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Von Curaçao nach Cartagena (VEN) - Online mit dem Wettergott
von Beate und Detlev Schmandt -SY "Kira von Celle"
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![]() In Spaanse Water, Curacao, treffen wir Ende Oktober die TO Yachten "Bess", mit Oliver, Beate und Elaiza, "Risho Maru" mit Peter, Alexandra und Finn und "Yara" mit Herbert, Gesche und Yannik und planen unsere Weiterreise nach Cartagena. Da auf den mitreisenden Yachten jeweils ein Kind ist, soll die Tour in kleinen Schritten erfolgen, das nächtliche Segeln unter der kolumbianischen Küste auf ein Minimum beschränkt werden. Seekarten kopieren, Wetter einholen und Informationen aus dem Internet recherchieren, wir waren alle gut beschäftigt. Es gib keine Cruising Guides für dieses Revier. Unsere Planungsdaten haben wir teilweise aus den Reiseberichten der SY Pizazz übernommen. In Willemstad noch ein Update gezogen. www.caribeancompass.com Das richtige Wetterfenster, eine weitere Voraussetzung, beobachteten wir über die verschiedenen Netze. Das deutschsprachige Hugonetz auf 8140 USB, täglich um 09:00 Uhr AST, konnten wir bis Cartagena empfangen. Hier noch die weiteren Karibik - Netze 2006: Selected Caribbean Shortwave Weather Reports 0600 0200 NMG Broadcast B Wefax USB 0930 0530 Offshore Forecast A Voice USB 1030 0630 Trinidad Emergency Net 9Z4CP (Eric) 3855 Voice LSB/ham 1030 0630 Carib. Emergency & Weather Net 3815 Voice LSB/ham 1100 0700 Caribbean Weather (Chris) 8137 Voice USB (Note 2) 1115 0715 Caribbean Maritime Mobile Net (George) 7241 Voice LSB/ham 1130 0730 KP2G Caribbean Weather Net (George) 7086 Voice LSB/ham (Note 1) 1200 0800 NMG Broadcast B Wefax USB 1230 0830 Caribbean Weather (Chris) 8104 Voice USB (Note 2) 1300 0900 Caribbean Sea (WLO) C Voice USB 1300 0900 Caribbean Weather (Chris) 12359 Voice USB (Note 2) 1530 1130 Offshore Forecast A Voice USB 1800 1400 Caribbean Sea (WLO) C Voice USB 1800 1400 NMG Broadcast B Wefax USB 2000 1600 Southbound II (Herb) 12359 Voice USB 2030 1630 Carib. Cocktail & Weather Net (George) 7086 Voice LSB/ham 2130 1730 Offshore Forecast A Voice USB 2235 1835 Caribbean Emergency & Weather Net 3815 Voice LSB/ham 0000 2000 Caribbean Sea (WLO) C Voice USB 0000 2000 NMG Broadcast B Wefax USB 0330 2330 Offshore Forecast A Voice USB Frequencies (in kHz): A) NMN, Chesapeake, 4426, 6501, 8764, 13089, 17314. Caribbean Sea approximately 25 minutes later. NMG, New Orleans, 4316, 8502,12788. Caribbean Sea approximately 25 minutes later. B) 4316, 8502, 12788, 17144.5 C) 4369, 8788, 13110, 17362, 22804. Gulf of Mexico, Southwest North Atlantic, then Caribbean Sea. Note 1: An in-depth voice report followed by faxes and SSTV, except Sundays. Note 2: Unless severe weather threatens, this net is not conducted on Sundays. When there are active Tropical systems in the Atlantic, Caribbean Weather (Chris) runs a Net at 2300 UTC / 1900 AST, on 8137, Voice, USB. For complete schedule and changes visit www.caribwx.com/ssb.html · WWV has World Marine Storm Warnings (Voice) at 8 minutes after each hour, and Solar Flux information at 18 minutes after each hour on 2500, 5000, 10000, 15000, and 20000 AM. · During hurricane activity, information can be found continuously on the Hurricane Watch Net on 14325 USB/ham. Am 03.11. 2006 ist es dann soweit, 15-20kn aus Ost und das für die nächsten Tage. Von Spaanse Water nach Santa Kruz Baai –20sm – Ankerposition 12º18.55 N + 069º08.77 W Die Katamarane Risho Maru und Yara haben die Bucht besucht. Sie ist ok und verkürzt die Strecke nach Aruba. Wir sind von Spaansewater direkt nach Aruba in die Bucht Nicolaas Baai, liegt hinter der Ölraffenerie. Einfahrt betonnt, Betonnungssystem A. Unsere Ankerposition 12º25.005 N 069º53.257 W. Ankergrund Sand. Achtung auf dem Weg zum Ankerplatz liegt eine unbeleuchtete Tonne. Strecke 58sm Aruba – Los Monjes de Sur, 60,5 sm. Ostwind 15kn bis 20kn. Der ideale Wind für den Downwindkurs. Wir fliegen mit über 9kn über das Wasser, wobei der Strom mit 1,5kn schiebt. Die Los Monjes de Sur haben wir von Norden kommend angelegt. Dieser Felshaufen ist befeuert, die Bucht könnte man nachts anlaufen, wenn die Festmacherarie nicht wäre. ![]() Los Monjes – Die FestmachertrosseEine dicke Trosse ist über die Bucht gespannt und man muß sich mit 2 Vorleinen anknoten (Stopperstek hält auch bei starken Böen). Vorleinenlänge bei uns 4m und 7m. Wenn keine Hilfe zur Verfügung steht, dann ab ins Wasser. Die Trosse lässt sich nicht mit dem Bootshaken händeln.Oliver von der Bess war unser Fisch im Wasser und hat die Vorleinen festgemacht. Also bei Dunkelheit nicht zu empfehlen. Die vorhandene Betonpier gehört den Fischern. Unsere Festmacherposition 12º 21.75 N 70º52.75 W, dicht am Fischersteg. Los Monches de Sur ist ein Militärstützpunkt der venezolanischen Marine, laut, es läuft ständig ein Generator, staubig, auf dieser Felsformation wächst nichts und der Wind leistet ganze Arbeit. Die Jungs zwischen 18 Jahren und 25 Jahren müssen auf diesem öden Eiland für einige Wochen ihren Dienst schieben. Zu ihren Aufgaben gehört auch die einlaufenden Yachten zu begrüßen und sie bürokratisch zu verwalten. Es ist einiges an Papierkram auszufüllen und sie schauen sich zu gerne auf den Yachten einmal um. Einen Vorwand gibt es immer. Bei uns wollten sie die Bordapotheke sehen und waren sehr erstaunt mit welcher Genauigkeit die Medikamente gelistet waren. Bei einer kalten Coca Cola und einem netten Gespräch verlief die Prozedur freundschaftlich. Am Sonntag schwebte ein Hubschrauber ein und eine Fregatte bewachte das Revier. Der General stattete seiner Truppe einen Besuch ab. Antreten in voller Montur, eine sportliche Höchstleistung bei über 30º C. Hubschrauberübungen standen auf dem Programm. Starten von der Fregatte, einige Runden über die Yachten fliegen und auf dem Plato wieder landen und das den ganzen Tag. Was waren wir alle glücklich, als der Herr General verabschiedet wurde. Los Monjes de Sur nach Five Bays 207sm. 1. möglicher Stopp: Bahia Honda, 54 sm, 12º24.00 N, 071º 49.00 W 2. möglicher Stopp: von Bahia Honda bis hinter Capo de la Vela 31sm, 12º12.33 N + 072º10.63 W. Wir haben so ein gutes Wetterfenster, das wir unter Küste durchsegeln. Waypoint Punta Galinas 12º 28.80 N - 071º40.00 W passieren wir um 10 : 00 Uhr local time, und Capo de la Vela um 14:30 Uhr. Abstand zur Küste 2 bis 3 sm. Ab Galinas Windzunahme auf 25 Kn aus Ost, Welle zwischen 2 und 3m. Keine Kawenzmänner, dafür Fischer, Kümos und Frachter. Vom Kap haben wir direkt Kurs auf den Waypoint 11º 21.80 N + 074º03.25 genommen und nicht die Bucht abgesegelt Abstand zur Küste ca. 18 sm. Wind 20 kn aus Ost und Welle 2m bis ca. 50sm hinter Capo de la Vela.
SY Kira von Celle – mit gerefften Segeln und 8kn über Grund – vor der Küste KolumbiensIn den frühen Morgenstunden erreichen wir wieder die Küste. Im Küstenhinterland erhebt sich das Gebirgsmassiv der Sierra Nevada de Santa Marta , in der der Pico Cristóbal Colón mit 5.775 Metern an den Wolken kratzt und die landesweit größten Höhen erreicht. Das Gebirge ist als Nationalpark ausgewiesen. Leider war es diesig und so konnten wir die schneebedeckten Gipfel nicht sehen. Die Five Bays liegen am Rande des Nationalparks, eingebettet in eine norwegische Fjordlandschaft und sind sehr ruhig und sicher. Die Namen: 1. Bucht – Bahia Cinto, 2. Bucht – Ancon de Neuguange, 3. Bucht Bahia de Guayraca, 4. Bucht- Bahia Chengue, 5. Bucht – Ancon Concha.Die Ansteuerung auf unseren Ankerplatz in der Bahia de Guayraca 11º20,502 N 074º06,967 W. Der Anker fällt auf 7m, Untergrund Sand. Unsere Ankerposition 11º19.243 N + 074º06.967W. Wir genießen das dunkelgrüne Wasser, das satte grün der Bäume und Pflanzen, den kleinen Strand und die Freundlichkeit der wenigen Bewohner. 25 Familien wohnen unter einfachsten Bedingungen in der Bucht und im angrenzenden Hinterland. Allerdings stehen auch schon einige wenige feinere Ferienvillen neben den Fischerhütten. Die Einheimischen erzählen uns, das diese Hütten dem Politiker und dem Rechtsanwalt und ihren Freunden gehören. Wir bleiben 4 Tage, draußen ist kein Wind. Am letzten Abend lauschen wir einem Panflötenkonzert, unvergesslich. Von den Five Bays ziehen wir weiter nach Santa Martas Strand-, Wassersport- und Funtourismus Vorort El Rodadero, 15sm, 10kn bis 15 kn Ostwind. Die Durchfahrt zwischen der Isla de La Aguja und dem Capo de La Aguja ist nur bei guten Wetterverhältnissen zu meistern. Die Durchfahrt ist nur wenige Meter breit. Auf der Inselseite steht ein kleiner bizarrer Felsen vorgelagert im Wasser und auf der Landseite liegen 3 abgerundete dicht überder Wasserfläche. Dazu kommt Strom gegen Wind, es ist kappelig. Unser Waypoint 11º 18.464 N, 074º 11.532 W. Vorbei an Santa Marta mit Blick auf die Sierra Nevada de Marta, zwischen Isla de Pelicano und Punta Gabeza de Negro hinein in die Bahia Gaira mit dem Ferienort Rodadero. Unsere Ankerposition 11º12.136 N - 074º31.874 W. Ankertiefe 8.50 m, Ankergrund Sand. Rodadero ist ein quirliger Ort, die gesichtslosen Hochhaustürme haben uns an Benidorm erinnert. Die Menschen sind freundlich und neugierig. Während unseres 48 Stunden Aufenthaltes waren wir die Attraktion für Tretbootfahrer, Paddler, Surfer und kleine Motorboote. Lächelnd, winkend und fotografierend umkreisten sie uns. Kurze Gespräche im Kauderwelsch spanisch-englich, und immer wieder großes Erstaunen, das man mit so einem kleinen Schiff aus Deutschland kommt. Das Wetter hat in diesem Küstenabschnitt seine eigenen Gesetze. Durch die hohen Berge entwickeln sich abends die Fallböen und halten über Nacht an. Über 40kn sind keine Seltenheiten, aber unser 37kg Bügelanker lässt uns nicht im Stich. Offizielle, wie Coast Guard oder Hafenmeister haben wir nicht zu Gesicht bekommen. Mag daran gelegen haben, das der Unabhängikeitstag – 11.11. – tagelang gefeiert wurde. Rodadero ist ein guter Platz für die Querung des Rio Magdalena. Dieser schiffbare Fluss entlädt seine Wassermassen in das karibische Meer und färbt es von okergelb bis umbrabraun. Die Trennlinie ist wie mit dem Lineal gezogen. Durch die Strömungsverhältnisse entsteht eine kurze steile See und auf Treibgut ist ebenfalls zu achten. Wir sind von schwimmenden Baumstämmen verschont geblieben. Die Querung am Vormittag hat den Vorteil, das der Wind noch nicht so stark bläst, der am Nachmittag einige Knoten zulegt und am Abend wieder abflaut. Wir querten den Rio im Abstand von 1,5sm von der Tonne Bocas De Ceniza (Mündungsbereich) unter Motor, bei leichter Brise. Im Abstand 3sm von der Küstenlinie fahren wir unserem Ziel entgegen. Unser Ankerplatz südlich von Punta Hermosa liegt hinter einem Riff, das in keiner Karte verzeichnet ist. Durch die Anschwemmungen aus dem Rio Magdalena ändern sich die Ausmaße täglich. Zur Zeit – November 2006 – sind die Koordinaten der Südwestspitze 10º 56 N, 075º04 W. Unsere Ansteuerung Punta Morro Hermosa 10º57,4288 N, 075º04.3054 W. Das Einlaufen die Bucht, Buchtmitte, ist problemlos. Unsere Ankerposition weitab von allen Aktivitäten. 10º56.509 N, 075º04.3054 W, Ankertiefe 6m, Ankergrund Sand. Vor der Surf- und Kiteschule am Nordufer ist ebenfalls guter Ankergrund und es ist ein Platz zum Kontakte knüpfen. Gesamtstrecke: Rodadero – Punta Morro Hermosa – 56sm. Die letzten 51,5 sm bis Cartagena sind wir entlang der Küste gesegelt und motort, die Landformationen haben den Passat immer wieder abgelenkt. Offshore hat er mit 15kn bis 20kn geblasen. Wir nutzten die Landspitzen als Waypoints: Punta Garitas 10º49.405N, 075º16.644W. Über das Flach Burgos Zamba mit durchschnittlich 10m unterm Kiel. 10º45.2410N, 075º21.6490W.Die Isla Arena mit dem dahinter liegendem Wrack passieren wir im Abstand von 1,2 sm. Auf der ganzen Strecke bis Punta Santa Rita 10º42.659 N, 075º24.774 W beobachten wir Treibgut und mussten hin und wieder ausweichen. Nach Punta Canoas 10º34.048 N, 075º31.915 W herrscht Gegenstrom zwischen 0,5Kn und 1,0 Kn. Unsere Ansteuerung Cartagena- Boca Grande 10º 23.45 N, 075º34.47 W. Die Einfahrt ist betonnt, Betonnungssystem B. Grüne Tonne 10º23.2825 N, 075º23.1500 W, rote Tonne 10º23.2625 N, 075º34.4700 W. Beleuchtet sollen sie auch sein, das klappt aber nicht immer. Der nächste markante Punkt ist das Monument im Wasser – die Madonna mit Kind – und die Hochhaushälse an der Küste. Zum Mastenwald Club Nautico fährt man am einfachsten im Tonnenstrich, die Madonna an der Backbordseite passierend, vorbei am Container Terminal und hinein ins Ankerfeld. Unsere Ankerposition 10º24.544 N, 075º32.544 W, Ankertiefe 11m, Ankergrund Mud. Das Wasser ist schmutziggrau und hat seinen eigenen Geruch. Wir ignorieren es , denn die orangeroten Kuppeln und Dächer, die gelbgetünchten Häuserfronten der Altstadt schimmern in der Dämmerung und in „Klein Manhattan“ in der Neustadt gehen die Lichter an. Größer kann der Spannungsbogen nicht sein. Wir freuen uns auf Cartagena. Doch bevor wir hier auf Erkundungstour gehen können, müssen wir erst einmal einklarieren. Weil das in Cartagena sehr aufwendig ist, haben wir uns bei dem TO Stützpunktleiter per Email angemeldet. E-mail: Manfred.Al@gmx.net alternativ Hansapro@hotmail.com . Die Einklarierungspapiere bekamen wir per mail und haben sie ausgefüllt einige Tage vor Ankunft an Manfred zurückgesandt. Dank ausgezeichneter Vorbereitung verlief alles ohne großen Aufwand. Die Herren vom Zoll begrüßten uns im Club Nautico, die Beamten der Immigration erwarteten uns am Flughafen. Persönliches Erscheinen aller Crewmitglieder erwünscht. Kosten der Einklarierung mit allem Drum und Dran, 144.000 Pesos. (November 2006, 3.000,00 Pesos = 1€.) Zeit hat hier jeder und so vergeht der erste Tag mit der Bürokratie. Zurück im Club Nautico genießen wir die Happy Hour, immer Mittwochs von 17:00 bis 19:00 Uhr. Treffpunkt für Segler aus aller Welt, zur Zeit 17 Nationen, eine buntgemischte Gesellschaft. www.clubnauticocartagena.com, Email: gerencia@clubnauticocartagena In den nächsten Tagen gibt es für uns einiges zu erledigen. Der Segelmacher muß den defekten Reißverschluss der Lazy Jacks des Großsegels austauschen. Am Spibaum muß die Baumnock neu vernietet und die Aufnahme für den abgerissenen Niederholer ersetzt werden. Die Seewasserpumpe benötigt neue Simmeringe und der Volvo MD 21B ein Cross-Piece für die Wellenverbindung Kühlwasserpumpe mit Motor. Die Icom Funkanlage IC 706 MKIIG und der Smarttuner SG 230 müssen durchgemessen werden. Bei Funkverbindungen schwankt das Signal und reißt teilweise ab. Diverse Kleinteile stehen ebenfalls auf der Beschaffungsliste. Manfred gibt Tipps und Hinweise, telefoniert mit dem Segelmacher und dem Edelstahlfachmann, kurvt mit uns durch die Stadt und ganz langsam können wir unsere to do Liste abhaken. Auf diese Art und Weise lernen wir Cartagena kennen. Eine Großstadt, die hinter den Festungsmauern der Altstadt, aus allen Nähten platzt. Das Leben bunt, in den vielen kleinen Werkstattshops in der Avenida Pedro de Heredia können wir die technischen Einkäufe tätigen. Was nicht im Original vorhanden ist, wird nachgebaut und zurechtgefeilt. Auf der belebten Strasse bieten Kaffeeverkäufer mit ihren 6 bis 8 Kannen in der Holztrage ihren Kaffee an, Obstverkäufer kurven mit ihren Holzkarren durch die Autoschlangen, Schuhputzer gehen im Staub der Strasse auf Kundenfang. Es sind die Menschen aus dem Hinterland, die in die Großstadt ziehen, weil ihre Felder sie nicht mehr ernähren. Tausende kolumbianische Kaffeepflanzer und Erntehelfer, Männer, Frauen, Kinder haben ihre kleinen Fincas verlassen und versuchen im Dschungel der Großstadt eine neue Existenz aufzubauen. Viele tauschen nur die Armut auf dem Land gegen das Elend in der Stadt. Dann schlafen sie am Stadtrand, in einfachsten Holzhütten unter Wellblechdächern. Für den täglichen Bedarf und für die große Verproviantierung gibt es in Cartagena reichlich Auswahl. Vom Straßenmarkt bis zum klimatisierten Supermarkt, Einkaufen als Event. Gleich in der Nähe von Club Nautico der Supermarkt Carulla mit „Restaurant“. Exito und Vivero am Stadtrand, haben eine größere Auswahl und sind etwas preisgünstiger. Taxikosten 7.000 Pesos ( 3000,00 Pesos = 1€). Der Straßenmarkt bietet eine große Auswahl an nicht gekühltem Obst und Gemüse, ist sehr wuselig, eng, laut und unübersichtlich. Wir haben uns das bunte Treiben angeschaut, ohne Taschen und ohne Kamera, als Ausländer sind wir nicht zu übersehen und so schnell wie etwas verschwindet können wir gar nicht agieren. Ansonsten ist die Sicherheitslage unbedenklich, so viele Polizisten, Hilfspolizisten das sind Abordnungen vom Militär und private Sicherheitsdienste haben wir nicht erwartet. ![]() Cartagena – der Park an der Kathedrale –Cartagena de Indias hat sich für die Besucher feingemacht und wegen ihres altkolonialen Stadtbildes gilt sie unter Kennern des Kontinents als schönste Stadt Südamerikas. Während der spanischen Herrschaft war Cartagena ein mit schweren Bollwerken befestigtes Handelszentrum und einer der wichtigsten Seehäfen in der „Neuen Welt“, von dem aus die Schätze für die spanische Krone auf Galeonen verschifft wurden. Allen modernen Hochhäuser und einem Zuzugsgebiet von über einer halben Million Menschen zum Trotz, hat sich das historische Viertel eine unvergleichliche Atmosphäre bewahrt. Die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Über das Geld, das hier hinein fließt um das Stadtbild zu erhalten, wollen wir lieber nicht nachdenken. Die Armut hat hier nichts zu suchen, die findet außerhalb der Festungsmauern statt. Hier fasziniert die Stadt mit Plätzen und Gässchen, mit begrünten Holzbalkonen und Arkaden mit Klöstern und Herrenhäuser, mit Kirchen und Festungen. Zu den bedeutendsten Bauwerken zählen die Kathedrale, die älteste Kirche Santo Domingo, erbaut 1539, das Kloster San Pedro Claver, der Inquisitionspalast mit seinem historischen Museum sowie das hoch über allen Dächern thronende Kloster La Popa. Nicht zu vergessen die Mauern und Kastellanlagen wie San Felipe de Barajas. Es gibt viel zu entdecken, täglich neu – soweit die Füße tragen.Ausgezeichnetes Vollkornbrot entdecken wir im El Bistro. Zwei deutsche Jungs aus Berlin kochen und backen was das Herz begehrt. Adresse: El Bistro, Centro Calle Ayos 4-46. Telefon 6641799. Nett und hilfsbereit sind sie auch und organisieren für uns noch 50kg Vollkornmehl. Also liebe Segler, wenn ihr nach Cartagena kommt, dann stattet den Jungs einen Besuch ab, die kennen sich nämlich gut in ihrer Stadt aus. Auch die Sehnsucht nach bayrische Küche kann in Cartagena befriedigt werden. Stefan Pellkofer und sein Restaurant Leon de Baviera (Bayrischer Löwe), in der Calle del Arsenal A10 B65, Tel. Tel. 6644450 ist unter den Kolumbianern und den Deutschen ein Begriff. Der Schweinsbraten mit Sauerkraut und Reiberdatschi absolut empfehlenswert, das bayrische Bier ebenfalls. Für die Budgetplaner einige Preisbeispiele: Ankern und die Nutzung der Club Nautico Anlage 2,50 US Dollar pro Tag, Tagesmenue in der Altstadt pro Person 2,00 €, 1 ½ l Cola 0,80€ im Supermarkt, 1kg Rindfleisch Filet 4,00 €, Taxifahren in die Stadt 1,50 €, 12,5kg Vollkornmehl 5,00€ und 1l Diesel 0,30 €. Willkommen in Cartagena! |
