Tagesordnung. Nicht nur in Honduras. Aber das steht in allen Handbüchern.

Wer selbst auf einem abgeschlossenen Werftgelände sein Schiff nicht abschließt, alle Luken verriegelt, wenn er von Bord geht, braucht sich nicht über Einbrüche zu wundern. Ein Mindestmaß an Sicherheitsvorkehrungen sind selbstverständlich - und man darf dann nicht die Werft wegen der eigenen Versäumnisse haftbar machen wollen. Und das gilt nicht nur für Honduras, sondern für die ganze Karibik.

Die La Ceiba Shipyard ist nach unserer Erfahrung viel besser als ihr Ruf.



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Letzte Änderung / Last change: Dienstag, 10. Oktober 2006