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Bewaffneter Überfall auf TO-Segelachten vor Venezuela.

von Wolfgang Bittag + Beate Bauer SY. Genesis
E-Mail: wolfgang@sy-genesis.com

Am 1.Dezember 2007 kam es gegen 13:30 Uhr zu einem Überfall auf die TO-Segelyachten „Genesis“ und „Black Pearl“ unweit der Ensa Mejillones an der Nordostküste Venezuelas.

0 Wir befanden uns auf unserer deutschen Yacht „Genesis“ in Begleitung der österreichischen Yacht „Black Pearl“ auf dem Weg nach Trinidad mit etwa 7 Knoten Fahrt unter Autopilot als sich ein Fischerboot mit fünf Männern näherte. Sie fragten zuerst freundlich nach Zigaretten, wir erklärten, dass wir nicht rauchen, keine Zigaretten an Bord haben und forderten sie auf, auf Distanz zu bleiben. Plötzlich beschleunigte das Fischerboot stark und kam steuerbords längseits. Ich sprang an die Reling.

Der erste Mann im Boot richtete eine großkalibrige Pistole auf mich und versuchte über die Reling zu steigen. Beate ging sofort unter Deck. Ich bekam die Pistole zu fassen und schlug den Mann nieder wobei er über Bord ging. Beate kam mit unserer „Bärenkeule“, einer Pfeffersprayflasche in der Größe eines Feuerlöschers, aus dem Niedergang, als ich den Lauf des Gewehres zu fassen bekam, das der dritte Mann im Fischerboot auf uns richtete.

Im folgenden Gerangel, wir fuhren immer noch mit 7 kn, bemerkte ich die „Black Pearl“, die mit großer Geschwindigkeit auf uns zulief. Hans und Sabine hatten den Überfall sofort bemerkt, Hans stand mit einer großen Signalpistole am Steuerrad und hielt auf das fremde Boot zu. Die Banditen sahen unsere österreichischen Freunde ebenfalls und drehten ab, so dass ich das Gewehr nicht mehr festhalten konnte. Die „Black Pearl“ befand sich Sekunden später zwischen uns und dem Fischerboot als von dort auf unsere Freunde geschossen wurde. Danach entfernte sich das Fischerboot, auf etwa 200 m und nahm den über Bord gegangenen auf.

Hans und ich verständigten uns kurz über UKW, dass niemand verletzt sei, dann versuchten sowohl Sabine als auch Beate einen Funkspruch über UKW und KW in Spanisch und Englisch abzusetzen währen wir mit beiden Yachten langsam auf das fremde Boot zuhielten. Ich wollte unbedingt die Initiative behalten obwohl ich nicht mehr mit einer neuen Attacke rechnete. Die Banditen fuhren daraufhin auch schnell Richtung Land. In der folgenden halben Stunde konnten unsere Frauen über Funk keine Hilfe beim verfolgen der Banditen organisiere, wir verloren leider den Sichtkontakt.

Wir können nach diesem kriminellen Überfall mitten am Tag nur empfehlen, die Nordostküste Venezuelas bis Margerita wenn möglich zu meiden und über die Los Testigos zu fahren.

Auf jeden Fall nicht alleine fahren und sich wie wir dazu Mitsegler auszusuchen die nicht kneifen wenn es eng wird. Wenn Schusswaffen an Bord mitgeführt werden, sollten sie griffbereit im Cockpit liegen, damit fremde Boote damit auf Distanz gehalten werden können. Wenn die Banditen einmal an Bord sind ist es für eine aktive Gegenwehr meistens zu spät.




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Letzte Änderung / Last change: Mittwoch, 05. Dezember 2007